Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken und handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

The Pirate Bay wird verkauft

von markus um 11:48 am Dienstag, 30. Juni 2009 | 10 Kommentare

The Pirate Bay haben den Verkauf der Plattform an ein schwedisches IT- und Medienunternehmen verkündet. Für knapp 5,6 Millionen Euro soll die Plattform verkauft werden. Und das Geld soll in eine Stiftung fließen, um Meinungsfreiheit und die Offenheit des Netzes zu unterstützen.

Unklar ist, was aus der Plattform wird. Im Blog der PIrate Bay schreiben die Betreiber, dass sie guter Hoffnung sind. Die neuen Betreiber würden mehr Ressourcen für Weiterentwicklungen reinstecken können und wären sich der Tatsache bewusst, dass bei schlechten Änderungen die Nutzer einfach weiterziehen.

Aus der Tracker-Plattform könnte aber auch ein Marktplatz für digitale Inhalte werden. Viele werden fleißig beobachten, ob die Übernahme der Plattform gut tut oder nicht.

Update: Torrentfreak hat mehr Infos: Der zentrale Pirate Bay - Tracker soll geschlossen und durch ein dezentrales Tracker-System ersetzt werden.

Pirate Bay’s Peter Sunde has informed TorrentFreak that the site will soon decentralize and stop running a BitTorrent tracker of its own. Instead they will encourage their users to use a yet to be launched third party tracker for their torrents. To decentralize even further, the torrents that will be listed on the site wont be hosted on The Pirate Bay’s servers anymore. In the near future the site will use a new torrent hosting service that will store the torrents for them. This new hosting service will be open to other torrent sites as well and can be accessed through an API. In the end The Pirate Bay is making these changes to ensure that the BitTorrent ecosystem stays intact no matter what happens, Peter Sunde told TorrentFreak. By decentralizing the different aspects they hope that BitTorrent users will be less reliant on the uptime of The Pirate Bay’s servers alone. The burden will now be spread among several independently operated services.

Deutsche Social Networks sagen Nein zu Zensursula

von markus um 11:21 am | 23 Kommentare

Philip hatte am Freitag in diesem Blog in einem Artikel namens “Deutsche Social Networks sagen ja zu Zensursula” über Gespräche des Bundesfamilienministeriums mit den großen deutschen social Networks berichtet. Geplant war wohl laut Familienministerium, alle bekannten Betreiber von Social Networks in Deutschland zur Unterzeichnung einer Erklärung zu bekommen, die u.a. die Zensursula-Pläne befürwortet. Diese soll heute als Abschlusserklärung anlässlich einer Konferenz des Bundesfamilienministeriums vorgelegt werden.

Wie das am Freitag abgelaufen ist, war etwas unglücklich, was an einzelnen Formulierungen lag. Dafür entschuldige ich mich und wir lernen daraus, wie wir es beim nächsten Mal besser machen können. Wir haben hier keine Regeln, wie genau was veröffentlicht wird. Und bisher brauchten wir sie auch nicht. Aber sinnvoll dürfte wohl die Regel sein, bei solchen exklusiven Geschichten wie dieser vorher nochmal Peer-Review bei mindestens einem anderen Mitschreiber einzuholen und auch die Pressestellen der genannten Betreiber anzurufen. Und am besten nicht Freitags Nachmittags so was bringen, wenn ich erstmal für drei Tage offline bin.

Aber: Wir haben Belege dafür, dass es die Gespräche zwischen dem Familienministerium und den Betreibern gab. Dazu gehört auch eine Teilnehmerliste und eine Beta-Version der Erklärung. Es scheint auch so gewesen zu sein, dass in dem Gespräch Zustimmung signalisiert wurde, aber danach zurückgezogen wurde. Gut möglich, dass das Familienministerium die Social Network Vertreter mit der Abschlusserklärung in dem Treffen überrascht hat und man hinterher eine bequeme Exit-Situation gesucht hat, um da doch nicht mitzumachen. Insofern ist es aber auch eine schöne Überschrift: “Deutsche Social Networks sagen Nein zu Zensursula”.

Netzpolitik-Interview: Karsten Gerloff von der FSFE

von markus um 15:52 am Montag, 29. Juni 2009 | 5 Kommentare

Die Free Software Foundation Europe hat einen neuen Präsidenten. Karsten Gerloff wechselt als Nachfolger von Georg Greve an die Spitze der Freien Software Lobby. Georg Greve hatte die Organisation 2001 mit gegründet und wollte nicht erneut kandidieren.

netzpolitik.org: Herzlichen Glückwunsch zum neuen Amt. Was hat Dich motiviert, zu kandidieren?

Karsten Gerloff: Seit ihren Anfängen vor mehr als acht Jahren hat sich die FSFE zu einem verlässlichen Partner sowohl für die Freie Software-Gemeinschaft als auch für Wirtschaft und Politik entwickelt. So einer Organisation vorstehen zu dürfen ist eine sehr spannende Herausforderung. Die Menschen in der FSFE denken schon sehr lange und sehr scharf über die Rolle Freier Software in unserer Gesellschaft nach, und entwickeln tragfähige Positionen.

netzpolitik.org: Wie bist Du zur FSFE gekommen, und wie hast Du dich dort engagiert?

Karsten Gerloff: Angefangen hat es damit, daß ich an der Uni einen Vortrag von Georg Greve gehört habe. Das Thema Freie Software interessierte mich brennend, deshalb habe ich ein Praktikum bei der FSFE gemacht. Seit dieser extrem interessanten Einführungszeit arbeite ich in der Organisation mit, sowohl im deutschen als auch im europäischen Team. Seitdem habe ich viel politische Arbeit für die FSFE gemacht, hauptsächlich bei der WIPO in Genf und bei der EU in Brüssel, habe Vorträge gehalten und bei Veranstaltungen an Ständen mitgearbeitet. Auch mit meiner Arbeit während der vergangenen Jahre, in denen ich über wirtschaftliche und soziale Aspekte Freier Software geforscht habe, gab es viele Überschneidungen. Schon dort habe ich viel über und mit dem öffentlichen Sektor gearbeitet, und auch den Einsatz Freier Software als Werkzeug für wirtschaftliche und soziale Entwicklung untersucht. Das alles sind sehr spannende Perspektiven.

netzpolitik.org: Hast Du Dir Ziele für Deine Präsidentschaft gesetzt? Read more

Europäische Kommission rügt China wegen Internet-Filtern

von markus um 17:16 am Freitag, 26. Juni 2009 | 88 Kommentare

So, und jetzt mal alle lachen: Europäische Kommission rügt China wegen Internet-Filtern.

“Das Blockieren oder Filtern bestimmter Internet-Inhalte ist für die Europäische Union völlig inakzeptabel.” Diese Worte hat EU-Medienkommissarin Viviane Reding der chinesischen Regierung ins Stammbuch geschrieben. Die von Peking geplante Einführung eines Internet-Filters ziele darauf ab, das Netz zu zensieren und die Meinungsfreiheit einzuschränken, sagte Reding in Brüssel. China hat erklärt, der Filter richte sich gegen Seiten mit pornographischem Inhalt und diene dem Jugendschutz. Ab Juli muss die Software auf allen dort verkauften Computern installiert sein.

[Danke an Nick]

Deutsche Social Networks sagen ja zu Zensursula

von Philip Steffan um 15:21 am | 107 Kommentare

Update: Alle genannten Social Networks haben dementiert und erklärt, dass sie die Erklärung des Familienministeriums nicht unterzeichnen werden. Mehr Infos hier: Deutsche Social Networks sagen Nein zu Zensursula.

Noch ein kleiner Scoop zum Wochenende: Nach Informationen, die uns vorliegen, wird es am kommenden Dienstag, den 30. Juni im Rahmen der Konferenz Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Fokus auf neue Medien: Perspektiven für Europa, die das Familienministerium veranstaltet, eine große Abschlusserklärung geben. Darin verpflichten sich die Unterzeichner zur Bekämpfung von körperlicher und sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sowie der Abbildung und Verbreitung dieser Verbrechen. So weit, so gut.

Pikant an dieser Erklärung sind zwei Dinge: Erstens wird darin selbstverständlich die Zugangserschwerung mit Stoppschildern erneut als sinnvolles und unproblematisches Mittel hervorgehoben, das jedoch umso effektiver sei, je mehr Staaten ebenso verfahren. Das Familienministerium will also bereits zu diesem Zeitpunkt ein bewusst positives Signal an andere europäische Staaten geben, ebenfalls entsprechende Zensurinfrastrukturen aufzubauen (sofern nicht schon vorhanden), selbst wenn zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch keinerlei Erfahrungen aus der Praxis vorliegen. Von der Leyen versucht mit dem neuen Gesetz im Rücken bei ihren europäischen Kollegen Stimmung zu machen und als positives Beispiel der Prävention vorauszugehen.

Zweitens ist auch sehr interessant, wer sich alles dieser Erklärung angeschlossen hat. Laut unseren Informationen sitzen alle großen Social Networks in Deutschland (studiVZ-Gruppe, wer-kennt-wen, Lokalisten usw., Knuddels) mit im Boot. Damit werden diese sich ebenfalls klar hinter die vom Familienministerium und dem Zugangserschwerungsgesetz vorgegebene Marschrichtung “sperren statt löschen” und gegen ein zensurfreies Internet stellen. Wie in den Social Networks diese Message an die Mitglieder weitergegeben werden soll, ist noch unklar. Man sollte sich aber schon mal darauf einstellen, dass in Zukunft dort über Eigenwerbung oder entsprechende Bekenntnisaktionen die Nutzer auf diese Linie eingeschworen werden sollen.

[Update: StudiVZ und Wer kennt Wen scheinen wieder abgesprungen zu sein. Lokalisten.de erklärt ebenfalls, dass sie nicht unterschreiben.

Wir begrüßen diese Entwicklung sehr, bleiben aber bei unserer Darstellung. In keiner der nachgereichten "Klarstellungen" der angesprochenen Social Networks wird von diesen eine Beteiligung im Vorfeld und eine vorherige Bereitschaft zur Unterzeichnung der Erklärung des BMFSFJ dementiert.

In dieser Debatte davon zu sprechen, dass auf netzpolitik.org falsche Informationen verbreitet werden, ist äußerst unsachlich vor dem Hintergrund, dass eben die Berichterstattung wohl erst zu den Rückziehern der angesprochenen Unternehmen geführt hat. Wie immer gilt also: Don't shoot the messenger.

Unser Dank gilt den zuständigen Verantwortlichen der Social Networks, die sich (ob aus freien Stücken oder mit leichtem Druck) öffentlich von der "Zensursula"-Erklärung distanziert haben.]

Vorschläge entsprechender Gegenaktionen am 30. Juni vor Ort und natürlich in den betroffenen Social Networks sind herzlich willkommen. Wie immer habe ich aber keine Sorge, dass die Aktion ohne Widerspruch aus dem Netz über die Bühne geht.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum

von markus um 13:27 am | 12 Kommentare

Konrad Lischka schreibt auf Spiegel-Online über die beliebte Phrase “Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein”. Und findet die ältesten Belege im Jahre 1996, wo damals schon erste CDU-ler die Phrase verwendeten.

Wie hoch der Anteil dieser Gesetzesbrecher an den Webnutzern insgesamt ist, weiß niemand so genau. Aber: Es fahren auch sehr viele Menschen auf der Autobahn regelmäßig und ohne schlechtes Gewissen zu schnell, aber niemand käme auf die Idee, Straßen deshalb einen rechtsfreien Raum zu nennen. Der unglückliche Verlauf der Urheberrechtsdebatte zeigt, dass ein Diskurs über intelligente Netzregulierung nicht stattfindet. [....] Wer da vom “rechtsfreien Raum” Internet spricht, ignoriert einige Entwicklungen und verschleiert, dass es gerade nicht darum geht, neue Regeln fürs Web zu definieren, sondern die bestehenden zu systematisieren, anzuwenden und eine neue Balance zwischen Grundrechten und staatlichen Eingriffsmöglichkeiten im Web zu finden. Das zu erklären, ist natürlich etwas komplizierter als härtere Gesetze zu fordern.

Wired-Interview mit Vivek Kundra

von Julian um 0:30 am | 3 Kommentare

Wired.com hat Vivek Kundra zum Projekt data.gov interviewt. Die kürzlich gestartete Plattform soll den Bürgern der USA eine größtmögliche Menge an Behörden-Daten zur Verfügung stellen.

Laut Kundra sind es vor allem Social Networks und Mashups, mit denen die Möglichkeiten von Open Government einer breiten Masse an Nutzern zugänglich gemacht werden wird: die aus den Daten erstellten Graphen sollen leicht in bestehende Seiten, wie Blogs oder Facebook, eingebunden werden können und somit Diskussionen eine fundierte Grundlage bieten. Als Beispiel für Mashups gesellt sich zum FBI-Most-Wanted-Memory jetzt StumbleSafely, das aus der lokalen Kriminialstatistik den sichersten Weg von der Party oder Disko nach Hause finden soll. Zudem soll die Community die Datensätze mit Tags versehen, um die riesige Menge an Daten besser ordnen zu können.

Kundra vergleicht die Entwicklung von data.gov mit der GPS-Technik: auch diese wurde staatlich, bzw. vom Militär eingeführt, war jedoch für private Entwickler geöffnet. Schon bald waren kommerzielle Geräte entwickelt und heute ist es selbstverständlich, sich per Gerät den Weg zum nächsten Mexikaner beschreiben zu lassen. Eine ähnliche Erfolgsgeschichte prognostiziert Kurak auch der Verwendung öffentlicher Daten. Hierbei betont er auch die Integration mobiler Geräte, deren Anwendungen Zugang zu den Datenbanken erhalten sollen.

Des weiteren nimmt er Stellung zu Problemen des Open Governments, wie den asymetrischen Zugang zu den Informationen, Datenschutzbedenken und die Sorge vor einer vorhergehenden Filterung der Daten. Er bleibt jedoch bei seinem Grundsatz, dass möglichst viele Daten öffentlich gemacht werden sollten und das die Plattform letztendlich auf Grund ihrer Effizienz beurteilt werden sollte.

Hier ist das Interview in voller Länge:

Schwedischer Pirat geht wohl in Grüne EP-Fraktion

von markus um 14:33 am Donnerstag, 25. Juni 2009 | 18 Kommentare

Wie es aussieht, schliesst sich der schwedische Pirat im Europaparlament der Grünen Fraktion an. Das ist eine gute Entscheidung, weil auf europäischer Ebene die Grünen die progressivste Netzpolitik vertreten haben. Und mit dem 26 jährigen Jan Philipp Albrecht ein weiterer Netzpolitik-kompetenter Mensch ins Europaparlament gewählt wurde.

« weiter »
  • Unsere Podcasts

  • Anzeige

  • Disclaimer

  • Letzte Kommentare

  • Letze Artikel

  • Kooperationspartner

  • Auszeichnungen