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Montag, 28. April 2008

Dialog zur Urheberrechtsdebatte? Immer gerne.

Im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gibt es einen Artikel über “Urheberrecht - Kein Blut für Downloads“. Darin geht es um die aktuelle Debatte rund um Internetsperrungen, welche PR-technisch recht geschickt am vergangenen Donnerstag von der Rechtelobby vor dem Tag des Geistigen Eigentums platziert wurde. Die Argumentation des Journalisten dreht sich um eine “Reiz-Reaktions-Kette unter Umgehung des Gehirns, also der Hemmung”. Chronologisch wird bei dem Brief begonnen, indem es einen “rhetorischen Hallraum von Angriffskrieg und Völkerrecht des Stärkeren” zu entdecken gibt. Es werden Industrielobby-Zahlen von vermeintlichen Downloads zitiert, weil vermutlich keine anderen Journalisten zur Verfügung stehen. (Wobei die Zahl von 10:1 Kopien auf ein Original nicht besonders hoch sind, wenn man ähnliche Zahlen vom Kulturkampf gegen Kassettenkopien vergleicht. Da gab es auch nicht unbedingt weniger Kopien von Originalen.) Die “Macht der Kreativwirtschaft” führt dann zu Merkels Reaktion mit ihrem Video-Podcast, wo ich mir sogar vorstellen kann, dass dies im Vorfeld vom Spin abgesprochen sein kann. Sowas ist ja nicht unüblich in der Politik. Und ein Grossteil der Unterschreiber wurde letzte Woche auf dem CDU-Kulturgipfel in Berlin gesehen.

Und nun kommen die Blogs mit “reflexhaft-sarkastischen Spotts” ins Spiel, wobei explizit dieses mit dem Artikel zum Thema vom vergangenen Samstag genannt wird. Wobei wir wieder bei der Reiz-Reaktions-Kette” sind, was man ja durchaus thematisieren kann. Aber wenn wir explizit zu einem medialen Dialog eingeladen werden, machen wir da gerne mit. Ich weiss nur nicht so Recht, ob ich die Intention des Journalisten verstehe, der erkennt, dass die “Fronten zu beiderseitigem Nachteil verhärtet” sind. Mit “Verhöhnung und Missachtung” komme man nicht weiter, Hemmung tue Not. Das bezog sich wohl auf das Zitat aus dem Merkel-Podcast über die Computer zum herunterladen, wo ich mich immer noch frage, wie der Satz auf den Telepromter kam.

Bis hierhin kann ich die Argumentation verstehen. Ich frag mich allerdings immer noch, was genau mit dem letzten Absatz gemeint ist:

Netzpolitik.org zum Beispiel verlangt keine Anarchie, sondern „zukunftsfähige Geschäftsmodelle“. Einfach parasitär zu existieren ist allerdings keines: Dass kulturell anspruchsvolle Inhalte nicht umsonst zu haben sind, sollte inzwischen allen klar sein. Dass Blogger, gerade die, die für Eigentumsfreiheit plädieren, in den seltensten Fällen selbst solche Inhalte kreieren, ist die Schattenseite der Angelegenheit. Der Reflexbogen ist überspannt. Das aber ist eine Chance für die Reflexion.

Mit den Geschäftsmodellen meine ich explizit welche, die mit einem guten Angebot die Nachfrage der Kunden in einer veränderten Medienwelt befriedigen. (Als kleines Beispiel sei hier nur mal der Open-Business-Reader von iCommons verlinkt.) Ich kann es leider nicht ändern, dass in den letzten Jahren von den grossen Unternehmen hinter den grossen Namen auf dem Offenen Brief die falschen Strategien angewendet wurden und es immer noch äusserst kompliziert ist, im Netz Musik zu kaufen. Als Nutzer hätte ich gerne niedrigschwellige Angebote, die mich nicht gängeln und mir vorschreiben wollen, wie und wo ich meine Musik zu hören habe. Die kommen erst allmählich, wobei ich immer noch zweifel, ob der DRM-Trip tatsächlich vorbei ist.

Frage mich aber, was genau mit diesem Satz gemeint ist: “Dass Blogger, gerade die, die für Eigentumsfreiheit plädieren, in den seltensten Fällen selbst solche Inhalte kreieren, ist die Schattenseite der Angelegenheit.”

Auf einer Ebene verstehe ich den Artikel: Der Autor scheint sich einen Dialog zu wünschen, wo Konsumenten und Unterschreiber mal miteinander reden. Vermutlich derselbe “gesellschaftliche Diskurs”, den sich die Kanzlerin als Reaktion wünscht. Denn wir auch gerne hätten. Aber ist das so realistisch? Kommt denn irgendwer von den jungen Internetnutzern an die Kanzlerin, bzw. die Bundesregierung ran? Ich gehe ab und an zu geschlossenen Konsultations-Veranstaltungen, wo die Bundesregierung Verbandesvertreter zur Urheberrechtsdebatte einlädt. Da gibt es immer zahlreiche Lobbyvertreter der Rechteinhaber, nicht unbedingt der Künstler. Und so gut wie keine, die die Interessen der Internetnutzer vertreten.

Ja, viele Internetnutzer sind frustriert, wenn die Rechte der Allgemeinheit in der digitalen Urheberrechtsdebatte immer weiter einseitig abgebaut werden. Das ist aber auch kaum verwunderlich. Wenn gerade wieder Gesetze zu ungunsten der Allgemeinheit verschärft worden sind (2. Korb und Durchsetzungsgesetz) und die Spirale sofort weiter geht nach demselben Schema. Immer und immer wieder haben Viele sich bemüht, die Stimme der Nutzer hörbar zu machen. Während der letzten Jahre haben wir in der Urheberrechtsdebatte mit Privatkopie.net mehr als 56000 Unterschriften für mehr Verbraucherrechte gesammelt. Eine Reaktion der Politik gab es nicht. Bei 200 Unterschriften von Künstlern hingegen reagiert die Kanzlerin sofort.

Einen Dialog zur Urheberrechtsdebatte? Immer gerne.

Microsoft will Schülern “geistiges Eigentum” beibringen (und braucht selbst Nachhilfe)

Die Rechteindustrie bietet seit einiger Zeit schon gerne die eigenen und garantiert nicht neutralen Lehrmaterialen für Schüler an. Bisher kamen die Materialien aber in der Regel von der Musikindustrie. Neu sind die Lehrmaterialien von Microsoft, die auch gerne mit Lehrmaterialien jungen Menschen das Weltbild des Konzerns erklären. Bei den aktuellen Urheberrehts-Lehrmaterialien ist aber einiges schief gegangen, wie das IRights-Blog berichtet: Microsoft will Schülern “geistiges Eigentum” beibringen (und braucht selbst Nachhilfe). Das mit dem “geistigen Eigentum” ist auch schon schwer: Da bringen selbst die Experten locker flockig das Uhrberrecht und das Markenrecht durcheinander. Ob sich Brigitte Zypries die Materialien vorher angeschaut hat, die sie mit ihrem Grusswort empfiehlt?

Man ist sich in dem Heft auch nicht zu Schade, solche Fragen in einem Kreuzworträtsel zu stellen:

* “Wie nennt man das Echtheitszertifikat, das zu jedem Originalprodukt von Microsoft gehört? (Abkürzung)”
* “Darf ich die Kopie meines originalen Microsoft-Excel-Programms an einen Freund verschenken?”
* “Der Gründer der Firma Microsoft.”

Wäre ja schön, wenn man unser Bildungssystems nicht Industrie-Lobbyisten mit ihren einseitigen Interessen überlässt.

Sonntag, 27. April 2008

3Sat-Neues über Creative Commons

3Sat-Neues berichtet gleich um 16:30 Uhr u.a. über die Urheberrechtsdebatte und Creative Commons. Im Video-Podcast gibt es jetzt schon die ganze Sendung zum Download. Der CC-Beitrag ist direkt am Anfang. Später gehts noch um eSports und andere Themen.

Samstag, 26. April 2008

Bundesregierung will Internetsperrungen für Tauschbörsennutzer

Der Tag des Geistigen Eigentum und die Urheberrechtsdebatte funktionieren immer nach dem gleichen Schema: Die Rechteindustrie beklagt den Untergang des Abendlandes und die Bundesregierung erklärt brav, dass man alle Forderungen umsetzen wird. In den letzten Jahren ging es immer gegen eine Bagatellklausel im Urheberrecht und für einen Auskunftsanspruch beim Durchsetzungsgesetz. Beides ist mittlerweile Realität und es kommt die nächste Forderung dran: Internetsperrungen für Tauschbörsennutzung.

Kennen wir ja schon aus Frankreich und Grossbritanien, wo man ein “zivilisiertes Internet” durchsetzen möchte.

Unser Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, fordert dann auch gleich eine “nachhaltige Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen”. Das ist übrigens der, der aktuell Steuergelder zum Fenster rauswirft, weil er daran glaubt, dass die Jugend nicht mehr lesen würde. Also kein gedrucktes Papier. Seine Internet-Kompetenz scheint sich auf dem Niveau von Michael Glos zu bewegen. Mit anderen Worten: Der hat keine Ahnung, was da passiert. Und das ist schlecht für Deutschland und unsere Zukunft.

Unerlässliche Voraussetzung dafür ist eine wirksame Bekämpfung der Internet-Piraterie. Über die gesetzlichen Möglichkeiten hinaus sollten daher Initiativen unterstützt werden, die zu freiwilligen Vereinbarungen zwischen Providern und Rechteinhabern führen mit dem Ziel, Urheberrechtsverletzungen zu bekämpfen. Dies ist ein Thema, welches der vom französischen Staatspräsidenten Sarkozy initiierte Olivennes-Prozess aufgreift und welches auch von der Europäischen Kommission bereits angesprochen wurde. Es muss auch weiterhin auf europäischer Ebene diskutiert werden. Eine große Herausforderung auf nationaler und europäischer Ebene liegt darin, wie die effektive Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung in Einklang zu bringen ist.

Wir zitieren dann mal das EU-Parlament, was vor kurzem etwas ganz anderes beschlossen hat:

Calls on the Commission and the Member States to recognise that the Internet is a vast platform for cultural expression, access to knowledge, and democratic participation in European creativity, bringing generations together through the information society; calls on the Commission and the Member States, therefore, to avoid adopting measures conflicting with civil liberties and human rights and with the principles of proportionality, effectiveness and dissuasiveness, such as the interruption of Internet access.

In ihrem Video-Podcast ruft Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einer gesellschaftlichen Diskussion über Urheberrechtsverletzungen im Internet auf. Die ist dringend notwendig. Denn in der politischen Debatte kommen in den letzten Jahren eigentlich nur die Rechteinhaber vor. Und nie geht es um Verbraucherrechte oder zukunftsfähige Lösungen, wie man denn jetzt mit dem Internet umgeht, wenn es schonmal da ist. Der Video-Podcast eignet sich übrigens prima für Remixe. Macht was draus. (MP4)

Höhepunkt ist dieser Satz (2:35 Minuten.):

“Denn das herunterladen von Computern ist eine Sache, die nationale Grenzen nicht schützen können.”

Internetsperrungen sind übrigens nichts anderes als Zensur. Junge Menschen werden durch eine solche Massnahme von ihrer Kommunikationwelt ausgeschlossen. Eine solche Forderung ist irrsinnig und absolut unverhältnismässig. Die Bundesregierung sollte sich schämen, auch nur an sowas zu denken.

Die Probleme für die Künstler löst es nicht. Hier helfen nur zukunftsfähige Geschäftsmodelle und die Realisierung, dass ein medialer Wandel im vollem Gang ist.

Golem: Kulturstaatsminister für Internetsperren.
Grüne: Fairen Ausgleich schaffen – Urheberrecht reformieren.

Ich gehe mir jetzt auch mal einen Computer herunterladen.

Donnerstag, 24. April 2008

Ars Electronica 2008

Für die Ars Electronica 2008 wurde heute das Motto und die Leitidee verkündet: “A New Cultural Economy – wenn Eigentum an seine Grenzen stößt.” Das klingt doch mal sehr spannend. Das dazu passende Symposium wird von Joi Ito kuratiert. Stattfinden wird der Event vom 4.-9. September, wie immer in Linz / Österreich.

Aus dem Mission-Statement:

Das Zeitalter von Copyright und geistigem Eigentum ist abgelaufen. Eine Entwicklung, die sich schon in den technischen Grundlagen des Internet manifestiert hat, ist in den Nutzungspraktiken der jungen Generation zum Leben erwacht und bringt eine neue Ökonomie des Teilens und des offenen Zugangs hervor.

Mit dieser provokanten Formulierung stellt Ars Electronica eine der Kernfragen der modernen Wissensgesellschaft in den Mittelpunkt des diesjährigen Festivalprogramms: Es geht um den Wert geistigen Eigentums, um Informationsfreiheit und Urheberrechte, um das große Geschäft und die Vision einer offenen Wissensgesellschaft, die ihre neue ökonomische Basis auf Kreativität und Innovation aufbauen will. Es geht aber auch darum, dass es weithin an brauchbaren und tragfähigen Regeln und Gesetzgebungen für diese neue Realität fehlt und nicht zuletzt darum, dass die Arbeit daran nicht nur Juristen und Wirtschaftsexperten alleine überlassen werden sollte. Denn egal, von welcher Seite man sich der Frage nähert – von den Netzpiraten über die Neuerfinder der Allmende zu den Pionieren einer Sharing Economy oder den Apologeten der Creative Industries – wenn Wissen und Content tatsächlich das neue Kapital der postindustriellen Gesellschaft sein sollen, dann muss es fließen, dann muss es zugänglich sein, für alle.

Mittwoch, 23. April 2008

Plays for sure?

In den letzten Jahren promotete Microsoft die eigene DRM-Infrastruktur mit dem Slogan “Plays for sure” (Spielt zuverlässig / sicher). Wer den WMA-Schrott im Hauseigenen MSN-Musik-Store kaufte, bekam damit das Versprechen, dass die gekauften Stücke natürlich überall abspielbar waren. Also natürlich auf der Windows-Plattform und wenigen autorisierten Rechnern und nicht überall, wo man Musik hört. Aber selbst auf der Windows-Plattform läuft das nicht mehr so wirklich. Erst kam der Zune-Player von Microsoft (Nutzt den eigentlich jemand?) und schon der war nicht mehr abwärts kompatibel.

Nun wird der MSN-Musik-Store zum 31. August 2008 abgeschaltet und an die Kunden wurde eine Mail verschickt, dass man doch bitte für jede darüber gekaufte Musik die Rechteverwaltung ändern soll: DRM sucks redux: Microsoft to nuke MSN Music DRM keys. Sonst funktioniert die Musik nicht mehr. Und wehe, die Mail landet im Spamfilter… Man stelle sich das mal übertragen in die analoge Welt vor:

Man will in einem Laden Musik kaufen und gibt dort erstmal die fünf CD-Player an, auf denen die Musik abläuft. Mehr geht nicht, aber ok. Man ist ja schmerzfrei. Zusätzlich hinerlässt man noch eine Adresse, falls was passiert. Und irgendwann meldet sich der Musikhändler und erklärt, dass man leider eine Scheiss Technologie verkauft hat und nun alles ändern müsste. Bitte geben Sie fünf neue CD-Player für jede CD an. In der Realität ist das noch bizarrer.

Ist DRM damit tot? Nein, sicher nicht. Aber es zeigt, dass man sich auf die Technologie und die Versprechen der Hersteller nicht verlassen sollte. Nur offene Formate sind nachhaltig und garantieren, dass man auch in Zukunft noch zuverlässig auf die gekaufte Musik zugreifen kann. Selbst wenn der Hersteller die Technologie abschaltet, bzw. nicht mehr weiter entwickelt.

[via]

Samstag, 19. April 2008

Schweiz: Mobygratis ist nicht gratis

Moby stellt auf Mobygratis Musik für Filmemacher gratis zur Verfügung. Das Angebot ist eigentlich super und sehr interessant.

Die Digitale Allmend hat nun bei der Schweizerischen Verwertungsgesellschaft SUISA nachgefragt, ob die Musik nun für Video-Podcasts oder Filme ohne Kosten von Verwertungsgesellschaften verwendet werden kann. Die SUISA hat nun folgendermassen geantwortet:

Ich habe mir das Video auf youtube angeschaut. Dazu folgendes:

  • Moby unterscheidet zwischen “non commercial use” und “commercial use” seiner Musik. Mit diesem Hinweis spricht er eines der Hauptprobleme beim Vergleich zwischen dem Copyright der USA und dem Urheberrecht in Europa an: In den USA wird zwischen kommerziellen und nicht-kommerziellen Nutzungen unterschieden, bei uns zwischen der privaten und der öffentlichen Nutzung. Diese beiden Systeme sind nicht kompatibel; eine öffentliche Nutzung kann nicht-kommerziell sein, eine private kommerziell. Mobys Ansatz für eine Verwertung ist demnach in Europa nicht umsetzbar
  • Hinzu kommt folgendes: Moby hat seine Rechte der BMI und der MCPS zur Verwertung eingeräumt. Uns sind seitens dieser Gesellschaften keine Eingrenzungen der Rechtswahrnehmung bekannt. Würde also ein Filmschaffender in der Schweiz einen der Moby-Tracks ausserhalb der Privatsphäre nutzen, würden wir ganz normal einkassieren. Verwendet dieselbe Person die Musik allerdings nur innerhalb der Privatsphäre, entstehen keine Kosten. Dies gilt nicht nur für die herkömmliche Filmutzung sondern auch für Video-podcasts.
  • Donnerstag, 17. April 2008

    Wie die Wissensgesellschaft betrogen wird

    Starkes Pladöyer: Der Physik-Nobelpreisträger Robert B. Laughlin warnt in einem Essay für SpOn vor einem neuen Dunklen Zeitalter der Desinformation und Ignoranz: Wie die Wissensgesellschaft betrogen wird.

    Wir stehen am Beginn des Informationszeitalters, in dem der Zugang zu Wissen in vielerlei Hinsicht wichtiger ist als der Zugang zu materiellen Ressourcen. Tatsächlich wird aber in dieser sogenannten Wissensgesellschaft der Zugang zu Informationen versperrt, und frei erworbene Erkenntnisse werden aus wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Gründen als illegal erklärt. Die zunehmenden Bemühungen von Staaten, Unternehmen und Individuen, Konkurrenten um jeden Preis davon abzuhalten, bestimmte Dinge in Erfahrung zu bringen, die sie selbst wissen, hat zu einer erstaunlichen Ausweitung des Schutzes geistigen Eigentums im Urheberrecht und zu einer beträchtlichen Ausweitung staatlicher Geheimhaltungsmöglichkeiten geführt.
    [...]
    Die Abschottung und Privatisierung von Wissen führt hier also dazu, dass weniger Erfindungen und damit neues Wissen entstehen können. Auch auf anderen Gebieten ist es nicht immer sinnvoll, Wissen geheimzuhalten. So soll etwa in den Vereinigten Staaten der Atomic Energy Act dafür sorgen, dass nicht jeder Zugang zu Informationen über Kerntechnologie hat, wegen der Gefahr des Missbrauchs. Aber die Erfahrungen, die wir in den vergangenen Jahrzehnten mit diesem Gesetz gemacht haben, zeigen deutlich, dass die dort bestimmten Straftatbestände und Strafandrohungen die Ausbreitung kerntechnischen Wissens nicht verhindert haben.

     

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