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Dienstag, 24. Juni 2008

Open Music Contest #4 ist gestartet

Zum vierten Mal führt der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Philipps-Universität Marburg den OpenMusicContest durch. Der bundesweite Wettbewerb zur Diskussion um die Freiheit von Kultur gilt als eines der größten Real-Life-Events der Creative Commons Community und findet zum ersten Mal im Sommer statt. Gewinner des Wettbewerbes werden zum OMC-Konzert am 17. Oktober 2008 in Marburg eingeladen. Dazu wird es wieder einen OMC-Sampler geben. Und ich werde mir wieder alle Bewerbungen anhören und mit einigen anderen die besten Lieder aussuchen. Die Bewerbungszeit läuft vom 25.06.–15.07.2008.

Hier ist ein Teil der Pressemitteilung: Für die freie Wissensgesellschaft: OpenMusicContest #4

“Wir verfolgen modellhaft über Musik das Ziel, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein über urheber- und verwertungsrechtliche Konsequenzen der digitalen Informations-Epoche zu schärfen,” sagt M.eik Michalke, der Initiator des OMC. Teilnehmen können noch bis zum 15. Juli 2008 Bands aller musikalischer Genres — stilistische Vielfalt ist ausdrücklich erwünscht. Zentrale Teilnahmebedingung ist, dass die Bewerbungstitel unter eine Creative Commons-Lizenz gestellt werden: Die Musik wird “frei” und darf je nach gewählter Lizenz kopiert, verändert oder sogar kommerziell genutzt werden. “Diese freien Lizenzen machen die einfache Verbreitung von kulturellen Inhalten wie z.B. Musik möglich und erhöhen so die Aufmerksamkeit für KünstlerInnen und ihr Schaffen,” erklärt Christoph Scheid, Mitglied des Organisations-Teams.

“Wir bieten Musikern attraktive Preise für ihre Teilnahme: Sie können einen großen Auftritt vor einem namhaften Headliner gewinnen, außerdem veröffentlichen wir einen begehrten Sampler mit den besten Einsendungen,” erläutert Marcel Hennes, ebenfalls Mitglied im Organisations-Team. Der kostenlos verteilte Promo-Sampler erschien in den Vorjahren als hochwertiges DigiPak. Er wird zudem zusätzlich auf einer Heft-CD der Zeitschrift LinuxUser veröffentlicht. “Musik ist ein gutes Beispiel, an dem alle verstehen können, wie freie Kultur funktioniert. Das Prinzip ist problemlos auch auf Texte, Filme oder Bilder übertragbar, oder auf wissenschaftliche Veröffentlichungen — dort nennt man das Open Access,” ergänzt Nicole Ebber, die im März zur Botschafterin für den OMC ernannt wurde und zahlreiche Vorträge und Workshops zu Creative Commons abhielt.

Der OpenMusicContest wird seit 2005 jährlich vom AStA Marburg ausgerichtet. Er wird unterstützt von Creative Commons Deutschland, mp3.de, LinuxUser, netzpolitik.org, zeitgeisty.cc und newthinking network.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Jamendo erreicht 10.000 CC-Alben

Seit Jahren ist Jamendo die grösste Musikplattform für Creative Commons lizenzierte Musik. Mittlerweile wurde der Meilenstein von mehr als 10.000 Alben erreicht, was ein grosser Erfolg ist.

Aus der Pressemitteilung: “10 000 Alben zum kostenlosen, legalen und unlimitierten Download!”

Auf Jamendo bewilligen tausende von unabhängigen Künstlern die Nutzung und die Weitergabe ihrer Musik - kostenlos, legal und ohne Limit. Gleichzeitig ist Jamendo eine Community für Musiker, Bands und Musikliebhaber, die ihre Leidenschaft miteinander teilen, Musik weiterempfehlen und eigene Playlists erstellen. Jamendo setzt somit auch neue Maßstäbe in Bezug auf die Entdeckung frischer Talente. “Es handelt sich dabei natürlich um eine symbolische Zahl, die jedoch den Erfolg dieses neuen Modells für Musikpromotion im Internet unterstreicht. Ermöglicht wurde dies vor allem durch die enorme Flexibilität der Creative Commons Lizenzen.” kommentiert Laurent Kratz, Mitbegründer und Geschäftsführer von Jamendo.

Jamendo bietet an aktuellen Zahlen:

* Mehr als 2 Millionen unterschiedliche Besucher pro Monat
* bis zu 500 000 Songdownloads pro Tag
* 350 000 registrierte Mitglieder, mehr als 5000 Musiker und Bands
* 150 000 Songs und… 10 000 Alben!
* fast 300 neue Alben werden auf Jamendo mittlerweile jede Woche hochgeladen.

Neu ist auch die Möglichkeit, eigene Widgets mit den Lieblings-Künstlern und/oder Playlists zu erstellen.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Die Zukunft des Urheberrechts

Rasmus Fleischer (Piratbyrån) hat für die Juni-Ausgabe des amerikanischen Magazins Cato Unbound einen lesenswerten Artikel über die Geschichte und den Wandel des Copyrights geschrieben. Das meiste werden interessierte netzpolitik-Leser schon wissen, aber es ist die beste Zusammenfassung des Status Quo, den ich seit längerem gelesen habe.
Fleischer verweist besonders auf den willkürlich hochgehaltenen Unterschied zwischen Download und Streaming (vor drei Jahren auf der Musikmesse c/o pop bin ich ebenfalls gescheitert, jemandem zu erklären, dass Bits einfach nur Bits sind) und darauf, dass im Digitalen “nutzen” und “kopieren” dasselbe sind:

Gray zones like these are omnipresent in 21st century copyright law. One reason for this development is the uncertain status of the very idea of “copying” today. Contrast today’s world with the golden age of copyright, roughly speaking between 1800 and 1950. Back then, enforcement was easy. The act of reading a book was far removed from the act of printing one. Record presses and gramophones were safely distinct machines. Since then, things have changed.

Auch die sehr lose Definition eines “ISP” (Internet Service Provider) könnte sich laut Fleischer am Ende als problematisch mit immer neuen Gesetzen erweisen: Dinge wie Vorratsdatenspeicherung und die Herausgabe von Nutzerdaten betreffen nicht nur große Provider, sondern jeden, der auf irgendeine Art Dienste anbietet; sei es durch seinen privaten Router oder durch die Kommentarmöglichkeit im eigenen Blog. Rasmus Fleischer: The Future of Copyright

Montag, 9. Juni 2008

Den Kopf in den Sand stecken?

Die New York Times hat ein Portrait über Trent Reznor, dem Kopf der Nine Inch Nails: Frustration and Fury: Take It. It’s Free.

“Aside from any kind of monetization of it, I’m glad to know that a million people have it on their iPods,” Mr. Reznor said. “If you paid for it, great, but I want everyone to hear it, you know? I want to blow people’s minds.”
[...]
Mr. Reznor has no global solution for how to sustain a long-term career as a recording musician, much less start one, when listeners take free digital music for granted. “It’s all out there,” he added. “I don’t agree that it should be free, but it is free, and you can either accept it or you can put your head in the sand.”

Dienstag, 27. Mai 2008

Malte Welding: “Mozart brauchte kein Copyright”

Malte schreibt in der Netzeitung über das Urheberrrecht. Das tut er so wunderbar, dass die Lektüre eines längeren Hinweises hier pure Zeitverschwendung wäre:

Niemand – weder Mozart noch DJ Ötzi – schafft Musik allein aus sich heraus. Immer bedarf es der Vorarbeit von anderen. Mal bedient man sich offen aus dem Vorhandenen, mal wird man inspiriert, ein anderes Mal mag man bestehende Strömungen weiterentwickeln – aber niemals kommt man auf die Welt, wandelt taub und blind umher und schreibt dann die Zauberflöte. Man kann Musik nicht stehlen. Ein Dieb nimmt dem anderen etwas weg. Musik aber bleibt.

Direktlink: “Mozart brauchte kein Copyright” in der Netzeitung lesen.

Dienstag, 13. Mai 2008

Neues von Audiolith

Mein Lieblingslabel Audiolith aus Hamburg hat wieder einige sehr nette neue Videos und Alben veröffentlicht. Über das Video “I sexi” von Plemo hatte ich vor wenigen Wochen berichtet, als Playmobil die Veröffentlichung untersagen wollte. Mittlerweile ist es aber im Umlauf, u.a. durch Chaosradio. Oder eben hier. Von “Plemo and Rampue” gibt es seit letzter Woche auch ein neues und sehr empfehlenswertes Album: Live Peace Hate Fuck. Tanzbarer Electro-Pop aus Deutschland. Kann man hier vorhören. Gefällt mir sehr.

Und jetzt mal zu den neuen Videos: Weiterlesen …

Dienstag, 6. Mai 2008

Impossible Mission: Musik im Internet kaufen.

Peter Bihr wollte übers Netz in Deutschland ein Musik-Album kaufen und ist grandios daran gescheitert: How I tried (and failed at) legally buying music in Germany. Das bestätigt meine Erfahrungen, dass man im Jahre 2008 die Musik von vielen Künstlern immer noch nicht legal in Deutschland erwerben kann. Auch wenn die PR-Vertreter der Musikindustrie immer das Gegenteil behaupten.

Montag, 5. Mai 2008

Nine Inch Nails: The Slip

Nine Inch Nails haben wieder zugeschlagen und ein weiteres Album im Netz publiziert: The Slip. Im Gegensatz zum letzten Ghost-Album ist dieses Werk kostenfrei zugänglich. Lediglich eine Mailadresse wird zur Verifizierung gewünscht. Es steht aber ebenso unter einer remixfähigen Creative Commons Lizenz, was sehr erfreulich ist. Beim Download kann man verschiedene Varianten auswählen. Die Auswahl reicht von MP3 über Flac bis hin zu komprimierungsfreien Wav-Files. Sehr schön.

Im Juli soll es wohl auch noch eine CD- und LP-Version zum haptischen kaufen geben.

 

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