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Mittwoch, 2. Mai 2007

Die Verbotene Zahl

Leute, die folgende Zahl weitergeben, werden verfolgt:

13256278887989457651018865901401704640

Diese Zahl ist als Schlüßel notwendig, um DVDs der nächsten Generation abspielen zu können. Diese Zahl soll geheim bleiben, damit nur vom DVD-Konsortium lizensierte Software die neuen Bluray- und HD-DVDs abspielen kann. Diese “legale” DVD-Software darf keinerlei Kopiermöglichkeiten bieten.

Warum Kopierschutz-Techniken doch gleich besonders kritisch zu hinterfragen sind, liest Du am besten hier nach.

Der Verwalter des Kopierschutzes, der AACS LA (Advanced Access Content System Licensing Administrator), ist nun bemüht diese Zahl aus dem Netz zu bekommen. Auf Basis des “Digital Millenium Copyright Acts” (DMCA) soll niemand diese Zahl im Zusammenhang mit dem Kopierschutz von Bluray- und HD-DVDs nennen dürfen. Zwischenzeit hat die AACS LA bereits den Schlüssel ausgetauscht, so dass sich künftig erscheinende DVDs mit dieser Zahl nicht abspielen lassen. Aber die neue kommt sicher auch bald raus …

Die Community-Linksammlung digg.com hat Beiträge, die die Zahl beinhalteten, erst gelöscht. Nach vielem Protest sieht der Gründer von digg, Kevin Rose nun davon ab und veröffentlicht die Zahl selbst.

Man dürfte sich darüber freuen, wenn das andere auch tun. Schließlich lässt sich die Zahl auf sehr viele verschiede Arten ausdrücken. Da ist auch sicher eine für Dein Blog dabei!

Etwa zur Basis 16:

09-f9-11-02-9d-74-e3-5b-d8-41-56-c5-63-56-88-c0

Oder binär:

100111111001000100010000001010011101011101
001110001101011011110110000100000101010110
1100010101100011010101101000100011000000

Oder als kleine Rechenaufgabe:

41425871524967055159433955941880327 * 320 = HD-DVD

Oder auf Japanisch.

Sehr schön auch die Umrechnung der Hexadezimalzahl in einzelne RGB-Farbwerte, dargestellt als Farb-Fahne (Dank an John von Badmouth):

Die Werte (das +C0 steht für “Crime Zero”):
#09F911 #029D74 #E35BD8 #4156C5 #635688

Oder als Morsecode (MIDI-Datei):

hddvd-blueray-key-morsecode.jpg

Sehr kreativ auch die aktustische Darstellung als DTMF-Tonfolge, mit der sich Telefone steuern lassen von Julia.

Oder als Braille-Schrift:

hddvd-blueray-key-braille.jpg

Oder als Barcode:

hddvd-blueray-key-barcode.jpg

pedro.custodio stellte dieses Zahlenbild unter die CC BY Lizenz:

aacs-numbers.jpg

Dank an Andre Heise aus Lübeck für die Verschlüsselung mit der Enigma-Maschine, die die Deutschen im 2. Weltkrieg nutzten.

aacs-enigma.gif

Schickt weitere Darstellungen bitte nicht an uns, sondern veröffentlicht sie selbst ;)

Mittwoch, 31. Januar 2007

Neue Copyright-Richtlinie kriminalisiert chinesische User

Gerade bei der EFF gefunden: DMCA for China? A new copyright law would make it an offense in China to “break encryption set by copyright owners”. Bei out-law.com steht wenig detailreiches:

China is drafting its first internet-specific laws to protect copyright on-line for the benefit of copyright owners both in China and abroad. It follows concerns of confusion expressed last month when China’s Supreme People’s Court ruled to extend existing copyright laws to the internet.

Gemeint ist, dass derzeit öffentliche Anhörungen laufen, um das Urheberrecht zu “modernisieren”. Wie erwartet ist das ein Platzhalter für Kriminalisierung der User, die mögliche Abschaffung von Bagatellklauseln, die Strafbewehrung von Privatkopien, wenn dazu ein Kopierschutz überwunden werden muss. Man macht der Contentindustrie also den Hof, und das nennt sich dann “Copyright in the Digital Environment”. Die Anhörungen laufen noch bis Ende April. Ausgangspunkt sind wohl die derzeit geltenden Bestimmungen Hong Kong, nach Ansicht der Industrie total ungeeignet, ihre Interessen zu wahren. Gleiche Rhetorik wie überall.

Bei der South China Morning Post findet sich der Artikel leider nur im kostenpflichtigen Archiv, und nur für Mitglieder. Bei Reed Elsevier gibts den Artikel von Robin Kwong “A Digital Dilemma?” noch online.

Other measures, which largely mirror the United States’ Digital Millennium Copyright Act (DMCA), include extending copyright protection for materials across different medium, setting statutory damages for copyright infringement, and requiring internet service providers to facilitate enforcement of copyright.
Internet service providers, for example, may be required to keep records of their customers’ internet activities and to take down infringing copies hosted on their platforms. One suggestion is for service providers to actively filter or block the transfer of infringing copies.
For the creative industries, the review on copyright of digital works is long overdue. But academics have criticised the consultation as being “shockingly one-sided”.

Zitiert wird Michael Geist, Professor für Internet und E-Commerce-Recht an der Uni Ottawa. Besonders die Orientierung am DMCA stößt ihm auf:

“The DMCA is viewed by many as an extreme example of implementing the WIPO [World Intellectual Property Organisation] Internet Treaties. Many countries - including Canada and New Zealand - have begun to distance themselves from the DMCA-style approach,” Professor Geist said.
“Indeed, the emphasis on enforcement and stronger penalties without any balancing provisions to address the legitimate concerns of Hong Kong citizens is deeply troubling.” Implementing the proposals would have an “absolutely disastrous” effect on innovation and creativity, he said. [...]
“There is no significant evidence that suggests tougher copyright enforcement will encourage and promote the content industries, particularly not at the local level,” he said. “Most local content creators have little interest in digital rights management or suing fans. For example, in Canada, many of the best known musicians have formed a group actively opposing P2P lawsuits and DRM use. The proposed policies may benefit foreign-owned entities, but cause real harm to local culture and do little to genuinely promote new creativity and industry.”

UPDATE: Beim Intellectual Property Department sind die originalen Dokumente zu finden.

Donnerstag, 30. November 2006

Ausnahmeregelung vom DMCA für Internet Archive

Das Internet-Archiv archive.org hat einen “juristischen Sieg” gegen den DMCA errungen und darf jetzt Computerspiele und andere Software archivieren, endlich ohne Befürchtung, verklagt zu werden. In einem Forumsbeitrag werden die Details bekanntgegeben:

This is a happy moment, but on the other hand this exception is so limited it leaves the overall draconian nature of the DMCA in effect. [...] More formally, Internet Archive has successfully advocated for an exemption to the Digital Millennium Copyright Act (“DMCA”). The DMCA prohibits circumvention of technological measures employed by or on behalf of copyright owners to protect their works (“access controls”). Specifically, 17 U.S.C. §1201(a)(1)(A) provides, in part, that “No person shall circumvent a technological measure that effectively controls access to a work protected under this title.”

 

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