Thailand: Internetsperren haben versagt.

Thongchai Sangsiri, Leiter der Abteilung für Computerkriminalität bei Thailands Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologie, kann aus Erfahrung sprechen: Thailand blockiert mehr als eine Viertelmillion Websites. Nun stellt er beim Asia-Pacific Telecommunity cybersecurity forum fest:

Die Sperrlisten wachsen auf viele, viele Seiten an, und werden eine Last für die Internet-Provider. Sperrlisten funktionieren nicht.

Zum australischen Plan für Internetsperren sagte er

Die Mehrheit der Öffentlichkeit wird denken, dass die Regierung etwas unternimmt. Für das öffentliche Bild ist es also gut.

und lobte sie damit als brauchbare Nebelkerzen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Zensur. Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Linus Neumann, Netzpolitik.org.

4 Kommentare

  1. Alexander
    Erstellt am 22. November 2010 um 13:40 | Permanent-Link

    Naja, wenn sie als Nebelkerzen funktionieren, dann funktionieren sie doch gut genug. Zumindest für die Politiker…

  2. name
    Erstellt am 22. November 2010 um 14:17 | Permanent-Link

    @Alexander

    Hmm… wenn ich mich richtig erinnere, hat es doch sogar Schlaegereien zwischen Abgeordneten im thailaendischen Parlament gegeben. Ob man insofern von “den Politikern” als einzelne Gruppe mit homogenem Interesse sprechen kann, halte ich fuer fragwuerdig.
    Ich wuerde das eher als Indikator dafuer sehen, dass die Politik dort nicht vom Parlament gemacht wird.

    “Nebelkerze” finde ich eigentlich einen zu unspezifischen Ausdruck. Ich denke die Internetsperren erfuellen die Aufgabe, “Politik von unten” zu verhindern.

    zur Aeusserung von Thongchai Sangsiri: “die Mehrheit der Oeffentlichkeit wird denken, dass die Regierung etwas unternimmt”, denke ich, dass es meiner Vermutung nach ziemlich genau 50% sein werden. War schon bei mehreren Laendern bei aehnlichen Gesetzen so der Fall.

  3. Silvie
    Erstellt am 22. November 2010 um 22:48 | Permanent-Link

    Ups, schon ist er weg!

    Verhaftet?

  4. Tom
    Erstellt am 23. November 2010 um 00:00 | Permanent-Link

    Das Erstaunliche ist ja, dass es mal ein Mitarbeiter einer Behörde offen ausspricht, das Netzsperren Unsinn sind. Mal sehen, wann sich das einer vom BKA traut.

3 Trackbacks

  1. Von Qbi's Weblog am 22. November 2010 um 22:45

    Thailand sieht es ein, Internetsperren sind nutzlos…

    Unsere Politiker fordern ja in regelmäßigen Abständen Sperren oder Stoppschilder für das Internet. Die Aktivisten des AK Zensur und andere sagen in regelmäßigen Abständen, dass dies nicht funktioniert. In diesen Reigen reihte sich nun auch der tha…

  2. [...] sind mir neu. Ein Mitglied der thailändischen Regierung hatte ihn benutzt, um, trotz des Versagens von Internetsperrlisten in seinem Land, sie als Vorteil für die Politik zu werten. Man tut etwas, [...]

  3. Von PL (8) am 28. November 2010 um 17:01

    [...] Thailand: Internetsperren haben versagt. bei Netzpolitik [...]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.