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Sonntag, 23. März 2008

Hotspots der Kultur

Das Ö1-Netzkulturmagazin “matrix” berichtet heute Abend um 22:30h über freie Softwarekultur in Brasilien und insbesondere das “Pontos de Cultura”-Programm: Republik der Hacker. Per Stream kann man die Sendung auch in Deutschland live hören.

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Kulturminister rief Gil das Projekt Pontos de Cultura ins Leben, frei übersetzbar als Hotspots der Kultur. Kleine Kulturinitiativen und Nichtregierungsorganisationen werden mit Computern und Multimediaausrüstungen ausgestattet und erhalten darüber hinaus Geld und Training. Dieses Konzept wurde von Gils Berater Claudio Prado gemeinsam mit politisch aktiven Hackerkollektiven in Brasilien entwickelt. Die Regierung setzt ethischen Prinzipien, die in der Kultur der offenen Hacklabs wirksam sind, in einem großangelegten Programm zur digitalen Inklusion landesweit umgesetzt. Über 600 solcher Kulturhotspots, die ausschließlich mit FLOSS arbeiten, soll es bereits geben. Einzigartig ist dabei nicht, dass sich die Regierung für FLOSS engagiert - das tun inzwischen auch andere - sondern dass FLOSS als Kultur und nicht nur als Technik aufgefasst wird.

Siehe auch: Gilberto Gil: Neue Ideen mit freier Software. Über einen MItschnitt würde ich mich freuen.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Die aktuellen Entwicklungen der Urheberrechtsdiskussion in Brasilien

Volker Grassmuck war in Brasilien und hat für Telepolis die aktuellen Entwicklungen der Urheberrechtsdiskussion dort aufgeschrieben: Forum für Urheberrechtsreform in Brasilien gestartet.

Auf Initiative von Kulturminister Gilberto Gil begann in Rio de Janeiro eine umfassende Debatte über eine Reform des brasilianischen Urheberrechts. In Veranstaltungen, die sich über das ganze Jahr 2008 erstrecken, wird die Balance zwischen der freien Kultur und den Ansprüchen der Autoren im Zentrum stehen. Mit Impulsen auch für die internationale Urheberrechtsdebatte wird gerechnet.

Donnerstag, 25. Januar 2007

Linux in China und Brasilien

Linux.com hat zwei interessante Artikel zur Linux-Wirtschaft in China und Brasilien.

China’s Linux industry booms, despite problems

Though she says there are many problems in the industry, Hu still believes that China’s Linux industry will grow quickly in the next five years. “More and more users now accept Linux. The government is pushing the use of it. Market channels are improving. Windows and Linux producers work together to improve the compatibility between each other. Add the anti-piracy movement from Microsoft and the development of virtual technologies — all these factors will push the growth of the market.” Hu forecasts that China’s Linux market would increased an average of 28% per year between 2006 and 2010.

Brazil’s FOSS utopia image at risk

According to the international media, Brazil is a leader in free and open source software (FOSS) adoption. The New York Times describes the country as “a tropical outpost of the free software movement,” while BBC News claims that “Increasingly, Brazil’s government ministries and state-run enterprises are abandoning Windows in favour of ‘open-source’ or ‘free’ software.” However, FOSS advocates familiar with Brazil describe a less hopeful situation.

Donnerstag, 4. Januar 2007

Brasilien: Youtube wegen Sex-Video abschalten?

Ein brasilianisches Gericht scheint wohl die Abschaltung von Youtube verlangt zu haben. Grund ist ein Sex-Video eines brasilianischen Models namens Daniela Cicarelli mit ihrem Freund am Strand, was wohl nicht autorisiert durchs Netz geistert. Das wurde zwar immer wieder von Youtube auf Verlangen der Opfer gelöscht. Dies hinderte aber die Fans des Videos nicht daran, das Video ständig wieder hochzuladen. Irgendwann hatte das Paar genug und ging vor Gericht. Das entschied dann wohl laut Ars Technica, dass Youtube sich bitte abschalten sollte, falls man keine Massnahmen findet, die Ausstrahlung des Videos zu verhindern.

Unklar ist, ob das US-Unternehmen Google dem Gerichtsurteil aus Brasilien nachkommt und was alternativ passieren wird.

Freitag, 10. November 2006

Brasilien übertrifft China bei Klartextnamenszwang (fast)

Nicht nur bloggende Chinesen müssen sich im Internet bald mit Realnamen registrieren, auch in Brasilien wäre es beinahe so, oder noch einen Zacken schärfer gekommen:

Die Kommission für Verfassung und Justiz des Senats in Brasilien hat am Mittwoch den umstrittenen Gesetzentwurf 124/06 noch vor seiner Debatte zurückgezogen. Er forderte die persönliche Identifizierung der Internetnutzer und drohte bei Nichtbeachtung mit Knaststrafen von einem bis zu vier Jahren. Das Projekt des Sozialdemokraten Eduardo Azeredo hatte Kritikstürme ausgelöst. [...] Mit dem Gesetz wären alle Internetnutzer unter Generalverdacht gestellt worden. Unter Androhung von Haftstrafen bis zu drei Jahren hätte sich jeder gegenüber dem jeweiligen Provider mit Name und Adresse identifizieren müssen, bevor er eine Email verschicken, einen Chatroom besuchen oder einen Blog betreiben kann. Die Provider hätten die Daten zunächst prüfen müssen, bevor sie dem Nutzer ihren Service anbieten dürften. Diese Daten sollten mit den Verbindungsdaten drei Jahre für die Polizei vorgehalten werden. Die Provider sollten für die Echtheit der Daten haftbar sein und bestraft werden können, wenn der Gesetzesbrecher nicht ermittelbar wäre.

Herb. Dabei sind die Brasilianer doch sonst viel besser drauf, so als Open Source Nation. Jetzt muss man da wohl differenzieren nach guten und bösen Abgeordneten. Oder nach Regierungen, die sowas rechtzeitig ablehnen und die Zivilgesellschaft an der unausweichlichen Debatte beteiligen wollen.

[gesehen gestern bei Telepolis]

Donnerstag, 21. September 2006

Popkomm

Ich war heute auf der Popkomm, aber von dort gibt es nicht viel zu berichten. Ich hab mir die Keynote von Gilberto Gil angeschaut, aber er musste wohl als Kulturminister von Brasilien eine Arbeits-Rede vom Blatt ablesen, wo er die Musikwirtschaft nach Brasilien zu einer Musikmesse einlud und die eigene Musikwirtschaft lobte.

Wer mehr über brasilianische Musik erfahren will, kann dies u.a. bei Wikipedia tun. Und hier ist nochmal ein kurzes Video, wo Gilberto Gil mit Stallman jammt. Die anderen Videos finden sich hier.

Mittwoch, 20. September 2006

Netzpolitik-Podcast mit Fernanda Weiden

In diesem Netzpolitik-Podcast gibt es wieder eine Frau als Interview-Partnerin: Fernanda Weiden von der FSF Latin America und DebianWoman. Auch gibt es erstmals eine Co-Moderatorin und zwar hat Meike Richter mich bei den Fragen ergänzt. Herausgekommen ist ein interessantes Gespräch über Freie Software und Digitalkultur in Brasilien und Südamerika, Frauen und Freie Software (Was Gründe dafür sein könnte, dass Frauen in der freien Software Community noch unterrepräsentiert sind und wie man mehr Frauen dafür begeistern kann) sowie die Zukunft von Freier Software.

Das Interview gibts erstmal als MP3 (22 MB / 25 Minuten) und später noch als befreites OGG.

Dienstag, 12. September 2006

Heise-Bericht zur WOS4-Pressekonferenz

Stefan Krempl war heute praktischerweise für Heise auf der “Wizards of OS 4″-Pressekonferenz und hat einen Artikel dazu verfasst: WOS 4: Die große Schau des freien Wissens.

Ronaldo Lemos, Projektleiter Creative Commons Brazil, ergänzte Prados Bericht mit Einblicken in die “Krise in der Art und Weise, wie traditionelle Medienhäuser den Zugang zum Wissen handhaben”. SonyBMG, die größte in Brasilien tätige Plattenfirma, bringe etwa im Jahr nur 15 CDs mit brasilianischer Musik heraus. Buchläden gebe es nur wenig, große Zeitungen würden im Jahr 30 Prozent ihrer Leser verlieren. Das “Creative Commons”-Modell werde dagegen in hohem Maße angenommen. So seien gerade erstmals ein Kartenspiel und ein Kinofilm mit den noch vergleichsweise jungen Lizenzformen veröffentlicht worden.

So konnte ich mal meinen Rechner auslassen und entspannt zu hören.

 

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