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Donnerstag, 7. Juni 2007

Jimmy Wales über Wikipedia und Community-Design

Die aktuelle Ausgabe des Elektrischen Reporters ist interessant: Jimmy Wales über Wikipedia und Community-Design.

Communities gelten als das neue große Zwopunktnull-Dings. Der Aufbau einer funktionierenden und stabilen Gemeinschaft im Netz ist allerdings eine Kunst für sich, an der schon viele Unternehmen gescheitert sind. Jimmy Wales, Gründer der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, erklärt, worauf es seiner Meinung nach beim Community-Design ankommt und was die Einrichtung eines Steak-Hauses damit zu tun hat.

Außerdem spricht Jimmy Wales über die Möglichkeit von Werbung in der Wikipedia, verrät ein wenig über das in Planung befindliche Suchmaschinenprojekt und erklärt, warum er den Begriff ”Crowdsourcing“ nicht leiden kann. Für alle, die lieber lesen als kucken gibt es wie immer das vollständige Transkript des Interviews bei Siggi.

Hier ist die Quicktime-Variante. Leider gibt es immer noch kein freies Format. Hab mir ja schon öfters OGG Theora als Format gewünscht.

Freitag, 11. Mai 2007

Atze Schröder vs. Wikipedia

Der “Komiker” Atze Schröder will nicht, dass sein realer Name in der Wikipedia genannt wird. Soweit so gut. Das dies für eine Community-Plattform nivht so einfach zu machen ist, zeigte ja schonmal ein anderer Fall in Deutschland lange vor dem grossen Digg-Ereigniss. Nun schickte aber der Anwalt des Komikers eine Abmahnung an Arne Klempert, den Geschäftsführer des Wikimedia e.V., weil dieser aufgrund eines Provider-Fehlers bei der Denic falsch als Besitzer eingetragen war (anstatt des Vereins). Und eine Justiz-Posse entwickelte sich, über die Arne jetzt ausführlich bloggt: Ach, wie gut, dass niemand weiß…

Und hier ist die Kurzfassung der Geschichte:

Nochmal ganz langsam zum Mitmeißeln:

* Du lässt mir über Deinen Anwalt eine Abmahnung schicken, weil in der Wikipedia Dein Name genannt wurde (womit ich aber auch nicht das Geringste zu tun habe).
* Ich beauftrage die besten Anwälte, die ich kenne, damit sie Dir und Deinem Anwalt ausführlich erklären, warum Dein Name genannt werden darf, dass Ihr bei mir aber sowieso an der falschen Adresse seid.
* Ihr schlagt die Warnung offenbar in den Wind und verklagt mich. Okay, soll ja mal vorkommen, dass man etwas nicht auf Anhieb versteht.
* Also neuer Anlauf: Meine Anwälte geben sich noch mehr Mühe und erklären Dir und Deinen Anwälten in epischer Breite, warum Dein Name genannt werden darf und warum Ihr unabhängig davon bei mir an der falschen Adresse seid.
* Dann merkt Ihr offenbar, dass Ihr im Unrecht oder zumindest an der falschen Adresse seid (wurde ja auch langsam Zeit) und zieht die Klage zurück.

Und jetzt erklär’ mir mal, wie Du auf das schmale Brett kommst, dass ich für diese vollkommen überflüssige Zeitverschwendung auch noch blechen soll. Dass Du Deine Anwälte nicht bezahlen willst, kann ich ja noch irgendwie nachvollziehen. Aber wende Dich doch bitte nicht schon wieder an die falsche Adresse!

Mittwoch, 2. Mai 2007

Landkarte des Internets

Das ist mal eine nette Idee zur Visualisierung von Online-Communities:


Quelle: Randall Munroes xkcd.org, CC-BY-NC-2.5.

[via]

Mittwoch, 28. März 2007

Chinesische Blogger gestalten Blog-Digest-Magazin

Bei virtual china gefunden:

Check out the new Chinese weekly online magazine, Memedia, a cooperative effort among over 100 (and counting) prominent Chinese bloggers. It looks like a blog but at present is a weekly, with hopes to eventually become a daily. So far, issues no. 1 and 2 offer super condensed, link-heavy news about web, tech, media, and international events–it’s a mirror of the collective wisdom of the participants, with links leading back to blog posts on their own sites. Memedia describes itself as follows:

Coming from the combination of three terms, Me/Meme/Media. Memeda will provide interesting things, important things, diverse things, for us to enjoy together….

This is an open, collaborative project. Each person has the opportunity to contribute, and you can participate in our public Skype channel, providing clues to news or introducing your latest discovery.

Klingt nach bookmarken/abonnieren und regelmäßig lesen. Notiz für mich: Ob Politik da ausgespart bleibt? (Und wann wird mein chinesisch endlich gut genug sein, dass ich die Texte in Kurzzeichen flüssig lesen kann?)

Montag, 26. Februar 2007

Die Wirtschaftskraft von Second Life

Das wollte ich schon Freitag bloggen: The phony economics of Second Life - What the business press didn’t tell you.

Only 15 per cent of those who became residents in October of last year ever logged in again after their first 30 days - a churn rate that might surprise and dismay executives from other industries. Remove all those who never returned to Second Life after their first month and the figure falls from a then two million residents to around a quarter of a million. Typically, there are only around 15,000 clients logged in to Second Life at any one time. In other words, this economy has a population about the size of Ilkeston, Derbyshire, or Troutdale, Oregon. And each business has the prospect of a market of no more than 100 people in one place - a number easily accommodated by a church hall.

Freitag, 9. Februar 2007

ARS Electronica - Digital Communities

Wie im vergangenen Jahr bin ich wieder von der ARS Electronica angefragt worden, die Jury des Preises für “Digital Communities” als Mitglied des Beirates zu beraten. Das mache ich doch gerne und verweise hier auf die Nominierungsmöglichkeiten für diese Kategorie:

The “Digital Communities” category will honor important achievements by digital communities well as innovative artistic approaches towards web-based communities. This category focuses attention on the wide-ranging social and artistic impact of the Internet as well as on the latest developments in the fields of social software, ubiquitous computing, mobile communications andwireless networks. Special attention goes to community-related “net.art”. “Digital Communities” spotlights bold and inspired innovations impacting human coexistence, bridging the geographical as well as gender-based digital divide and cultural conflicts, sustaining cultural diversity and the freedom of artistic expression or creating outstanding social software and enhancing accessibility of technological-social infrastructure. This category showcases the political and artistic potential of digital and networked systems and is thus designed as a forum for the consideration of a broad spectrum of projects, programs, artworks, initiatives and phenomena in which social and artistic innovation is taking place, as it were, in real time. A Golden Nica, two Awards of Distinction and up to 12 Honorary Mentions will be awarded in the Digital Communities category in 2007.

Zu den Gewinnern der letzten Jahre gehörten Wikipedia, Creative Commons, Bittorrent und verschiedene eher unbekannte Communities aus anderen Kulturkreisen.

Montag, 5. Februar 2007

Den Koalitionsvertrag in Österreich neu verhandeln

Die Grünen in Österreich lassen in einem Wiki den Koalitionsvertrag zwischen SPÖ und ÖVP unter dem Motto “Neu verhandeln” neu schreiben: Die Koalition im Wikipedia-Test.

Ganz wie das Vorbild Wikipedia, auf dessen frei zugänglicher Software die grüne Seite auch basiert, ist der Prozess transparent: Änderungen lassen sich nachvollziehen und können in eigenen Foren diskutiert werden. Anders als bei der Online-Welt-Enzyklopädie, die eigene Administratoren quasi als „Wissens-Sheriffs“ einsetzt, haben die Grünen vorerst aber nicht vor, inhaltlich einzugreifen. „Rassistische, sexistische und andere politisch nicht korrekte Texte werden entfernt. Wir haben aber nicht vor, die Seiten zu redigieren“, meint Vassilakou. Mit Kampfpostern aus anderen Parteien wird gerechnet. „Aber da _glauben wir an die Kraft der Selbstregulation“, meint die grüne Gemeinderätin Marie Ringler, die die Idee für den Koalitionspakt-Elchtest im Netz hatte.

Dreißig Tage will die Oppositionspartei das rot-schwarze Koalitionsübereinkommen der Kritik der Internet-Community überlassen, danach soll erste Bilanz gezogen werden. Als Vergleich ist das rot-schwarze Original in einer „Read only“-Version abrufbar. „Wir wollten ganz einfach die Alltagspraktiken der Internetgeneration in die Politik transferieren“, sagt Ringler.

Donnerstag, 30. November 2006

Tim O´ Reilly im SpOn-Interview Teil 2

Spiegel-Online hat heute Teil 2 des Interviews mit Tim O’Reilly zu Web 2.0 veröffentlicht: 3D-Drucker werden unser Leben verändern.

Auch im zweiten teil wird deutlich, dass in der Diskussion um “Web 2.0″ viel von Open-Source-Strategien gelernt werden kann:

SPIEGEL ONLINE: Herr O’Reilly, in jüngster Zeit wird immer wieder die Qualität von Online-Communitys wie Wikipedia oder der Nachrichtenseite digg diskutiert. Letztere hat zum Beispiel sehr gut informierte, technikaffine Nutzer, die oft wirklich Interessantes und Neues ausgraben. Doch wenn die Seite vom Mainstream überrannt würde, wäre es damit schnell vorbei. Kann man solche Entwicklungen kontrollieren?

Tim O’Reilly: Sehen Sie sich die Entwicklung der Communitys zu Open-Source-Software an. Die haben in diesem Bereich eine lange Tradition und sind deshalb ein gutes Beispiel. Dort gibt es ein abgestuftes System - und Wikipedia hat davon einiges übernommen, was eine kluge Entscheidung war. Jeder kann einen Vorschlag machen, zum Beispiel einen Bericht über einen Programmierfehler oder einen Patch einreichen. Aber der wird dann erst genutzt, wenn jemand im inneren Kreis sagt: “Oh, der ist gut, den wende ich jetzt an.” Man wird in diesen inneren Kreis nur eingeladen, wenn man genügend Nützliches beigesteuert hat.

Hier ist Teil 1.

 

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