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Dienstag, 12. August 2008

Totengräber-Brigade im Auftrag McCains

Sueddeutsche.de berichtet mit Verweis auf die LA Times, dass die John McCain-Kampagne wohl in der Lage ist, negative Nachrichten auf digg.com im Datennirvana verschwinden zu lassen: McCains Bestattungsgehilfen.

Blogger, die diesem Treiben zuschauen, sprechen bereits von einer “Totengräber-Brigade” im Auftrag McCains. Ob es sich bei diesen Bestattungsgehilfen tatsächlich um Helfer aus der republikanischen Parteizentrale handelt, lässt sich jedoch nicht herausfinden, die Bewertungen sind anonym. Zudem wiederspricht es den Nutzungsbedingungen von digg.com nicht, dass sich die User untereinander absprechen, nur das “künstliche Ändern” ist verboten.

Es gibt bei Digg.com die Funktion “bury”. Damit kann man dafür stimmen, einen Artikel zu beerdigen. Das klappt wohl ganz gut, zumindest, wenn man mit einer grossen Anzahl von Anhängern die Plattform bespielt. Kritische Links, wie zu dem beliebten Video von Paris Hilton als Antwort auf McCain, kommen auf der Plattform kaum Beachtung.

Aktuell ist auch das Action Center von McCain. Dort werden Anhänger aufgefordert, positive vorgefertigte Kommentare in Blogs zu platzieren. Thomas Pleil spricht zu Recht von Astroturfing: McCain: Der Netzverschmutzer.

Auf der Webseite wird auch im kleingedruckten darauf hingewiesen, wie man agieren soll:

“The content of these sites is not controlled by the McCain campaign and may contain offensive material. Please use your discretion in visiting these sites.”

Ich kann mich Thomas Pleil im Fazit auch nur anschliessen:

In der Tat ist die McCain-Initiative eine der unappetitlichsten Kampagnenideen, die mir in letzter Zeit begegnet sind.

Montag, 11. August 2008

The Last HOPE Video Tracker

Von der US-Hacker-Konferenz “The Last Hope” gibt es jetzt die ganzen Vortragsvideos zum Download.

[via]

Donnerstag, 7. August 2008

USA: Internet Patriot Act?

Was zu erwarten war: Die US-Regierung hat wohl einen fertigen Entwurf für einen Internet Patriot Act in der Schublade. Dies erklärte Lawrence Lessig auf einer Podiumsdiskussion in den USA. Sowas kann man ja immer gebrauchen, falls mal irgendwas passieren sollte, was das passende gesellschaftliche und mediale Klima dafür schafft.

Transcript:

There’s going to be an i-9/11 event. Which doesn’t necessarily mean an Al Qaeda attack, it means an event where the instability or the insecurity of the internet becomes manifest during a malicious event which then inspires the government into a response. You’ve got to remember that after 9/11 the government drew up the Patriot Act within 20 days and it was passed.

The Patriot Act is huge and I remember someone asking a Justice Department official how did they write such a large statute so quickly, and of course the answer was that it has been sitting in the drawers of the Justice Department for the last 20 years waiting for the event where they would pull it out.

Of course, the Patriot Act is filled with all sorts of insanity about changing the way civil rights are protected, or not protected in this instance. So I was having dinner with Richard Clarke and I asked him if there is an equivalent, is there an i-Patriot Act just sitting waiting for some substantial event as an excuse to radic-ally change the way the internet works. He said “of course there is”.

Interessant wäre ja auch mal zu erfahren, was in unserem Bundesinnenministerium für einen solchen Fall in der Schublade liegt oder ob man sich dann an den USA orientiert. Die Otto-Katalöge waren ja auch schnell aus der Schublade gezogen.
[via]

EFF: Coders’ Rights Project

Die EFF hat ein neues Projekt, das “Coders’ Rights Project“. Heise berichtet darüber: US-Bürgerrechtler wollen Hacker vor rechtlichen Bedrohungen schützen.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat zum Ausklang der Hackerkonferenz “Black Hat” in Las Vegas am heutigen Mittwoch das “Coders’ Rights Project” gestartet. Ziel der Initiative ist es, Programmier und Entwickler besser vor Rechtsverletzungen zu bewahren. Auf der Sicherheitstagung selbst hat die US-Bürgerrechtsorganisation im Rahmen des Projekts einen Stand aufgebaut, an dem Anwälte der Aktivistenvereinigung rechtliche Informationen zu Themen wie Reverse Engineering, Veröffentlichungen von Sicherheitslücken sowie Fragen des geistigen Eigentums und der freien Meinungsäußerung geben. Aber auch auf der zugehörigen Homepage finden sich zugeschnitten auf Entwickler Frage-und-Antwortlisten zu diesen Brennpunkten.

Mittwoch, 30. Juli 2008

USA: Musiker für Netzneutralität

Die Future of Music - Coalition hat die “Rock the Net: Musicians for Net Neutrality” - Kampagne gestartet. Hauptelement ist eine CD-Kompilation, deren Erlöse in die Kampagne fliessen soll. Mit dabei sind die Künstler Wilco, Bright Eyes, They Might Be Giants, Aimee Mann, DJ Spooky, Portastatic, The Wrens, Palomar, Guster, The Classic Brown, Matthew Shipp, BC Camplight, David Miller, David Bazan (ex-Pedro the Lion) und Free Form Funky Freqs (Vernon Reid), die alle einen Track beigesteuert haben. Ziel ist, mehr Bewusstsein für die Bedeutung von Netzneutralität innerhalb der Musik-Community zu schaffen. Man kann die CD in US-Läden kaufen und in diversen Online-Stores.

Das Future of Music - Blog beschreibt den Hintergrund:

The current structure of the web lets the biggest companies and the smallest bedroom recording artist exist on an equal technological playing field. But big telecommunications and cable companies want to charge content providers (artists, labels — anyone who puts stuff on the web) a fee for the faster delivery of their sites. Those who couldn’t afford — or didn’t want to — pay a toll would be stuck in the slow lane. The Internet works because it belongs to everyone. All artists — big or small — have been able to use the web as a powerful tool to engage audiences. This all takes place without interference from gatekeepers and middlemen. But if net neutrality goes away, musicians lose an important connection, and fans lose the freedom of choice. That’s why we started the Rock the Net, which includes founding artists Death Cab For Cutie, R.E.M., Pearl Jam, Kronos Quartet and Ted Leo.

Montag, 28. Juli 2008

Camera Head Project

Das Camera Head Project gibt u.a. Bastelanweisungen, wie man Überwachungskameras für Aktionen und andere Dinge bauen kann.

The agents are a highly trained elite group of cybernetically enhanced observers using the latest and greatest in modern surveillance technology. Each Camerahead agent has been hand selected and specially modified for their unique ability to monitor the public with a complete disregard for anyone’s personal privacy. One satisfied client likened their observations to “an Orwellian experience due to the exciting ability to watch people from miles away.”

Open Source und Kunst

Im Berkman-Blog gibt es ein interessantes Interview mit Jon Ippolito und John Bell über “Open Source Art“.

A Declaration FOR Independence

Lawrence Lessig hat eine erste Version seiner “A Declaration FOR Independence” von ChangeCongress veröffentlicht und zur Diskussion gestellt.

 

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