Vorratsdaten: Wer löscht wirklich?

Das Blog wayne.interessierts.eu hat mal bei einigen Providern nachgefragt, ob diese denn nun nach dem Urteild es Bundesverfassungsgerichts die Vorratsdaten löschen. Einige Provider haben schon geantwortet. Interessante Info: Bei der Deutschen Telekom werden 19 TB Daten gelöscht, 1&1 schreibt von 25 TB. Da fragt man sich doch, warum der deutlich kleinere Provider 1&1 viel mehr Vorratsdaten vorrätig hielt und nun löscht als die Deutsche Telekom. (Ok, liegt wohl an GMX und Web.de, die auch zu 1&1 gehören)

(danke an chriszim)

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Datenschutz, Deutschland und getagged , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

23 Kommentare

  1. Michel
    Erstellt am 3. März 2010 um 21:03 | Permanent-Link

    Das dürfte wahrscheinlich an der Art der Speicherung liegen. Jeder Provider hat da offenbar Speziallösungen für sich anfertigen lassen. Und während die Software des einen die Verbindungsdaten extrem effizient und sparsam verarbeitet und speichert, kann es ja sein, dass der andere eine wesentlich ineffizientere Lösung hat.

  2. nati0n
    Erstellt am 3. März 2010 um 21:08 | Permanent-Link

    evtl. hat 1und1 ja die Backup Daten mit eingerechnet…

  3. Erstellt am 3. März 2010 um 21:11 | Permanent-Link

    Birnen und Äpfel.

    Was heißt den hier “größer”? Telekom und T-Systems sind zwei verschiedene Firmen.

    Ich vermute mal daß 1und1 deutlich mehr Domains und damit Postfächer hostet.

  4. Drizzt
    Erstellt am 3. März 2010 um 21:19 | Permanent-Link

    Bzgl. der unterschiedlichen Speichermengen sollte man evtl. nachfragen, was da eingerechnet wurde. Hat 1&1 z.B. auch für WEB.de und GMX gesprochen? Zumindest der Blog-Eintrag von 1&1, auf den da verwiesen wird, legt das nahe, dort heißt es:

    Für 1&1 und unsere Marken GMX und WEB.DE und vor allem unsere Kunden bedeutet die Karlsruher Entscheidung, dass wir keine Vorratsdaten mehr speichern werden und der Aufforderung nachkommen, die aktuell rund 25 Terabyte gespeicherten Daten “unmittelbar” zu löschen. Aus technischen Gründen wird dies nicht an einem Tag geschehen, aber wir gehen davon aus, dass dieser Prozess in wenigen Tagen abgeschlossen ist.

    (Hervorhebung von mir.)

    Grüße,
    Drizzt

  5. Erstellt am 3. März 2010 um 21:29 | Permanent-Link

    Zum “deutlich kleineren Provider 1&1″ gehören auch die beiden größten deutschen Freemailanbieter GMX und Web.de.

    Ein “Backup” der Daten wäre rechtlich nicht möglich, es gibt allerdings eine Spiegelung des Systems – die entsprechend ebenfalls 25 TB groß ist.

    Andreas Maurer, 1&1

  6. Eike
    Erstellt am 3. März 2010 um 21:44 | Permanent-Link

    Habe gestern noch bei T-Home angefragt. Genau bei der Pressestelle. Meine E-Mail wurde kurz und knapp an den normalen Support weitergeleitet mit dem Hinweis für den Supporter:

    Ihre Mail vom 03.03.2010 08:45:
    Name: **
    Keine Presseanfrage!!

    Sehr zügig kam dann auch heute Abend nach 18 Uhr die Antwortmail:

    Sehr geehrter Herr ***,

    vielen Dank für Ihre E-Mail.

    Wir möchten schnell für Sie tätig werden, brauchen hierfür allerdings noch einige Informationen.

    Bitte ergänzen Sie in dieser E-Mail folgende Angaben und senden diese an uns zurück.

    Vorname Name (Anschlussinhaber/in):
    Straße:
    PLZ/Ort:
    Telefonnummer mit Vorwahl:
    Kundennummer oder Buchungskonto:

    Unser Tipp: Die Kundennummer, das Buchungskonto oder die Rechnungsnummer finden Sie oben rechts auf Ihrer Telekom Rechnung.

    Gern klären wir nach Eingang dieser Angaben Ihr Anliegen unverzüglich.

    Herzlichen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen

    Deutsche Telekom AG
    Kundenservice

    Ulrike ***

    Tja, das übliche halt… da passt doch das gelobte Zitat:

    Erst wenn die letzte Vermittlungsstelle gesprengt,
    der letzte T-Punkt niedergebrannt,
    das letzte Telefonhäusschen zertrümmert,
    und der Robert T-Online Schöpfer totgeprügelt wurde,
    wird die Telekom merken, dass sie doch ein paar unzufriedene Kunden hatte !!!!

  7. Eike
    Erstellt am 3. März 2010 um 21:48 | Permanent-Link

    Kleiner Nachtrag:

    Die sieben Tage speichern wir halt illegal Praxis von T-Offline sollte sich nochmal ein Anwalt vornehmen…

  8. Marek
    Erstellt am 3. März 2010 um 22:21 | Permanent-Link

    Warum dauert das Löschen eigentlich so lange? Wenn dass eigene Systeme sind, die sie löschen müssen, dann sind dort ja eigentlich auch eigene Festplatten verwendet und da ja nicht alles auf einer Platte liegt, sondern auch vielen parallel, müsste das Formatieren doch auch nicht länger dauert, als wie zu Hause bei ner 500Gb Platte, was vielleicht so 3 oder 4 Stunden sind.

  9. Nobody
    Erstellt am 3. März 2010 um 22:30 | Permanent-Link

    @Marek

    Das liegt daran das die Daten ja vorher noch sichern muss. ;-) Oder vieleicht sind es doch ein paar mehr Daten als angegeben wurde da ich jetzt 19TB für eine recht lächerliche Zahl halte wenn ich da die angeblichen Millionenkosten für Hardware daneben stelle!

  10. Bender
    Erstellt am 3. März 2010 um 22:49 | Permanent-Link

    Ich bin ja mal gespannt, wann hier die ersten “CDs” auftauchen und div. Ermittlungsbehörden zum Verkauf angeboten werden ;-)

  11. Erstellt am 3. März 2010 um 23:08 | Permanent-Link

    Naja Herr Maurer, ganz so richtig ist das ja nicht: Web.de und GMX gehören nicht zu 1&1, sondern zu United Internet. Auch 1&1 gehört zu United Internet.

    Außerdem hat die Telekom zwar viele Kunden, die meisten allerdings im Telefonbereich. 1&1-Kunden haben nahezu alle Telefon und Internet.

    • Erstellt am 4. März 2010 um 09:58 | Permanent-Link

      @Dominik: GMX und WEB.DE sind Tochterunternehmen der 1&1 Internet AG, die wiederum eine hundertprozentige Tochter von United Internet ist. Guckstdu z. B. hier auf S. 69. Die Mitarbeiter der 1&1 Pressestelle kennen durchaus unsere Konzernstruktur.

      Schöne Grüße,

      Andreas Maurer, 1&1

  12. KinNeko
    Erstellt am 4. März 2010 um 02:48 | Permanent-Link

    Ich hoffe mal nicht, dass die nur formatieren..

  13. Robert
    Erstellt am 4. März 2010 um 08:43 | Permanent-Link

    wäre doch eine gelegeheit für eine anfrage der oppostition, wie denn jetzt gelöscht wird.

    schliesslich lag ja ein gesetz vor zur speicherung, wo alle ganz schnell zugegriffen haben. jetzt sollen sie mal andersherum in dei pötte kommen.

    ich sage voraus, es wird eine grosse verwirrung geben, da ja die kompetenten vollpolitihirnis ja sooo bescheid wissen über alles und auf expertenmeinungen zu gesetzen einen scheiss kümmern.

  14. Robert
    Erstellt am 4. März 2010 um 08:45 | Permanent-Link

    korrektur:

    steiche “kümmern”, setze “geben”

  15. Andreas
    Erstellt am 4. März 2010 um 08:51 | Permanent-Link

    Sind ja riesen Datenmengen für Internetdrucker:

    Wenn man sich vorstellt, die hätten die 44 TB Daten zur Einsicht ausgedruckt in den Plenarsaal des Bundestages liefern lassen, würden sie feststellen müssen, dass der Saal zu kein ist. Er kann mal gerade die Datenmenge die in einem Monat alleine von der Telekom und 1und1 anfallen fassen.

    Ich vermute mal, dass das mehr ist, als die Stasi pro Monat dokumentiert hatte.

    Nebenrechnung/Annahmen:
    1 Byte = 1 Zeichen
    82×61 Zeichen pro A4 Seite = 5000 Zeichen
    beidseitig bedruckt = 10000 Zeichen = 10kB
    4400000000 Blatt Papier.
    1000 Blatt 80Gramm Papier sind ca. 11 cm dick.
    Platzbedarf:
    1000Blatt = 0,297m x 0,210m * 0,11m = 0,0068607 m^3
    4400000000 Blatt = 30187m^3
    =Würfel mit 31 m Kantenlänge
    =Volumen des Panometers Dresden

    Grundfläche des Plenarsaals=1.200 m²
    (Siehe bundestag.de)
    Höhe des Papierstapels im Saal= 25,1m
    -> pro Monat = 4,2m

    Grüße
    Andreas

  16. Erstellt am 4. März 2010 um 09:28 | Permanent-Link

    Hauptsache es wird gelöscht. :-)

  17. KinNeko
    Erstellt am 4. März 2010 um 13:23 | Permanent-Link

    Die Daten müssen ja nur gelöscht werden..
    ..kann ja sein, dass die vorher nochmal alles ausgedruckt werden ;)

  18. Cor
    Erstellt am 4. März 2010 um 15:12 | Permanent-Link

    Was diese Daten-Menge angeht muss man aber beachten das die ja keine Filme oder etwas in die Richtung speichern sondern größtenteils Textdateien, daher die geringe größe, denk ich mal zumindest.

  19. Erstellt am 4. März 2010 um 22:50 | Permanent-Link

    Freue mich schon drauf, wenn die Telekom meldet, dass sie die Daten nicht löschen können.

    “Diese Datei ist zu groß für den Papierkorb. Wollen sie die Daten unwiderruflich löschen?”

  20. KinNeko
    Erstellt am 4. März 2010 um 23:32 | Permanent-Link

    Was ist eigentlich mit den Handydaten?

    Nichts gegen Leute die es stört, welche Seiten man angesurft hat und welche Email man verschickt hat.

    Aber wann und wo ich war und wen ich angerufen habe ist für mich wesentlich sensibler.

  21. johann
    Erstellt am 5. März 2010 um 18:45 | Permanent-Link

    Es ist gut, daß die Vorratsdatenspeicherung abgeschaft wird und die Daten gelöscht werden damit Speicherplatz frei wird. Der CCC braucht nämlich den freigewordenen Platz für die Datenbriefe, die die Unternehmen zukünftig dort für Ihre Kunden zum Abruf bereithalten. Anmelden kann sich übrigens jeder mit seiner lebenslang gültigen Steuernummer, die er – um Fehlzuordnungen bei den Datenbriefen zu vermeiden – zukünftig bei jedem Kontakt mit einem Unternehmen angeben muss.

  22. Erstellt am 5. März 2010 um 20:59 | Permanent-Link

    Wayne…interessiert’s bleibt übrigens dran:
    http://wayne.interessierts.eu/2010/03/03/vorratsdaten-wer-loscht-wirklich/

    Mal so nebenbei – hatte das auch bei Wayne schon gefragt – ich trau keinem: Wer kontrolliert eigentlich die Löschung der Daten?

    Die Vorratsdatenspeicherung hat de facto mittlere bis große Vermögen gekostet. Da aus dem Urteil hervorgeht, daß mit Sicherheit eine neue Speicherung kommen wird, könnte man doch als zum Löschen Verpflichteter den merkantilen Gesichtspunkt vertreten: Löschen wir nicht, tun wir irgendwo ins Schatzkästlein und reden nicht drüber, und wenn die Daten wieder gebraucht werden, haben wir hohe Kosten vermieden. Ergo haben wir dann einen netten, kleinen Wettbewerbsvorteil…

    Auch sehr große Datenmengen lassen sich auf sehr kleinem Raum unterbringen. Sie sind nicht sichtbar, machen keine Geräusche, verursachen keinen Geruch, bewegen sich nicht, man kann sie nicht anfassen –

    Auf die Idee kommt natürlich niemand wirklich, weil das ungesetzlich ist. Hirngespinste…

5 Trackbacks

  1. [...] hat bei Netzpolitik (Kommentar 4) gesagt, dass auch die Vorratsdaten von GMX und Web.de bei ihrer 25TB-Angabe [...]

  2. [...] erklärt bei netzpolitik.org, dass in die 25TB auch die Daten der Töchter GMX und Web.de eingerechnet wurden (Deutschlands [...]

  3. Von Staatsfeind am 3. März 2010 um 21:49

    “Das Blog wayne.interessierts.eu hat mal bei einigen Providern nachgefragt, ob…”…

    Das Blog wayne.interessierts.eu hat mal bei einigen Providern nachgefragt, ob diese denn nun nach dem Urteild es Bundesverfassungsgerichts die Vorratsdaten löschen….

  4. [...] Vorratsdaten: Wer löscht wirklich? : netzpolitik.org. [...]

  5. Von Nur mal angenommen – « …Kaffee bei mir? am 5. März 2010 um 21:12

    [...] März 2010 von opalkatze Ich wollte eigentlich nur einen Kommentar bei Netzpolitik schreiben, dann hat sich der Gedanke selbständig [...]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.