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Mittwoch, 6. August 2008

Wikimedia Deutschland zieht es nach Berlin

Die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland zieht zum 1.11. nach Berlin. Vorher muss noch ein Büro gesucht werden, Sachdienliche Hinweise können gerne eingereicht werden. Im Wikimedia-Blog werden die Gründe für den Wechsel genannt:

Wir brauchen einen Ort, der die beste Kombination aus Zugang zur Öffentlichkeit, Politik und Kooperationspartnern, Rückhalt in der Community und Wirtschaftlichkeit bieten kann. Es sollte ein Ort sein, der den Idealen freien Wissens auch in seiner kulturellen, sozialen und unternehmerischen Umgebung nahesteht. In unserer Einschätzung kommt dabei nur ein Standort für den Verein in Frage: Berlin. Mit Berlin verbinden wir die Hoffnung, Freies Wissens besser fördern zu können und einen engeren Kontakt mit der engagierten Gemeinschaft der Wikimedia-Projekte aufzubauen. Wir wünschen uns Wikimedia Deutschland als Ressource für die Community und wollen das auch in der Wahl des Standortes widerspiegeln. Die besonderen strukturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteile Berlins sollen dazu beitragen, dass Wikimedia Deutschland auch in Zukunft effizient agieren und Spendengelder effektiv einsetzen kann.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Belgien vs Google, nächste Runde

Nachdem Google vor einiger Zeit Belgien gelöscht und den zugehörigen Urheberrechtsstreit verloren hat, steht jetzt der Antrag auf Schadenersatz, berichtet der The Inquirer (unter Berufung auf Reuters). Es geht um die Inhalte, die Google News indexiert und wohl im Archiv bereitgehalten hat, auch als der originale Content nicht mehr frei zugänglich genommen wurde. Und das ganze war auch noch außerhalb von Belgien verfügbar.

Klingt von hier aus nach einem eher minderen Skandal, von der Sorte “Geschäftsmodell gegen Geschäftsmodell”. Ausführlicher bei ars.technica gestern: “The whole case might seem a bit absurd to readers from all the other countries where Google News is legal”, und weiter:

When Google lost the case, it not only pulled the stories from the News archive and stopped indexing them, but it yanked the papers from its main index. Apparently, this wasn’t good for business, and the papers soon worked out a deal to get back in the index while remaining out of Google News.

One of the issues in the case turned on whether something like a headline could even be considered copyrightable content. This led the judge to draw a distinction between headlines that show no “stamp of their author,” like “The King visits Sweden,” with those headlines that show more originality, like “The tax exemption rage of Didier Reynders.” (I am not making these examples up.)

Once the copyright issue was established, the Court went on to rule that Google did not qualify for the “citation and news reporting” exemptions in Belgian copyright law for a variety of reasons not particularly interesting to go into here.

So, Google lost the case and was ordered to remove articles from any publication that requested it within 24 hours of receiving such notice. Fines would be issued for any delay, but Google wasn’t on the hook for massive damages. Now, however, Copiepresse wants those damages, and it wants a provisional fine of €4 million while the much larger fine is being worked out.

Mittwoch, 8. August 2007

Freie Inhalte: Friede, Freude und freie Eierkuchen-Rezepte

Bei Heise Open gibt es eine dreiteilige Serie über Freie Inhalte. In Teil 1 geht es um Freie Musik, Filme und Bücher: Friede, Freude und freie Eierkuchen-Rezepte

Open Source und Linux sind in aller Munde. Die Zeitungen sind voll vom nächsten Internet-Hype: Web Zwonull, Social Networking, User Generated Content – und alles frei für alle. Oder nicht? Unsere dreiteilige Serie spürt den freien Inhalten im Netz hinterher – von Unterhaltung und Bildung über Forschung und Lehre bis zu Strickmustern und Fotosammlungen. Der erste Teil widmet sich der freien Unterhaltung: Musik, Filme und Bücher.

Dienstag, 10. Juli 2007

Knowledge Ecology Studies

Knowledge Ecology International (Ehemals CPTech) hat ein neues Open Journal gestartet und die erste Ausgabe ist online: Knowledge Ecology Studies.

KE Studies is an online publication that focuses on the creation, dissemination and access to knowledge goods. It is a multidisciplinary journal that draws on a number of specialties: sciences, technologies, public policies, the laws of intellectual property, business, free speech and privacy, telecommunications and other related knowledge disciplines.

Donnerstag, 7. Juni 2007

Internetgeschichte genordet

Wenn man etwas über die Geschichte des Internet liest, dann sind da meistens die Punkte Amerika, Arpanet, Atomkriegsresistenz und Genf und dann bald HTML und WWW zu lesen. Danach kommt dann die Musikindustrie und Hollywood und Napster und dann Web 20.
Einen erfrischend anderen Bogen spannt Professor Bernd Lutterbeck auf 14 Seiten. Hier ist ein Text als PDF über die skandinavische Einflüsse auf die Entwicklung des Internets.

“Zentral verordnete Mechanismen verhindern im Zweifel die in einer Informationsgesellschaft gebotenen Formen der Kooperation. Eine Gesellschaft, die ihren institutionellen Default auf Offenheit gestellt hat, scheint die überlegenen institutionellen Arrangements bereit zu halten. Die nordischen Länder Europas haben insoweit einen eigenen Weg in die Informationsgesellschaft eröffnet.”

Kein Wunder also, dass die soviel Breitband und Mobile Services haben.

Mittwoch, 20. Dezember 2006

NGO in a Box: Open Publishing Edition erschienen

Aus der Reihe “NGO in a Box” ist jetzt eine neue Zusammenstellung erschienen: Neueste Version ist die “Open Publishing Box“. Enthalten sind zahlreiche Freie-Software-Programme, aber auch Anleitungen und Hilfestellungen. NGOs, Aktivisten und Grassroots-Journalisten sollen eben nicht nur das technische Equipment zum Publizieren an die Hand bekommen, sondern auch das nötige Wissen.

Die “Open Publishing Box” besteht aus drei CDs; auf der ersten finden sich die neu zusammengestellten, auf Publishing ausgerichteten Programme und Informationen, auf der zweiten CD das freie Betriebssystem Ubuntu, die dritte CD enthält eine Zusammenstellung zahlreicher freier Programme für Windows.

Die Hilfestellungen in der neuen “Box” vermitteln NGOs und Aktivisten grundlegendes Wissen, so beispielsweise über Freie Lizenzen und gemeinsames Publizieren. Die “Open Publishing Box” ergänzt zudem die bereits länger verfügbare “Audio/Video Edition” sinnvoll. Auch die Philosophie Freier Software will die “Box” bekannter machen; transportiert wird somit auch das Wissen um die (Entwicklungs-)Potenziale freier Kultur, freien Wissens - und nicht zuletzt Freier Software.

Disclaimer: Ich war an der Entwicklung beteiligt und bin gespannt, wie das gepresste CD-Pack letztendlich aussieht.

Montag, 4. Dezember 2006

Lokale Färbungen Zensur der chinesischen Wikipedia

Die Wikipedia wird von China aus mal blockiert, und mal nicht. Das ist man gewöhnt, das macht kaum Schlagzeilen. Der eigentliche Kampf um die Inhalte wird vermutlich auch von den Netz-Zensoren geführt, die in China teils undercover, auf jeden Fall aber zahlreich unterwegs sind. Beim Linuxinsider.com liest man über das Beispiel von Mao Zhedong (Mao Tse-tung, 毛泽东/毛澤東):

Indeed, in its present form, the Chinese Wikipedia introduction to Mao could hardly be more anodyne: “One of the main founders and leaders of the Communist Party of China, the People’s Liberation Army and the People’s Republic of China,” it reads. “He introduced a series of political movements such as the Great Leap Forward and the Cultural Revolution. He had a great influence over 20th-century China and the world.”

On the evidence of entries like this, for the moment, the fight over editorial direction of Wikipedia in Chinese is being won by enthusiasts who practice self-censorship.

Auch das verwundert nicht. Zensur funktioniert nicht gut, wenn sie alleine von einer Instanz geführt und betrieben wird. Wenn allzu heikle Themen immerzu vermieden werden (hier z.B. von den gemeinen Leuten auf der Straße, den Intellektuellen, Ausländern, Touristen, …) dann funktioniert sie am besten und am schärfsten. Soziale Kontrolle wirkt wie eine Schere in den Köpfen. Man einigt sich auf einen kleinen gemeinsamen Nenner, der möglichst Implikationen vermeidet.

Die üblichen heißen und gemiedenen Themen sind natürlich Erstbesiedlung und heutiger Status von Taiwan (das selbstredend ein eigenständiger, souveräner Staat ist, außer in den Augen der chinesischen Regierung), das Tiananmen-Massaker von 1989, und anderes. Erstaunlich auch, dass die Inhalte der chinesischen Wikipedia vor allem von Überseechinesen erstellt werden. Dazu Jimbo Wales:

said that divergence was not unique to China; English- and French-language entries on the same topics in some cases began quite differently but over time became similar the broader the access. He expects the same phenomenon to affect Chinese entries.

Dann kann die Zukunft ja besser werden. Immerhin steht nach wie vor fest, dass Taiwan die technologische Führung übernommen hat. Schließlich ist es Republik, seit zwei Jahrzehnten demokratisch und respektiert die Menschenrechte.

[via]

 

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