Die Futurezone hat ein Interview mit dem Kulturökonomen Paul Stepan zum Urheberrecht: „Die Politik ist verunsichert“
Die Nutzer wollen heute beim Urheberrecht mitreden?
Das haben auch die Proteste gegen ACTA gezeigt. Sie sind großteils nicht aus der Politik, sondern aus der Zivilgesellschaft gekommen. Bislang war das Urheberrecht in der Poltik eine beliebte Materie, denn die Politiker konnten jeder Verschärfung zustimmen und damit zeigen, dass sie sich für die Kunst einsetzen. Für die Politik waren das sehr billige Maßnahmen, denn sie belasteten in der Regel nicht die öffentlichen Budgets. Natürlich waren solche Verschärfungen nie kostenneutral, aber die Kosten wurden eben dezentral von den Konsumenten getragen. Nun gibt es zum ersten Mal massiven Widerstand. Die Politik in Europa hat damit nicht gerechnet und schaut erstmal fassungslos zu.