Unter www.digitale-gesellschaft.info – nicht zu verwechseln mit der NGO unter www.digitalegesellschaft.de – finden sich die Ergebnisse einer seit 2009 jährlich durchgeführten Befragung von TNS Infratest im Auftrag der Branchenplattform Initiative D21 zur Entwicklung der digitalen Gesellschaft. (Ob die „digitale Gesellschaft“ allerdings ausschließlich auf Basis von Telefoninterviews, wenn auch 1.000 an der Zahl, repräsentativ erfasst werden kann, ist eine andere Frage.)
In der Presseinformation heißt es zu den Ergebnissen:
Die Entwicklung der digitalen Gesellschaft in Deutschland stagniert. Vor dem Hintergrund der Diskussionen um Datenschutz, Identitätsdiebstahl und Internetbetrug scheinen die Deutschen ihr distanziertes Verhältnis zu den digitalen Medien weiterhin zu wahren.
Interessant, wie hier gleich im zweiten Satz die Schuldfrage geklärt ist: die Datenschutzdiskussion sei noch vor Identitätsdiebstahl und Internetbetrug die Ursache für ein „distanziertes Verhältnis“ der Deutschen zu digitalen Medien. Das ist deshalb interessant, weil die eigene Studie diese Schlussfolgerung gerade nicht hergibt. Nach Identitätsdiebstahl und Internetbetrug wird in der Studie gar nicht gefragt. Hinsichtlich Datenschutz aber findet sich in der Langfassung der Studie (PDF) eine Vergleichsgraphik (z.B. S. 13), die zeigt, dass die Zusimmung zur Aussage „Wir müssen stärker auf Datenschutz achten (‚gläserner Mensch’)“ unter der Gruppe der „digitalen Außenseiter“ am geringsten ausgeprägt ist. Umgekehrt sind es gerade „Digitale Profis“ oder die „Digitale Avantgarde“, die für Fragen des Datenschutzes sensibilisiert sind.
Bei dieser Gelegenheit auch noch eine Randbemerkung zum Wikipedia-Eintrag von Initiative D21: der liest sich nämlich bisweilen weniger wie ein Eintrag in einer Enzyklopädie und mehr wie Eigen-PR. Erster Satz des Eintrags (Permalink):
„Die Initiative D21 e. V. ist Deutschlands größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft zur Ausgestaltung der Informationsgesellschaft.“
Danach weiß man nicht, was Initiative D 21 ist, außer irgendwie super. Erstaunlich auch die Ähnlichkeit zur Selbstbeschreibung von „Initiative D21“ in der oben zitierten Pressemeldung:
„Die Initiative D21 ist Deutschlands größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft.“
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass auf der Homepage zwar Mitglieder und Förderer aufgelistet werden, „Politische Partner“ in „Ministerien, Behörden und Parteien“ zwar erwähnt, jedoch nicht angeführt werden.