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Freitag, 9. Mai 2008

Open Tech Summit

In Taipeh fand vor kurzem der “Open Tech Summit” statt. Die taiwanesische Firma Asus hatte freie Projekte aus aller Welt eingeladen, um über die Zukunft der Informationstechnologie zu reden. und die Zukunft heisst in Taiwan mittlerweile auch Open Source. Lisa Rank ist mit einer Gruppe aus Berlin rübergeflogen und berichtet bei Spiegel-Online davon: Freie Hardware - Die Zukunftsbastler.

Versucht man, die Kriterien von freier Software wie Reproduzierbarkeit und Offenheit auch auf Hardware zu übertragen, wird es schon etwas schwieriger. Hier kommen große Firmen und Investitionen ins Spiel, aber auch die Chance, einen Paradigmenwechsel zu vollziehen, der vielen Menschen Zugang zu Wissen und einen Zapfhahn zum Informationsfluss dieser Welt geben könnte.

Montag, 5. Mai 2008

Forderungen für eine zeitgemässe Netzpolitik 2.0

Da ein Medium meine Forderungen für eine zeitgemässe Netzpolitik gerne in einem schönen Layout ausdrucken würde, hab ich den Text etwas überarbeitet und etwas mehr in eine Manifest-Version gebracht. Man kann das jetzt schon Beta nennen, wenngleich sicherlich immer noch genug wichtige Punkte fehlen und ergänzt werden könnten. Aber der Druckschluss ist bald und ich stelle sie hier noch vor dem Verschicken online. Falls jemand noch Verbesserungs- und/oder Ergänzungsvorschläge hat, freue ich mich über Kommentare. Die letzte Überschrift ist auch noch nicht so rund, da hab ich noch eine eher spassige Variante erhalten, aber das könnte eigenltich noch besser werden.

Forderungen für eine zeitgemässe Netzpolitik

1. Staatswissen ist Bürgerwissen!

Öffentlich geförderte Informationen müssen den Bürgern unter offenen Lizenzen bereitgestellt werden.

2. Fernsehen und Radio sind tot!

Die Inhalte des Öffentlich-Rechtlichen Systems müssen im Netz frei zugänglich sein. Es muss den Bürgern überlassen sein, wann und wo sie diese konsumieren wollen. Die Archive müssen geöffnet und die Inhalte unter offenen Standards publiziert werden. Die Bürger haben ein Recht auf Remix!

3. Öffentlich-Rechtlich ins Digitale Zeitalter überführen!

Digitale Strukturen und Communities, die Informationen des öffentlichen Interesses produzieren, müssen gefördert werden. Was früher nur freie Radios und Offene Kanäle waren, sind heute Wikipedia, freie Funknetze und Stadtwikis!

4. Open Source fördern!

Freie Software und Freies Wissen sind nicht nur ein förderungswürdiger Wirtschaftsfaktor. Open Source Communities sind essenziell für die Kulturproduktion des 21. Jahrhunderts und schaffen unbestreitbare gesellschaftliche Mehrwerte.

5. Freie und anonyme Kommunikationswege erhalten

Wie beim privaten Gespräch zuhause im Schlafzimmer, im Park oder im Cafe benötigen wir auch in der digitalen Gesellschaft freie und anonyme Kommunikationswege. Es muss weiter Kernbereiche geben, in denen der Staat nichts verloren hat.

6. Demokratie öffnen heißt Transparenz wagen!

Staatliche Informationen gehören unter offene Lizenzen. Informationsfreiheit muss praktiziert werden, geredet wurde schon genug. Partizipationsmöglichkeiten müssen auf allen Ebenen erweitert werden – eDemocracy erschöpft sich nicht in Aktionsplänen zur Verwaltungsmodernisierung! Offene Schnittstellen sind notwendig für die demokratische Teilhabe.

7. Staatliche Infrastrukturen befreien!

Die digitalen Infrastrukturen des Staates müssen frei, offen und demokratisch kontrollierbar sein. Nur offene Standards und die Verwendung freier Software garantieren einen diskriminierungsfreien und nachhaltigen Zugriff auf Vorgänge und Abläufe in Politik und Verwaltung.

8. Internet ist Grundversorgung

Kommunen müssen jedem Bürger einen Basiszugang zum Internet ermöglichen. Nicht am Internet partizipieren zu können bedeutet heute den Ausschluss aus weiten Teilen der gesellschaftlichen Partizipation, das Abschneiden von Bildungs- und Informationsmöglichkeiten.

9. Urheberrecht reformieren!

Das Urheberrecht muss den gesellschaftlichen Realitäten angepasst werden - nicht die gesellschaftlichen Realitäten dem Urheberrecht. Es müssen Wege gefunden werden neue Technologien nicht zu verdammen sondern sie zu umarmen und die Leistung der Kreativen dabei angemessen zu honorieren.

10. Gleiche Chancen für Alle!

Die Netzneutralität muss festgeschrieben werden: es darf keine Klassengesellschaft im Netz entstehen. Um Innovation zu ermöglichen braucht es die diskriminierungsfreie Gleichbehandlung aller Daten im Internet.

11. Medienkompetenz für Politiker / Internetpolitiker nachhaltig ausdrucken

Wir brauchen Politiker, für die das Internet kein Fremdkörper ist. Wir brauchen medienkompetente Politiker, die es sich nicht erst ausdrucken lassen müssen. Wir brauchen Politiker, die sich selbst im Netz bewegen und darin kommunizieren. Nur so wird es eine Gesetze geben, die eine freie, offene und nachhaltige Digitale Gesellschaft ermöglichen.

Donnerstag, 24. April 2008

Ubuntu 8.04 - Hardy Heron ist erschienen

Die Linux-Distribution “Ubuntu 8.04 - Hardy Heron” ist heute offiziell erschienen.

Mittwoch, 23. April 2008

NetzpolitikTV 036: MIRO - Der freie Internet-TV Player

NetzpolitikTV 036 ist ein Interview mit Jesse Pattel und Holmes Wilson vom MIRO-Projekt. Miro hat sich zum Ziel gesetzt, eine freie und offene Plattform für Videoinhalte zu schaffen. Basis ist der freie Player, der wiederum auf die freien Projekte VLC und Mozilla zurückgreift. Vereinfacht kann man sagen, dass Miro ein RSS-Reader für Video(-Podcasts) ist. Die Software funktioniert unter Windows, Linux und Apple. Dazu gibt es einen offenen Programmführer, den Nutzer durch eigene Video-Podcasts ergänzen können. Gleichzeitig ist auch das abonnieren von Youtube-Inhalten möglich und ein Bittorrent-Client ist eingebaut. So sieht die Zukunft des Fernsehens aus. Und in Deutschland sitzen mit mehr als 20% der Downloader die meisten Nutzer von Miro.

In dem Interview geht es um die Geschichte und Idee des Projektes, wie MIRO als Open-Source-Projekt funktioniert, dazu etwas Tech-Talk über die verwendete Technik und vor allem wie man dem Projekt konkret helfen kann. Hilfe bei den Übersetzungen bieten sich hier als erstes an. Aber auch Python-Programmierer werden noch gesucht.

Das Interview ist ca. 25 Minuten lang und wurde auf der re:publica´ 08 gedreht. Es liegt als MP4, Flash und OGG Theora vor.


NetzpolitikTV 036: Miro - Turn your computer into an internet TV. from netzpolitik on Vimeo.

Der NetzpolitikTV-Videopodcast kann man besten mit Miro angeschaut werden.

Miro 1.2.3 ist veröffentlicht

Das Miro-Projekt hat die Version 1.2.3 des freien Video-RSS-Readers veröffentlicht: Miro 1.2.3 released: YouTube mp4s, bugs fixes, and updates. Die Version nur ein kleines Update: Es gibt mehr Übersetzungen, ein paar Fehlerkorrekturen und kleinere Updates im Backend. Ales neues Feature gibt jetzt beim Download von Youtube MP4s anstatt FLV, wenn diese verfügbar sind. Das bedeutet eine bessere Qualität.

Dienstag, 22. April 2008

Samstag: Ubuntu „Hardy Heron“ - Release-Party

Am Samstag, 26.4. gibt es ab 16 Uhr in der c-base in Berlin die Ubuntu „Hardy Heron“ - Release-Party.

Auf dem Programm stehen mehrere Demonstrationen der neuesten Ubuntu-Version. Neben einer Vorführung der neuen Funktionen von Hardy, des auf Wunsch nutzbaren modernen 3D-Desktops, werden weitere Programme durch Anwender vorgestellt. Befreundete Vereine wie die Free Software Foundation Europe (FSFE) und der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) runden das Vortragsprogramm ab. Die Vorträge sind nicht länger als je zwanzig Minuten und finden in lockerer Atmosphäre statt. An einer „Brennstation“ kann zum Selbstkostenpreis von einem Euro eine CD von Ubuntu Hardy erworben werden. Mehrere Rechner stehen den Besuchern zum Ausprobieren von Ubuntu zur Verfügung, viele erfahrene Anwender beantworten die Fragen der Gäste.

Dazu gibts Live-Bands, freie Musik und DJs. Und die Veranstaltung geht bis in die Nacht rein. Der Eintritt ist frei.

Adresse: c-base, Rungestraße 20 in Berlin Mitte, S+U Jannowitzbrücke. Hier ist eine Anfahrtskarte.

Dienstag, 15. April 2008

Politischer Salon: „Zeit für Allmende”

Die Heinrich-Böll-Stiftung hatte am vergangenen Donnerstag in Berlin zum ersten Mal zu einem interdisziplinären politischen Salon mit dem Thema “Gene, Bytes und Emissionen: Zeit für Allmende” eingeladen. Das Ziel dieses Salons ist es, eine “interdisziplinäre Debatte um die Zukunft der Gemeinschaftsgüter zu initiieren”. Geplant sind insgesamt sechs Treffen und ein Buchprojekt. Am Donnerstag waren ca. 30 Personen anwesend und die Diskussion ging ca. drei Stunden lang. Fand ich aber spannend, vor allem den Ansatz, Brücken zwischen den “Ökos von Gestern und Wissensgesellschafts-Freaks von morgen” zu bauen (Original-Zitat aus der Diskussion).

Und das sind die Fragestellungen des Salons:

Gibt es eine gemeinschaftsgütergerechte Politik, die für den Erhalt der Vielfalt und Vitalität der Allmende taugt? Kann das Konzept der commons neue Impulse für die Kämpfe um gerechte Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum bieten? Wie und vom wem können Umgangsregeln mit den Gemeinschaftsgütern, gerechter Zugang und nachhaltige Nutzung demokratisch ausgehandelt werden? Der Salon “Zeit für Allmende” bietet Raum für Austausch und Inspiration zwischen den Disziplinen, um der politischen Wirkmächtigkeit, der sozio-ökonomischen, ökologischen, kulturellen und politischen Dimension der Allmende nachzuspüren.

Im Commonsblog gibt es jetzt den Eröffnungsbeitrag des Philosophen Ulrich Steinvorth, der am Donnerstag den Salon damit eröffnete. Er ging der Frage nach, was die beiden großen „Allmendbewegungen” (Öko und Wissensallmende) gemeinsam haben und was sie trennt.

Wir haben eine Aufzeichnung der dreistündigen Diskussion gemacht, die als OGG Vorbis zur Verfügung stehen. Einmal in kleiner Qualität mit 41 MB und einmal in besserer Qualität mit 100 MB. Beides ist 199 Minuten lang.

Freitag, 4. April 2008

Microsoft verkaufte Software aus steuerlichen Gründen?

Angeblich hat Microsoft in Indien versucht, Steuern zu sparen, indem sie angaben, ihre Software zu verkaufen und nicht etwa mit einem Lizenzvertrag dem Kunden zu vermitteln.
Irgendwie kamen die indischen Behörden aber nicht drumherum, zu bemerken, dass die Microsoft-Produkte nur so in Lizenztexten schwimmen. Mehr dazu über BoingBoing.

 

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