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Freitag, 28. März 2008

Datenspuren in Bibliotheken

Der Beitrag ist schon etwas älter, aber hier noch nicht erwähnt worden: Haftgrund aus Wien geht der Problematik nach, dass Bibliotheken eine History der bereits geliehenen Bücher anlegen können - und kommt zu dem Schluß, “dass nicht alle technischen Möglichkeiten der Datenbeschaffung auszureizen” seien. Ausleihe-History und Datenschutz sowie nostalgisches Abgleiten:

Im Bibliothekssystem der Wiener Büchereien werden ausschließlich die letzten drei EntlehnerInnen eines Mediums gespeichert - ab der vierten Entlehnerin ist die erste nicht mehr mit dem Medium verknüpft.
Auf Wunsch der BenutzerInnen besteht jedoch die Möglichkeit, die Speicherung der Entlehnhistory zu aktivieren, wodurch ein Hinweis bei der Entlehnung eines Mediums erscheint, welches von der Benutzerin schon einmal entliehen worden ist.
Dieses Feature wird nicht oft aber doch, vor allem von Vielleserinnen genutzt.

Vor einiger Zeit kam eine Mail aus dem EDV-Referat, dass eine Speicherung der Entlehnhistory ab sofort zu unterlassen sei, weil dies gegen den Datenschutz verstoße. Auch wenn die Leserin ausdrücklich ihre Einwilligung gebe.

Da in manchen Zweigstellen offenbar die bestehenden Histories weiter aktiviert blieben, erfolgte per Mail der Hinweis, dass ab nun täglich alle aktivierten Histories zentral gelöscht würden.

Der Artikel gibt auch eine Diskussion wieder und ist gut verlinkt. Als Mensch vom bibliothekarischen Fach schließe ich mich dem Haftgrund an: Datensparsamkeit ist hier geboten, Übersicht läßt sich woanders erledigen. Wollen wir hoffen dass auch in der schönen neuen e-Library-Welt der EU das eingehalten und nicht unnötig auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verwässert harmonisiert wird.

Mittwoch, 30. Mai 2007

Deutsche Bibliotheken online nutzen

Wie heise zu entnehmen ist, starten schon ganze vier Bibliotheken in Deutschland das Portal Bibliothek Digital, über das sich Werke auch online ausleihen lassen. Dazu muss man einen Bibliotheksausweis von einer der teilnehmenden Bibilotheken (Hamburg, Köln, München und Würzburg, sieben weitere sind derzeit geplant) besitzen und sich online registrieren.

Ein zusammen mit der Firma DiViBib entwickeltes DRM-System für PDFs und Windows Media Files soll dafür sorgen, dass man nach der “Onleihe” das Buch auch nicht mehr zurückbringen braucht (Zitat: “Eine Rückgabe ist somit nicht nötig und es fallen keine Mahngebühren an.”). Das Wiesbadener Unternehmen verhandelte mit verschiedenen Verlagen über die Rechte, als Ergebnis steht wohl ein Wildwuchs von Druck- und Kopierrechten innerhalb des DRM-Systems, welche Werk-spezifisch erteilt werden oder eben nicht.

Sind wem noch andere Angebote deutscher Bibliotheken bekannt, die eine Onlineausleihe ermöglichen?

Im Wuerzblog berichtet der Betatester Ralf über technische und organisatorische Erfahrungen aus der Testphase. Die Würzburger Bibliotheken bieten lediglich 10 000 Medien an. Ein ausgeliehenes Wert kann man nicht zurückgeben, wenn man sie nur kurze Zeit benötigt. Es ist immer für sieben Tage ausgeliehen und damit in der Zeit nicht wieder entleihbar.

Montag, 19. März 2007

Wikimedia veröffentlicht Empfehlungen für Digitalisierungsprojekte

Anlässlich des 3. Leipziger Kongresses für Information und Bibliothek fordert Wikimedia Deutschland e.V. Kultureinrichtungen dazu auf, Digitalisate von urheberrechtsfreien Werken ausdrücklich als freie Inhalte zu deklarieren. Dazu hat der durch die Förderung der Online-Enzyklopädie Wikipedia bekannte Verein entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.

Viele Kultureinrichtungen wie Bibliotheken, Archive und Museen stellen ihre Digitalisate unter restriktiven Bedingungen zur Verfügung und beanspruchen für diese teilweise sogar ein neues Copyright. “Die Rechtmäßigkeit dieser Praxis ist juristisch umstritten, in jedem Fall bewirkt sie eine Schwächung des Gemeinguts und steht damit im Widerspruch zu der auf dem UNO-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft beschlossenen Stärkung der Gemeinfreiheit”, erklärt Patrick Danowski, Mitglied im Vorstand von Wikimedia Deutschland, und stellt klar: “Gemeinfreie Werke müssen auch in digitaler Form gemeinfrei bleiben.”

Wikimedia Deutschland will mit seinen Empfehlungen Kultureinrichtungen unterstützen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind und sich deshalb nicht an dem Versuch beteiligen möchten, gemeinfreie Werke zu remonopolisieren. Gleichzeitig appelliert der gemeinnützige Verein an die Bundesregierung, der Absichtserklärung auf dem UNO-Weltgipfel Taten folgen zu lassen und diesen Aspekt bei der Erarbeitung der nationalen Digitalisierungsstrategie im Rahmen der europäischen digitalen Bibliothek zu berücksichtigen.

Das Ziel sollte sein, gemeinsam eine digitale Wissensallmende zu schaffen, damit Kulturgut beliebig in neuen Zusammenhängen verwendet werden kann. Diese Wiederverwendbarkeit von Inhalten ist eine Grundvoraussetzung für moderne Wissensgesellschaften.

 

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