Wie das Fernsehen über SOPA berichtet

Der taiwanesische TV-Sender NMA.tv hat in seiner eigenwilligen Art den US-Streit rund um den SOPA-Gesetzentwurf beschrieben:

Zum selben Thema eignet sich dieser rund 4,5 Minuten lange Dialog vom Colbert Report, wo der Hardvard-Professor Jonathan Zittrain mit einem Musikmanager über die mögliche Kriminalisierung von Justin Bieber debatiert. Man muss 30 Sekunden Werbung überstehen, aber dann kann man lachen:

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6 Kommentare

  1. Agisb
    Erstellt am 4. Dezember 2011 um 10:07 | Permanent-Link

    Das ist nicht zum lachen, eher zum weinen. Hier wird die Wahrheit als Ironie verkauft … und das ist grundsätzlich unakzeptabel.

    ‘Thats not the law, AS I SEE IT, its for the overseas companies that are stealing our stuff……’

    Die Anwälte werden das aber ganz anders sehen …

    • Ranjit
      Erstellt am 4. Dezember 2011 um 16:32 | Permanent-Link

      “Hier wird die Wahrheit als Ironie verkauft … und das ist grundsätzlich unakzeptabel.”

      Das ist aber die Idee von Satire. Wahrheiten, die direkt ausgesprochen zu unangenehm sind, werden besser als Zuckerpille verdaut. Im Endeffekt sind Colbert und Stewart Hofnarren. Nur im Mantel des Witzes kann man noch auf unliebsame Wahrheiten aufmerksam machen.

      • Agisb
        Erstellt am 4. Dezember 2011 um 18:28 | Permanent-Link

        Satire stellt die Wahrheit übertrieben und überspitzt dar, um eine Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das passiert hier aber nicht. Hier wird die Position einer Seite ins lächerliche gezogen indem man diese Seite runterspielt.

  2. Reiner
    Erstellt am 4. Dezember 2011 um 22:17 | Permanent-Link

    Ein ausnehmend deutscher Reflex, hier eine amerikanische Unterhaltungssendung (nicht mehr, nicht weniger) dafür zu kritisieren, dass sie nicht ausgewogen oder extensiv berichtet?

    Doch: Zu welchem deutschen Talkmaster geht ein Vertreter der GEMA, einer vom Label und meinetwegen auch noch ein Internet-Anwalt, der das Ganze auseinander nimmt? Und welche Show kriegt das hin, dass ich bei der Präsentation auch noch lache?

    Was die Amis in Unterhaltungssendungen (wie auch den aufwendig produzierten Serien) teilweise an Stoffen an die Bevölkerung transportiert kriegen, ist Wahnsinn (u.a.). Das geht in deren Mediensystem zwar insgesamt unter, strahlt aber bis nach Europa. Umgekehrt eher weniger, was nun auch nicht schlimm ist. Hierzulande kippt die Fernsehlandschaft ja auch gerade ein wenig ins aktuelle Jahrtausend…

    Da wird dann Wahrheit wahrscheinlich immer noch verkauft werden (das ist ja schon Kritik an sich, da braucht man jetzt nicht auch gleich noch die Ironie mit runterzuziehen, wenn man die halt nicht mag). Hauptsache, sie hat noch die Chance, irgendwo anzukommen – egal jetz’, wo die überhaupt herkam.

    • Agisb
      Erstellt am 5. Dezember 2011 um 08:01 | Permanent-Link

      Ich habe in Amerika gelebt und ohne das Internet wäre ich bekloppt geworden. Abgegrenzt gesehen, mag man darüber lachen können, aber wenn Du nur solche Formate und noch schlechtere Nachrichten im TV siehst, geht Dir sowas aber schnellstens voll auf den Sack …

      • Sascha
        Erstellt am 5. Dezember 2011 um 10:04 | Permanent-Link

        Aber dass sich Nachrichtensender wie MSNBC oder Fox verhalten wie Colbert oder Stewart ist doch nicht die Schuld der Komödianten.

        Ich denke Colbert und Stewart machen einen hervorragenden Job denn nicht nur bringen sie ihr Publikum zum lachen, das können die Late-Night-Talker auch einigermaßen, sondern nebenbei informieren sie ihre Zuschauer. Ihnen jetzt einen Strick draus zu drehen, dass sie einem Informationsauftrag, den gar nicht ihnen sondern den echten Nachrichten gilt, nicht nachkommen ist doch lächerlich.

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