Auch Mastercard schmeißt Wikileaks raus

Auch der Kreditkartenanbieter Mastercard hat sich entschieden, die Geschäftsbeziehung zu Wikileaks zu beenden und keine weiteren Spenden über ihr System zuzulassen. Begründung: Wikileaks mache illegale Sachen und das verstösst gegen die eigenen Regeln, wie CNet erfahren hat: MasterCard pulls plug on WikiLeaks payments.

MasterCard said it was cutting off payments because WikiLeaks is engaging in illegal activity. “MasterCard rules prohibit customers from directly or indirectly engaging in or facilitating any action that is illegal,” spokesman Chris Monteiro said.

Mal schauen, wann VISA nachzieht.

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32 Kommentare

  1. Blogfürst
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 08:10 | Permanent-Link

    soso…. wikileaks macht also illegale Sachen. Da fallen mir adhoc eine ganze Reihe an weltumspannenden Großkonzernen ein, die auch “illegale Sachen machen”.

    Offensichtlich feuert die US-Regierung derzeit aus allen (diplomatischen) Rohren gegen wikileaks…. sogar die Schweiz gibt klein bei und sperrt Julian Assanges Konto.
    Spannend wird es wohl sein, zu sehen was die US-Regierung tun wird, um der WAU-Holland-Stiftung den Saft abzudrehen. Die ist nämlich gemeinnützig. Das dürfte schwierig werden…

  2. stimmviech
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 08:22 | Permanent-Link

    Sehe ich das richtig, daß die momentan einzige verbleibende Spendenmöglichkeit diejenige über das Konto der Wau-Holland-Stiftung ist?

  3. Torsten
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 08:24 | Permanent-Link

    stimmvieh: Einfach Mal auf die Spendenseite gucken.

    http://wikileaks.de/support.html

  4. Name (pflicht)
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 08:40 | Permanent-Link

    Das Verhalten von MasterCard ist ekelhaft und armselig. Wenn die zitierte Regel tatsächlich Grundlage für die Sperrung sein soll, müssten sie jetzt konsequenterweise auch allen Spendern kündigen.

    „[...] indirectly [...] facilitating any action that is illegal“ — man mache sich einmal klar, dass das mit etwas Fantasie auf jeden zutrifft.

  5. Erstellt am 7. Dezember 2010 um 08:54 | Permanent-Link

    Die Ankündigkund Internas einer Grossbank leaken zu wollen löst anscheinend bei den Bankstern gehörige Panik aus. Zusammen mit dem Druck der US Regierung…

    Naja, soviel mal dazu das die USA weltweit für Freiheit und Demokratie kämpfen würden….

  6. Erstellt am 7. Dezember 2010 um 09:12 | Permanent-Link

    Ist das nun der Anfang der Schlacht, auf die wir so lange warten mussten?

  7. Erstellt am 7. Dezember 2010 um 09:26 | Permanent-Link

    ups…

    der geht ja wieder…sry

  8. steuerpirat
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 09:29 | Permanent-Link

    Schon spannend wie sie sich alle selbst entlarven …

    Machen wir doch mal eine erste Liste der Unternehmen, die Probleme mit dem freien Zugang zu Information haben:

    1. Amazon
    2. PayPal
    3. Postbank Suisse
    4. Mastercard

    Mal sehen, wer noch unbedingt auf diese Liste will. Vielleicht geben wir ihr noch einen Titel … “we are evil” … oder so …?

  9. Anna
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 09:35 | Permanent-Link

    oh welch feine regeln sie befolgen. wurde nicht gerade auch Hillary Clinton nachgewiesen, dass sie verschiedene Illegalitäten vollbracht hat? Die Liste ist lang… und was ist eigentlich mit schwarzfahren in der ubahn?
    MasterCard kann dicht machen…

  10. chris
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 09:50 | Permanent-Link

    @steuerpirat:

    1. Amazon
    2. PayPal
    3. Postbank Suisse
    4. Mastercard

    5. Moneybookers
    6. EveryDNS
    7. Tableau Software

  11. Erstellt am 7. Dezember 2010 um 09:51 | Permanent-Link

    Und dies ist erst die erste richtige grosse schlacht in einem Krieg der wohl noch lange andauern wird.

    Die Frage ist nur wird letztendlich die Aufklärung und Freiheit gewinnen oder die Kräfte der dunklen Macht ?

  12. anderer_name
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 09:52 | Permanent-Link

    Bisher gibt es doch nichts (?) illegales, was Wikileaks vorgeworfen wird. Die weitergabe von Geheiminformationen geht nicht auf deren Konto, sondern auf das des Informanten. Man kann ja von der Veröffentlichung durch Wikileaks halten was man will – aber was im Moment passiert ist echt erschreckend.

    …. Muhahaha! Wie witzig ist das denn? Kleine Anekdote aus meinem Leben: Gestern war ich bei der Commerzbank in Kassel am Automaten – wenig später lese ich, das die Wau Holland Stiftung dort ihr Konto hat… schmunzelnd denke ich mir “Wie klein doch die Welt ist.” – aber natürlich nichts besonderes. Eben recherchiere ich etwas weiter (Link von 4 – markus) und sehe, dass einer der Gründungsvorstände in dem kleinen Ort, wo ich mich gerade aufhalte, nur eine Straße weiter wohnt. Das war vor einer viertel Stunde. Gerade habe ich draußen eine geraucht und sehe wie zwei Reporter, mit Kamera und Mikro bewaffnet, vorfahren und irgendetwas suchen und mit den Anwohnern sprechen. Um so mehr denke ich “Wie klein die Welt doch ist…”.
    Vielleicht sollte mal in den Keller kucken – möglich dass sich Assange dort versteckt hält. :D

  13. Nomis
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 10:04 | Permanent-Link

    …ich muss irgendwo auch noch einen toten Amazon-Account rumfliegen haben…

    Ich werde wohl auch alle meine Mitmenschen von Amazonalternativen überzeugen. Ich hoffe, dass bald die ersten Anzeigen gegen diese Unternehmen erfolgen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es rechtens ist Steuerhinterzieher (von denen dürfte es bei Mastercard genügend geben) im System zu belassen, aber ein Unternehmen bei dem die Widerrechtlichkeit noch ncihtmal gerichtlich erwiesen ist einfach zu kündigen.

    Ich betrachte es in diesem Zusammenhang im übrigen von großem öffentlichen Interesse, so dass nicht nur direkt betroffene Klagen können, aber ob die Juristen das genauso sehen wage ich zu bezweifeln. Weiß jemand näheres?

  14. _Flin_
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 10:33 | Permanent-Link

    @Nomis: In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit. Das schließt auch das Recht ein, mit jemandem keinen Vertrag abzuschließen.

    Noch nichtmal Verleumdung hätte wahrscheinlich eine Chance, da Wikileaks durch die Bereitstellung seiner Infrastruktur Whistleblowern ermöglicht, gegen das Gesetz zu verstoßen.

    Was so gesehen aber auf jedes Telekomunternehmen zutrifft, auf jeden Infrastruktur bereit stellenden Staat und auch auf Institutionen wie z.B. das FBI, die zu Straftaten auffordern (“Ich habe Bomben, da ist der Weihnachtsmarkt”).

  15. Daniel
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 10:58 | Permanent-Link

    Was wäre denn ein sinnvolles Vorgehen in Bezug auf diese Firmen?

    Boykott? Am besten öffentlich?
    Protest per Brief?
    Hat jemand sowas schonmal gemacht und eine entsprechende Vorlage?

  16. Mastercard Kündigen
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 11:19 | Permanent-Link

    So ich habe gerade meine Mastercard gekündigt!

    - Welch ein befreiendes Gefühl -

    Um ehrlich zu sein – wer braucht die schon?
    In DE kann man vor allem Überweisungen tätigen.

    Und wenn das nicht geht werde ich lokale Unternehmen unterstützen, die auch Bargeld nehmen. Die Preise sind auch nicht viel anders als im Internet wenn man sich nicht “blöd” anstellt.

  17. Erstellt am 7. Dezember 2010 um 11:33 | Permanent-Link

    @Nomis: “da Wikileaks durch die Bereitstellung seiner Infrastruktur Whistleblowern ermöglicht, gegen das Gesetz zu verstoßen.”

    Whistleblower verstoßen in den USA nicht gegen das Gesetz. Dafür gibt es eine gesetzliche Grundlage. Whistleblower, die strafbare Aktivitäten aufdecken, gehen straffrei aus.

  18. Ein Mensch
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 11:35 | Permanent-Link

    Der interessanteste Teil der Meldung wurde nicht zitiert:

    “In addition, the incoming chairman of the House Homeland Security Committee wants WikiLeaks listed as a ‘terrorist’ organization, which would [...] make it a felony for anyone else to provide ‘material support or resources’ to the group”

    ‘Du bist Terrorist’ wird Realität.

  19. Nomis
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 11:57 | Permanent-Link

    Ja, wirklich beknackt. Das was die treiben ist verantwortungslos.

    Es ist echt gefährlich: da wird im angesicht der Weltöffentlichkeit eine Instutition in vorm Ihres öffentlichen Gesichtes (unter billigem Vorwand(!?))vors Gericht geschleppt, der offensichtlich die Wahrheit sagt (wurde nie bestritten!). Man kann nur hoffen, dass das Gericht genug Schneid hat der Obrigkeit kein Exempel zu statuieren (ich bezweifle es).

    Wenn ein offensichtliches Exempel statuiert wird dann wird die zuschauende Masse schwerlich zu bremsen sein. Unverantwortlich!

    Es wird endgültig Zeit sich mit den Techniken und Falltüren von Tor, 2ip, PGP, P2P – Exit-Nodes, SSL, Datenverschlüsselung, Datenschreddern und co. auseinanderzusetzen.

    Die ersten Handgreiflichkeiten werden ausgeteilt – stellt Eure Informationskanäle sicher. Baut Infrastruktur für Tor&co. auf. Bald wirds wohl richtig rauh.^^

    PS: Wie siehts eigentlich mit den Daten der Kommentatoren von netzpolitik aus? Gut verschlüsselt (Nick email)? SSL-Zertifikat erneuern? Datenschredder allzeit bereit? Ich weiß nicht ob meine Kommentare nicht bald harten Restriktionen unterliegen….

    *TeufelandieWandmal*

  20. borg drone
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 12:35 | Permanent-Link

    [...] Und alle wieder im Chor, ob Staat, Medien oder Wirtschaft. Gegen alle Formen der uns so wichtigen Freiheit, des Rechts und der Demokratie, lässt Amazon seine Server entgegen bestehenden Verträgen down gehen, sperrt die Schweiz die Konten von Assanges und Interpol jagt mal eben „Staatsfeind Nr.1“. [...]
    http://waschtrommler.de/2010/12/06/wikileaks-versus-nacktscanner/

    nee geht wieder nicht @account

  21. Michael
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 13:54 | Permanent-Link

    Amazon nutze ich nicht mehr, Paypal schon lange nicht.

    Aber MasterCard? Da wird es eng. Selbst die Kreditkarte der GLS-Bank ist nur ein MC-Bastard. Und dass Visa und AE noch nicht nachgezogen haben, liegt wohl eher daran, dass Assange/WikiLeaks mit denen keinen Vertrag hat. Besonders AE hätte vermutlich nicht so lange gezögert.

    Tja, Kreditkarten-Alternativen? Irgendwer?

  22. Nomis
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 14:04 | Permanent-Link

    @Michael:

    “Und dass Visa und AE noch nicht nachgezogen haben, liegt wohl eher daran, dass Assange/WikiLeaks mit denen keinen Vertrag hat.”

    Hmpf. Das kannst Du auch auf Amazon-Alternativen und Bankalternativen ummünzen. Also wechseln und hoffen, dass der Anbieter besser ist. Wenn Du das noch forcieren willst teile Ihnen mit warum Du zu Ihnen kommst – dann sind sie vorgewarnt oder schmeißen Dich gleich raus (das wiederum wäre ne gute Story). *g*

  23. Martin
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 15:51 | Permanent-Link

    sogar die Schweiz gibt klein bei und sperrt Julian Assanges Konto.

    Wieso «sogar die Schweiz»?

    Die Schweiz als Kleinstaat gibt grossen Staaten ständig nach. Neben den USA übrigens insbesondere Deutschland – was auch vor dem Hintergrund zu sehen ist, dass ein deutscher Minister der Schweiz im Zusammenhang mit Steuerfragen sogar mit einem Militäreinsatz drohte …

  24. Blogfürst
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 15:52 | Permanent-Link

    @markus:
    Danke für den Hinweis. Dann hoffen wir mal, dass der Geschäftsbericht bald vorgelegt wird und die Gemeinnützigkeit bestehen bleibt.

    Entgegen den Behauptungen in dem Bericht, wäre die Aberkennung der Gemeinnützigkeit keineswegs das Ende der Stiftung und der Unterstützung für wikileaks.
    Spenden könnten dann halt nur nicht mehr steuerlich abgesetzt werden und bei sehr hohen Spendensummen könnte Schenkungssteuer anfallen.
    Darüber hinaus wird die Stiftung wie ein Unternehmen besteuert. Das macht die Unterstützung für wikileaks zwar teurer aber nicht unmöglich.

  25. Jo
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 15:57 | Permanent-Link

    Der Guardian sagt:

    “The card payment operator said an inquiry is under way into how the organisation operates.

    The whistle-blowing website has suffered repeated denial of service attacks, moved server, lost its PayPal service and had a key Swiss bank account closed.

    WikiLeaks relies on online donations from a worldwide network of supporters to fund its work.

    A spokesman said: “Visa Europe has taken action to suspend Visa payment acceptance on WikiLeaks’ website pending further investigation into the nature of its business and whether it contravenes Visa operating rules.” “

  26. Michael
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 16:46 | Permanent-Link

    … ok, das war jetzt Visa. Fehlt noch AE. ;-)

  27. Angelika
    Erstellt am 7. Dezember 2010 um 20:26 | Permanent-Link

    @21 – richtig und deshalb wollen ja US-politiker dies jetzt mal ganz schnell ratz-fatz per gesetz ändern
    (btw, wie es whistleblowern bisher in usa erging : paradebeispiel Daniel Ellsberg)

    und von wg. AGB der CC firmen : alles nur vorgeschoben. WL macht NIX illegales.

    (mist, eine CC brauche ich)

  28. Erstellt am 8. Dezember 2010 um 11:54 | Permanent-Link

    Hosensche*ßer fasst das ganz gut zusammen.

  29. Ein Mensch
    Erstellt am 25. Dezember 2010 um 00:35 | Permanent-Link

    “Are payment processors trying to become the legislature of the new decade?” Bonnie Lam of MegaUpload Headquarters asks, “Will it be them, rather than elected governments, who decide what’s right and what’s wrong? Will ballots be replaced by wallets, will people cast their votes by choosing a conservative or a liberal credit card? First WikiLeaks, then cyberlockers – what’s next, and where will it end? Will you no longer be able to settle your ISP bill by MasterCard, as your carrier of choice may profit from copyright infringement?”

    http://www.zeropaid.com/news/91680/exclusive-megaupload-issues-response-to-riaa-over-mastercard-cutoff/

5 Trackbacks

  1. Von Wikileaks mal wieder « stohl.de am 7. Dezember 2010 um 08:28

    [...] [...]

  2. [...] 8: Auch Mastercard sperrte Wikileaks nun aus – und nun? Tweet window.fbAsyncInit = function() { FB.init({ appId [...]

  3. Von Alle gegen Wikileaks | genius' blog am 7. Dezember 2010 um 12:54

    [...] MasterCard [...]

  4. [...] zuvor beendet hatte, kursieren Boykottaufrufe im Netz. Nach PayPal blockieren auch Visa und MasterCard Zahlungen für Wikileaks. Während die Begründung vergleichbar ist konnte ich jedoch die Frage [...]

  5. [...] der Amazon Cloud fliegen, der eigene Domainname aus der entsprechenden Registry geworfen wird und Kreditkartenfirmen die Spendenmöglichkeiten [...]

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