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Donnerstag, 6. Dezember 2007

Linkspartei verklagt Wikipedia

Katina Schubert, stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei hat eine PR-Offensive gestartet, um sich in der neuen Medienwelt ein wenig bekannter zu machen. Und das geht ganz schnell, wenn man einfach mal die Wikipedia verklagt. Irgendwie hat sie sich wohl gedacht, dass man Nazis durch eine Anzeige aus der Wikipedia heraus bekommt. Anscheinend kritisiert sie die Verwendung einer Grafik eines Hitler-Jugend-Symbols in der Wikipedia, was meiner Meinung nach schon in eine Enzyklopädie gehört. Aber weiter im Text, es gibt ja eine Pressemitteilung von Schubert zum Fall: Nazis raus aus Wikipedia.

Es kann und darf nicht sein, dass Einträge aus NS-Quellen zitieren und weit über das, rechtlich geschützte, Maß an Aufklärung hinaus Materialien und Kennzeichen verfassungsfeindlicher und verbotener Organisationen Verwendung finden. Meine Anzeige soll die Betreiber zwingen, bei Beibehaltung der offenen Struktur, politische und ethische Standards einzuführen, die es Nazis unmöglich machen, ihren braunen Müll als lexikalisch wertvolles Wissen auszugeben und im Netz zu verbreiten.

Vielleicht hätte sie ruhig vorher mal nachfragen sollen, wie das so mit den offenen Strukturen in der Wikipedia funktioniert. Ein passender Ansprechpartner ist z.B. der Wikimedia-Verein. Aber das kostet wohl mehr Zeit als eine Pressemitteilung und eine Anzeige zu managen. Ausserdem bringt es längst nicht soviel mediale Aufmerksamkeit, als einfach mal drauf los zu klagen. Ich wünsche mir ja im allgemeinen mehr Medienkomptenz bei Politikern. Auch bei denen von der Linkspartei.

Zu Schuberts PR-Offensive scheint nicht ihre Webseite zu gehören. Man hat dort das Gefühl, im vergangenen Jahrtausend zu surfen.

Mehr Informationen:

Heise: Die Linke zeigt Wikipedia an.
Golem: “Die Linke”-Führung zeigt Wikipedia an.
Golem: Anzeige gegen Wikipedia: Unsinnig und überflüssig (Update).

Schon allein formal sei die Anzeige gegen die Wikipedia falsch, sagt Arne Klempert, Geschäftsführer des Vereins Wikimedia Deutschland: Es gebe lediglich die in Florida beheimatete Wikimedia Foundation als Betreiberin der Wikipedia sowie den Verein Wikimedia Deutschland, der aber nicht Betreiber der Wikipedia ist. Eine Anzeige war nach Angaben von Klempert am Donnerstag Nachmittag (6. Dezember 2007) bei keiner der beiden Organisationen eingegangen. Auch habe Schubert nicht versucht, mit dem Verein Kontakt aufzunehmen.

Zu den Vorwürfen sagte Klempert, bei der Darstellung der verfassungsfeindlichen Symbole aus der NS-Zeit handele es sich um den Gebrauch in einem lexikalischen Kontext, der vom Gesetz gedeckt sei. Klempert betonte, die von Schubert geforderten Standards gebe es bereits. “Die Community sorgt selbst dafür, dass Nazi-Inhalte sofort wieder verschwinden. Das passiert schon längst.”

Indiskretion Ehrensache: Was Linkspartei und Pornoanbieter gemeinsam haben.

Die Publicity-Geilheit mancher Politiker bewegt sich auf dem gleichen Niveau wie die von Erotikanbietern. Für eine gute Schlagzeile macht mancher alles. Katina (ja, die heißt wirklich so) Schubert, zum Beispiel. Die Dame mit den kurzen Haaren und einem Hang zu extrem schlechten Portraitfotos und bizarr gestalteten Internet-Seiten ist stellvertretende Chefin der Linkspartei.

Taz: Linke-Vize zeigt Wikipedia an.

Wikimedia-Mann Klempert nahm dies zum Anlass, Schubert einen PR-Coup zu unterstellen - und das genau einen Tag nach der gestrigen positiven “Stern”-Geschichte zu dem Online-Lexikon. Klempert betonte, Wikipedia sei gegenüber rechstextremen Inhalten äußerst sensibel und achte stets darauf, Objektivität herzustellen und zu bewahren. Die NS-Symbole dürften zur Illustration im Lexikonkontext nach deutschem Recht verwendet werden. “Wir brauchen keine Vize-Vorsitzende der Linken, um über eine solche Problematik zu diskutieren”, sagte er. Die Strafanzeige sei bei ihm noch nicht eingegangen, auch sei unklar, gegen wen diese gestellt worden sei. Der US-amerikanische Hauptbetreiber von Wikipedia sei der richtige Adressat.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Wikipedia schlägt Brockhaus

Doe Zeitschrift Stern hat die Wikipedia getestet: Wikipedia schlägt Brockhaus.

Für den stern-Test wurden 50 zufällig ausgewählte Einträge aus den Fachgebieten Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft, Kultur, Unterhaltung, Erdkunde, Medizin, Geschichte und Religion überprüft. Die vier Kriterien Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Verständlichkeit wurden mit Schulnoten bewertet. Wikipedia erzielte über alle Bereiche eine Durchschnittsnote von 1,7. Die Einträge zu den gleichen Stichworten in der kostenpflichtigen Online-Ausgabe des 15-bändigen Brockhaus, die nach Verlags-Angaben “permanent aktualisiert” wird, erreichten lediglich eine Durchschnittsnote von 2,7. Ob “Hartz IV”, “U2″, “Penicillin” oder “Moses”: Bei 43 Artikeln bekam Wikipedia bessere Noten als die Konkurrenz. Nur bei sechs Stichworten lag der Brockhaus vorn, in einem Fall erhielten beide Nachschlagewerke die gleiche Note.

Dienstag, 30. Oktober 2007

WikipediaVision

wkipediavision.png

WikipediaVision ist ein cooler MashUp, der die Services der “Letzten Änderungen” von Wikipedia mit Google-Maps, hostip.info und GoNews kombiniert. Auf einer Google-Maps-Karte werden dabei die Orte angezeigt, von wo aus aktuell die Wikipedia editiert wird. Der Service greift dabei auf die IP-Nummern zurück, die im RSS-Feed der “Letzten Änderungen” angezeigt werden, fragt diese bei hostip.info und GoNews und erhält dabei Länderinformationen und manchmal noch nähere Lokalität. Die Daten werden dann nach Google-Maps übermittelt und sind dort animiert inklusive des Artikel-Namens auf einer Weltkarte zu sehen.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Creative Commons Statistiken und Wikimedia Commons

Hie rgibts eine nette Statistik, wie verbreitet Creative Commons Lizenzen in verschiedenen Top-Level-Domain Bereichen sind: Creative Commons Around the World.

To compile the metrics I used the Internet Systems Consortium July 2007 list of top-level domain names by host count distribution. From that I selected the 71 domains with more than 100,000 hosts. I then run a Google search for all pages in each domain (for instance .edu) and a search for the pages in that domain containing the string “creative commons”. The results, ordered by the percentage of pages containing the consecutive words “creative commons”, (most of which are presumably licensed by a corresponding license) are striking.

Der .de-Bereich liegt auf Platz 27 . Von 131,000,000 gefundenen Seiten enthielten 2,080,000 den String “Creative Commons”. Das ist ein Wert von 1,59%.

Die WIkimedia-Commons hat mittlerweile mehr als zwei Millionen Werke unter einer Creative Commons LIzenz veröffentlicht:

Wikimedia Commons, the multilingual free-content media repository managed by the Wikimedia Foundation, reached the milestone of two million uploaded files on October 9, 2007, less than a year after it reached one million. This makes Wikimedia Commons the fastest growing large Wikimedia project. The rapid growth reflects the young age of the project, launched just over three years ago in September 2004. Since March 2007, Wikimedia Commons has routinely had over 100,000 files uploaded every single month. It is now not uncommon for over 5,000 files to be uploaded in a single day. The largest single-day figure so far has been the 9th of September 2007, when a huge 9719 files were uploaded in a mere 24 hours.

Montag, 24. September 2007

Schweiz: 29.9.07 - 3. Wikipediatag in Bern

Am Samstag den 29.9.07 findet in Bern (Schweiz) der 3. Wikipediatag statt. Die Veranstaltung findet an der PH Bern statt und geht von 10:00 bis 18:30:

Ausgewiesene Expertinnen und Experten garantieren für ein spannendes Programm: Dr. Donat Agosti (Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern), Dr. Peter Haber (Universität Basel), Jan Hodel (Fachhochschule Nordwestschweiz), Dr. Marco Jorio (Chefredakteur des Historischen Lexikons der Schweiz), Michail Jungierek (Wikimedia Deutschland, Hamburg), Delphine Ménard (Wikimedia Foundation, Frankfurt a.M.), Dr. Emanuel Meyer (Eidgenössisches Institut für geistiges Eigentum) und Irmgard Wiesner (Administratorin bei Wikipedia).

Abschliessend findet eine Podiumsdiskussion zum Thema “Freier Zugang zu” unter der Moderation von Wolf Ludwig statt.

Passend zum Wikipediatag hat auch die NZZ einen Artikel und Interview mit dem Wikimedia CH Präsident veröffentlicht und

Donnerstag, 6. September 2007

Virtuelle Mauerspechte

ZDFheute berichtet über “Virtuelle Mauerspechte“:

In vielen Ländern wird das Internet zensiert. Inhalte werden gefiltert, Webseiten für den Zugriff gesperrt. Zwei Schweizer Künstler haben ein System entwickelt, mit dem sich die Zensur im Netz umgehen lässt - bis die Zensoren ihre Filter aufrüsten.
[...]
Die chinesische Zensur filtert das Netz anhand bestimmter Begriffe wie etwa “Menschenrechte” oder “Meinungsfreiheit”. Moderne Filtersoftware analysiert die Texte einer Webseite und blockiert sie, wenn “kritische” Begriffe gefunden werden. An diesem Punkt setzen die beiden Schweizer Künstler Christoph Wachter und Mathias Jud an. Mit Picidae haben sie ein System entwickelt, mit dem sich die chinesische Zensur überlisten lässt.

Freitag, 31. August 2007

Das Pediaphon – Wikipedia vorlesen lassen

Mit dem Dienst, den Andreas Bischoff von der FernUni Hagen entwickelt hat, kann man sich Wikipedia-Artikel vorlesen lassen. Das Ganze funktioniert mit Hilfe von Sprachsynthese für deutsche- und englischsprachige Artikel. Die Bedienung ist denkbar einfach, man muss nur den Artikel in ein Fenster tippen, voila.

Die Dateien kann man unmittelbar im Browser anhören oder als Mp3 herunterladen, auch Podcasts lassen sich so erstellen. Wer sich für die Technik interessiert: Realisiert wurde das Pediaphon mit txt2pho, MBROLA und dem MP3-Encoder LAME. Interessant ist das Projekt aus Sicht der Autoren vor allem für E- und M-Learning.

Ausprobieren kann man das Pediaphon hier.

Freitag, 24. August 2007

Wikipedia:Academy in Mainz

Heute und morgen findet in Mainz die Wikipedia:Academy statt. Der SWR berichtet von dort: Wikipedia will wissenschaftlicher werden.

Heute beginnt in Mainz eine zweitägige Tagung zur Online-Enzyklopädie Wikipedia. Die Veranstalter, Wikimedia und die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, wollen mehr Wissenschaftler für Wikipedia begeistern.

 

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