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Montag, 31. März 2008

Schäuble wartet noch auf seinen Fingerabdruck?

Wie man das Internet ausdruckt, haben sie ja schon gelernt. Mit Bildern klappt es noch nicht so ganz?

Nachdem das Frankfurter-Magazin bereits (satirisch!) aufgedeckt hat, dass der Fingerabdruck falsch ist, kommt auch das Innenministerium auf diese Idee….
Die Netzeitung schreibt:

Ob der veröffentlichte Abdruck tatsächlich seiner sei, blieb unklar. Schäuble wird sich im Ministerium der Gegenprobe stellen. Man wolle versuchen, ein Exemplar der CCC-Zeitschrift zu bekommen, um den beiliegenden Ausdruck mit dem Finger des Ressortchefs zu vergleichen, sagte ein Sprecher am Montag der Netzeitung. Das Ministerium gab sich Mühe, die Überraschung mittels Gleichmut zu kaschieren. Leicht larmoyant heißt es dort, normalerweise erhalte das Ministerium in solchen Fällen ein Belegexemplar. Man werde den Posteingang abwarten. «Wir werden aber nicht beim Chaos Computer Club anrufen und um ein Exemplar bitten», sagte der Sprecher.

Wir haben also mal beim CCC nachgefragt:

Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) hat seit vielen Jahren ein Abonnement der Datenschleuder. Die Ausgaben für die Abonnementen sind seit Samstag auf der Post. Vielleicht sind sie nur noch nicht angekommen?

Wir wiesen ja am Samstag schon darauf hin: Jedermann kann zu den normalen Öffungzeiten in der “Universitätsbuchhandlung Bouvier” in Bonn oder Buchhandlung “Lehmanns” in Berlin laufen - und einfach eine aktuelle Ausgabe kaufen.

Aber gegen einen freundlichen Besuch des Innenministeriums in den Clubräumen in Berlin hat bestimmt auch keiner etwas. Hab gehört, es wurde neulich sogar mal aufgeräumt und saubergemacht :)

Mein Fazit: der Abdruck muss echt sein, sonst hätten sie schon längst dementiert. Was meint ihr?

Samstag, 29. März 2008

Datenschleuder: mit Sammelalbum und Schäubles Fingerabdruck

Hat ja den Tag über schon Furore gemacht, jetzt ist auch die Pressemitteilung des CCC online:

Die Debatte um die biometrische Kompletterfassung der Bundesbürger war bisher eher abstrakt. Um ihr eine konkretere Form zu geben, hat der Chaos Computer Club (CCC) seiner Vereinszeitschrift “Die Datenschleuder” ein biometrisches Sammelalbum für die Fingerabdrücke schnüffelfreudiger Politiker beigelegt. Eröffnet wird das heitere Abdrucksammeln mit einem Fingerabdruck unseres geliebten Innenministers, Dr. Wolfgang Schäuble. [1] Der Abdruck wurde durch CCC-Aktivisten von einem Wasserglas sichergestellt, das Dr. Schäuble bei einer öffentlichen Veranstaltung benutzt hatte.

Die Befürworter einer Umwandlung der Bundesrepublik in einen biometrischen Überwachungsstaat betonen immer wieder, wer nichts zu verbergen habe, hätte auch nichts zu befürchten. Der Chaos Computer Club möchte mit dem biometrischen Sammelalbum die Probe aufs Exempel machen. Wenn unsere Überwachungspolitiker auch privat meinen, was sie öffentlich vertreten, sollten sie kein Problem damit haben, ihre biometrischen Daten publiziert zu sehen.
[...]
“Wir wollen mit der Veröffentlichung die Debatte um die biometrische Vollerfassung jedes Bürgers greifbarer machen”, erklärte CCC-Sprecher Dirk Engling. “Fingerabdruck-Biometrie ist nicht so sicher, wie die Politik beteuert. Sie gehört in keine sicherheitsrelevante Anwendung – und erst recht nicht in den ePass.”
[...]
“Die Verwendung von Fingerabdrücken zur Identifizierung von Bürgern ist ein technischer und sicherheitspolitischer Irrweg, der so schnell wie möglich beendet werden muss. Der Bundestag ist aufgefordert, das Biometrie-Pass-Experiment schleunigst zu beerdigen. Die personellen Verflechtungen von Biometrie-Industrie und Innenpolitikern müssen dabei genauso beleuchtet werden, wie die undurchsichtigen Transaktionen um die Bundesdruckerei,” fasste CCC-Sprecher Engling die Forderungen des Clubs zusammen.

Das Editorial der Datenschleuder ist schon komplett online, die gedruckte Ausgabe kann man bestellen, oder in Berlin bei Lehmanns und in Bonn im Netzladen kaufen.

Sonntag, 23. März 2008

Iris-Scanner an den Flughäfen Frankfurt und München

Die Deutschlandfunk-Sendung “Computer & Kommunikation hat gestern über Iris-Scanner an den Flughäfen Frankfurt und München berichtet: Blickkontrolle am Terminal.

Seit drei Jahren wird am Frankfurter Flughafen die automatisierte biometriegestützte Grenzkontrolle getestet. Die Technik soll mehr Sicherheit bringen, die Abfertigung beschleunigen und Personal einsparen. Jetzt soll der Regelbetrieb eingeläutet werden.

Hier ist die MP3 dazu.

Mittwoch, 28. November 2007

Einzelhandel: Fingerprint-System überlistet

Der gestrige Beitrag von plusminus über “Einzelhandel: Fingerprint-System überlistet” ist jetzt im Netz verfügbar. Allerdings nur in Flash und nicht zum einbinden. Einfacher geht das anschauen mit der MP4-Datei, die beim Chaosradio liegt. Oder mit der Youtube-Version zum einbinden:

Dienstag, 27. November 2007

Fingerabdrücke fälschen bei plusminus

Heute Abend gibt es um 21:50h in der ARD-Sendung plusminus einen Beitrag über “Fingerprint-System überlistet“.

[plusminus hat in Zusammenarbeit mit dem Chaos Computer Club in Berlin nachgewiesen, dass man Fingerabdrücke mit einfachsten Mitteln von Gegenständen kopieren kann, die eine Person angefasst hat. Die Kopie wird auf eine Folie gezogen und auf den Zeigefinger geklebt. Auf diese Weise konnte ein [plusminus-Reporter, dessen Abdruck nicht registriert war, problemlos auf Kosten seines angemeldeten Kollegen in einer Edeka-Filiale einkaufen. Der Nachweis, dass ein Dritter sich am Konto eines Kunden bedient hat, dürfte im Ernstfall schwer fallen. Denn Fingerabdrücke als Identifikationsnachweis gelten als besonders sicher, da sie bei jeder Person unverwechselbar sind. Daher bietet der Einzelhandel dieses Zahlungssystem immer mehr an. Allein bei Edeka sind es schon über 100 Filialen.

Der Hersteller des bei Edeka verwendeten Fingerabdruck-Systems (it-Werke) sagte gegenüber [plusminus, das Zahlen mit seinem System digiPROOF sei trotzdem die sicherste Art einzukaufen. Geschäftsführer Ulrich Kipper wies darauf hin, dass kein biometrisches Zahlungssystem einen hundertprozentigen Schutz vor Betrügern garantieren könne. Sollten Kunden Opfer von Betrügern werden, werde er den Schaden ersetzen, versprach er. Dies müssten die Kunden aber glaubhaft nachweisen. Edeka selbst sieht zurzeit keinen Handlungsbedarf.

Donnerstag, 1. November 2007

Onkel Wolfgang spricht jetzt ins Internet

Wolfgang Schäuble spricht jetzt auch ins Internet. In einer Video-Botschaft (MP4) zur Einführung des ePass mit Fingerabdrücken liest er seinen Text mit den Argumenten etwas unbeholfen vom Papier ab. Auf jeden Fall prima Material, um daraus einen Remix zu machen. Über kreative Umsetzungen würde ich mich freuen.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Ab morgen: Fingerabdruck im Pass

Morgen kommt der neue Reisepass mit Fingerabdrücken. Heute ist also die letzte Chance, sich noch einen ohne erkennungsdienstliche Behandlung einen Pass zu holen - sofern die Bürgerämter noch offen haben. Die TAZ berichtet darüber: Pass mit Fingerabdruck kommt.

BERLIN taz Am Donnerstag geht es los: Dann werden neue Reisepässe ausgestellt, und zwar mit Fingerabdruck. Sie bilden die zweite Generation elektronisch lesbarer Reisepässe. Die erste Generation gibt es bereits seit November 2005: Diese enthalten in einem Chip ein digitales Foto. Nun kommt nur zwei Jahre später der nächste Pass auf den Markt. In diesem enthält der Chip zusätzlich zum Foto zwei Fingerabdrücke.

Montag, 29. Oktober 2007

Zur Geschichte der Fingerabdrücke in Ausweisen

Telepolis berichtet aus aktuellem Anlass über die Geschichte der biometrischen Erfassung und der biometrischen Ausweis- und Reisedokumente. Leider gehen die Autoren vor allem auf die Gesichtsvermessung und -fotografierung ein, weniger auf die Tradition der Fingerabdrücke. Und die ist durchaus interessant:

Ausweise gehen in Deutschland auf die von den Nazis ab 1938 eingeführte “Kennkarte” zurück, deren Mitführen für Juden zwingend war. Kennkarten für Juden waren zusätzlich mit einem großen “J” und einem Fingerabdruck versehen. In Spanien wurde die Erfassung von Fingerabdrücken für die nationale Identitätskarte, die bis heute gilt, 1940 während der Franco-Diktatur eingeführt. Was nun allen BürgerInnen aufgenötigt wird, steht also ganz klar in der Tradition verbrecherischer Regime.

Jemand vom CCCHB hat diese historische Analogie mal bildlich dargestellt:

fingerabdruck-perso.jpg

 

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