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Dienstag, 13. Mai 2008

Digistan: The Hague Declaration

The Digital Standards Organization” (Digistan) hat die “The Hague Declaration” zum Thema Offene Standards in der Verwaltung als Petition veröffentlicht.

Abgeleitet von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte argumentieren sie für die konsequente Nutzung von freien und offenen Standards in eGovernment und Verwaltungs-IT.

Wobei die Vorteile des Internets nur dann garantiert und unsere schwer errungenen Menschenrechte nur dann bewahrt werden können in unserem Übergang zu einer Digitalen Gesellschaft, welche auf einem bezahlbaren, gleichen Zugang zum Internet fußt, sofern die Offenheit des Internets auch weiterhin gewahrt bleibt; Aufgrund der einzigartigen Bedeutung, welche freie und offene digitale Standards zum Erreichen dieser Offenheit erlangen können, indem sie Wettbewerb und Innovation befördern, Kosten senken und Wahlmöglichkeiten vervielfachen; Aufgrund der einzigartigen Stellung von Regierungen durch Vorbild und Beschaffung sicher zu stellen, dass alle Bürger Nutzen von freien und offenen digitalen Standards ziehen. In der Erwägung dass jene Leistungen von besonderer Bedeutung für die wirtschaftlich, sozial und geografisch benachteiligten Menschen auf der Welt sind; In der Erwägung dass sich in zunehmendem Maße ein gemeinsames Verständnis über die Eigenschaften eines Freien und offenen digitalen Standards kristallisiert;

Fordern wir alle Regierungen auf:

1. Nur Informationstechnologie mit Unterstützung Freier und Offener Standards zu beschaffen;
2. Nur elektonische Behördendienste auf der Grundlage Freier und Offener Standards zu leisten;
3. Nur freie and offene digitale Standard in ihrem eigenem Geschäftsbereich zu verwenden.

Gefunden bei der Futurezone: Haager Deklaration für Informationsfreiheit.

Montag, 14. April 2008

Warum Microsoft sein OpenXML als ISO-Standard durchdrücken konnte

Am Samstag gingen Manfred Kloiber und Peter Welchering in der Deutschlandfunk-Sendung “Computer & Kommunikation” der Frage nach, “warum Microsoft sein OpenXML als ISO-Standard durchdrücken konnte”: Punktsieg für die Lobbyisten.

Kloiber: Welche Auswirkung hat das für PC-Anwender?

Welchering: Mit den beiden Standard-Formaten OOXML und ODF ist das ISO-Dokumentenformat nunmehr unterschiedlich interpretierbar. Dokumente können also nicht einfach per Tastendruck von Betriebsystem zu Betriebssystem, von Office-Anwendung zu Office-Anwendung, vom Editor zum Layout-Programm einfach ausgetauscht werden, sondern müssen nach wie vor konvertiert werden. Das heißt im Klartext: Mit zwei Standards ist eigentlich gar nicht geregelt. Dateikonvertierungen sind dann genauso nötig wie beim Fehlen eines Standards. Deshalb darf man wohl mit Fug und Recht sagen: Mit der Verabschiedung von Open XML als Standard für Dokumentenformate hat die ISO den PC-Anwendern keinen Gefallen getan.

Hier ist die passende MP3 dazu.

Freitag, 28. März 2008

Deutschland stimmt für OOXML

Andy Updegrove berichtet im Standards Blog über eine Abstimmung im deutschen DIN-Gremium über die Befürwortung des Microsoft OOXML-Standards auf internationaler Ebene: In Close Vote, Germany Stays in the OOXML “Yes” Column as More Reports Dribble in. Und es klingt sehr interessant, was er von einem Insider aus Deutschland als kurzen Bericht zugeschickt bekommen hat:

Germany is voting “YES” on DIS 29500 at ISO. The relevant committee was given by DIN only the choice between “YES” and “ABSTAIN” on DIS 29500, since changing from “YES with comments” in September 2007 to “NO” in March 2008 was deemed impossible. Everyone could vote “yes”, “abstain” or “no” on the question whether Germany should vote “YES” or “ABSTAIN” on DIS 29500.

8 votes were in favour of “YES”, 6 were in favour of “ABSTAIN”, some pointing out that they would have preferred to vote an outright “NO”. 4 voted “abstain to the DIN vote”, i.e. on the vote between “YES” and “ABSTAIN” to ISO. 2 of the 4 had initially voted for a German “ABSTAIN”, but under pressure changed within 48 hours their vote from a German “ABSTAIN” to “abstain to the DIN vote”; one of the 4 was compelled by instruction to vote “abstain to the DIN vote”, even though he wanted to vote at least “ABSTAIN”. That means: without very strong pressure from Microsoft Germany would have voted “ABSTAIN”, with 9 to 8.

Ich weiss nicht, wer die Quelle ist, aber Updegrove bezeichnet sie als vertrauenswürdig.

Update: DIN eine Pressemitteilung als Gegendarstellung veröffentlicht: OOXML-Abstimmungen: Gegenstand und Ergebnisse.

Die Berichte, die zurzeit im Internet über die in Verbindung mit ISO/IEC DIS 29500 “OfficeOpen XML” durchgeführten Abstimmungsverfahren im DIN-Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen (NIA) kursieren, sind falsch und irreführend.

Der Hinweis auf die DIN-PM kam hier in den Kommentaren von einem Microsoft-Mitarbeiter.

Das scheint ja interesssant zu werden.

Update: Heise hatte heute schon darüber berichtet und bezieht sich auf die oben zitierte Quelle: DIN sagt “Ja” zur ISO-Standardisierung von OOXML.

Freitag, 7. März 2008

Petition für offene Standards in der EU

Auf openparliament.eu kann man eine Petition für offene Standards unterschreiben. Der gesamte Petitionstext ist in fünf Sprachen online nachzulesen. Es geht u.a. um ODF und freie Formate für Onlinemedien, und Beispiele sind Extremadura in Spanien und die Niederlande (PDF-Link).

We believe that the current situation, where the European Parliament’s ICT runs on proprietary operating systems and on software that is not interoperable with that of other vendors, where therefore citizens and stakeholder groups wishing to participate in the legislative process are forced to use the products of a single company, is in conflict with the first article of Chapter 1 in the Treaty of the European Union, which stipulates that “…decisions are taken with the greatest possible respect for openness and as near as possible to the citizens.”

A clear and simple example of this is the live web streaming from the European Parliament’s plenary sessions, a service aimed at improving insight into the democratic process, which is currently only available to those using Microsoft’s MediaPlayer. We have also understood that Members of the European Parliament are unable to access documents sent to them in formats adhering to Open Standards, including the ISO standard for electronic office documents, the Open Document Format (ODF) – the primary format for an ecosystem of office productivity applications.

The situation also has implications for competition. EU Public procurement laws are based on the principles of transparency and non-discrimination (Article 23 (8) of Directive 2004/18/EC), yet the lock-in of the European Parliament’s ICT to systems based on proprietary, closed formats means that the European Parliament is dependent on a single vendor and that companies cannot freely compete on merit to provide applications and services.

The European Parliament has recently endorsed texts that mandate the compatibility and interoperability of systems in policy fields such as rail transport and satellite radionavigation. The European Parliament clearly recognises the role of interoperability in promoting innovation and competition, and on improving user choice, while reducing technological and industrial risks as well as dependencies. We are confident that once the Parliament has taken the above into consideration, it will take action to improve interoperability between citizens and governments by moving its ICT systems to ones that are based on Open Standards.

Ich hab schon unterzeichnet, wie bisher 555 andere auch.

Update: Jetzt gibts auch die offizielle Pressemitteilung dazu. Und der Zählerstand steht bereits bei 661 Unterzeichnenden.

Mittwoch, 5. März 2008

MS-OOXML Fact Shirts

Nette “MS-OOXML Fact Shirts” gibt es bei Cafepress. Und da der Dollarpreis im Moment zum shoppen einlädt, kann man sich dort diese Shirts bestellen:

ooxml.png

What DIS29500/ECMA-376 really means, and why your National Body should hang its head in shame if it voted to APPROVE such a poor specification.

[Danke an Georg]

Mittwoch, 27. Februar 2008

EU-Kommission verhängt Zwangsgeld in Höhe von 899 Mio. EUR gegen Microsoft

Die EU-Kommission verkündet in einer Pressemitteilung: Kartellrecht: Kommission verhängt Zwangsgeld in Höhe von 899 Mio. EUR gegen Microsoft wegen Nichteinhaltung ihrer Entscheidung vom März 2004.

Die Europäische Kommission hat ein Zwangsgeld in Höhe von 899 Mio. EUR gegen Microsoft verhängt, weil das Unternehmen die in der Kommissionsentscheidung vom März 2004 festgelegten Auflagen (siehe IP/04/382) bis zum 22. Oktober 2007 nicht erfüllt hat. In der heutigen Entscheidung nach Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung Nr. 1⁄2003 wird festgestellt, dass Microsoft vor dem 22. Oktober 2007 unangemessen hohe Preise für die Bereitstellung der Schnittstellenspezifikationen für Arbeitsgruppen-Server verlangt hat. In der 2004 gegen Microsoft erlassenen Entscheidung, die das Gericht erster Instanz 2007 bestätigte (siehe CJE/07/63 und MEMO/07/359), wurde der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung durch Microsoft gemäß Artikel 82 EG-Vertrag festgestellt und angeordnet, dass Microsoft die Schnittstellenspezifikationen, die erforderlich sind, damit die Arbeitsgruppenserver von Microsoft-Konkurrenten problemlos mit Windows-PCs und -Servern „kommunizieren“ können, zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen muss.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Den ARD-Hörfunkkorrespondenten mit Ogg Vorbis lauschen

Das Tagesschau-Blog berichtet über ein weiteres Servcie-Angebot: Audio-Beiträge als Ogg Vorbis.

Ich hatte an dieser Stelle schon mal von unserem Audioangebot mit mp3-Dateien erzählt, einige Nutzer hatten vorgeschlagen zusätzlich das Ogg Vorbis-Format zu unterstützen. Das haben wir mittlerweile gemacht und seit einigen Wochen sind alle Audios unserer ARD-Hörfunkkorrespondenten zusätzlich als Ogg Vorbis-Datei vorhanden. Das sind für das vergangene Jahr (13. Januar 2007 bis 16. Januar 2008) exakt 6.065 Dateien.

Freut mich, dass die ARD-Hörfunkkorrespondenten mittlerweile auch in dem freundlichen und nachhaltigen Ogg Vorbis Format zu hören sind. Und jetzt bitte noch eine Creative Commons Lizenz nutzen. Wir haben schliesslich dafür bezahlt.

[Danke Fiete]

Freitag, 21. Dezember 2007

Bald kann man mit Samba richtig arbeiten

Im September 2007 wurde der Einspruch von Microsoft gegen das EU-Kartellverfahren durch den Europäischen Gerichtshof zurückgewiesen. Infolge dessen akzeptierte Microsoft die Verpflichtung, Informationen zur Interoperabilität mit seinem Betriebssystem unter bestimmten Bedingungen weiterzugeben. Das trägt nun erste Früchte. Die Protocol Freedom Information Foundation (PFIF) hat um Zugang zu den Informationen rund um Samba gebeten. Und 10.000 Euro wurden bezahlt. Samba wird jetzt vollen Zugang zu allen Informationen erhalten, die notwendig sind, um vollständige Interoperabilität mit den heutigen und künftigen Workgroup Servern von Microsoft zu erzielen.

Da bin ich mal gespannt, wann Microsoft liefert. Jedenfalls sind Spenden an die FSFE nicht umsonst.

 

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