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Mittwoch, 27. Februar 2008

EU-Kommission verhängt Zwangsgeld in Höhe von 899 Mio. EUR gegen Microsoft

Die EU-Kommission verkündet in einer Pressemitteilung: Kartellrecht: Kommission verhängt Zwangsgeld in Höhe von 899 Mio. EUR gegen Microsoft wegen Nichteinhaltung ihrer Entscheidung vom März 2004.

Die Europäische Kommission hat ein Zwangsgeld in Höhe von 899 Mio. EUR gegen Microsoft verhängt, weil das Unternehmen die in der Kommissionsentscheidung vom März 2004 festgelegten Auflagen (siehe IP/04/382) bis zum 22. Oktober 2007 nicht erfüllt hat. In der heutigen Entscheidung nach Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung Nr. 1⁄2003 wird festgestellt, dass Microsoft vor dem 22. Oktober 2007 unangemessen hohe Preise für die Bereitstellung der Schnittstellenspezifikationen für Arbeitsgruppen-Server verlangt hat. In der 2004 gegen Microsoft erlassenen Entscheidung, die das Gericht erster Instanz 2007 bestätigte (siehe CJE/07/63 und MEMO/07/359), wurde der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung durch Microsoft gemäß Artikel 82 EG-Vertrag festgestellt und angeordnet, dass Microsoft die Schnittstellenspezifikationen, die erforderlich sind, damit die Arbeitsgruppenserver von Microsoft-Konkurrenten problemlos mit Windows-PCs und -Servern „kommunizieren“ können, zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen muss.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Den ARD-Hörfunkkorrespondenten mit Ogg Vorbis lauschen

Das Tagesschau-Blog berichtet über ein weiteres Servcie-Angebot: Audio-Beiträge als Ogg Vorbis.

Ich hatte an dieser Stelle schon mal von unserem Audioangebot mit mp3-Dateien erzählt, einige Nutzer hatten vorgeschlagen zusätzlich das Ogg Vorbis-Format zu unterstützen. Das haben wir mittlerweile gemacht und seit einigen Wochen sind alle Audios unserer ARD-Hörfunkkorrespondenten zusätzlich als Ogg Vorbis-Datei vorhanden. Das sind für das vergangene Jahr (13. Januar 2007 bis 16. Januar 2008) exakt 6.065 Dateien.

Freut mich, dass die ARD-Hörfunkkorrespondenten mittlerweile auch in dem freundlichen und nachhaltigen Ogg Vorbis Format zu hören sind. Und jetzt bitte noch eine Creative Commons Lizenz nutzen. Wir haben schliesslich dafür bezahlt.

[Danke Fiete]

Freitag, 21. Dezember 2007

Bald kann man mit Samba richtig arbeiten

Im September 2007 wurde der Einspruch von Microsoft gegen das EU-Kartellverfahren durch den Europäischen Gerichtshof zurückgewiesen. Infolge dessen akzeptierte Microsoft die Verpflichtung, Informationen zur Interoperabilität mit seinem Betriebssystem unter bestimmten Bedingungen weiterzugeben. Das trägt nun erste Früchte. Die Protocol Freedom Information Foundation (PFIF) hat um Zugang zu den Informationen rund um Samba gebeten. Und 10.000 Euro wurden bezahlt. Samba wird jetzt vollen Zugang zu allen Informationen erhalten, die notwendig sind, um vollständige Interoperabilität mit den heutigen und künftigen Workgroup Servern von Microsoft zu erzielen.

Da bin ich mal gespannt, wann Microsoft liefert. Jedenfalls sind Spenden an die FSFE nicht umsonst.

Freitag, 23. November 2007

Kein Linux für Berlin dank Rot-Rot

Es war ja abzusehen, dass Rot-Rot in Berlin nicht wirklich zu Freier Software steht: Berliner Parlament verwässert Beschluss zur Linux-Umrüstung.

Der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat seine Forderung von 2005 nach einem konkreten Fahrplan zur Umstellung der IT-Infrastruktur in der Hauptstadtverwaltung nicht erneuert. Gemäß einem weiteren Beschluss des Gremiums vom heutigen Mittwoch zum Gesetz über den Haushaltsplan für die beiden kommenden Jahre soll bei der Beschaffung von Software für die Behörden vielmehr allein auf die Einhaltung “offener Standards” geachtet werden. Zudem ist demnach beim Kauf von neuer Hardware sicherzustellen, dass “die Verwendung von Open-Source-Betriebssystemen uneingeschränkt möglich ist”.

Offen bleibt,was genau mit “Offenen Standard” gemeint ist. Da hat sich mal wieder Microsoft durchgesetzt.

Donnerstag, 1. November 2007

OpenSocial, Google, Datenschutz und so weiter

Den aktuellen Buzz um die bevorstehende Veröffentlichung von Googles OpenSocial “Standard” für das Austauschen von Daten über verschiedene Vernetzungs-Plattformen hinweg habe ich zum Anlass genommen, endlich ein paar Gedanken aufzuschreiben, die mir dazu schon länger durch den Kopf gingen und die bisher unterbelichtet sind:

(…) The real issues do not lie in the individual users giving consent to the platforms they use to share (some of) their data with the outside world. The real issue is: If this data is about social relations - friends, colleagues, contacts etc. - everybody of their friends would have to agree to have the information shared, as it is also about them. (…)

Professional networks are built at LinkedIn or Xing, party and music related networking happens at MySpace, and students connect to each other at StudiVZ. While most of the information in these platforms may not be secret or sensitive, there is a reason people do different things on different platforms. I mean, when I go out for a beer with my friends, I also dress in a different way from a professional conference. Nothing is secret about this, but we play different roles in different contextes, and the kind of relations we build or the ways we express ourselves are different. This is in fact a good thing for society, because it allows functional differentiation and thereby more complex societies than people used to be able to develop when everbody lived in small villages. This goes against the “moral argument” for open social networking data exchange and the assumption that openness is always good. (…)

Freitag, 5. Oktober 2007

NetzpolitikTV 024: Interview mit Mike Linksvayer von Creative Commons

NetzpolitikTV 024 ist ein Interview mit Mike Linksvayer, dem Vize-Präsidenten von Creative Commons. Er kümmert sich dort vor allem um die technologischen Aspekte von Creative Commons und in dem Interview geht es genau darum: Wie nutzt Creative Commons Metadaten? Welche freie Software Projekte werden im CC-Umfeld entwickelt? Wie können freie Projekte Creative Commons Lizenzen unterstützen und in ihre Software einbauen? Was ist für die Zukunft geplant?

Das Interview ist in englisch und ca. 27 Minuten lang. Als Formate stehen Ogg Theora (123MB), Flash (65MB) und MP3 zum anhören zur Verfügung.

Der Sound ist etwas supotimal. Ich hatte niemanden für die Kamera dabei und es gab einen Wackelkontakt mit dem guten Mikrofon. Zum Glück hab ich parallel auf meinem MP3-Rekroder aufgezeichnet und das dann als Audioquelle genommen.

Montag, 1. Oktober 2007

Forderungen an Microsoft nach EU-Gerichtsurteil

Im Urteil gegen Microsoft legte das Europäische Gericht Microsoft die Verpflichtung auf, in sachgemässer und nicht diskriminierender Weise Protokoll-Spezifikationen in einer Form zu veröffentlichen, dass damit vollständig interoperable Software zu Windows-Servern erstellt werden kann. Die SerNET GmbH ist einer der führenden Samba-Dienstleister und fordert von Microsoft nun diese Verpflichtungen ein. Das Samba-Team, ein internationaler Zusammenschluss von Entwicklern, soll so die Arbeit an der OpenSource-Software Samba verbessern können. Samba leistet in erster Linie die Implementierung des SMB/CIFS-Protokolls unter Linux/Unix und einigen anderen Betriebssystemen.

Bisher ergaben sich Schwierigkeiten in der Entwicklung interoperabler Software vor allem, weil Microsoft Protokoll-Spezifikationen nur unzureichend offenlegte. Derzeit versucht das Samba Team die Interoperabilität von Samba- mit Windowsservern und Active Directory zu verbessern. Ein Proposal des Teilprojekt`s “samba4AD” ist bereits frei verfügbar: ftp://ftp.sernet.de/pub/samba4ad.

Die darin beschriebenen Aufgaben können aber nur umgesetzt werden, wenn Microsoft seine Protokolle offenlegt. Sollte es Verzögerungen oder gar eine Weigerung seitens Microsoft geben, würde dies um so mehr den bislang praktizierten Missbrauch belegen.

Problematisch ist zudem, dass die durch Microsoft angebotenen Lizenzverfahren MCPP und WSPP für Samba nicht praktikabel sind. Samba soll weiter unter GPL in der Version 3 entwickelt werden. Microsoft hat entsprechend der Fristsetzung des Gerichts noch Zeit bis zum 15. Januar 2008.

Dienstag, 18. September 2007

EU gewinnt gegen Microsoft

Die Europäische Union hat sich endlich erfolgreich gegen Microsoft durchgesetzt. Vorausgegangen war ein jahrelanges Kartellverfahren, was Microsoft verpflichtete, eine Strafe von 497 Millionen Euro zu zahlen, sowie zur einige Schnittstellen offen zu legen. Microsoft klagte dagegen und gestern hat der Europäische Gerichtshof den Einspruch von Microsoft gegen die Verurteilung im Kartellverfahren größtenteils zurückgewiesen. Die Medien berichten nun ausführlich über das “Waterloo von Microsoft”. Konsequenterweise sollte man jetzt fordern, dass die 497 Millionen Euro in die Förderung von offenen Standards und damit in mehr Wettbewerb in Europa investiert werden sollten.

Hier sind einige Stimmen:

Die Free Software Foundation Europe und das Samba-Projekt erklären gemeinsam in einer Pressemitteilung: Ein Triumph für die Freiheit und den freien Wettbewerb.

“Microsoft kann sich nun nicht mehr über dem Gesetz wähnen,” sagt Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe (FSFE). “Mit Taktiken, die in anderen Teilen der Welt erfolgreich die Antitrust-Verfahren ausgehebelt haben, sogar in den USA, hat es Microsoft bisher geschafft, den heutigen Tag um fast ein Jahrzehnt hinauszuzögern. Dank der Beharrlichkeit und der hervorragenden Arbeit der Europäischen Kommission haben diese Taktiken in Europa nun versagt,” setzt Greve fort. Carlo Piana, der juristische Berater der FSFE: “FSFE und das Samba Team begrüßen die Entscheidung des Gerichts. Dies ist ein Meilenstein für den freien Wettbewerb. Der Vorstellung, dass willentliche Verdunkelung von Standards und vorsätzliches “lock-in” akzeptable Geschäftspraktiken seien, wird nun ein Riegel vorgeschoben.”[...]

Spiegel: EU-Kommission jubelt über Microsoft-Schlappe.

Luxemburg - Vor allem Neelie Kroes dürfte heute bester Laune sein. Die EU-Wettbewerbskommissarin schlägt sich schon seit Jahren mit den Managern von Microsoft Chart zeigen herum. Sie setzte immer neue Deadlines für die Freigabe von Informationen und bekam doch immer wieder nur Berichte vorgelegt, die ihren Ansprüchen nicht im Geringsten genügten. Nun hat ein EU-Gericht das im Laufe der Auseinandersetzung verhängte Rekord-Bußgeld von 497 Millionen Euro bestätigt. “Das Gericht hat eine wegweisende Entscheidung der Kommission bestätigt, die dazu dient, den Verbrauchern auf dem Software-Markt eine größere Auswahl zu verschaffen”, erklärte Kroes danach enthusiastisch. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ließ sich nicht lange um einen Kommentar bitten. “Das Urteil bestätigt die Objektivität und Glaubwürdigkeit der Wettbewerbspolitik der Kommission”, erklärte er in einer Pressemitteilung. “Diese Politik schützt die Interessen der europäischen Verbraucher und gewährleistet einen fairen Wettbewerb.”

Deutschlandfunk hat ein Interview mit dem ehemaligen Wettbewerbskommissar der EU, Karel van Miert: Microsoft hat Quasi-Monopol ausgenutzt. (MP3)

Klein: Und die Frage nach dem Schutz geistigen Eigentums, die das Unternehmen ja immer wieder ins Feld geführt hatte, ist zufriedenstellend beantwortet worden?

Miert: Ja. Ich glaube, das hat auch seine eigene Grenze. Wenn ein Unternehmen, das so dominant ist, eigentlich ein Quasi-Monopol ist, seine Macht so missbraucht, dann ist etwas los. Ich glaube, die Kommission hat richtig gehandelt, hat deutlich gemacht, auch Microsoft als Quasi-Monopolunternehmen steht nicht über den Gesetzen. Deswegen ist es wirklich sehr positiv, wie das jetzt ausgegangen ist, Microsoft hat jahrelang immer wieder mit einer Armee von Anwälten, Lobbyisten und so weiter versucht, das immer für sich aufzuschieben. Aber jetzt ist klar und deutlich auch seitens der Richter festgestellt worden, Microsoft steht nicht über den Gesetzen. Und man kann auch froh sein, dass die Europäische Kommission hier richtige Arbeit gemacht hat, weil: In Amerika hat man das nicht gemacht.

Klein: Mit welchen unmittelbaren Auswirkungen für die Verbraucher, sprich die Computernutzer rechnen Sie jetzt?

Miert: Das wird man erst nachher spüren. Es gab nicht genügend Wettbewerb. Es gab Missbrauch einer Dominanz. Nur wenn es der Kommission gelingt, jetzt durchzusetzen, was man damals schon beschlossen hat, was jetzt bestätigt worden ist von den Richtern, dann wird es einen stärker kompetitiven Markt geben. Aber das wird sich nur über Zeit zeigen. Die Kommission muss hier weiter ihre Arbeit machen.

 

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