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Dienstag, 1. Juli 2008

Kurzstudie: Politik im Web 2.0 - Keine Freunde für Kurt Beck

Gut ein Jahr vor der Bundestagswahl machen die deutschen Spitzenpolitiker und Parteien im Web 2.0 keine gute Figur, wie wir bei newthinking communications in einer Kurzstudie (PDF) herausgefunden haben.

Wir haben die Präsenz der Parteien und ihrer Spitzenpolitiker in verschiedenen Social Networks wie StudiVZ, MySpace, Facebook und Xing, im Videoportal YouTube und bei Twitter untersucht. Welche Rolle das Internet bei der nächsten Bundestagswahl spielen wird, ist noch nicht abzusehen. Was aber sicher ist: Mit ihren derzeitigen Aktivitäten werden Parteien und Politiker kaum eine Stimme gewinnen. Es gibt bei den Parteien keine erkennbare Internetstrategie, stattdessen wird punktuell versucht, Nutzen aus einer Präsenz im Web 2.0 zu ziehen. So findet sich für den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck in keinem einzigen Social Network ein Profil, ein Profil der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel in StudiVZ hat nur einen einzigen Freund (und ist wahrscheinlich unecht).

Unter dem Eindruck der US-Präsidentschaftswahlkampagne von Barack Obama wird auch von den deutschen Wahlkämpfern mehr erwartet. Insbesondere junge Zielgruppen sind heute häufig besser über das Internet als über klasssische Medienkanäle wie das Fernsehen anzusprechen. In der Studie haben wir deshalb auch die Aktivitäten der Jugendorganisationen und ihrer Spitzenpolitiker unter die Lupe genommen. Hier gibt es zwar deutlich mehr Aktivität als bei den „Alten“. Doch über kleine Experimente hinaus scheinen auch die meisten Jugendorganisationen und ihre Vertreter noch keinen Zugang zum Web 2.0 als Medium politischer Kommunikation hinaus gewonnen zu haben.

Insgesamt tun sich die Parteien äußerst schwer und experimentieren nur wenig: Den Microbloggingdienst Twitter als einen sehr neuen Kommunikationskanal benutzen derzeit zum Beispiel ausschließlich Bündnis ‘90 / Die Grünen und die nordrhein-westfälische SPD. Die höchste Experimentierfreude gibt es bei YouTube, bei MySpace sind kein Kandidat und keine Partei zu finden.

Wir planen bis zur nächsten Bundestagswahl, die voraussichtlich im Oktober 2009 stattfinden wird, die Kurzstudie in dreimonatigen Abständen zu aktualisieren. Die Kurzstudie gibt es hier zum Download. Sie steht unter der freien Creative Commons-Namensnennung-Nichtkommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen-Lizenz.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Konferenz zu Politik und Web 2.0

Eine recht interessante Veranstaltung gibt es im April in London:

Politics: Web 2.0: An International Conference.
Royal Holloway College, University of London, April 17-18, 2008.

Es ist eine akedamisch ausgerichtete Konferenz, die aber auch für Praktiker und andere Interessierte lohnenswert sein dürfte. Veranstalter ist die letztes Jahr gegründete “New Political Communication Unit” am Department of Politics and International Relations.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Blogpiloten-Interview als MP4

Das Blogpiloten-Interview mit mir über “Politik im Netz” hab ich jetzt auch als MP4-Datei für NetzpolitikTV online gestellt. Die Datei ist ca. 65 MB gross.

Donnerstag, 16. August 2007

NetzpolitikTV 021 - Tom Steinberg über MySociety.org

In der 21. Folge von NetzpolitikTV habe ich Tom Steinberg von MySociety.org interviewt. In dem Interview geht es um die Arbeit und Motivation der politischen Geeks aus London, die sehr interessante Plattformen wie fixmystreet, PledgeBank und TheyWorkForYou entwickelt haben. Ausserdem beantwortet Tom die Frage, warum sie alle Projekte als Freie Software releasen.

Das Interview ist etwas länger als sechs Minuten und liegt als OGG Theora, Flash und MP3 zum Download bereit.

Im Hintergrund sieht man den Palast der Republik. Ich machte mir schon Sorgen, dass die lauten Presslufthammer das Interview gestört haben könnten. Aber die hört man zum Glück kaum, da wir etwas lauter geredet haben.

Montag, 13. August 2007

edemocracy-Unconference: Berlin im August

Direkt nach dem CCC-Camp bin ich jetzt auf der “Berlin im August”-Unconference gelandet. Veranstaltet wird das zweitägige Treffen von MySociety.org und Politik-Digital.

Die Zusammensetzung der Teilnehmer ist sehr interessant. Eingeladen sind nur edemocracy-Praktiker, und die kommen aus ganz Europa. Fast alle sind politische Geeks, was die Diskussionen interessanter macht.

Montag, 23. April 2007

Was hat mein Repräsentant gesagt? Was hat er eigentlich sagen wollen?

Heute früh im Radio1 gehört, erst jetzt komme ich zum kommentieren: in der Sendereihe World Wide Wagner reisen Journalisten um die Welt und interviewen Blogger, Internetuser, geekige Startups, und so weiter. Als Appetithappen zum ersten Kaffee am Morgen durchaus zu empfehlen.

Heute wurde click.tv präsentiert, eine Firma aus San Francisco, die folgendes macht: sie synchronisiert die Reden, die die Abgeordneten gehalten haben, mit den zugehörigen Manuskripten, und blenden den Text passend in das Bild ein. Das hat den Effekt, dass man mit textbasierter Suche die Stelle im Video findet, manchmal kann das nützlich sein. Man sieht ja meist ganz gut, ob ein Satz nebensächlich gemeint war oder besonders auffällig betont wurde. Ganz nebenbei kriegt man leicht mit, welche Partei, welcher Abgeordneter sich zu einem bestimmten Thema überhaupt geäußert hat. Transparenz für Netizens, und besser als die Übertragungen auf Mittelwelle.

Das Beispielvideo funktioniert so: wie üblich steht im Flashplayer-Fenster rechts unten die Laufzeit des Videos, und unten drunter dann die Textfassung. Wenn man nichts gesprochen wird, dann gibts einfach keinen zugeordneten Text. Auf der Webseite gibts Demofilmchen. Reden aus dem Kongress habe ich nicht gefunden, aber immerhin in den Nachrichten ein 53 Minuten langes Video. Unter dem Videofenster kann man direkt per Textfeld z.B. nach “Freedom” suchen und bekommt 4 Treffer - jedes Kommentarfeld ist klickbar und man springt zu entsprechenden Stelle im Video. Sowas brauchen wir auch in Deutschland.

Der wie ich fand interessanteste Aspekt der Anwendung war, dass sie sich für die Untertitelung der Reden Mühe geben und die offiziellen Redeprotokolle aus der Kongressverwaltung verwenden - die sehr viel mehr Text enthalten als die Manuskripte selbst. Der Grund ist, dass wie in Deutschland die Abgeordneten den mitgeschriebenen Text revidieren können und fleißig Text zu den Parlamentsprotokollen nachlegen - zu Themen, die sie so tatsächlich gar nicht oder nicht so ausführlich im Kongress angesprochen haben. In Deutschland geht das im Prinzip auch, wenn ich mich recht erinnere. Bloß wird das wohl nicht so ausgiebig benutzt, zumindest in den Landtagen nicht. Kennt sich da jemand aus?

Man kann die Radiosendungen im unfreien RealMedia-Format anhören. (Immerhin erwähnt die FAQ auch einen alternativen Player.)

Wahlkampf in Frankreich

Gestern gabs ja Wahlen in Frankreich. Focus beleutet daher heute “Frankreichs virtuelle Wahlkämpfer“. Spassig ist vor allem die Aussage: “Die Parteien verweisen auf mehrere Tausend Besucher, die täglich in ihren „Second Life“-Zentralen vorbeikommen.” Tolle PR, das übernimmt man gerne. Allerdings frage ich mich, ob sich fast jeder SecondLife-Besucher für den französischen Wahlkampf interessiert. Als ich das letzte Mal US-amerikanische Wahlkampfruinen besuchte, waren die Avatare-leer. Noch nicht mal Praktikanten wollten mit mir chatten. Aber irgendwie muss man ja die teuren Ausgaben für die Bauruinen dort vermitteln.

Ansonsten gibt es noch diese schöne Visualisierung der französichen Politik-Blogs und ihre Vernetzung untereinander, die ich bei Wortfeld gefunden habe. ich verstehe zwar visuell, was da abgebildet wird, würde mich aber auch über mehr Informationen in einer anderen Sprache freuen.

Dienstag, 13. März 2007

Gleich um 16 Uhr: Live-Chat bei Politik-Digital

Politik-Digital hat mich für 16 Uhr im Rahmen der Blogsprechstunde zu einem einstündigen Live-Chat eingeladen. Also fahre ich gleich mal um die Ecke und schau mir alte Technologien an. Die Themen geben die Leser vor, bzw. der Moderator, wenn sich keine Leser einfinden. Mitmachen kann jeder, der Chat ist moderiert und eine IRC/Jabber-Anbindung ist technisch leider nicht vorgesehen.

Update - Das Transcript findet sich hier: „Ich halte Schäuble für gefährlich“.

Mittwoch, 31. Januar 2007

Blogsprechstunde

Politik-Digital lädt zur Blogsprechstunde - im Chat. Also werde ich am Dienstag, den 13.3.07 zwischen 16.00 bis 17.00 Uhr synchrone Kommunikations-Fossilien ausgraben und in einem Live-Chat mitspielen. Passend dazu gibt es einen gelungenen Trailer zu sehen: Weiterlesen …

Freitag, 26. Januar 2007

Immer weniger Zeit für Politiker im Fernsehen

Diese Zahlen sollten eigentlich jedem Politiker klar machen, dass die Zukunft politischer Kommunikation im Netz liegt: Schrumpfendes Zeitfenster für Politiker in den Medien.

Auf der anderen Seite habe sich auch die Darstellung von Politik in den Medien geändert. Diese ist geprägt von Personalisierung und Emotionalisierung, die Politik wird zudem immer schlechter dargestellt und als unfähig, Probleme zu lösen. Und sie wird zerstückelter dargestellt: So sei die Zeit, die Politiker im Fernsehen zur Verfügung ständen, um ungeschnitten ihre Statements abzugeben, von 35 Sekunden im Jahre 1983 auf 15 Sekunden im Jahre 1998 gesunken (US-Politiker haben in der Regel nur noch sechs Sekunden Zeit). Politik wird auch zunehmend als Unterhaltung dargeboten, als Paradebeispiel dafür stünden die Talk-Shows – für die Sender billig zu produzieren, für die Politiker wegen des großen Publikums attraktiv.

In sechs Sekunden hat man ja schon Probleme, eindimensionale Botschaften zu vermitteln.

 

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