Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken und handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Freitag, 2. Mai 2008

NetzpolitikTV 039: Bicyclemark über Bürgerjournalismus

NetzpolitikTV 039 ist ein spannendes interview mit Bicyclemark über Bürgerjournalismus (Citizen Journalism), was Andrea Goetzke mit ihm gemacht hat. Bicyclemark, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Mark Fonseca Rendeiro heisst, berichtet in seinem Blog und regelmässigen Audio- und Video-Podcasts über Themen, die seiner Meinung nach zu wenig Beachtung finden. Tim Pritlove nennt ihn dabei auch gerne “1 Mann BBC”. Auf der re:publica’08 hat er einen Vortrag über “The Audience that Wasn’t There - Independent Citizen Reporting and Struggling to Find Your Audience” gehalten, der hier als Videostream zu finden ist.

In dem ca. zehn Minuten langem Video-Interview geht es um seine Arbeit und die Frage, wie man Bürgerjournalist wird. Die Erlangung von Medienkompetenz spielt dabei eine ebenso grosse Rolle, wie auch eine mögliche Finanzierung, sowie die Frage, wie man überhaupt sein Publikum findet.

Das Interview liegt als MP4, Flash und OGG Theora vor.


NetzpolitikTV 039: Bicyclemark about Citizen Journalism from netzpolitik on Vimeo.

Weitere Links zu Bicyclemark:

* Citizenreporter.org - Blog
* Twitter
* Chaosradio International 007: A talk about podcasting and politics

Freitag, 25. April 2008

NetzpolitikTV 037: Alive in Baghdad

NetzpolitikTV 037 ist ein Interview, das Andrea Goetzke mit Brian Conley von “Alive in Baghdad” auf der re:publica’08 gemacht hat. Das Projekt ist eine Video-Plattform, die Menschen aus dem Irak zu Wort kommen lässt. In der Regel sieht man aus dem Irak im Fernsehen jeden Tag immer dieselben Bilder: US-Soldaten mit Waffen und Orte nach Anschlägen. Was die Menschen denken und bewegt, kommt in der Berichterstattung eigentlich nicht vor. Plattformen wie “Alive in Baghdad” helfen hier weiter. Ein spannendes Projekt.

Das Interview liegt als MP4, Flash und Ogg Theora vor.


NetzpolitikTV 037: Alive in Baghdad from netzpolitik on Vimeo.

Hier gibt es das Video von “Citizen Video-Journalism - What happens in other countries, when the audience becomes broadcaster?“, wo Brian Conley auf der re:publica’08 gesprochen hat.

Im Rahmen eines kleinen Workshops auf der re:publica hat er das Projekt auch nochmal ausführlicher vorgestellt. Davon gibt es diese MP3-Aufnahme.

Donnerstag, 8. November 2007

Netizen

Bei Onlinejournalismus.de gibt es ein interessantes Interview in englisch über “Netizen - Journalismus, Ohmy News und chinesische Blogger“:

Netizen – den Begriff prägte Michael Hauben (1973-2001), um Netzbürger mit gesellschaftlicher Verantwortung zu charakterisieren. Michaels Eltern Ronda und Jay Hauben, Internet-Historiker an der Columbia University, New York, sprachen im Vorfeld des Kongresses Wem gehört das Internet? mit Gabriele Hooffacker über Netizen-Journalismus, Ohmy News und chinesische Blogger.

Donnerstag, 28. Juni 2007

Olympia 2008: Reporter ohne Grenzen mahnen China

Logo der Reporter ohne Grenzen-Kampagne In der nächsten Runde China v. Pressefreiheit (wir berichteten) starten die Reporter ohne Grenzen eine Kampagne, die auch das Internationale Olympische Kommittee daran erinnern soll, dass China kein sorgloses Pflaster für die Medien ist, weder aus- noch inländische. Auch die Vorstellung, dass Olympia 2008 ein chinesischer Frühling werden kann, muss ja immer noch als Illusion gelten.

heise online berichtet:

Neun Bedingungen müsse die chinesische Regierung erfüllen, bevor in gut 400 Tagen in Beijing die Olympischen Spiele beginnen, heißt es auf der internationalen Kampagnen-Webseite von Reporter ohne Grenzen, darunter: Alle Journalisten und Internetnutzer, die ihr Recht auf Information wahrgenommen haben, müssten aus der Haft entlassen werden. Ausländische Korrespondenten dürften nicht gegängelt, ausländische Radiostationen nicht gestört werden. Weiter fordern die Menschenrechtler einen freien Zugang zu Informationen im Internet und die Zulassung von unabhängigen Journalisten-Vereinigungen und Menschenrechtsaktivisten.

Und das ist die Liste mit den neun Bedingungen:

1. Release all journalists and Internet users detained in China for exercising their right to information.
2. Abolish for ever the restrictive articles in the Foreign Correspondents Guide that limit the media’s freedom of movement and work.
3. Disband the Publicity Department (the former Propaganda Department), which exercises daily control over content in the Chinese press.
4. End the jamming of foreign radio stations.
5. End the blocking of thousands of news and information websites based abroad.
6. Suspend the “11 Commandments of the Internet,” which lead to content censorship and self-censorship on websites.
7. End the blacklisting of journalists and human rights activists, which prevents them from visiting China.
8. Lift the ban on Chinese media using foreign news agency video footage and news reports without permission.
9. Legalize independent organisations of journalists and human rights activists.

Mittwoch, 20. Juni 2007

Citizen Activism, Sklavenarbeit, Filterung und die staatlichen Medien in China

Die heftigen Nachrichten von letzter Woche zu Kinderarbeit in Ziegelfabriken in China sind noch frisch? Die üblichen Massenmedien erwähnten nur am Rande, wie die “Befreiung” zu Stande kam. Ans Licht der Öffentlichkeit kam die Sache ja nicht, weil staatliche Medien den Skandal aufgedeckt hätten, sondern weil die Väter einiger der Kinder online um Hilfe gebeten hatten. In den Bezirksverwaltungen und offiziellen Stellen wurden sie und ihre Anliegen zuvor ignoriert und ihre Anliegen nicht bearbeitet. Danwei.org fasst das ganze zusammen:

State media have published news about the story, with the most aggressive reporting being done by The China Daily: Slave-labor boss detained amid national shock.

However, the government has also sought to minimize the effect of the affair on the ‘harmonious society’. On June 15, China Digital Times translated a letter purporting to be from ‘The Internet Bureau, CPC Central Office of External Communication’ which ordered news websites that ‘Harmful information that uses this event to attack the party and the government should be deleted as soon as possible.’

Nonetheless, there are still plenty of Chinese blog and forum posts about the affair, including the original letter from the enslaved children’s fathers.

Warum wird YouTube in China zensiert? Nicht wegen tanzenden jungen Menschen in Unterwäsche, sondern wegen Videos wie dem hier verlinkten, und den Diskussionen, die sie auslösen. Das schwächt das sonnige und grüne Internet. (In punkto Entwicklung einer Diskussionskultur ist da wohl noch Spielraum.) Auch steigt der soziale Druck, der mit der Filterung des Internets zusammengeht. Ob sich da wohl nachhaltig was ändert? Kann ja nur besser werden..

(Mir fiel kein passenderer Titel ein.)

[via virtual-china.org]

Update: diese Übersetzung einiger relevanter Artikel bei EastSoutchWestNorth bringt noch mehr grauenvolle Details.

Mittwoch, 31. Januar 2007

Gefahr durch die Laienjournalisten

Das NDR-Medienmagazin ZAPP verkündet für heute Abend um 23 Uhr bahnbrechende Enthüllungen: Es droht Gefahr für den Journalismus durch die “neuen Laienjournalisten”.

Für den sogenannten klassischen Journalismus - ob Print, Foto oder Fernsehen - erwächst eine ernstzunehmende Konkurrenz. Mit dem Tempo, in dem im Internet produziert werden kann, können sie meist nicht mithalten. Einige Verlage und Sender haben die Gefahr der neuen Laienjournalisten erkannt. Sie mühen sich nun, der Experimentierfreude und den neuen technischen Möglichkeiten gerecht zu werden. Zapp über das Web 2.0 und ein neues Zeitalter des Journalismus.

Ein Thema, was natürlich in der Sendung auch nicht fehlen darf: “Virtuelle Storys - Wie Medien die Internetwelt “Second Life” erobern”. Momentan bekommt man das Gefühl, dass sich derzeit bei Second Life nur Journalisten befinden, die nach Neuigkeiten suchen.

[via]

Mittwoch, 3. Januar 2007

Zeitungen im digitalen Wandel

Die Zeitungen stellen sich derzeit verstärkt auf das Internet ein. In London war bereits im Oktober eine Konferenz des Weltverbandes der Zeitungen, auf der 300 Teilnehmer aus 53 Ländern unter dem Titel “Digital Publizieren” diskutierten. Da scheint sich gerade einiges zu bewegen, die drei Großtrends sind wohl:

  • “Web first”: Die Redakteure schreiben direkt für das Netz, wo alle aktuellen News so schnell wie möglich erscheinen, und erst später wird entschieden, was in die gedruckte Ausgabe kommt.
  • “Lokalisierung”: Die Rückkehr der Lokalberichterstattung durch mobile Reporter vor Ort; teilweise werden auch die Lokalnachrichten nach oben auf dei Webseite gestellt, während der allgemeinpolitische Teil erst danach kommt.
  • “Citizen Journalism”: Leser und Blogger als Reporter, die teilweise von Redakteuren betreut werden, darüber hatten wir ja schon mehrfach berichtet.

Ausführlicher schreiben darüber heute Spiegel Online und der Bremer Weserkurier. (Der Link in dem SpOn-Artikel auf die sich angeblich auch ins Netz bewegende Washington Post führt allerdings zu einem völlig unpassenden WP-Artikel über den Romancier JT LeRoy. Frank Patalong muss wohl nochmal zum copy&paste-Nachsitzen. Update: Den richtigen WP-Link habe ich jetzt bei Techdirt gefunden)

Update 2: Telepolis wird ihrer Aufgabe der historischen Einordnung aktueller Hypes mal wieder gerecht und bringt einen Vergleich mit den historischen Vorläufern der Bild-”Leserreporter”: Die Volkskorrespondenten der Zeitung “Iskra” der Sowjets um Lenin seit 1900.

Arbeiter und Bauern betätigten sich als Laienjournalisten und lieferten Beiträge für die Zeitungen. 1925 gab es rund 150.000 dieser Korrespondenten. Diese Zulieferung von publizistischem Material durch Bürger beschränkte sich nicht auf den Text, sondern die Laienreporter griffen auch zur Kamera.

Der Unterschied, den TP hier unterschlägt, ist allerdings der, dass es damals nur one-to-many bzw. many-to-one Kommunikation war, mit Lenin in der Zentrale. Die Bürgerjournalisten haben zumindest technisch jetzt die Möglichkeit, sich auch untereinander auszutauschen. Da drängt sich ja ein weiterer Vergleich auf: Der Lenin von heute heisst Murdoch oder Diekmann oder so.

Montag, 16. Oktober 2006

Relaunch der deutschen Indymedia-Webseite

Die deutsche Indymedia-Webseite hat einen neuen Anstrich bekommen. Sieht jetzt etwas übersichtlicher aus. Gibt es auch neue Features?

Mittwoch, 4. Oktober 2006

Andere arbeiten lassen und möglichst wenig dafür bezahlen

Hab ich was verpasst? Auf Spiegel Online schreibt Richard Meusers über das Prinzip “Andere arbeiten lassen und möglichst wenig dafür bezahlen” in Bezug auf “Bürgerjournalisten”: Du knipst - ich verdiene. Lustigerweise wird dabei ausgiebig auf die Konkurrenz verwiesen, aber nicht auf die vielfältigen eigenen Beiträge, wo z.B. Nutzer aufgefordert werden, Mash-Ups oder andere Dinge einzuschicken. Oder übersehe ich die Selbst-Ironie?

Andere arbeiten lassen und möglichst wenig dafür bezahlen: Diesem Prinzip folgen inzwischen mehrere deutsche Printmedien. Hobby-Knipser liefern gegen Honorar oder gar kostenlos Bilder zu - und machen so klaglos mit bei der Entwertung professioneller Arbeit.

Freitag, 18. August 2006

China verbietet Youtube wegen Kinderfilm-Parodie

Das musste ja so kommen: nachdem immens erfolgreiche Kurzfilmparodien bei Youtube ein breites chinesisches Massenpublikum erreichen konnten (”The Bloody Case of the steamed mantou“) werden jetzt Kurzfilme nur noch auf wenigen Onlineportalen und nach offiziöser Freigabe zu sehen sein dürfen. Die entsprechenden Vorschriften sind bereits “in the pipeline“:

From late August or September, only authorized websites such as sina.com, sohu.com and netease.com, will be allowed to show short films under the new regulations, Xinhua News Agency reported, citing an announcement by the administration.
A recent example of the trend, it said, was a 10-minute satire of a 1974 film called “Sparkling Red Star” which was remade with original clips to tell the story of an aspiring pop star competing in a television singing contest. The original film chronicles the struggles of a brave child soldier, Pan Dongzi, in revolutionary-era China.
The parody also turns the evil landowner who brutally exploited tenants into a silly judge taking bribes, and changes Pan’s father from a Red Army soldier into a Beijing real estate tycoon.
The video attracted millions of hits.

“Sparkling Red Star” ist übrigens ein höchst patriotischer Film, revolutionär-chinesisches Kulturgut und hier fröhlich verunglimpft: Es gibt in China auch sowas wie ‘Deutschland sucht den Superstar’ aka ‘Popstars’, beim staatlichen Sender CCTV, und der Wettbewerb wird mitparodiert. Es gibt eine Beschreibung der Parodie bei kaijushakedown, und eine Begründung des produzierenden “People’s Liberation August 1st Film Studio”:

…includes dirty language, subtitles and changing the studio name from August 1 to August 7, but also changing the story so that the little hero dreams of making money through singing. The changes not only hurt filmmakers but also mislead youngsters. Those who ignore the Chinese revolutionary history will encourage more people to mock patriotic movies.

Oha. Das ist ja so überhaupt total krass an der Wirklichkeit vorbei. Konsequenz: ab bald sollen dann Kurzfilme nur noch über die großen Portale zu laden sein, also sina.com, sohu.com und netease.com. Bei Youtube gäbe es ohnehin nichts zu sehen, so die offizielle Linie:

YouTube is one of the most popular video-sharing sites where amateurs and professionals alike can share and view videos — of a recent trip, of a new dog or even of themselves burping.

Dann wird wohl der 6-stündige Ausfall von Youtube neulich nichts mit den Chinesen zu tun haben. Oder wollten die alle tanzende junge Menschen in Unterwäsche sehen? Haben die pornotube.com überhaupt schon entdeckt, die Zensoren?

Das Verbot ist weiterer Schritt zur “Erhaltung der kulturellen Volksgesundheit” genannten Zensur in China, wo inzwischen auch Satellitenschüsseln verboten und Technoratis Blog-Suche unterdrückt wird.
UPDATE: boingboing.net berichtet, auch die BBC und Yahoo News.
UPDATE: Es gibt eine englische Übersetzung der Untertitel (für alle, die kein Chinesisch lesen können)

 

Tagmap