SWIFT-Abkommen entspricht nicht EU-Datenschutzniveau

Als das Europaparlament diesen Monat das SWIFT-Abkommen beschlossen hat, verkauften dies Sozialdemokraten und Liberale als großen Erfolg für unsere Bürgerrechte und Datenschutz. Unser Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar sieht dies nicht so und hat heute wieder eine Pressemitteilung veröffentlicht, weil übermorgen das Abkommen in Kraft tritt:

“Auch das nun geschlossene Abkommen entspricht nicht dem durch die EU-Grundrechtecharta und die EG-Datenschutzrichtlinie vorgegebenen Datenschutzniveau. Unverzichtbare und bewährte Standards werden unterlaufen.” [...] Für pikant halte ich es, dass ausgerechnet Europol darüber wachen soll, dass nicht zu viele Daten in die USA übermittelt werden, also eine Behörde, die von den US-Diensten mit den aus dem Datenbestand gewonnenen Erkenntnissen versorgt werden soll. Zwar sieht das Abkommen eine Kontrolle der Verarbeitung in den USA durch unabhängige Prüfer vor, von denen einer durch die Europäische Kommission benannt werden soll. Diese Prüfer haben jedoch nur eng begrenzte Kontrollbefugnisse. Bei Verweigerung der Auskunftserteilung erfahren weder der Betroffene noch sein nationaler Datenschutzbeauftragter im europäischen Heimatland, ob und gegenbenenfalls weshalb jemand in dem US-System gespeichert ist.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Datenschutz, Deutschland, Digital Rights, EU und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

4 Kommentare

  1. Erstellt am 30. Juli 2010 um 14:16 | Permanent-Link

    Das Abkommen widerspricht jedem gesunden Menschenverstand. Da braucht man sich um Richtlinien auch nicht mehr kümmern…

  2. jorokide
    Erstellt am 30. Juli 2010 um 15:25 | Permanent-Link

    aha, gegen den gesunden menschenverstand.

    also wie bei fast allen EU-regelungen, naja, dann fleissiges datensenden über den teich.

    wenns sonst keinen juckt…..

  3. Drizzt
    Erstellt am 30. Juli 2010 um 17:58 | Permanent-Link

    Wenig überraschend für alle, die das nur entfernt begleitet haben. Der Grund warum wir das bekommen dürfte ja auch klar sein: weil die EU-Behörden da dann alle auch reingucken dürfen. Ganz ohne neue Gesetze, Regelungen oder gar lästige Kontrollen.

  4. anon
    Erstellt am 1. Februar 2011 um 19:07 | Permanent-Link

3 Trackbacks

  1. Von links for 2010-07-30 « Sikks Weblog am 31. Juli 2010 um 02:06

    [...] SWIFT-Abkommen entspricht nicht EU-Datenschutzniveau : netzpolitik.org Das SWIFT Abkommen der EU scheint auch im zweiten Anlauf noch nicht dem Datenschutzniveau der EU zu entsprechen. Zu diesem Schluss kommt Peter Schaar. Dabei haben SPD und FDP sich noch so gefreut über die Verbesserungen, die es gegeben habe (man nennt das auch eingeknickt). (tags: wrb SWIFT EU Datenschutz) [...]

  2. Von Marie Karsten am 2. August 2010 um 09:57

    Swift und Co….

    I found your entry interesting thus I’ve added a Trackback to it on my weblog :)…

  3. [...] Ausverkauf des Staates und Konzernaristokratie Euro-“Rettung“: Nochmal 750 Milliarden? SWIFT-Abkommen entspricht nicht EU-Datenschutzniveau Es ist schon seltsam zu beobachten das jene Herren im EU-Parlament, die hier laut Diktatur [...]

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