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Donnerstag, 24. Januar 2008

Konferenz zu Politik und Web 2.0

Eine recht interessante Veranstaltung gibt es im April in London:

Politics: Web 2.0: An International Conference.
Royal Holloway College, University of London, April 17-18, 2008.

Es ist eine akedamisch ausgerichtete Konferenz, die aber auch für Praktiker und andere Interessierte lohnenswert sein dürfte. Veranstalter ist die letztes Jahr gegründete “New Political Communication Unit” am Department of Politics and International Relations.

Samstag, 19. Januar 2008

E-Government in der Krise

Der Deutschlandfunk hat heute in seiner Sendung “Computer & Kommunikation über “Das Digitale Logbuch: E-Government in der Krise” berichtet:

Das britische Beispiel zeigt sehr schön, dass viele Beamte, ähnlich wie Millionen von PC-Usern zuhause, nicht die leiseste Ahnung davon haben, wie man vertrauliche Informationen auf einem PC sicher schützt. Diese Daten-Pannen könnten aber auch das Ende für die E-Government-Vision bedeuten. Denn die Idee Bürger und Beamte elektronisch zu vernetzen und gleichzeitig darauf zu hoffen, dass vertrauliche Informationen trotzdem vertraulich bleiben, diese Idee war möglicherweise eine Illusion. Wenn Zehntausende von Mitarbeitern einer Behörde die Bankverbindung eines Bürgers auf ihren Bildschirm holen, kopieren und verschicken können - dann kann man diese Information eigentlich auch gleich offen ins Internet stellen oder als Doppel-CD in jeden Haushalt schicken - denn irgendeiner der zehntausend wird früher oder später sowieso einen Fehler machen und an falscher Stelle die Enter-Taste drücken.

Hier ist die MP3.

Montag, 10. Dezember 2007

IT-Gipfel und Bundes-CIO

Heise berichtet über den neuen “Bundes-CIO”, Hans Bernhard Beus, der aktuell Staatssekretär im Bundeskanzleramt ist und von Wirtschaftsvertretern schon “Frühstücks-CIO” genannt wird: Ein “Bundes-CIO” solls tatsächlich (fast) werden …

Hans Bernhard Beus, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, wird laut Medienberichten oberster Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik. Das werde Bundekanzlerin Angela Merkel heute auf dem zweiten IT-Gipfel in Hannover bekannt geben, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Jurist werde einem Gremium mit Finanzstaatssekretär Werner Gatzer und Kanzleramtschef Thomas de Maizière vorsitzen. Es soll hauptsächlich koordinieren, die meisten wichtigen Entscheidungen würden aber im neuen Rat der IT-Beauftragten getroffen werden, in dem Vertreter aus allen Ministerien sitzen. Nur wenn diese sich nicht einigen können, könne der “Chief Information Officer” (CIO) der Bundesregierung eingreifen und eine Empfehlung abgeben.

Da sitzt dann geballte IT-Kompetenz am Tisch und koordiniert die nationale IT-Strategie.

Und das war nicht wirklich billig: Lob und Tadel für den so genannten “Bundes-CIO”.

Als “fragwürdig” bezeichnet Müller auch die Rolle von McKinsey als Haus- und Hofberater des Bundes. “Für schrecklich viel Geld saßen und sitzen die teuren Nadelstreifenjungs im Bundesinnenministerium, und jedes Bund-Online-Projekt hat einen eigenen McKinsey-Berater. Da sei es völlig unverständlich, dass es eine zweite Studie aus dem Consulting-Haus gebraucht habe, um die Installation eines Bundes-CIO vorzuschlagen. Die Berater hätten damit gleichsam “ihr eigenes Versagen” attestiert. Das Innenministerium hatte im ersten Halbjahr McKinsey und BearingPoint mit der Erstellung eines Gutachtens für die IT-Koordination des Bundes beauftragt, das seit Juli vorliegt. Es untersuchte unter anderem auch die bestehenden Steuerungsmodelle in Hessen und Rheinland-Pfalz und kostete den Steuerzahler knapp 500.000 Euro, wie das Innenministerium jüngst in ihrer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion erklärte.

Weitere Stimmen zum IT-Gipfel:

Tagesschau: Merkel lädt zum zweiten IT-Gipfel.

Freitag, 16. November 2007

Das Innenleben der ICANN

Nach drei Jahren im Vorstand der ICANN beschreibt Joi Ito die Gründe für seinen Rückzug und eröffnet einen Blick auf die Entscheidungsstrukturen der Organisation:

The problem that ICANN has is not one of being unfair, the problem that ICANN has is the difficulty and time required in trying to reach consensus on difficult issues. The other problem is that most of the people who are affected by the decisions, the average users, don’t know or care about ICANN. Trying to figure out an better way to get their input has always been an issue, but is one that is not unique for ICANN. All of politics and collective action share the difficulty in getting the public to care about issues that affect them.

Wer mehr über das Thema wissen möchte, bekommt mit Hilfe des Artikels von Jeanette Hoffmann einen sehr guten Überblick.

Dienstag, 21. August 2007

Plone 3 ist raus!

Heute wurde die neue und stark verbesserte 3.0 Version des Content-Management Systems Plone veröffentlicht. Plone setzt auf dem Python-basierenden Webanwendungsserver Zope auf und ist als Freie Software verfügbar. Die jüngste Version soll nach Angaben der Entwickler mehr Sicherheit, besseren Informationsaustausch und Kontrolle über den Inhalt bieten.

Neu ist die automatische Versionsverwaltung der Beiträge, eine inkrementelle Suche auch über Word- und PDF-Dokumente sowie Verbesserungen beim WYSIWYG-Editor, der Rechteverwaltung und bei Sicherheit und Performance. Plone 3 zählt so insgesamt 20 neue Features im Gegensatz zu seiner Vorgängerversion. Plone wird u.a. von Ebay, der CIA sowie Oxfam genutzt und erreichte jüngst eine Million Downloads. Wer sich selbst davon überzeugen will, findet hier die gerade erschienene Version.

PloneGov, eine Plattform für die Zusammenarbeit in öffentlichen Verwaltungen ist aktuell im Finale des E-Governments Awards. Wer also für die freie Lösung abstimmen will, muss dies schnell tun, da dies nur noch in den nächsten Tagen möglich ist.

Mittwoch, 24. Januar 2007

Die Bürgerkarte aus Österreich

Der ORF hat mal nach der Bürgerkarte aus Österreich recherchiert: Bürgerkarte? - Nur für IT-Profis!. Und das ist durchaus lesenswert.

Sollte der Einsatz der Bürgerkarte in manchen Bereichen verpflichtend werden, wird möglicherweise einiges nach dem Gleichheitsgrundsatz klagbar sein, was die Windows-Lastigkeit dieses “Angebots” angeht. Als Beispiel für ein solches Szenario mögen die Streitereien dienen, zu denen das “Elster”-Verfahren in Deutschland geführt hat, wo die Finanzbehörden zunächst quasi die ausschließliche Verwendung von Windows für die Übermittlung von Steuerdaten erzwungen hatten.

Insgesamt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Bürgerkarte von einer Allianz aus Technikern und Politikern geboren wurde, die einen real existierenden Computer-Benutzer noch nie aus der Nähe gesehen haben und für die das Wort “Usability” vollkommen unbekannt ist.

Dienstag, 10. Oktober 2006

SAGA Version 3.0: Auf dem Weg zu einem offeneren E-Government

Die Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) des Bundesministeriums des Innern (BMI) hat zum dritten Mal einen Leitfaden für E-Government-Anwendungen herausgegeben: SAGA ist die Abkürzung für „Standards und Architekturen für E-Government-Anwendungen“ und wird als Report in einer Version 3.0 veröffentlicht.

Darin werden Standards, Verfahren und Methoden und gibt Empfehlungen für Anwendungen im Bereich des E-Government. Erstmalig werden auch die Mindestanforderungen für die Aufnahme in die SAGA erläutert: Der Standard muss offen sowie kostenlos zugänglich sein, deshalb dürfen keinerlei Lizenzgebühren verlangt werden.

SAGA will die Interoperabilität zwischen den Anwendungen verschiedener Ämter gewährleisten. Erstmals wird in der Version 3.0 daher auch das Open Document Format (ODF) als Offenes Format für die behördliche Arbeit vorgestellt.

Ziel der SAGA ist ein „dienstorientiertes Architekturkonzept“, das die Themen „Beschreibungssprachen für Metadaten von Dateien“, „Geodienste”, „Langzeitarchivierung“ und „Authentifizierung“ neu aufgenommen hat. Überarbeitet wurden weiterhin die Beschreibungen der Basiskomponenten, die Komponenten der Infrastruktur und der „Einer-für-Alle-Dienstleistungen“ (EfA-Dienstleistungen).

SAGA 3.0 ist beim BMI als PDF-Datei herunterladbar.

Dienstag, 26. September 2006

Europäer wollen mehr amtliche Online-Dienste – haben sie aber nicht

Die Hälfte der Europäer, so die EU-Studie „eUser: Public Online Services and User Orientation“, bewertet den Online-Auftritt der europäischen Mitgliedsstaaten positiv. Wie eGov monitor berichtet, hat jedoch ein Drittel der Befragten aus zehn europäischen Staaten Probleme bei der Nutzung der amtlichen Angebote und Dienste: Das beginnt meist bereits damit, dass die Bürger gar nicht erst die betreffende Seite des Amtes finden.

Dann treten erst Probleme beim mangelhaften Inhalt auf oder eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten. Die Mitgliedstaaten sollten sich besser auf die Bedürfnisse der Bürger einstellen und gleichzeitig auch die Vorteile eines Internet-Auftritts nutzen.

Aus der Umfrage geht hervor, dass Bürger oft keine offensichtlichen Vorteile darin sehen, ihre Amtsgeschäfte online zu erledigen. Dinge, die besser in einem persönlichen Gespräch auf dem Amt geregelt werden könnten, werden nur unzureichend bei einer Online-Eingabe berücksichtigt, da diese nicht auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten ist.

„Während manche Länder wie Dänemark oder Großbritannien führen, haben andere EU-Staaten noch nicht genug dafür getan, ihre Dienste auf die Bürger zurechtzuschneiden. Die Nutzer werden noch viel mehr in Zukunft verlangen, und es gibt noch einiges an Raum für Verbesserungen“, sagt Werner B. Korte, Projekt-Manager von eUser.

Die Studie schlägt nun vor, die Bürger zunächst mit Initiativen an den richtigen Gebrauch der staatlichen Online-Angebote heranzuführen, damit sie diese sachgerecht bedienen und nutzen können. Weiterhin sollten, so der Vorschlag der Studie, andere Möglichkeiten („Multi Channel“) neben dem amtlichen Online-Zugang bereitgestellt werden. Um den Bürgern die Internet-Auftritte von Staaten schmackhaft zu machen, rät die Studie außerdem, an öffentlichen Plätzen - wie beispielsweise dem Rathaus - Terminals aufzustellen, um die Bürger an die neuen Verwaltungs-Technologien heranzuführen.

Montag, 25. September 2006

USA: Mehr als tausend Regierungs-Notebooks vermisst

Das amerikanische Handelsministerium musste auf Anfrage des US-Kongresses den Bestand der rund 30.000 Staats-Notebooks überprüfen, die im Jahre 2001 bei einer Inventur aufgenommen wurden: US-Ministerium vermisst mehr als 1000 Laptops.

Die schlechte Nachricht ist, dass die Untersuchung 1137 verloren gegangene Notebooks zu Tage lieferte. Die gute Nachricht ist aber, dass nur 249 davon personenspezifische Bürgerinformationen enthielten, die anscheinend durch verschiedene Sicherheitsmaßnahmen wie Passwörter oder Verschlüsselung geschützt waren.

Aber die Daten soll niemand missbraucht haben, denn:

Carlos Gutierrez vom Handelsministerium sagte US-Medien, der Verlust an Computern sei zwar hoch, aber der Missbrauch von Daten sei unwahrscheinlich. «Uns ist kein Fall bekannt indem persönliche Informationen unrechtmäßig genutzt wurden. Trotzdem bedauern wir die Verluste und halten die hohe Anzahl derer für inakzeptabel. Die Nachforschungen haben ergeben, dass der Inventar-Diebstahl schon Jahre andauert.»

Einige Ministerien lieferten keine Zahlen, die Dunkelzahl dürfte daher noch etwas höher liegen.

 

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