Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken und handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Donnerstag, 29. Mai 2008

Weiterer DRM-Sarg: in2movies

Die Filmplattform in2movies ist knapp ein Jahr nach dem Start tot. Ein schnelles Ende hatte ich beim Start schon prophezeit. Die Plattform war ziemlich an den Verbraucherbedürfnissen vorbei konzipiert gewesen und dazu kompliziert in der Handhabung. Grösstes Problem: DRM. Und DRM macht nun auch die meisten Probleme für die wenigen Kunden, die dort Filme gekauft haben. Zum Geschäftsmodell gehörte es, dass man Windows Media DRM-Files über eine extra Software herunterladen konnte. Man erwarb damit quasi die Nutzungsrechte für einen Film, was im realen Leben mit einer DVD vergleichbar wäre. Aber die im Laden gekaufte DVD funktioniert immer noch, wenn der Hersteller pleite ist.

Bei in2movies wird zwar verkündet, dass die WMV-Dateien weiterhin abspielbar bleiben, also auf höchstens drei angemeldeten Rechnern. Aber: Die Lizenzrecovery und ein Nachladen der Dateien funktionieren nach dem 11. Juni nicht mehr. Ein Virus oder Festplattencrash und die gekauften Medien sind weg. Schöne neue DRM-Welt.

Hier haben wir mehr Informationen zu Digitalen Rechtekontrollsystemen zusammengestellt.

Eine nette Aktionform gegen DRM hat Freeculture Harvard vergangene Woche durchgeführt: Ein “Zuneral”. Dabei wurden sowohl ein Zune- als auch ein iPod-Player feierlich als Grabstein in der Erde versenkt. Bilder gibts im Blog zu sehen.

Mittwoch, 23. April 2008

Plays for sure?

In den letzten Jahren promotete Microsoft die eigene DRM-Infrastruktur mit dem Slogan “Plays for sure” (Spielt zuverlässig / sicher). Wer den WMA-Schrott im Hauseigenen MSN-Musik-Store kaufte, bekam damit das Versprechen, dass die gekauften Stücke natürlich überall abspielbar waren. Also natürlich auf der Windows-Plattform und wenigen autorisierten Rechnern und nicht überall, wo man Musik hört. Aber selbst auf der Windows-Plattform läuft das nicht mehr so wirklich. Erst kam der Zune-Player von Microsoft (Nutzt den eigentlich jemand?) und schon der war nicht mehr abwärts kompatibel.

Nun wird der MSN-Musik-Store zum 31. August 2008 abgeschaltet und an die Kunden wurde eine Mail verschickt, dass man doch bitte für jede darüber gekaufte Musik die Rechteverwaltung ändern soll: DRM sucks redux: Microsoft to nuke MSN Music DRM keys. Sonst funktioniert die Musik nicht mehr. Und wehe, die Mail landet im Spamfilter… Man stelle sich das mal übertragen in die analoge Welt vor:

Man will in einem Laden Musik kaufen und gibt dort erstmal die fünf CD-Player an, auf denen die Musik abläuft. Mehr geht nicht, aber ok. Man ist ja schmerzfrei. Zusätzlich hinerlässt man noch eine Adresse, falls was passiert. Und irgendwann meldet sich der Musikhändler und erklärt, dass man leider eine Scheiss Technologie verkauft hat und nun alles ändern müsste. Bitte geben Sie fünf neue CD-Player für jede CD an. In der Realität ist das noch bizarrer.

Ist DRM damit tot? Nein, sicher nicht. Aber es zeigt, dass man sich auf die Technologie und die Versprechen der Hersteller nicht verlassen sollte. Nur offene Formate sind nachhaltig und garantieren, dass man auch in Zukunft noch zuverlässig auf die gekaufte Musik zugreifen kann. Selbst wenn der Hersteller die Technologie abschaltet, bzw. nicht mehr weiter entwickelt.

[via]

Montag, 28. Januar 2008

Deutschlandfunk: Schutz für den Kopierschutz

Die Sendung “Computer und Kommunikation” im Deutschlandfunk hat am Samstag über “Schutz für den Kopierschutz - EU-Kommission will Digitales Rechtemanagement gesetzlich verankern” berichtet

Die Musikbranche, aber auch Fachverlage und vor allem Filmproduzenten würden sich am liebsten gegen jede digitale Kopie wehren - auch gegen den Willen der Verbraucher - wenn das denn möglich wäre. Denn bislang konnte kein DRM-System Hackern lange widerstehen. Jetzt sollen Gesetze die Technik stützen.

Ich wurde dafür zu den Entwicklungen in Frankreich und auf EU-Ebene interviewt. Hier ist die MP3 dazu.

Samstag, 19. Januar 2008

3Sat neues - Interview zu DRM

Die Sendung 3Sat neues berichtet morgen um 16:30 Uhr über “Die DRM-Evolution - Die Entwicklung des Digital Rights Managment“. Mit dabei ist als Studiogast Volker Grassmuck. In dem Beitrag gibt es auch zwei Statements von mir. Hier ist die komplette 30 Minuten lange Sendung im MP4-Format (80MB), die es auch als Video-Podcast gibt.

Früher war nicht alles anders, aber vieles; zum Beispiel durfte man Musik oder Filme, die man gekauft hatte, auch tatsächlich noch sein Eigen nennen. Seitdem Medieninhalte digital, also auch über das Internet vertrieben werden, sind die entsprechenden Dateien mit einer Kopiersperre geschützt.

Das komplette 13 Minuten lange Interview mit mir wurde von 3Sat netterweise als neues.extra-Interview im MP4-Format online gestellt. Die Datei ist 20 MB gross.

Bei Google-Video findet man es auch schon: Google-Video hat das Interview nach drei Tagen ohne Erklärung zensiert und gelöscht. Habs mal auf Sevenload eingestellt:


Link: sevenload.com

Mittwoch, 16. Januar 2008

Digitale Wasserzeichen

Tonspion verweist auf ein älteres Interview mit dem MP3-Erfinder Professor Brandenburg in der Frage zu den DRM-Alternativen: DRM ist tot, es lebe DRM! Es geht um digitale Wasserzeichen, die unerlaubtes vervielfältigen und in den Umlauf bringen untersagen sollen:

LWDRM versucht etwas ähnliches. Wie aus dem Presserecht bekannt: wenn ich etwas veröffentlichen will, dann muß ich darunter schreiben “verantwortlich im Sinne des Presserechtes”. Ähnlich dort - wenn ich Musik, elektronische Musik in ein Format bringen will, das ich weitergeben kann, dann muß ich elektronisch unterschreiben. Und, wenn das an der falschen Stelle wieder auftaucht, bin ich derjenige, der die kritischen Fragen zu beantworten oder eine Strafe zu zahlen hat. Das ist natürlich etwas, was entsprechend auch von der Rechtslage her abgesichert sein muß. Wo ich auch auf kritische Fragen bezüglich Schutz der Personenrechte und ähnliches aufpassen muß. Aber die Grundidee, daß damit Dinge, die im privaten Bereich passieren, qua Definition entzogen und möglich sind ohne Einschränkungen, und daß ich andererseits weiß, daß, sobald ich die Musik aus dem privaten Bereich herausgebe, das dann illegal ist und verfolgt werden und gefunden werden kann - das sollte eigentlich weithin akzeptabel sein.”

Meiner Meinung nach ist ein Grundproblem in der Argumentation die gewandelte Bedeutung von “privatem Bereich” im digitalen Zeitalter. Früher war dies im analogen Bereich einfach: Privat war, was nicht auffiel, meist im persönlichen Umfeld passiert und auch durchaus räumlich begrenzt. Im digitalen Zeitalter haben wir geänderte Rahmenbedingungen: Das Leben spielt sich bei vielen auch online ab, Freunde sitzen über den Globus verteilt. Wenn man früher im privaten Rahmen Kollagen aus urheberrechtlich geschützten Werken erstellte, wurde dies nicht bestraft. Wenn man heute Mash-Ups (digitale Kollagen) macht und diese online zur Verfügung stellt, so gibt das Probleme. Und dies wird immer mehr von Bürgern gemacht werden. Die Antwort der Politik und der Lobbygruppen ist einfach: Verfolgen und bestrafen. Aber löst das die Probleme und ist das im Interesse unserer Gesellschaft? Meiner Meinung nach nicht. Das muss wieder legalisiert werden.

Zum Thema digitale Wasserzeichen gibt es auch noch offene Fragen wie z.B.:

* Was passiert mit einem Verbraucher, wenn man in einem Musikshop Musik legal kauft, auf dem MP3-Player kopiert, dieser geklaut wird und die Lieder in Tauchbörsen auftauchen?
* Wird ein Werk vielleicht durch ein Wasserzeichen zu stark verändert und verstösst das gegen das Urheberrecht?
* Leidet die Qualität unter Wasserzeichen?
* Können mit Wasserzeichen personenbezogene Daten ermittelt werden? Leidet dadurch die Privatsphäre der Käufer?
* Was passiert, wenn ich eine Privatkopie mache und eine(r) meiner Bekannten diese in eine Tauschbörse stellt ? (Danke Erlehmann)

Da gibts sicherlich noch mehr offene Fragen…

Donnerstag, 10. Januar 2008

Debug: DRM erzwingt die Abkehr von DRM

Im De:bug-Blog gibts einen lesenswerten Beitrag zur allmählich erkennbaren Strategie der Musiklabel-Majors, auf DRM zu verzichten (das machen sie nur, um die starke Stellung von Apple zu brechen, nicht etwa aus Einsicht, dass DRM prinzipiell verfehlt ist): Der DRM-Killer heisst DRM.

Und genau jetzt ist die Zeit gekommen, in der - wir oraktelten das schon länger - Apple schlichtweg Teile der Musikindustrie, deren Aktien einfach nicht aus der tiefen Talsohle herauskommen, fast schon aus der Portokasse aufkaufen könnte (auch wenn das zur Zeit eher wie ein schlechter Deal aussehen mag). Sicherlich hat Apples DRM-Variante nur einen Teil zum Erfolg der iPods beigetragen, aber es hat die Hardware-Software-Service-Strategie auch über all die Jahre vor einem entscheidenden Bruch gesichert. Wer einmal einen entscheidenden Teil seiner Musiksammlung für den iPod gekauft hat (und es sind nicht die Sideloader und Ripper, die in der Zukunft Musikdownloads kaufen werden, sondern eben die die jetzt schon damit angefangen haben), der kommt aus seinem Universum nicht mehr raus, dank DRM.

Und genau das, genau diese Einschliessung der Inhalte, dürfte der Grund hinter dem scheinbar so konsumentenfreundlichen Abschied von DRM sein, denn das Monopol von Apple lässt sich so lange nicht brechen, so lange nicht DRM aus dem iTunes Store verschwindet und genau diese Chance will man frühzeitig nutzen, was auch die Versuche, DRM-freie Musik zuerst auf anderen Plattformen, bei der Apple-Konkurrenz zu veröffentlichen, etwas hilflos erscheinen lässt. Doch erst wenn auch das letzte DRM aus dem Apple-Store verschwunden ist, kann man wirklich hoffen, die Apple Dominanz zu brechen. Und deshalb: Wenn es ein Ende von DRM geben wird, dann wird DRM der DRM Killer gewesen sein.

Montag, 22. Oktober 2007

Digital Rights Description als Alternative für Digital Rights Management?

Dipl.-Jur. John Hendrik Weitzmann von der Europäische EDV-Akademie des Rechts gGmbH/Institut für Rechtsinformatik in Saarbrücken und Creative Commons Deutschland hat einen Artikel über Metadaten bei MMR, der Zeitschrift für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht veröffentlicht: Digital Rights Description als Alternative für Digital Rights Management?

Diese Aspekte machen deutlich, dass Metadatenkennzeichnung bzw. DRD nicht wirklich als “DRM light” geeignet sind, und dass sie überhaupt nur dort wirklich einen Mehrwert darstellt, wo zumindest eine begrenzte Freigabe der Medieninhalte vom Rechteinhaber gewollt ist. Das ist nach bisherigen Geschäftsmodellen der Medienwirtschaft nur sehr selten der Fall. Aber es sind durchaus schon erfolgreiche Geschäftsmodelle entstanden, die weitgehend ohne die technisch gestützte Durchsetzung urheberrechtlicher Monopole auskommen. Nicht nur der Sektor der Open-Source-Software macht glänzende Geschäfte, obwohl die zugrunde liegenden Daten für jedermann frei verfügbar sind. Zunehmend erkennen auch Musiklabels, Filmproduzenten und andere Werkschaffende, dass strikte Rechtevorbehalte keine notwendige Bedingung für wirtschaftlichen Erfolg darstellen. Daher stellt sich sehr deutlich die Frage, ob die Funktionalitäten von DRM überhaupt so entscheidend sind, dass man daran weiterarbeiten oder nach Äquivalenten suchen müsste. Am Ende werden auch die Verfechter einer DRM-gestützten Kontrolle des Konsumverhaltens sich selber fragen müssen, welche langfristigen Erfolgsaussichten eine Technologie haben kann, die derart einseitig auf Geheimhaltung, Misstrauen und Bevormundung der Nutzer setzt wie DRM es tut, und dadurch grundlegende Ablehnung in weiten Teilen ihrer Zielgruppe hervorruft.

(via)

Mittwoch, 26. September 2007

Sonys Vizepräsident: “Ich kopiere DVDs!”

Dieses Zitat steht für sich alleine:

Als Fan des - von Gesetz wegen illegalen - DVD-Rippens outete sich auf der Konferenz auch Sony-Vizepräsident Scott Smyers: “Meine Kinder haben einen Haufen DVDs, die sie im Auto abspielen, die nach ein paar Fahrten kaputt sind. Also rippe ich die DVDs und kopiere sie, um die Originale zu schonen.” Myers weiter: “Man kann nicht abstreiten, dass Verbraucher ihre Investitionen schützen wollen.”

Warum schützen dann Unternehmen wie Sony ihre DVDs mit Kopierschutz, wenn diesen die eigenen hohen Mitarbeiter brechen? Warum setzen sich diese Unternehmen für schräfere Gesetze ein, um die eigenen Kunden zu kriminalisieren, die das auch gerne tun wollen?

 

Tagmap

Kategorien