Neonazis nutzen Kundendaten von Mobilfunkanbietern, um Menschen zusammenzuschlagen

Militante Neonazis nutzen Datenbanken von Mobilfunkanbietern, um vermeintliche Gegner auszuspionieren. Das geht aus Recherchen von Zeit Online hervor. Mit fatalen Konsequenzen: Die ermittelten Personen wurden zusammengeschlagen.

Im Gegensatz zu einem vermeintlichen Netzextremismus ist Rechtsextremismus in Deutschland tatsächlich gefährlich. In der lesenswerten Serie Neue deutsche Nazis berichtet Johannes Radke im Artikel Wie Neonazis ihre Gegner bedrohen:

In Dortmund etwa brachte es eine rechtsextreme Aktivistin zur Telefonistin bei einem Mobilfunkanbieter. Aus den Kundendaten besorgte sie den Rechtsextremen die Privatadressen von alternativen Jugendlichen. Bei manchen von ihnen wurden bald darauf Scheiben eingeworfen. Andere wurden auf dem Schulweg zusammengeschlagen.

Auch diese Stammdaten sind Teil der Vorratsdatenspeicherung. Bei der uns immer wieder versprochen wird, wie sicher die Daten sind. Anscheinend ist es recht üblich, dass Call-Center-Mitarbeiter Zugriff auf Stammdaten haben. Teilweise sollen diese auch auf die Verbindungsdaten zugreifen können. Weitere Informationen nehmen wir gerne über die üblichen Kontaktwege entgegen.

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Offenes und freies Internet in Gefahr: Offener Brief an die ITU

Digitale Medien haben in den letzten Jahren unsere Gesellschaft und Kultur verändert. Das Internet ist zu einem bedeutenden Teil unseres Alltags, zum Motor gesellschaftlicher Veränderungen und wirtschaftlichen Wachstums geworden. Es hat einen Einfluss auf unsere Art zu kommunizieren, einzukaufen, Musik zu hören und uns an öffentlichen Debatten zu beteiligen. Im Internet ist heutzutage jeder in der einen Sekunde Urheber, in der nächsten Konsument, in der folgenden Autor und dann wieder Leser. Nicht nur während des arabischen Frühlings hat sich gezeigt, wie wichtig ein freies und offenes Internet ist – auch die Anti-ACTA Proteste von mehreren hunderttausenden Menschen in Deutschland und ganz Europa haben dies deutlich gemacht.

Durch die freie und offene Struktur wurde das Internet erfolgreich. Seit Anbeginn tragen viele verschiedene Akteure hierzu bei: Nutzer, Akademiker, Entwickler und Unternehmen. Dieser Erfolg hat das Internet aber auch zum Objekt nationaler und internationaler Machtkämpfe werden lassen.

Vom 3. bis 14. Dezember 2012 organisiert nun die Internationalen Fernmeldeunion (ITU) die Weltkonferenz zur internationalen Telekommunikation (WCIT-12) in Dubai. Die sogenannten “International Telecommunication Regulations” (ITRs) werden derzeit überarbeitet und sollen Ende des Jahres verabschiedet werden. Die ITRs sind seit 1988 in Kraft und sind ein weltweit geltender Vertrag für den Betrieb und die Abrechnung internationaler Telekommunikationsdienste. Jetzt will die ITU in vielen Bereichen ein erweitertes Mandat und so zur führenden, internationalen Organisation für Internetsicherheit werden. Bestimmte Staaten, wie Russland und China, wollen der Internationalen Fernmeldeunion deutlich mehr Verantwortung übertragen und dabei mehr Macht über das Internet geben.

Die ITU ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit insgesamt 193 Mitgliedsländern. Sie ist ein extrem intransparentes und bürokratisches Monster. Denn hier wird alles hinter verschlossenen Türen verhandelt, jegliche Dokumente bleiben unter Verschluss und den Tagen der Generalpostmeister wird hinterher getrauert. Durch die hohen Beiträge sind weder Vertreter der Zivilgesellschaft noch unabhängige Akademiker Mitglied bei der ITU. Stimmberechtigt sind allein die Mitgliedstaaten. Dies entspricht also ganz und gar nicht dem sogenannten Multistakeholder-Ansatz, der bislang für den Erhalt des freien, offenen und innovativen Internets gesorgt hat.

Für die Überarbeitung der ITRs wurden von ITU-Mitgliedstaaten, wie Russland, China, Brasilien oder auch Indien, einige beunruhigende Änderungen vorgeschlagen, um das Internet zu ‘verbessern’:

  • Internetsicherheit und Datenschutz sollen internationaler Kontrolle unterliegen.
  • Telekommunikationsunternehmen soll es erlaubt werden, Gebühren für den « internationalen » Internetverkehr zu verlangen (z.B. auf « pro Klick » Basis für bestimmte Webseiten) – mit dem Ziel, Einnahmequellen für staatliche Telekommunikationsunternehmen zu schaffen.
  • Wirtschaftliche Regelungen sollen für die derzeit nicht regulierten Vereinbarungen zum Datenaustausch, dem sogenannten Peering, eingeführt werden.
  • Der ITU soll die Hoheit über bestimmte Internet Governance Organisationen wie die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) gegeben werden.
  • Funktionen der IETF und der ISOC sollen übernommen werden.
  • Internationale Roaming-Gebühren und -Praktiken sollen reguliert werden.

Diese Vorschläge würden die offene und freie Struktur des Netzes in Gefahr bringen, warnen jetzt der Digitale Gesellschaft e.V. und weitere Bürgerrechtsorganisationen weltweit in einem offenen Brief an den ITU-Generalsekretär Hamadoun Touré und die ITU-Mitgliedstaaten. Anlässlich der bevorstehenden Weltkonferenz fordert der Digitale Gesellschaft e.V. in dem Brief mehr Mitspracherechte für und Beteiligung der Zivilgesellschaft sowie die Veröffentlichung aller vorbereitenden Dokumente.

Pressemitteilung des Digitale Gesellschaft e.V. und hier der offener Brief (pdf, EN).
Weiterlesen: Telepolis: Kalter Krieg im Cyberspace

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Urheberkampagne: Rock&Roll vom Affen gebissen

Im rechtspopulistischen Online-Magazin Journalistenwatch antwortet Jürgen Stark auf einen FAZ-Gastbeitrag von Christopher Lauer von der Piratenpartei. Bereits der Titel disqualifiziert: “Urheberrecht – Was die Piraten mit den Nazis WIRKLICH gemeinsam haben“. Die Titel werden bekanntlich nicht immer von den jeweiligen Autoren verantwortet. Im Beitrag allerdings schafft Stark es Stalin, Hitler und Honecker zu erwähnen, rechnet auf Krawall gebürstet mit der jungen Partei ab.

Die Piraten …stehen damit in unrühmlichster Tradition. Es war Adolf Hitler, der mit seinen deutschen Nazis erstmals das noch junge Urheberrecht mit Enteignung bekämpfte. Die Werke zahlreicher jüdischer Texter und Komponisten wurden … „arisiert“, also … „dem deutschen Volk geschenkt“. Inzwischen vollzieht sich ein ähnlich barbarischer Akt… für die gesamte Kreativwirtschaft.

Jürgen Stark (Jahrgang 57) ist ein Mitglied des Deutschen Musikrates, Gast-Dozent an verschiedenen renommierten Hochschulen, war zeitweise Chefredakteur des Metal-Hammer. Seine Herzensangelegenheit im digitalen Zeitalter ist die Rettung des Rock n’ Roll, den wir heute nicht mehr mit zerschlagenen Hotelzimmern und Halbstarken in Verbindung bringen.

Was hatte Christopher Lauer in seinem Artikel für die FAZ als Fazit geschrieben?

Ich habe keine Lust, jede Woche einen weiteren Aufruf für oder gegen das Urheberrecht zu lesen. Lasst uns endlich vernünftig miteinander reden.

Rock’n Roll bleibt wie in alten Tagen ein wenig “vom Affen gebissen”.

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Wie iPad, YouTube und das Internet die Wissenschaft verändern

Deutschlandradio Kultur hat die Tage über “Sturm auf den Elfenbeinturm – Wie iPad, YouTube und das Internet die Wissenschaft verändern” berichtet:

Seminare in sozialen Netzwerken, multimediale Schulbücher, iTunes als virtuelle Universität: Das Wissensmonopol durch Schulen und Hochschulen hat 1000 Jahre nach Gründung der ersten Universität Risse bekommen. Wie verändern sich Wissenschaft und Bildung im digitalen Zeitalter?

Hier ist die MP3.

(via)

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Urheberrechtskampagnen: Massive Grabenkämpfe

NDR-Zapp hat gestern über “Urheberrechtskampagnen: Massive Grabenkämpfe” berichtet:

“Wir pfeifen auf Gesetze!”, proklamieren die einen in der Zeitung, weil sie im Internet Freiheit wollen. “Ihr klaut unsere Ideen!”, schreien die anderen und lassen sich mit herausgerissenen Herzen ablichten. Was ist denn eigentlich los in den Medien? Es geht um das Thema Urheberrecht und wie man damit eigentlich im Internetzeitalter umgehen soll. Der Streit um das geistige Eigentum hat sich mittlerweile in vollkommen übertriebene Höhen hochgeschraubt – ordentlich angeheizt von Medien.

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Animation: Facebook-Fakten visualisiert

Die Datenjournalisten vom Guardian haben in einer rund drei Minuten langen Animation verschiedene Fakten zu Facebook zusammengetragen und visualisiert:

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Internet-Zensur im Iran: Das saubere, nationale Internet nimmt Formen an

Der Iran baut sein Internet weiter zum Intranet um. Iranischen Firmen müssen iranische Mail-Server verwenden, ausländische werden verboten. Das geht aus dieser APF-Meldung hervor:

Das iranische Telekommunikations-Ministerium hat lokalen Banken, Versicherungen und Telefonnetz-Betreibern untersagt, zur Kommunikation mit Kunden ausländische E-Mail-Angebote zu nutzen.

“Der Minister für Telekommunikation hat angeordnet, Domains mit der Endung .ir zu verwenden, die dem Iran gehören.

Die iranischstämmige Designerin Maral Pourkazemi hat als Master-Arbeit an der Fachhochschule Potsdam das iranische Internet als Infografik dargestellt. Bilder der beeindruckenden Arbeit, die auf der re:publica ausgestellt war, gibt’s auf ihrer Webseite.
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Besserer Datenschutz durch Branding von Sicherheitsorganisationen?

Der Datenschutz und die Privatheit des Bürgers ist im digitalen Zeitalter immer wieder Angriffen ausgesetzt. An der TU Berlin wurde seit 2009 im Projekt “Privacy Awareness through Security Organisation Branding” (PATS) zu einem Teilaspekt der Problematik geforscht: Da “Gesetze allein nicht genug” seien, “um einen angemessenen Privatheits- und Datenschutz zu gewährleisten”, wurde untersucht, inwiefern ein Branding-Verfahren zu einer Verbesserung des Datenschutzes beitragen kann.

Ein Interview mit Daniel Guagnin, einem der Mitarbeiter des Projekts.

Worum geht es bei PATS?

PATS steht für Privacy Awareness through Security Organisation Branding und könnte zusammengefasst werden als Bewußtsein von Privatsphärebelangen durch Branding von Sicherheitsorganisationen. Das erklärte Ziel ist also die Erlangung von Problembewußtsein durch ‘Branding’. Das Akronym spielt auf PETS an, was eine gängige Abkürzung für Privacy Enhancing Technologies, also datenschutzfördernde Instrumente, ist. Wichtig ist hier also das ‘A’ für Awareness. Es ist eben nicht alles mit Technologien zu lösen, sondern es muss Problembewusstsein erzeugt werden. Branding verstehen wir in diesem Zusammenhang als Kommunikation zwischen Herstellern und Betreibern von Sicherheitssystemen und natürlich den Bürgerinnen, die sozusagen die Subjekte dieser Systeme sind. Die zentrale Idee ist, dass Hersteller und Betreiber von Sicherheitssystemen – wie zum Beispiel Videoüberwachungsanlagen oder Biometrische Zugangskontrollen – ‘Privacy’ als Wert erkennen, respektieren und damit Werbung machen.
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