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Montag, 7. Januar 2008

Vorratsdatenspeicherung und Post

Jaja, Blogger verweisen nur auf Artikel in Massenmedien und so. Aber manchmal schreiben die Journalisten so schlaue Sätze, da muss man das einfach machen. Peter Ehrlich, Chefkorrespondent der Financial Times Deutschland, in seinem Leitartikel vor ein paar Tagen:

In 500 Jahren Postgeschichte hat außerhalb von Gefängnissen kein Staat verlangt, dass alle Absender und Empfänger von Briefen notiert werden müssen. Warum für SMS gilt, was man sich bei Briefen nicht trauen würde, hat die Koalition offensichtlich nicht beschäftigt.

Wann kommt denn wohl die Vorratsdatenspeicherung der Briefpost? Werden dann die Briefkästen abgeschafft, wo man anonym und ohne Absender Sendungen einwerfen kann? Ach nein, das geht ja sicher bald auch so: Der Empfänger steht eh drauf, der kann dann von den Verteilermaschinen gescannt und gespeichert werden. Und für die Ermittlung der Absender werden ja seit November die Fingerabdrücke aller Bürger erfasst.

Montag, 10. September 2007

Kritik an digitalem Identitätsmanagement

Ich war letzte Woche bei der Ars Electronica in Linz und durfte dort einen Vortrag halten zum Thema “Internet Identity - Bug oder Feature des Web 2.0?”. ORF Futurezone hat mich anschließend interviewt, und das gab eine ganz gute Zusammenfassung meiner wichtigsten Thesen.

Passend zum Thema hat Stefan Brands von Credentica, der seit Jahren in der IdM-Forschung eine Autorität ist, gerade eine umfassende Zusammenstellung der Kritik an OpenID in sein Blog gestellt. Sehr lesenswert - selbst mir war die Problematik so geballt noch nicht klar.

Mittwoch, 7. Februar 2007

Nur zwei Jahre Herstellergarantie auf RFID-Chips im britischen ePass

Wie der Inquirer meldet hat das britische National Audit Office (NAO) seinen Bericht zur Einführung des elektronischen Reisepasses veröffentlicht. Neben den vermuteten Kosten geht der Bericht auch auf Garantieleistungen bezügich der RFID-Chips ein. Einer Gültigkeit der Reisedokumente von bis zu 10 Jahren steht eine Garantie der Hersteller für die integrierten Chips von lediglich zwei Jahren gegenüber. Phillips wollte ursprünglich sogar nur eine Garantie von 12 Monaten einräumen. Später auftretende Ausfälle müssten vom Staat, also vom Steuerzahler, übernommen werden.

Samstag, 18. November 2006

Britischer RFID-Pass gehackt

Nach dem niederländischen und dem deutschen ist nun auch der britische RFID-Reisepass geknackt worden.

Freitag, 29. September 2006

Neu im Angebot: Die elektronische Ausländerkarte

Jeder Tag mal was neues. Die elektronische Ausländerkarte hatten wir noch nicht. Aber bald schon, denn die Bundesregierung hält sie für eine tolle Idee. Und warum? Na, ist doch klar: It´ s the Industriepolitik, stupid. War doch auch schon bei den biometrischen Pässen und den meisten anderen Karten so.

Mit einer elektronischen Ausländerkarte, die vom Umfang her einer digitalen Aufentshaltsgenehmigung entspricht, aber auch biometrische Merkmale wie Bild und Fingerabdruck enthalten soll, würde Deutschland innerhalb der EU eine Vorreiterrolle spielen. Denn eine solche Karte ist innerhalb der EU-Konsultationen noch nicht über das Entwurfsstadium hinausgekommen. “Industriepolitisch ergibt die Karte eine Menge Sinn. Derjenige, der zuerst kommt, setzt die Standards. Und der Sicherheitsbereich ist eine große Wachstumsindustrie”, führte Hanning weiter aus. Außerdem sei dem Bürger nicht vermittelbar, wenn im Kampf gegen den Terror die schnelle Identitätsüberprüfung nur bei deutschen Staatsbürgern möglich sei.

Donnerstag, 3. August 2006

Sind die e-Pässe fälschungssicher?

Wired berichtet über die Ankündigung des deutschen Security-Consultants, Lukas Grunwald, dass der RFID-Chip in dem “fälschungssicheren” neue Pass relativ leicht zu fälschen sein soll: Hackers Clone E-Passports.

In a demonstration for Wired News, Grunwald placed his passport on top of an official passport-inspection RFID reader used for border control. He obtained the reader by ordering it from the maker — Walluf, Germany-based ACG Identification Technologies — but says someone could easily make their own for about $200 just by adding an antenna to a standard RFID reader.

He then launched a program that border patrol stations use to read the passports — called Golden Reader Tool and made by secunet Security Networks — and within four seconds, the data from the passport chip appeared on screen in the Golden Reader template. Grunwald then prepared a sample blank passport page embedded with an RFID tag by placing it on the reader — which can also act as a writer — and burning in the ICAO layout, so that the basic structure of the chip matched that of an official passport.

As the final step, he used a program that he and a partner designed two years ago, called RFDump, to program the new chip with the copied information. The result was a blank document that looks, to electronic passport readers, like the original passport.

Da bin ich mal gespannt. Allerdings wäre ich auch nicht sonderlich überrascht, wenn das so einfach klappen würde.

Mittwoch, 19. Juli 2006

Wer hat meine Daten?

Gerade in der Fernsehzeitung gesehen: Heute abend gibt es im Ersten eine Doku über Datenschutz.

Jeder Kauf mit Kundenkarte, jeder Besuch auf Internetseiten hinterlässt Spuren, die von Datenhändlern begierig gesammelt, ausgewertet und verkauft werden. Vorlieben, Leidenschaften, selbst geheime Wünsche von jedem von uns werden gespeichert und in Umlauf gebracht, zu Nutzerprofilen zusammengefasst und transparent gemacht.

Der Journalist Erich Schütz hat zusammen mit Detlev Koßmann seine eigenen Datenspuren verfolgt und war verblüfft, was mit seinen Daten so alles passiert.

Wer hat meine Daten, Das Erste, 23:30 Uhr

Update (von Markus):

Das war eine hochinteressante Sendung, die es mittlerweile auch in digitaler Form auf vielen Mirrors zum herunterladen gibt. Danke für den Hinweis auf die Downloadmöglichkeiten in den Kommentaren.

Donnerstag, 29. Juni 2006

Schreibrecht 2006 - Wettbewerb

Auf Telepolis wird ein Schreibwettbewerb eröffnet: “Schreibrecht 2006“.

22 Jahre nach dem Orwelljahr 1984 hat die einst so bedrohliche Vision ihren Schrecken verloren. Der immerwährende Krieg erinnert an den seit 2001 stattfindenden “War on Terror”, Nachrichten- und Medienmanipulation ist an der Tagesordnung und (versteckte) Kameras sind allgegenwärtig. Doch auch die anderen düsteren Visionen einer Zukunft haben längst ihren Weg in die Gegenwart gefunden und sind (fast) Realität. Wenn Lehrerinnen wegen einer Wahrscheinlichkeit einer Erbkrankheit ihren Arbeitsvertrag nicht bekommen, erinnert dies an “Gattaca”, die Spaß- und Wegwerfgesellschaft kennt man aus “Schöne neue Welt”, die Bestrebungen “antisoziales Verhalten, selbst in Form eines Spuckens auf die Straße zu beenden”, an “Demolition Man” und die selbständigen Drohnen im Krieg lassen Erinnerungen an “Screamers” aufkommen. Doch wenn all dies schon normal ist, wie sieht die Zukunft aus? Wird es eine Rückbesinnung auf mehr Freiheit, mehr Bürgerrechte geben oder nimmt das Panopticum zu? Wird Datenschutz eine Rolle spielen oder doch nur “Täterschutz” sein?

Auf diese Fragen sucht “Schreibrecht 2006″ eine Antwort.

Gesucht werden Texte, die nicht über 25′000 Zeichen lang sind. Die Einreichungen per email an schreibrecht@telepolis.de dürfen gerne unter einer nichtkommerziellen Creative Commons-Lizenz stehen. Einsendeschluss ist der 15.07.2006.

Montag, 8. Mai 2006

Mann lässt sich Fingerabdrücke transplantieren

Um in die USA einreisen zu können hat sich ein Jamaikaner Haut seiner Füsse auf die Finger transplantieren lassen. Der Gesuchte wollte damit die biometrischen Kontrollen überlisten, wurde aber gefasst, als einem Beamten die entstellten Finger auffiehlen. Deutlich schmerzfreier, billiger und wahrscheinlich erfolgreicher wäre wohl das Verfahren des Chaos Computer Clubs gewesen, der schon vor längerer Zeit beschrieb, wie sich Fingerabdrücke kopieren lassen.

 

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