Leistungsschutzrecht: Marshallplan für alte Träume.

Die Deutschlandradio Kultur Sendung Breitband hat gestern ein Interview mit Matthias Spielkamp von iRights.info zum Leistungsschutzrecht gemacht: “Nie da gewesene Rechtsverwirrung”
Hier ist die MP3 dazu.

Die beste Überschrift des Wochenendes hat Philipp Otto bei iRights geschrieben: Leistungsschutzrecht: Marshallplan für alte Träume.

Die eigentliche Frage ist aber nicht, wie ein solches Recht aussehen soll, sondern warum es ein solches Recht überhaupt braucht. Auf diese Frage gibt es keine zufriedenstellende Antwort. Dies nicht einmal von den Befürwortern. Spötter würden sagen, das ist eine Mövenpick-Aktion der Presseverlage, weil sie ihren eigenen Geschäftsmodellen nicht mehr vertrauen. Spott ist aber nicht angebracht, dazu sind die Pläne zur Einführung eines solchen einseitigen Monopolrechts viel zu gefährlich. Vielen Industrieverbänden, Interessenverbänden, Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Nutzern ist noch gar nicht bewusst, was da in den letzten Monaten hauptsächlich in Fachgremien spekuliert und diskutiert wurde. Die Auswirkungen hinsichtlich hoher Kosten für Unternehmen wie auch öffentliche Einrichtungen dürften dramatisch sein. Wie dies konkret geregelt werden soll, wird von den Presseverlagen und den Gewerkschaften bislang ebenfalls verschwiegen. Zudem droht ein nie dagewesenes Rechtschaos, das der vielfach beschworenen Forderung, die deutsche Gesetzeslandschaft fit für das Internetzeitalter zu machen, einen Bärendienst erweisen dürfte.

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3 Kommentare

  1. Mike
    Erstellt am 9. Mai 2010 um 16:20 | Permanent-Link

    Guter Beitrag. Danke für die mp3, da mir die Textversion von iRights etwas zu lang erscheint :)

    ps: Warum nehmt ihr nicht an Flattr teil?
    Ich denke hier gibt es eine Menge Leute, die sich für eure Arbeit bedanken wollen.

    Mfg
    Mike

  2. Erstellt am 9. Mai 2010 um 18:01 | Permanent-Link

    Ich denke, das Leistungsschutzrecht könnte ganz nützlich sein, damit auch im Internet hochqualitiative Informationen bereit gestellt werden können. Irgendwie müssen die Medien Geld verdienen.

  3. Durden
    Erstellt am 10. Mai 2010 um 01:04 | Permanent-Link

    Ich denke, das Leistungsschutzrecht könnte ganz nützlich sein, damit auch im Internet hochqualitiative Informationen bereit gestellt werden können. Irgendwie müssen die Medien Geld verdienen.

    Wer mit Inhalten im Netz Geld verdienen will, soll sie hinter Bezahlschranken stellen.

    Ein dem vorliegenden Entwurf entsprechendes Leistungsschutzrecht ist dagegen mit allen Mittel zu verhindern. Etwas derartiges hebelt das Grundrecht der Meinungsfreiheit komplett aus, ganz abgesehen davon dass es Verlagen einen Sonderstatus verschafft, der ihnen im digitalen Zeitalter längst nicht mehr zusteht.

Ein Trackback

  1. [...] Printbranche ringt um valides digitales Geschäftsmodell und hat mit Google den Sündenbock fürdie kostenlos Mentalität im Netz schon [...]

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