CensorCheap: Das Firefox-Addon gegen Netzsperren

Der französische Entwickler Paul Da Silva, der auch schon das nette kleine Programm IPFuck geschieben hat, stellte heute CensorCheap, eine Erweiterung für Firefox (und bald auch weitere Browser), vor. Drüben bei Bluetouff wird erklärt, wie die Erweiterung funktionieren soll:

Sie ist in ihrer Nutzung völlig transparent und sendet anonymisierte Daten an einen Server, der eine Bestandsaufnahme der internationalen Sperrinfrastuktur erstellt. Wenn z.B. ein Internetdienstanbieter eine Seite sperrt und eine 404 Fehlermeldung oder ein Domainfehler erscheint, dann fragt das Addon beim Server an, ob es sich um einen „normalen“ Fehler handelt. Je nach Inhalt und Quantität der Fehlermeldungen wird etabliert, ob es nur ein vorübergehendes Problem ist oder ob tatsächlich zensiert wurde. Man kann sich auch die gesammelten Daten anschauen und sich so über die von Staat oder Anbietern gesperrten Seiten informieren.

Dieses Crowdsourcing-Projekt ist auf Nutzer aller Länder angewiesen, um Netzsperren zu signalisieren und zu kartographieren. Also viel Spass bei der Installation!

(Crossposting von vasistas?)

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Digital Rights, Zensur und getagged , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Kirsten Fiedler, Netzpolitik.org.

13 Kommentare

  1. tbx
    Erstellt am 25. August 2010 um 15:32 | Permanent-Link

    http://www.herdict.org ist so ziemlich das gleiche, aber in “more sophisticated”
    Und dann gibts natürlich noch China Channel, der Add-on FÜR Netzsperren ;) http://chinachannel.hk

  2. badboy_
    Erstellt am 25. August 2010 um 15:34 | Permanent-Link

    Wenn’s wenigstens OpenSource wäre :/

  3. Lach
    Erstellt am 25. August 2010 um 15:40 | Permanent-Link

    >und sendet anonymisierte Daten an einen Server,

    nein danke. wenn google & co. das nicht darf, dann auch nicht andere..

  4. karl
    Erstellt am 25. August 2010 um 15:46 | Permanent-Link

    CensorCheap 0.35 could not be installed because it is not compatible with SeaMonkey 2.0.7pre.

    Ich wette, er war einfach nur zu doof, verschiedene Browser mit anzugeben und es würde problemlos laufen…

  5. mcnesium
    Erstellt am 25. August 2010 um 16:55 | Permanent-Link

    > Also viel Spass bei der Installation!

    bitte das nächste mal die seite auf dem addons portal verlinken und nicht gleich die xpi datei mit confirmed=1 parameter. das ist alles andere als transparent.

    hier der link zur seite: https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/216013/

  6. Sven
    Erstellt am 25. August 2010 um 17:45 | Permanent-Link

    Ich habe mir überlegt was man noch bräuchte wenn eine richtig starke Sperre wie in GB kommt, wäre sowas wie Foxyproxy mit einer automatisch erneuerbaren Liste von gesperrten Seiten die man dann automatisch per Proxy ansurft.
    Mir geht es dabei vor allem um die Blogs und DAUs, die Neulinge im Netz sollen ohne Aufwand auf zukünftig gesperrte Blogs und andere Seiten zugreifen können.

  7. Henry Zimmermann
    Erstellt am 26. August 2010 um 02:05 | Permanent-Link

    Ist Paul Da Silva der Papa des Politikers Mirco da Silva?

  8. Gobold
    Erstellt am 26. August 2010 um 13:40 | Permanent-Link

    Was ist denn mit Staaten, die nicht 404 senden, sondern die IP eines staatlichen Servers, der dann ein Stoppschild o.ä. ausliefert?

  9. Durden
    Erstellt am 26. August 2010 um 14:54 | Permanent-Link

    @Sven #6

    Ich habe mir überlegt was man noch bräuchte wenn eine richtig starke Sperre wie in GB kommt, wäre sowas wie Foxyproxy mit einer automatisch erneuerbaren Liste von gesperrten Seiten die man dann automatisch per Proxy ansurft.

    Stimmt, das wäre klasse.

  10. Sven
    Erstellt am 26. August 2010 um 15:00 | Permanent-Link

    @Gobold
    Würde mich auch interessieren, da hilft dann wohl wieder nur das Konzept von Herdict. Achso, oder CensorCheap lernt die IP von der Warnseite auf die man umgeleitet wird und registriert diese Umleitungen dann ebenfalls. So könnte es gehen.
    Derzeit haben wir aber ja noch keine Sperren in den meisten Ländern Europas oder nur für KiPo im weitesten Sinn (und in Deutschland vermutlich nicht mal das), ausser zum ausprobieren macht es darum kaum Sinn sowas zu installieren und zu benutzen.

  11. Otzelotz
    Erstellt am 26. August 2010 um 15:28 | Permanent-Link

    Ein einfaches VPN-Gateway (z.B. via OpenVPN) in einem Land ohne Netzsperren reicht vollkommen aus, um jedwede lokale Sperrinfrastruktur zu umgehen.

    Für reine Dokumentationszwecke können derartige Plugins aber schon sehr hilfreich sein.

  12. Sven
    Erstellt am 26. August 2010 um 17:00 | Permanent-Link

    @Otzelotz
    Schon klar, für die breite Masse wäre aber eine Lösung besser die nur anspringt wenn man eine gesperrte Seite aufrufen will, und man dann über einen Proxy umgeleitet wird. Solche Dienste wie CensorCheap oder Herdict sind der erste Schritt dazu. Wenn man die gesperrten Seiten mal kennt, kann man die Nutzer umleiten.

  13. Paul Ha.
    Erstellt am 26. August 2010 um 23:39 | Permanent-Link

    @Henry Zimmermann welcher Politiker? ;D

Ein Trackback

  1. Von AX11 am 26. August 2010 um 19:50

    Zweimal das Netz retten…

    Erstens: Es gibt mittlerweile eine offizielle Petition zur Erhaltung der Netzneutralität. Da NN ein -auf den ersten Blick- sehr technisches Problem ist, wird sie wohl kaum zum Lieblingsthema der ungewaschenen Massen avancieren. Will sagen, wer diese Pe…

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