Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken und handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Donnerstag, 19. Juni 2008

Gross-Demo am 11. Oktober gegen Überwachung

Am 11. Oktober wird der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung wieder zu einer großen Demonstration nach Berlin aufrufen. Diesmal wird das im Rahmen eines europäischen Aktionstages sein, wo in vielen anderen europäischen Metropolen ebenfalls gegen Überwachung und die Vorratsdatenspeicherung demonstriert wird. Wie es momentan aussieht, soll in der Woche danach über das BKA-Gesetz im Bundestag abgestimmt werden. Der Zeitpunkt wäre praktisch. Hoffentlich wird auch das Wetter wieder so toll wie beim letzten mal, wo im September vergangenen Jahres 15.000 Menschen in Berlin demonstrierten.

Mittwoch, 18. Juni 2008

USA: Protest gegen Überwachung bringt Hausdurchsuchung

Eine Geschichte wie aus einem schlechten Film: Vier junge US-Bürger sind in Nord-Philadelphia festgenommen worden, nachdem sie mit einer Petition Überwachungskameras hinterfragten. Dafür bekommt man in den USA eine Hausdurchsuchung und wird für einige Stunden ohne Anwalt festgehalten. The cops came, searched and left a mess for puzzled homeowner. Begründung: Sie sind eine Hass-Gruppe und in der Nähe gab es eine zugesprühte Überwachungskamera.

The raid on the property on Ridge Avenue near Parrish Street was led by 9th District Police Capt. Dennis Wilson, who was quoted in an online story by the City Paper as saying of the residents: “They’re a hate group. We’re trying to drum up charges against them, but unfortunately we’ll probably have to let them go.”[...] Police spokesman Lt. Frank Vanore said police had gone to the property because a nearby surveillance camera had been spray-painted and rendered inoperable, and interviews with neighbors led police to suspect that “people in this house were possibly involved.”

[Danke an plomlompom]

Montag, 16. Juni 2008

Sandro Gaycken im Readers-Edition-Interview

Die Readers Edition hat ein zweiteiliges Interview mit dem Technik-Philosophen Sandro Gaycken vom Chaos Computer Club:

Teil 1: “Wie leicht es ist, sich eine fremde Identität anzueignen”

RE: Waren die Aktionen des CCC so einschlagend oder hat sich das Bewußtsein der Menschen in Deutschland inzwischen derart stark verändert bzw. sensibilisiert, dass man Euch endlich zuhört?

Gaycken: Das Bewußtsein hat sich auf jeden Fall verbessert, was sicher auch mit uns zu tun hat. Wir haben eine sehr viel aggressivere Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit geleistet: Demos organisiert, bei Verfassungsentscheidungen mitgesprochen, Bücher publiziert, Vorträge gehalten. Jetzt hört uns schon eher mal einer zu.

Teil 2: “Ich kann als Philosoph Dinge real verändern”

RE: Inwiefern ist der Computer subversiv bzw. benutzt Du Computer zu subversiven Zwecken?

Gaycken: Der Computer an sich bietet keine ausgezeichnete Funktionalität zur Subversion, er kann höchstens subversiv genutzt werden. Nicht der Computer ist subversiv, sondern die Gesellschaft, in der man lebt. Allerdings sind die Potentiale zur Subversion durch Computer dann auch sehr begrenzt. Viele Aktivisten ordnen dem Element der Information zwar einen hohen subversiven Stellenwert zu, aber letztlich halte ich das für überzogen. Man kann höchstens Webseiten blocken oder so etwas, das Verraten von Staatsgeheimnissen als stärker subversive Tätigkeit wäre schon erheblich schwerer. Ich benutze Computer nicht zu subversiven Zwecken. Was übrigens auch daran liegt, dass ich gar nicht programmieren kann.

Samstag, 14. Juni 2008

Erstes Social Camp in Berlin gestartet

In Berlin ist eben das erste deutschsprachige Social Camp gestartet. Die Idee ist, Aktivisten und Techies in einem Barcamp-Stil zusammen zu bringen. Wir haben das von newthinking mitorganisiert und freuen uns jetzt, dass mehr als 140 Teilnehmer gekommen sind. Die Warteliste war um einiges länger, aber der Platz ist knapp. Heute gibt es mehr als 30 Sessions und da auch hier der Platz knapp war, wird es wohl auch morgen in sechs verschiedenen Räumen parallele Sessions geben.

Hier ist der Ablaufplan für heute:

Ich werde gleich eine Session zu “Politisch bloggen” anbieten und heute Nachmittag jeweils eine zu “Open Source” (aka Freie Software) und “Creative Commons” für Non-Profits und NGOs. Das wird alles eher Grundlagenvermittlung sein.

Update: Gebloggt habe ich dann gar nicht, weil ich lieber aktiv an Sessions teilgenommen habe. Heute hab ich gleich meinen Rechner zuhause gelassen. Im Gegensatz zu gestern hätte ich ihn aber gut gebrauchen können. Insgesamt war es sehr nett. Die Teilnahme war am Samstag aber sehr grösser als am Sonntag. Eine Erfahrung, die man bei allen Barcamps sammelt. Während gestern die Sessionplätze komplett belegt waren, gab es heute noch Lücken. Und auch weniger Teilnehmer. Trotzdem hat es alles sehr viel Spass gemacht und die Durchführung war dank der zahlreichen hilfsbereiten Teilnehmer auch sehr einfach organisiert.

Jetzt.de war dabei und hat u.a. vier Teilnehmer portraitiert: Zu Besuch beim Social Camp in Berlin.

Was unter politischen Beobachter als „neu“ und „revolutionär“ gilt, war für Blogger, Programmierer und Web-Cracks schon lange klar: Das Netz taugt nicht nur für Singlebörsen und Chatrooms. Für politische, soziale, ökologische Initiativen kann es zum Universalwerkzeug werden. Werbung, Kommunikation, Organisation: Alles ist im Netz schnell, effektiv und kostet kaum Geld. Weil aber viele deutsche Nichtregierungs-Organisationen (NGO) unter Internetpräsenz bisher im besten Fall eine - leidlich aktuelle – Homepage verstehen, gibt es an diesem Wochenende in Berlin das Social Camp. Die Organisatoren des Camps sind überwiegend junge Leute; Unternehmer, ehrenamtlich Engagierte und Blogger. Zwei Tage lang werden die Netzexperten den NGOlern Internetnachhilfe geben. Was dabei herauskommt weiß keiner, denn es gibt kein festes Programm. Alles, was auf dem Camp passiert, hängt von den Teilnehmern ab, die auch die meisten Inhalte selbst mitbringen und die Arbeitseinheiten gestalten.

Und auch die Taz hat berichtet: Ein neues soziales Netz.

In Berlin trifft sich die Szene gemeinnütziger Internet-Profis zu einer lockeren Konferenz, genannt “Socialcamp”. Zweck: Die Vernetzung der Welt. Ziel: die Rettung derselben.

Freitag, 30. Mai 2008

Digitale Überwachung ist eine Wolke

Schöner Kommentar zum Telekom-Gate von Daniel Schulz in der TAZ: Die blutigen Folgen der Biometrie.

Digitale Überwachung ist eine Wolke. Sie ist da, aber man kann sie nicht anfassen. Angesichts dessen Ohnmacht zu empfinden, ist normal. Diese Ohnmacht als Pragmatismus und Vernunft zu tarnen wohl auch. Die bisher durch die Datenschützer gezeigten Auswege beruhen oft auf einem unbefriedigenden Tauschgeschäft: Freiheiten, die durch die Technik gerade erst gewonnen wurden, sollen nun wieder abgegeben werden. Eine bequeme Lösung für das Dilemma ist nicht in Sicht. Am erfolgversprechendsten gegen die digitalen Gefahren ist immer noch ein Mittel des Analogzeitalters: der politische Protest. Die versprengte Datenschutzszene in Deutschland hat es mit ihren Demonstrationen und Klagen vor Gericht geschafft, dass Sicherheitsgesetze nicht so umfassend ausfielen wie geplant.

Wenn Überwachung eine Wolke ist, dann ist der derzeitige Skandal der saure Regen. Er zeigt, dass es im Interesse von mehr als nur ein paar Spinnern ist, sich mit den Möglichkeiten der neuen Überwachungstechnik auseinanderzusetzen. Und sich dann dagegen zu wehren.

Die passenden Bilder gewählt, um die TAZ-Zielgruppe für das Thema zu erreichen.

Donnerstag, 15. Mai 2008

Greenpeace Deutschland startet GreenpeaceTV

Greenpeace Deutschland hat heute in einer Beta-Version “GreenpeaceTV” als IPTV gestartet. Das Projekt ist angelegt als Mediathek in Flash. Ich hab keine Ahnung, ob es auch Video-Podcasts geben wird. Wünschenswert wäre es ja. Das Einbinden der Videos in Blogs und andere soziale Medien ist auch noch nicht möglich.

Update: Embedd-Funktion gibt es irgendwo und Video-Podcasts sind geplant.

Dienstag, 13. Mai 2008

NetzpolitikTV 040: Tactical Technology Collective

NetzpolitikTV 040 ist ein Interview mit Marek Tuszynski, was Andrea Goetzke auf der re:publica’08 gemacht hat. Marek ist Mitbegründer des Tactical Technology Collective . Die internationale Organisation unterstützt Akteure von NGOs und marginalisierten Bevölkerungsgruppen v.a. in Afrika und Asien in der effektiven Gestaltung von Kampagnen und Advocacy Aktivitäten.

Zugang zu, Verarbeitung und vor allem Kommunikation von Information steht dabei im Mittelpunkt des Interesses. Wie Marek im Interview erläutert, standen die Entwicklung von Toolkits und Vermittlung Kenntnissen zur Nutzung verschiedener Open Source Software Tools am Anfang der Aktivitäten von Tactical Tech, wie z.B. die NGO-in-a-Box Toolkits und die Source Camps in Afrika und Asien.

Nach Guides zu Mobilfunk und Mapping für Advocacy, sind “Information Design” und “Information Activism” die aktuellen Themen von Tactical Tech. So wird es im Herbst 2008 ein einwöchiges Info-Activism Camp geben, genauer Ort und Datum stehen noch nicht fest.


NetzpolitikTV 040: Tactical Technology Collective from netzpolitik on Vimeo.

Das Interview gibt es als MP4, Flash und Ogg Theora zum herunterladen.

Mittwoch, 30. Januar 2008

transmediale.08 - CONSPIRE…

Gestern ist die transmediale.08 mit dem Untertitel “CONSPIRE…” eröffnet worden. Im Gegensatz zu den Vorjahren fand ich die Medienkunst-Ausstellung diesmal interessanter. Ich werde sie mir nochmal genauer in den nächsten Tagen anschauen. Auch das Programm ist interessanter geworden. Ein Live-Blog soll die transmediale begleiten. Da steht aber noch nicht viel.

Aus der Selbstbeschreibung:

Mit dem Thema CONSPIRE… zielt die transmediale.08 auf das breite Feld von Künstlern, Medienaktivisten und Akademikern, die auf dem Gebiet der digitalen Kunst und Kultur arbeiten und gleichzeitig unser Verständnis von kollaborativer und netzwerkbasierter Praxis weiterentwickeln und herausfordern. Angesprochen sind aber auch die interdisziplinären Tüftler, konspirativen Höhlenforscher und verdeckt arbeitenden Taktiker, die die unausgesprochenen Verhaltensregeln und scheinbaren Wahrheiten innerhalb unserer informationsgeleiteten Kommunikationskulturen und Glaubensstrukturen in Frage stellen, umgehen und unterlaufen.

Mit der Erforschung subversiver künstlerischer Methoden und der Entwicklung (konter-) konspirativer Strategien sollen mit CONSPIRE… neue Formen des Ausdrucks und eines digitalen Diskurses gefunden und der Versuch unternommen werden, die immer komplexeren Welten netzwerk-induzierter Narrative, kryptischer Umgebungen und spekulativer Ermittlungen zu durchdringen.

Für das Rahmenprogramm bieten wir am Freitag um 19:30 Uhr im newthinking store in Berlin-Mitte auch eine Veranstaltung an: Advocacy 2.0.

Ein konspiratives Treffen zu den vielfältigen Möglichkeiten und Strategien der Einflussnahme, der kollaborativen Kampagnen und der Gewinnung von Unterstützung für kulturelle und soziale Initiativen - auf den vernetzten Wegen des Internets.

 

Tagmap

Kategorien