YouTube will Videos mit GEMA-Musik sperren

In Deutschland will YouTube vorläufig Videos von Plattenfirmen sperren, die von der GEMA vertreten werden. Heise berichtet, daß die Verhandlungen zwischen YouTube-Eigner Google und der GEMA vorläufig gescheitert sind.

Dem Artikel zufolge verlangt die GEMA, daß Google genaue Informationen darüber liefert, wie oft einzelne Streams abgerufen werden; daran sollen sich die gezahlten Gebühren orientieren. Google dagegen hält die finanziellen Forderungen der GEMA für untragbar.

Ein ähnlicher Vorgang spielte sich vor einem Monat in Großbritannien zwischen Google und der dortigen Verwertungsgesellschaft PRS ab. Soweit ich weiß, sind dort die entsprechenden Videos weiterhin nicht abrufbar.

Nach ein paar Stichproben scheint bis jetzt noch alles zu funktionieren.

[via]

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Digitalkultur, Musik im Netz, Urheberrecht und getagged , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Karsten Gerloff, Netzpolitik.org.

17 Kommentare

  1. Kai
    Erstellt am 1. April 2009 um 10:52 | Permanent-Link

    Channel des Armada-Labels:
    http://www.youtube.com/user/armadamusic

    “Wir können dir das ursprüngliche angesagte Video für diesen Kanal aufgrund von Alters- oder Ortsbeschränkungen nicht anzeigen.”

    Ging bis vor ein paar Tagen alles :(

  2. Erstellt am 1. April 2009 um 11:02 | Permanent-Link

    Mittlerweile nervt mich das Lavieren und Taktieren von GEMA und YouTube mächtig. Es kommt mir so vor, als ob die beiden sich seit Jahren über die Verwendung lizenzpflichtiger Musiken streiten und dabei keinen Schritt weiterkommen. Mal darf man GEMA-Inhalte für seine YouTube-Videos verwenden (http://www.heise.de/newsticker/YouTube-Nutzer-duerfen-GEMA-Musik-einsetzen–/meldung/98714), dann wieder nicht: das hat mit Rechtssicherheit nichts zu tun und schadet m.E. sowohl Musiknutzern als auch Musikern.

  3. nOLF007
    Erstellt am 1. April 2009 um 11:25 | Permanent-Link

    Dieser selbstgefällige Dino GEMA sollte lieber aufpassen, das verärgerte Kunden nicht zu attraktiven Alternativen greifen.

    Jamendo bietet Alternative zur GEMA

    http://blog.jamendo.com/2009/02/04/jamendo-bietet-alternative-zur-gema/

  4. spoxx
    Erstellt am 1. April 2009 um 11:41 | Permanent-Link

    Vielleicht bin in ein unverbesserlicher Optimist – aber der GEMA wird es über kurz oder lang so ergehen wie GM oder den Dinosauriern.
    Es gibt in meinem Umfeld immer mehr Musiker, die unter Pseudonym GEMA-freie CC-lizensierte Musik machen, weil sie sich durch ihre GEMA-Mitgliedschaft nur noch gegängelt sehen und auch finanziell nicht gerade viel ‘rumkommt. Viele junge Musiker gehen erst garnicht mehr zur GEMA.
    Für mich selbst als Filmemacher sehe ich auch nur noch den Weg, konsequent nach dem “OpenCulture”-Gedanken zu arbeiten und nur mit entsprechenden Leuten zu kooperieren.
    Sicher, diese Art von “Micro-Politik” ist erstmal nur ein Tropfen auf dem heissen Stein und scheint nichts zu bewirken, aber für den Moment befreit es einen schon einmal von einer belastenden Abhängigkeit…

  5. Manziel
    Erstellt am 1. April 2009 um 11:43 | Permanent-Link

    Das kranke an der Sache ist ja, dass die nur die Videos der offiziellen Partner von youtube sperren. Was von normalen User hochgeladen wurde, geht alles noch…

  6. Erstellt am 1. April 2009 um 13:51 | Permanent-Link

    Ups, ist ja doch kein Aprilscherz…

  7. DigitalMe
    Erstellt am 1. April 2009 um 14:11 | Permanent-Link

    Ha! Also ich denke die GEMA wird über kurz oder lang schon nachgeben… schließlich ist ein bischen Geld immer noch besser als gar keins… Aber wie ist das mit dem Verhandeln nochmal?! Man steigt hoch ein und tastet sich langsam runter um auszuloten wie viel der Verhandlungspartner bereit is maximal zu zahlen…

  8. Nepo
    Erstellt am 1. April 2009 um 17:06 | Permanent-Link

    Na und, dann gucken wir das Zeug halt auf myvideo oder clipfish oder whatever an. Gibt genug… Das Problem daran ist, dass die GEMA dadurch “kriminelles Handeln” bewirkt und die Benutzer zwingt über Proxys, TORs etc auf ihre Lieblingstitel zu zugreifen. Lösung wäre ein eigenes Portal wie es ProSieben mit Topmodel etc. bereits vorgemacht haben. Dann wäre vielleicht eine derartige Sperre zu Gunsten des eigenen Portals angemessen. Aber wenn wir eines in Sachen von Abmahnungen, Forderungen und so weiter im digitalen Zeitalter gelernt haben, dann schaufelt man sich durch solche Praktiken nur sein eigenes Grab…

  9. skywalker
    Erstellt am 2. April 2009 um 10:04 | Permanent-Link

    wenn du die GEMA und ihre dummheit hasst, leg sie doch einfach mal ein paar Wochen/ monate lahm. das ist ziemlich einfach und wird dir eine menge spass bereiten. gemäß § 10 des Urh WG sind die GEMA-Mitarbeiter VERPFLICHTET dir auskunft zu erteilen, welcher Song und welcher Interpret von der GEMA vertreten wird und welcher nicht. stell deine anfrage in vorbereitung auf eine MÖGLICHE ÖFFENTLICHE party. du möchtest natürlich nur sicher gehen, dass alles korrekt ist. die anfrage stellst du, weil die GEMA recherche auf der website leider nur auszüge anbietet. du möchtest nämlich aufgrund der GEMA Auskunft entscheiden, welche songs du spielen wirst und welche nicht. ;) dann sendest du eine 20 seitenlange titel und interpretenliste, am besten auf karopapier ausgedruckt per post, an die bezirksdirektion, die für deinen wohnort zuständig ist oder für geizige: eine mail mit dem anhang als unveränderbares pdf. so müssen die damen und herren nämlich alle songs u.s.w. von hand in ihren rechner hauen. und bei tausenden von titeln kann das dauern…. diesen tipp gibst du noch allen deinen freunden und die ihren freunden und dann kümmert sich da bald keiner mehr um was anderes. als mögliche titellisten eignen sich die playlists von internetradios übrigens. aber wichtig!! es muss per post oder wenigstens als unveränderbare pdf versendet werden.

  10. Erstellt am 2. April 2009 um 12:08 | Permanent-Link

    Vielen Dank für diese Nachricht

  11. Gordon Bujak
    Erstellt am 6. April 2009 um 11:43 | Permanent-Link

    Bei mehr als 3 Cent Gema Gebühr pro Video-View würde ich das auch machen

  12. Mensch
    Erstellt am 24. Mai 2009 um 15:53 | Permanent-Link

    Ich finde das total sch***.
    Man kann ganz normale Musikvideos nicht mehr sehen, auch von deutschen Künstlern.
    Bin sauer.

  13. Dior
    Erstellt am 18. August 2009 um 10:50 | Permanent-Link

    @spoxx
    Das ist blödsinn. Unter falschen Namen Lizenzfrei zu arbeiten bringt uns nicht weiter sondern bringt uns nur tiefer in den billig sektor.
    Als Author merke ich bereits heute sehr stark wie die Konkurrenz einfach durch weniger kosten punkte macht anstatt sich durch Qualität
    auszuzeichnen.
    Dadurch wollen immer mehr Firmen billig an Werke kommen und die jobs werden auf kurz oder lang noch schlechter bezahlt. Mein Geistiges Eigentum in Form von Texten und Musik einfach im Internet zu veröffentlichen, sehe ich als Diebstahl an und als persönliche Beleidigung.
    Es ist natürlich einfach sich Anonym das Maul zu zerreissen und nicht auf die Gema treffen zu gehen um sich zu äussern, es ist auch einfach Vorwürfe zu machen und sich der Persönlichen Verantwortung in form von Konstruktiver Kritik zu entziehen. Es ist auch einfacher Dinge schei**e zu finden als darüber nachzudenken und Altenativen zu schaffen.
    Wenn euch das System nicht gefällt, dann helft es zu ändern anstatt hier auf Stammtisch-niveau ´rumzunörgeln.

    @Mensch
    Dann beschwer dich doch bei Viva oder MTV, schliesslich sind die zu großen teilen mitschuld das wir den ganzen tag mit Müll befeuert werden.

    D
    ps…wer rechtschreibfehler findet kann sie behalten.

  14. ruth essner
    Erstellt am 2. Dezember 2009 um 23:26 | Permanent-Link

    Hallo,

    ist natürlich sehr ärgerlich mit der gema und youtube. aber es gibt ja auch alternativen für die musiknutzung:
    http://www.massivetracks.net/
    http://www.gemafreie-musik-online.de/

    es gibt aber noch sehr viel mehr anbieter von freier musik.

    gruß
    ruth

  15. Erstellt am 15. November 2010 um 15:27 | Permanent-Link

    Ich arbeite freiberuflich für ein großes Medienhaus und habe die ganze Debatte mitbekommen. Ich kann es als Musiker allerdings durchaus verstehen, dass der Wert des musikalischen Wertes gewahrt werden muss. Musik wird heute allzu schnell als Gebrauchsgegenstand gesehen.
    Wer sich noch weiter in das Thema einlesen möchte:

    http://www.loopblog.de/2010/11/gemafreie-musik-die-haeufigsten-missverstaendnisse.html#more-135

    LG
    Andreas

  16. Erstellt am 4. Januar 2011 um 09:25 | Permanent-Link

    Ich selbst bin auch Komponist und finde ebenfalls, dass es sehr schwierig ist einen gesunden Kompromiss zwischen Entlohnung und Lizenzen auf der einen sowie der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Musik als Gebrauchsgut auf der anderen Seite wahrzunehmen. Leider findet diese Diskussion immer zwischen zwei Polen statt und ein vernünfitges Gespräch ist kaum in Sicht. Unter: http://www.irights.info/ kann man sich aber sehr gut und neutral dazu informieren.

    Grüße,
    Nico.

  17. Alexander Lang
    Erstellt am 7. März 2011 um 10:31 | Permanent-Link

    Gerade für Privatnutzer wie mich ist das mit dieser Youtube-Sperre mehr als ärgerlich. So sind zahlreiche Videos von mir mittlerweile nicht mehr “hörbar”. Würde ich nicht mittlerweile selbst ein wenig Musik machen und könnte diese unter meine Videos legen, würde ich wohl häufiger Musik für meine privaten Videos kaufen. Mittlerweile sind die Preise für Privatnutzer bei einigen Portalen wirklich human geworden, ohne allzu “billig” zu klingen.

    Für alle die wie ich immer mal wieder auf der Suche nach günstiger Musik sind:

    12 Euro pro Track auf http://www.addloops.com, 29 Euro bei IMAtunes.de,
    9 Euro für eine CD bei http://www.antje-schulz.de
    ähnliche Preise auch bei weiteren Herstellern, wobei die Lizenzbestimmungen sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Wünschenswert wäre es trotzdem, dass da endlich eine Einigung kommt.

7 Trackbacks

  1. Von C’t Aprilscherz 2009 - stefan.waidele.info am 1. April 2009 um 20:16

    [...] GEMA sperrt Musik auf Youtube – oops, kein Scherz? Schade :( [...]

  2. Von Der GEMA - YouTube Streit | 44,9 Grad am 2. April 2009 um 13:04

    [...] Aber nicht nur auf YouTube gibt es gute Künstler, deren Musik man kostenlos und legal bekommen kann. Empfehlen möchte ich hier das Musiker-Portal jamendo.com. Noch mehr zu dem Thema findet ihr auf netzpolitik.org. [...]

  3. [...] YouTube will Videos mit GEMA-Musik sperren [...]

  4. [...] sich Youtube und die GEMA mal [...]

  5. [...] sich Youtube und die GEMA mal [...]

  6. [...] sich Youtube und die GEMA mal [...]

  7. Von Jahresrückblick 2009 : netzpolitik.org am 22. Dezember 2009 um 13:28

    [...] YouTube will Videos mit GEMA-Musik sperren. [...]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.