Überschrift des Tages: Keine Printausgabe der Tagesschau

Die Überschrift des Tages kommt von der FDP-Fraktion. Der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Burkhardt Müller-Sönksen, sorgt sich mal wieder um die Belange der Verleger und fürchtet die “Tagesschau-App”: Keine Printausgabe der Tagesschau.

Statt die Tagesschau als gebührensubventionierte Printausgabe gegen die Verlagsangebote ins Rennen zu schicken, sollte sich die ARD auf ihren Auftrag besinnen.

Vielleicht erklärt mal jemand Burkhardt Müller-Sönksen den Unterschied zwischen Print und Digital?

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20 Kommentare

  1. Erstellt am 21. Juni 2011 um 17:40 | Permanent-Link

    Es. tut. so. weh.

    (und ich überlegte ernsthaft, ob er das ironisch meint.)

    • Tobi Fankhänel
      Erstellt am 21. Juni 2011 um 18:59 | Permanent-Link

      Wo ist denn inhaltlich der Unterschied zwischen journalistischem Onlineartikel und gedruckter Zeitung? Das ist beides Text, der nicht mehr ohne weiteres verändert wird.

      Wer eine Internet-Ausdrucker-Zeitung abonniert hat, kann im Moment auch Artikel von tagesschau und Konsorten darin abdrucken lassen. In dem Fall wird das gebührenfinanzierte Textangebot dann auch zum Printmedium im herkömmlichen Sinn und die Grenze zwischen Print und Online ist endgültig und komplett verschwommen.

      Also: Wieso werden unsere Gebühren zum Fenster rausgeschmissen, indem davon auch noch Internettexte erstellt werden, obwohl es nun wirklich genug Angebote im Netz gibt? Das sollte die Frage sein, wenn man die inhaltliche Auseinandersetzung sucht und nicht hauptsächlich polemisieren will.

      Internet ist kein Rundfunk. Öffentlich-Rechtliche Printmedien gab es früher nicht. Warum soll es heute etwas in der Art geben dürfen?

      • Nine of Thirteen
        Erstellt am 21. Juni 2011 um 19:46 | Permanent-Link

        Ich würde nicht unbedingt sagen, dass das Geld für die Textbeiträge auf der Website “rausgeschmissen” ist.
        Das Material ist ja schließlich schon da. Warum sollte man also nicht aus dem Transkript eines Beitrages einen Text machen? Oder die bei der Recherche angefallenen Hintergrund-Informationen aufbereiten, weil sie nicht mehr in den eigentlichen Film passen?
        Mal ganz abgesehen von der Barrierefreiheit. Es ist schließlich nicht jeder mit zwei gesunden Augen gesegnet und Textbrowser sind IIRC nicht in der Lage, Videos wiederzugeben.

        Und wenn du eine “Internet-Ausdrucker-Zeitung” bestellst, in die du die Textbeiträge von den Websites der ÖR drucken lässt, dann ist das deine Sache. Das kannst du aber nicht den ÖR ankreiden.
        Oder muss dir auch nochmal jemand den Unterschied zwischen Print und Digital erklären?

      • Martin
        Erstellt am 22. Juni 2011 um 00:05 | Permanent-Link

        Internet ist kein Rundfunk.

        Erzähl das mal der GEZ…

  2. Erstellt am 21. Juni 2011 um 17:48 | Permanent-Link

    Das traurige an der Sache ist, dass diese Leute unser Land regieren.

  3. omfg
    Erstellt am 21. Juni 2011 um 17:58 | Permanent-Link

    Die haben keine Schamgrenze.

    Ich schon. Für die Existenz solcher Leute auf dem selben Planeten schäme ich mich aufrichtig.

  4. von dröselschnurps
    Erstellt am 21. Juni 2011 um 18:00 | Permanent-Link

    ich habe schon in der schule die pauker mit doppelnamen gehasst……

  5. Erstellt am 21. Juni 2011 um 18:01 | Permanent-Link

    Die Frage ist trotzdem legitim: Warum haben wir keine öffentlich-rechtlichen Printmedien? Nicht das ist ein Fan von Printmedien bin. Dennoch sehe ich die Aufgabe der öffentlich-rechtlichen darin, ein breites Informationsspektrum abzubilden und auf möglichst breit vertreten zu sein. Darum sollte es erklärtes Ziel sein den ÖR auch textuelle Nachrichten zu erlauben. Ich glaube das hier Springer und Bertelsmann genau davor Angst haben. Darum wollen sie möglichst früh in das Programm eingreifen, bevor es sie überwuchert.

  6. JK
    Erstellt am 21. Juni 2011 um 18:34 | Permanent-Link

    Der Unterschied? Na, ist doch klar! Digital ist alles unzuverlässig und selbstreferentiell und irgendwie doof, während Print für Qualität steht.

  7. FishyBrigand
    Erstellt am 21. Juni 2011 um 18:37 | Permanent-Link

    Da stellt sich mir immer mehr die Frage ob die Pressemitteilung der Verleger-Lobby von der FDP noch gegen gelesen oder gleich blind veröffentlicht wird. Liebe FDP, wenns euch wirklich ernst damit war, das Image einer Lobby-Partei der Wirtschafseliten loszuwerden … grad habt ihrs wieder verpatzt.

    • Boris
      Erstellt am 21. Juni 2011 um 18:47 | Permanent-Link

      “wieder verpatzt “? Zu welchem Zeitpunkt waren unsere gelben Freunde denn auf den richtigen Weg?

      Oh Mann… Und die Bande hab ich auch noch gewählt… Naja, DIE Lektion hab ich gelernt… In Zukunft werden dann doch die Piraten gewählt!

  8. Martin
    Erstellt am 21. Juni 2011 um 18:43 | Permanent-Link

    *klingel*
    Guten Tag, Müller-Sönksen am Apparat.

    Hier Kai Dirkmann. Ey, du musst mal was gegen die Tagesschau App. unternehmen. Die machen uns unsere fetten Gewinne kaputt. Das kann doch nicht sein, dass die Texte veröffentlichen. Das ist Fernsehen, Bild und Ton!!1!
    Das die hier mit den Verlagen in Konkurrenz treten ist nicht in Ordnung. Die sollen sich mal auf ihre Aufgaben besinnen!
    Kannst du da nicht was tun? Oh und btw. hast du schon Urlaubspläne? Ich hab da dieses Anwesen…

    Yoa alles klar, ich werd als erstes mal ne Pressemitteilung schreiben, geht noch heute raus!
    *Aufleg*
    *Pressemitteilung schreib*

  9. john doe
    Erstellt am 21. Juni 2011 um 18:45 | Permanent-Link

    ist ja alles ein bisschen verbissen heute, viele themen, alles wichtig. dachte, ich bring mal was zum schmunzeln, und zwar von einem allbekannten herrn, der in letzter zeit etwas “ruhig” war…..

    “Gorny sieht naive VerniedlichungDatendiebstahl “nicht schick”!!”

    link:

    http://www.n-tv.de/technik/Datendiebstahl-nicht-schick-article3625681.html

  10. Erstellt am 21. Juni 2011 um 18:51 | Permanent-Link

    18:49 Text ist unterdessen ‘berichtigt’:

    BERLIN. Zur heutigen Klageeinreichung von acht Zeitungsverlagen gegen die Tagesschau-App der ARD erklärt der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Burkhardt MÜLLER-SÖNKSEN:

    Die Zeitungsverleger haben starke Argumente gegen die textbasierte Tagesschau-App. Das Angebot hat mit Fernsehen wenig zu tun, weil es vorrangig Begleittexte anstelle von Videos und Hörfunk bietet. Statt die Tagesschau als gebührensubventionierte Printausgabe gegen die Verlagsangebote ins Rennen zu schicken, sollte sich die ARD auf ihren Auftrag besinnen. Die Gebühren werden für die Grundversorgung mit Rundfunkinhalten bezahlt und nicht für einen Verdrängungswettbewerb gegen Zeitungen und Zeitschriften.

    Hat leider auch nicht geklappt.

    • Nine of Thirteen
      Erstellt am 21. Juni 2011 um 19:51 | Permanent-Link

      Öhm, liegt es an mir, oder ist da tatsächlich kein Unterschied drin?

  11. DOH
    Erstellt am 22. Juni 2011 um 08:47 | Permanent-Link

    Ich glaub ich muss Herrn Burkhardt Müller-Sönksen mal eine “Printversion” des Internet zukommen lassen, damit er mal den Unterschied zwischen Pritausgabe und digital nachlesen kann.

  12. SchaefNi
    Erstellt am 22. Juni 2011 um 08:55 | Permanent-Link

    Nennt es Print oder Digital oder Text… Vielleicht eine etwas unglückliche Überschrift. Im Kern geht es doch um die Frage, ob die Öffentlich-Rechtlichen ihr Gebührengeld für textlastige Onlineangebote ausgeben dürfen. Der Rundfunkstaatsvertrag erlaubt nur programmbegleitende Angebote im Internet. Das was sich bei der Tagesschau-App und Tagesschau.de entwickelt hat, geht da weit über das gesetzlich Erlaubte hinaus. Auch der von den Öffentlich-Rechtlichen so angepriesene Drei-Stufen-Test ist eine Lachnummer, der, weil er von ihnen selber durchgeführt, immer zum Ergebnis kommt, dass alle öffentlich-rechtlichen Onlineangebote gesetzeskonform sind…
    Für mich ist so eine Pressemitteilung kein Lobbying für die großen Verlage, sondern vielmehr ein Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Grundsatzfrage, ob wir in Deutschland eine öffentlich-rechtlich dominierte Medienlandschaft wollen oder nicht.
     Eine ausgedruckte kostenlose Tageszeitung, herausgegeben von der ARD würde jeder für abstrus halten. An einem  vergleichbaren Geschäftsgebaren der ARD im Internet wiederum nimmt keiner Anstoss. 

    Andere journalistische Angebote müssen ihre Finanzierung durch Bezahlangebote und/oder Werbung sichern. Warum sollte die ARD, die schon seit langem ihrem Programmauftrag nicht mehr gerecht wird, hier mit dem Gebührengeld kostenlose Konkurrenzangebote machen dürfen?  Ich denke dabei nicht an Springer und Co, die werden sich schon gegen öffentlich-rechtliche Konkurrenz mit ihren Mitteln durchsetzen, sondern an journalistisch hochwertige Angebote wie beispielsweise Zeit online. 

    • David
      Erstellt am 22. Juni 2011 um 09:44 | Permanent-Link

      Eine ausgedruckte kostenlose Tageszeitung, herausgegeben von der ARD würde jeder für abstrus halten.

      Sie wäre nicht kostenlos, sondern gebührenfinanziert. Bei dieser Diskussion geht allzu schnell unter, dass das ÖR von einem Großteil der Haushalte bezahlt wird. Kostenlos ist da nichts.

      An einem vergleichbaren Geschäftsgebaren der ARD im Internet wiederum nimmt keiner Anstoss.

      Natürlich nicht. Wenn ich ausschließlich ein Smartphone oder gar einen Computer besitze, werde ich ja auch nicht zur Kasse gebeten. Oh, Moment…

      Wenn es in Ordnung ist für Computer und Smartphones Gebühren zu kassieren, dann sollen die bezahlten Informationen bitte auch für solche Geräte optimiert angeboten werden. Sprich Internetauftritte und Apps.

    • Nine of Thirteen
      Erstellt am 22. Juni 2011 um 10:36 | Permanent-Link

      Ich verweise einfach mal auf meinen Kommentar weiter oben.

      Ich gehe mal davon aus, dass die Webangebote der ÖR aus bereits vorhandenem Material gespeist werden. Und dann ist es mir lieber, es wird jemand beschäftigt, der daraus noch einen Hintergrund-Beitrag schreibt, als dass der Kram im Schredder landet.

      Claus Hesseling setzt sich auch mit der Frage auseinander, warum die Klage Unsinn ist.

  13. Erstellt am 27. Juni 2011 um 09:23 | Permanent-Link

    Hier hat wieder mal ein Politiker von sich reden gemacht, den man gar nicht kennt, der unqualifiziert agiert und leider auch noch von unseren Steuergeldern bezahlt wird…und irgendwie hat das Ganze einen sehr fahlen Beigeschmack… es sieht sehr stark nach Lobbyarbeit aus!

    Das sich ARD und ZDF (wie alle öffentlich-rechtlichen Anstallten) natürlich fragen lassen müssen, was sie mit den (Zwangs-)Abgaben der Bürger (“Eingezogen” von der GEZ) tun oder nicht tun und was ihren eigentliche Aufgabe ist, bleibt davon unberührt.

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