Werbung für Nokia

Dieses Video ist kein Lobby-Video für das britische Parlament – dafür ist es zu gut gemacht.

Die (fiktive) Firma Blackwell Briggs versucht in dem Video Parlamentarier zu überzeugen, dass alle Nutzung bestimmter mobiler Mustererkennungs- und Geopositions-Software nur besonderen Firmen vorbehalten sein darf. So soll die Gemeinschaft vor einem aufkeimenden technisch aufgerüsteten Mob beschützt werden und der Staat die innere Sicherheit wahren.

Hier ist die Website der Macher. Unter “Rules” steht dann der Handyhersteller.
Es ist schaurig schön, dass jetzt Privatsphäre und Überwachungsstaat auch in der Werbung Einzug hält.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Überwachung und getagged . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Andreas Pohl, Netzpolitik.org.

14 Kommentare

  1. Erstellt am 22. Mai 2010 um 02:26 | Permanent-Link

    Der Überwachungsstaat ist schon mit Facebook und Co. in unsren Alltag eingezogen.

    • b. lünser
      Erstellt am 22. Mai 2010 um 08:48 | Permanent-Link

      @Kiri: Und Google, du hast das pöhse Google vergessen. Nee ernsthaft: In einem Überwachungsstaat kann man kein opt-out machen, das ist der Unterschied. Das macht allerdings die Kombination “neugieriges Unternehmen + geschwätziger Konsument” auch nicht besser.

  2. manuel
    Erstellt am 22. Mai 2010 um 10:14 | Permanent-Link

    Ist das eine Werbung von Nokia?
    Auf der Webseite habe ich nur folgenden Text gefunden:
    Conspiracy For Good is created by Tim Kring, the creator of Heroes. The pilot is done in cooperation with Nokia, providing technology and Ovi services.

    Nokia war demnach nur ein Technologiepartner.

  3. Erstellt am 22. Mai 2010 um 10:29 | Permanent-Link

    Tja, je mehr wir uns vernetzen, desto mehr Kontrolle gibt es vom Staat und anderen interessierten Anbietern. Der gläseren Mensch existiert.

  4. Gregor P.
    Erstellt am 22. Mai 2010 um 11:07 | Permanent-Link

    ….es gibt bereits Überlegungen, den User an die “Kette” zu legen.

    Ein “Armband” mit Senderfunktiuon übermittelt in Echtzeit Puls und Körpertenperatur an einen Empfänger ( IR ) der über USB am PC hängt. Das dazugehörige Tool ist im Paket mit drin und wird online regelmässig geupdatet.

    Ziel ist es, in Chats und Foren die Realität der Kommunikation darzustellen und dem gegenüberliegenden User die “Stimmungslage” und den “Wahrheitsgehalt” anderer Nutzer anzuzeigen.

    Soweit die Ideenwelt zum Ü-Staat.

    Ü kann alternativ auch mit Überaschungsei ausgetauscht werden…..Weiter mit den neuesten Sportmeldung…

  5. Erstellt am 22. Mai 2010 um 12:42 | Permanent-Link

    Die Website von denen ist toll. Virales Marketing ftw.

  6. asdf
    Erstellt am 22. Mai 2010 um 13:58 | Permanent-Link

    Wenn das eine Werbeaktion von Nokia ist, dann ist es verdammt kreativ.

  7. manuel
    Erstellt am 22. Mai 2010 um 15:10 | Permanent-Link

    “Koalitionsvertrag: Briten motten Big Brother ein

    Die konservativ-liberale Regierung unter David Cameron kündigt in ihrem Koalitionsvertrag die Rücknahme von Vorratsdatenspeicherung und die Überwachung der Bürger mit Kameras an. Langfristig soll es eine neue “Freedom Bill” geben.”

    http://www.golem.de/1005/75304.html

    Wird also hoffentlich doch kein Überwachungsstaat.

  8. lars
    Erstellt am 22. Mai 2010 um 17:42 | Permanent-Link

    Das ganze ist ein eher eine Art interaktives Story-Telling. Nokia ist da einfach nur Partner mit Product-Placement. Ich glaube nicht dass die da irgendwie gross inhaltlich involviert sind. Siehe auch: http://pervasivegames.wordpress.com/2010/05/18/conspiracy-for-good/

    in den \Spielregeln\ (http://conspiracyforgood.com/rules) steht unter anderem: \Think of this as a movie where YOU are the hero! It’s okay to just sit back and watch, but trust us, you’ll be missing out on the real excitement. Live the adventure, read the signs, fight the bad guys. Welcome to the ride of your life… this is merely the beginning!\

    Das finde ich persönlich wirklich affig. Dann doch bitte lieber gegen die echten \bad guys\ aufstehen.

  9. Akira
    Erstellt am 23. Mai 2010 um 15:20 | Permanent-Link

    Aber wieso sollte Noka so etwas als zynische virale Marketing Kampagne nutzen, wo sie doch schon dem Iran in der Realität mit der Internetzensur beim Deep Packet Inspection Dings geholfen haben? Zusammen mit Siemens. Die Wiki dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Internetzensur_im_Iran#Deep_Packet_Inspection
    http://online.wsj.com/article/SB124562668777335653.html
    Den Rest könnt ihr ja ergooglen. Ich fände das ein ganz schön riskantes Marketing, auch wenn es ein Alternate Reality Game wäre. Weiß jemand wie viel das Video gekostet haben könnte?

  10. Wolf
    Erstellt am 24. Mai 2010 um 12:27 | Permanent-Link

    Ok, das Video ist ein Fake, den sogar ich ernst nahm, weil ich eine ähnliche Entwicklung bereits vor vier Jahren gesehen habe.
    Interessant ist http://visapix.de/ Dort sehen wir nur noch die Supermarkt- Version.

    Die Tracking- Version, inklusive Gesichtserkennung und Erkennungssoftware für “untypische Bewegungsabläufe in Menschenmengen” (Handtaschenräuber) oder “Sprayer- Detektion” war bereits 2006 fertig, ist jedoch wieder von der Website verschwunden.

    Vom Sprayer-Detektor existiert wenigstens noch ein alter Zeitungsbericht: http://tinyurl.com/23e8xyc
    Den (von RTL?) im Jahr 2006 ausgestrahlten TV- Bericht habe ich nicht mehr gefunden. Einen Hinweis auf denselben Beitrag in “JobTV” gibt es noch bei archive.org. Einziger Unterschied zum Nokia-Fake war in diesem Film nur, dass die Zielpersonen auf dem öffentlichen Platz farbige Spuren hinterlassen. Ein Mobiltelefon- Tracking gab es damals noch nicht, aber die Gesichtserkennung in Kombination mit der optischen Tracking-Software. Die Gesichtserkennung wird der Supermarkt- Version beworben: http://tinyurl.com/39kruey

    Ich wundere mich sehr, dass der, vor vier Jahren bereits hochentwickelte Bereich Sicherheits- und Überwachungstechnik öffentlich nicht mehr beworben wird, trotz des boomenden Marktes.

  11. Wolf
    Erstellt am 25. Mai 2010 um 08:54 | Permanent-Link

    Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es die (patentierte) Software aus Potsdam ( http://tinyurl.com/23e8xyc ), die hier eingesetzt wird:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32673/1.html

    Vermutlich wird oder wurde dieselbe Software (ich schrieb bereits über mein, ein Jahr zurücklegendes Erlebnis in Hannover) auch in Deutschland getestet.

  12. Digitalis
    Erstellt am 25. Mai 2010 um 18:21 | Permanent-Link

    Bei den Inselaffen ist alles möglich. Da wirfst du eine Kippe weg, und die Kamera spricht dich an: Kippe in den Müll oder Fresse dick. Klasse. Keine Nation hat soviele Kameras aufgestellt, wie die Inselaffen. Niemand wehrt sich. Das kommt durch Inzucht. Da schrumpft das Hirn.

  13. Digitalis
    Erstellt am 25. Mai 2010 um 21:22 | Permanent-Link

    @Andreas

    Dein Kumpel Jörg belästigt mich, er basht mich ohne Ende. Ich bitte Dich daher, da er mich in seinen Threads (oben) gesperrt hat, für die Entfernung meiner sämtlichen Beiträge zu sorgen. Ich kann die Beschneidung meiner Meinungsfreiheit in dieser Form nicht dulden. Wenn er also meint, ich darf hier nichts mehr schreiben, dann gilt das auch für die Vergangenheit.

    Sollte der Typ meine Beiträge nicht entfernen, wird sich mein Anwalt des Themas annehmen.

    Danke Dir.

3 Trackbacks

  1. Von maolmi.de » Fiktion? am 22. Mai 2010 um 08:24

    [...] netzpolitik.org, conspiracy for [...]

  2. Von alphabet soup am 24. Mai 2010 um 15:36

    “Dieses Video ist kein Lobby-Video für das britische Parlament – dafür ist es …”…

    Dieses Video ist kein Lobby-Video für das britische Parlament – dafür ist es zu gut gemacht….

  3. [...] Frühjahr startete eine virale Kampagne, die es bis auf Netzpolitik schaffte. In einem Video preist ein Sprecher des fiktiven Konzerns BlackwellBriggs [...]

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