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Montag, 22. September 2008

Obama ändert seine Netzpolitik-Positionen

Der deutsche Inquirer berichtet mit Verweis auf Slashdot (Obama Significantly Revises Technology Positions) , dass die Webseite von Barack Obama die eigenen Positionen zur Technologiepolitik / Netzpolitik ziemlich verwässert hat: Technologiepolitik: Obama wird zurückhaltend.

Und schließlich sind auch noch die ganzen detaillierten Vorstellungen darüber über Bord gegangen, wie man via Internet das Regierungshandeln so öffentlich machen kann, dass es auch die Regierten mitbekommen - angesichts der Praxis der noch amtierenden Regierung, gerne mal einige Tausend E-Mails verschwinden zu lassen, bleibt da ein mehr als schaler Geschmack

Der Datenschutz-Teil ist auf ein fünftel des ursprünglichen Umfangs zusammengeschrumpft und beim Geistigen Eigentum will man jetzt vor allem “amerikanisches” schützen. Das war mal alles sehr progressiv und ist jetzt fast nur noch Standard-Demokraten Position. Und die war nie besonders progressiv, sondern brachte z.B. unter Clinton Sachen wie den Digital Millenium Copyright Act (DMCA).

Hier sieht man einen direkten Vergleich der alten Technologiepolitik mit der neuen inklusive aller Änderungen.

Mehr zum Thema:

McCain vs Obama in der Medienpolitik
Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive.
Joe Biden und die Netzpolitik
NetzpolitikTV 042: Die Netzpolitik von Barack Obama

Mittwoch, 10. September 2008

McCain vs Obama in der Medienpolitik

Tim Wu vergleicht im US-Magazin Slate die Ansätze der Netzpolitik von John McCain mit der von Barack Obama: On the Media. Kurz zusammen gefasst sieht die McCain Kampagne das Netz eher als “Produkt”, so eine Art “Kabelfernsehen auf Steroiden”. Die Obama-Kampagne wiederum stellt den offenen Charakter des Netzes in der Vordergrund, der geschützt werden muss, um weiterhin Innovationen zu ermöglichen.

Ultimately, most of the difference in Obama’s and McCain’s media policies boils down to questions about whether the media is special and a dispute over how much to trust the private sector. Camp McCain would tend to leave the private sector alone, with faith that it will deliver to most Americans what they want and deserve. The Obama camp would probably administer a more frequent kick in the pants, in the belief that good behavior just isn’t always natural.

Interessante Analyse, auch wenn der Autor klar als Befürworter des Obama-Ansatzes erkennbar ist.

Mehr auf netzpolitik.org zu dem Thema:

Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive.
Joe Biden und die Netzpolitik
NetzpolitikTV 042: Die Netzpolitik von Barack Obama

Dienstag, 2. September 2008

Politische Kommunikation und Web 2.0

Heute hab ich im Rahmen der Medienwoche in Berlin an einer Diskussion über “Politische Kommunikation und Web 2.0” teilgenommen. Heise berichtet über die Diskussion: Wahlkampf 2.0: Von Obama lernen?

Montag, 25. August 2008

Joe Biden und die Netzpolitik

Joe Biden ist jetzt offiziell als Vize-Kandidat hinter Barack Obama nominiert worden. Aus politisch-strategischen Gründen scheint das ja aus Sicht von Barack Obama und seiner Kampagne sinnvoll zu sein, um andere Wählerschichten zu mobilisieren. Aus netzpolitischer Sicht ist das ein Zurück vom “Change”. Cnet hat ein längeres Feature zur politischen Laufbahn von Joe Biden und die sieht im Bereich der Netzpolitik mehr als schwarz aus: Joe Biden’s pro-RIAA, pro-FBI tech voting record.

Die Technology Liberation Front hat eine Kurzzusammenfassung:

* Biden was one of only four Senators invited to a champagne reception with Jack Valenti for his work on the DMCA
* Surveillance legislation by Biden inspired Phil Zimmermann to write PGP (Pretty Good Privacy), an encryption program
* Biden wrote an early precursor to the USA PATRIOT Act
* Posting the anarchist cookbook online is now a felony thanks to Biden, resulting in a single conviction of a 20 year-old webmaster
* Biden proposed spending $1 billion so cops could police P2P networks

Heise berichtet auch darüber: Obamas Vize Joe Biden gilt als Befürworter von Überwachung und scharfen Copyright-Regeln.

Gegensätze ziehen sich an: In Fragen der Netzpolitik wie der Reform des Copyright, der Untermauerung der Netzneutralität oder Telekommunikationsüberwachung haben der Präsidentschaftsanwärter der Demokraten Barack Obama und sein am Wochenende frisch gekürter Vize Joe Biden bislang sehr unterschiedliche Positionen vertreten. Der dunkelhäutige Hoffnungsträger des Mitte-Links-Spektrums in den USA bezog bis vor Kurzem vergleichsweise liberale Positionen in diesen Fragen und lehnte etwa eine Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten ab und sah die Kopierschutzbestimmungen im Digital Millennium Copyright Act (DMCA) kritisch. Der Mann an Obamas Seite gilt dagegen als parlamentarischer Lobbyist der Musik- und Filmindustrie sowie der US-Sicherheitsbehörden.

Zur bisherigen Netzpolitik-Position der Obama-Kampagne gibt es etwas Einblick in NetzpolitikTV 042: Die Netzpolitik von Barack Obama.

Sonntag, 24. August 2008

How Obama Really Did It

Die US-Ausgabe der Technology Review hat einen grossartigen Artikel über die Social-Networking Strategie der Obama-Kampagne gemacht: How Obama Really Did It.

“The campaign, consciously or unconsciously, became much more of a media operation than simply a presidential campaign, because they recognized that by putting their message out onto these various platforms, their supporters would spread it for them,” says Andrew Rasiej, founder of the Personal Democracy Forum, a website covering the intersection of politics and technology (and another Dean alumnus). “We are going from the era of the sound bite to the sound blast.”

Zur Abwechslung mal ein gut geschriebener Artikel über eCampaigning-Strategien von einem Autor, der die verwendeten Technolgien und ihre soziale Nutzung versteht und ausführlich beschreibt.

Mittwoch, 23. Juli 2008

NetzpolitikTV 042: Die Netzpolitik von Barack Obama

NetzpolitikTV 042 ist ein Interview mit Daniel Weitzner über die Netzpolitik von Barack Obama. Daniel Weitzner ist Mitglied eines Berater-Teams von Barack Obama rund um Netzpolitik-Fragestellungen und war an der Erstellung eines Technology-Whitepapers zu dem Thema beteiligt, was die Positionen umreisst. Das Berater-Team trägt den tollen Namen “Technology Media and Telecommunications policy committee advising the Obama ‘08 Campaign”. Auf der Computer, Freedoms and Privacy - Konferenz konnte ich ihn dazu kurz interviewen und er gibt einen Überblick über die wichtigsten Themengebiete. Kurz zusammengefasst ist es eher eine sozialdemokratische Position, wobei ich ja glücklich wäre, wenn die SPD hierzulande nur halbwegs so innovativ wäre.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Die allgemeine Leitlinie ist: “Was kann das Internet und Technologie tun für die Grund-Bedürfnisse der Gesellschaft?” Die Obama-Kampagne hat sehr früh Technologie-Menschen erreicht und diese in die Formulierung der Strategie in dem Whitepaper eingebunden. Die Netzneutralität wird darin als ein fundamentaler Wert angesehen, der geschützt werden muss. Es soll mehr Medienvielfalt geben und weniger Medienkonzentration. Die Meinungsfreiheit soll erhalten werden, während man gleichzeitig Kinder vor gefährlichen Inhalte schützen möchte. Dazu will man lieber die Eltern befähigen, Filter auf ihren Rechnern zu installieren, um ihre Kinder zu schützen, als zentrale Zensurinfrastrukturen zu errichten. Obama sei sehr kritisch gegen den Missbrauch von staatlicher Überwachung und will Stärkung von Datenschutzrechten. Hier hat man gerade wieder gesehen, wieweit Vorwahlkampf-Rhetorik und Strategie im Hauptwahlkampf voneinander entfernt sind, wo Obama aktuell für mehr Überwachung gestimmt hat. (Kennt man ja von der Sozialdemokratie hierzulande). Obama will eine Stärkung von Verbraucherrechte.Im Gegensatz zu klassicher Datenschutzregeln, die dem Staat Regeln vorschreiben, will er neue Verbraucherschutzregeln, die Regeln einführen, wie die Wirtschaft mit diesen Daten um gehen darf. Ein Chief Technology Officer soll der Regierunghelfen, die Regierung und Verwaltung offener zu machen. Dazu soll es mehr Breitbandförderung geben. Damit hat die USA ja auche in grosses Problem, wo viele noch im Wald wohnen. Eine Reform des Patentsystems soll einen grossen Beitrag für Entfaltung von Innovationen liefern, denn einige Auswüchse sorgen mittlerweile dafür, dass Innovationen verhindert werden. Dies soll gefixt werden. Eine Förderung von Open Soure steht bei denen nicht auf dem Radar, aber die Notwendigkeit von Offenen Standards ist dort auch angekommen.

Das Papier ist insgesamt progressiver als alles, was ich bisher von der SPD hierzulande gelesen habe, aber es könnte aber auch noch besser sein. Viele Punkte sind relativ unkonkret und man merkt den Spagat doch in vielen Punkten, z.B. beim Urheberrecht. Aber besser als die Netzpolitik der Republikaner ist es allemal.

Das 15 Minuten lange Interview gibt es als MP4, OGG, Flash und MP3.

Sonntag, 13. Juli 2008

Mail von Obama

Zeit-Online berichtet über die Netz-Kampagne von Barack Obama: Mail von Obama.

Diese Netzwerke sind das reale Gegenstück zu Obamas Rhetorik, insbesondere zu seinem oft deklarierten Ziel, massenhaft politikferne Wähler zu aktivieren und so eine Gegenmacht zu den Lobbybastionen in Washington aufzubauen. Seine gigantische E-Mail-Liste ist ein echter Machtfaktor. Wenn es so weitergeht, wird Obama dank seiner Onlinepräsenz auch anders regieren können. Seine Fans und seine Berater hoffen jedenfalls, dass er im Weißen Haus weniger Zeit mit Lobbyisten und anderen Geldgebern verbringen muss. Und dass er über Plattformen wie MySpace, Facebook, Twitter und iTunes (wo seine Reden kostenlos zu hören und zu sehen sind) dem Kongress Druck machen kann.

 

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