Wie die SPD den Wahlkampf im Netz verspielte

Bei Freitag.de findet sich ein langer, aber sehr lesenswerter Artikel darüber, wie die SPD den Wahlkampf im Netz verspielte: No we can’t. Ist eine gut geschriebene Abrechnung eines Ex-Mitarbeiters aus dem Willy-Brandt-Haus. Mal schauen, ob es sowas bald auch aus anderen Parteien zu lesen gibt.

Wie die SPD im Netz Wähler gewinnen wollte und kläglich scheiterte. Ein anonymer Insider berichtet aus der Mitte der sozialdemokratischen Wahlkampfmaschine.

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12 Kommentare

  1. Erstellt am 23. September 2009 um 23:57 | Permanent-Link

    Man ist der Text umfangreich. Aber er zeigt uns nicht wirklich die Hintergründe, sondern mehr eine Rückschau was die SPD eigentlich alles gemacht und verzapft hat mit ihrem Online-Wahlkampf. Aber das ist auch fein.
    Allgemein finde ich aber, dass es richtig ist Wahlkampf im Internet zu veröffentlichen. Wenn die Parteien daran feilen, könnte das gar was werden.

  2. Erstellt am 24. September 2009 um 00:04 | Permanent-Link

    Uaaah. Ein anonymer PR-Fuzzi natürlich. Wer auch sonst, schliesslich besteht die ganze SPD aus anonymen PR-Fuzzis. Erkenntnisgewinn: “the inner party” besteht aus Typen, die nicht in der Lage sind, das Wort “Frotzeln” richtig und in einen wirklich ermüdend langen Text irgendetwas ausser nebensächlichem Gewäsch zu packen. Sorry, letzteres war auch vorher schon hinlänglich bekannt…

  3. Florian
    Erstellt am 24. September 2009 um 00:26 | Permanent-Link

    Wer Politik gegen das Netz macht, wird nie vom Netz getragen werden, erst Recht nicht ins Kanzleramt.
    Der Zug ist für die SPD für eine lange Zeit abgefahren.

  4. vera
    Erstellt am 24. September 2009 um 02:12 | Permanent-Link

    alles, alles, alles richtig. wie schrecklich.

  5. Stephan
    Erstellt am 24. September 2009 um 04:14 | Permanent-Link

    Es gibt jetzt auch ein Steini-Girl:

    http://www.spiegel.de/video/video-1023173.html

    Auch wenn`s wohl nicht von der SPD in`s Leben gerufen wurde.

  6. Erstellt am 24. September 2009 um 09:06 | Permanent-Link

    Interessante Analyse … es wird richtig festgestellt, dass die SPD offensichtlich immernoch nicht im neuen Jahrhundert angekommen ist.
    Sie hätten die Chance gehabt, die Netzgemeinde auf ihre Seite zu holen, sie hätten in die Kerbe hauen sollen und sich gegen Ursel stellen müssen! Mit den richtigen Webstrategien und Presseerklärungen hätten sie einen großteil der Netzgemeinde auf ihre Seite ziehen können, gerade weil ohne die SPD das Gesetz nie durchgekommen wäre! Aber nein, sie hatten mehr Angst von der BILD und den Springers, als vor dem Netz.
    Das rächt sich jetzt, R.I.P. SPD.

  7. Helge
    Erstellt am 24. September 2009 um 09:36 | Permanent-Link

    Kleines Experiment: Im Originaltext des frustrierten SPD-Wahlkämpfers hab ich nur ein halbes Dutzend Wörter ausgetauscht – und es klingt wie Hans Esser nach ein paar Wochen BILD-Experiment:

    “Der [Job] beschäftigt von morgens bis abends meine Gedanken, begleitet mich auf allen Wegen, sogar nachts träume ich von Kollegen, oder [davon, aufzufliegen], und wenn ich aufwache, bin ich müde, wie zerschlagen, vergesse den Traum, und denke weiter nach… Meine Konzentration lässt nach, ich komme mir immer mehr vor wie in einem Irrenhaus, dessen Insassen felsenfest glauben, dass die da draußen die Verrückten sind. Im [Axel-Springer-Haus] kommt kaum einer offen auf den anderen zu, jede Geste wirkt kontrolliert. Man gewöhnt sich daran, vergisst zwangsweise jeden Morgen von Neuem, wie die Menschen da draußen, außerhalb der hauptberuflichen [Journalie], miteinander umgehen können: offen, freundlich, vertrauensvoll. ….Ich frage mich, warum die Leute in diesem [Redaktions]apparat, von denen viele ja nun wirklich einiges auf dem Kasten haben und nicht zu den Dümmsten der Republik gehören, ihre Gedanken nur in der Freizeit aus dem Korsett nehmen. Sie überlassen das Emo-Soziale ihren Frauen oder beschränken es auf das private Bier unter Freunden und wirken damit als die perfekten Systemstabilisatoren: Weil sie daran glauben, dass sie im [Axel-Springer]-Haus das Richtige tun. Und weil sie glauben, dass Politik so funktionieren kann, sorgen sie mit dafür, dass sie nur so funktioniert.”

  8. Erstellt am 24. September 2009 um 09:48 | Permanent-Link

    Yeaahh Walter kommt!! Freitag den 25.9. 17:00 ans Brandenburger Tor

    yeeahh WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER yeeahh yeeahh yeeahh WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER WALTER
    yeeahh yeeahh yeeahh

    Zeit zum Jubeln für HartzIV, Natokriege und Überwachungsstaat. YeeaaaHH

  9. Erstellt am 24. September 2009 um 16:53 | Permanent-Link

    Wie die “Süddeutsche Zeitung” gestern auf Seite 1 berichtete, führt der Wahlslogan der SPD “Unser Land kann mehr” als Internet-Adresse eingegeben zur Piratenpartei.
    (Das gilt allerdings auch für den Wahlslogan der CDU “Wir haben die Kraft”.)

  10. Erstellt am 24. September 2009 um 17:51 | Permanent-Link

    @Nick Huch ,das ist ja lustig, liegt das am SEO der Piratenseite?

  11. Erstellt am 26. September 2009 um 09:06 | Permanent-Link

    Ich bin ein SPD-Parteimitglied das noch nicht ausgetreten ist, weil ich diese Partei nicht vollends den SPD-Technokraten in Berlin überlassen will. Was nützen gute Ideen, wenn ungenügend kommuniziert und dann doch dem Kompromiß geopfert und handwerklich mangelhaft über die Köpfe der Betroffenen hinweg ‘durchgezogen’ werden? Diese SPD ist schließlich seit 11 Jahren in der Regierungsverantwortung und war massgeblich an der ‘Öffnung der Büchse der Pandora’ beteiligt. Wie glücklich war ich 1998 als das ‘Post-Kohl-Zeitalter’ begann. Bereits 2002 war ich maßlos enttäuscht als Gerhard Schröder seine Kanzlerschaft weniger den guten Ideen als dem damaligen Hochwasser zu verdanken hatte. Anschließend ‘liberalisierte’ er der Sozialdemokrat die deutsche Finanzwelt und war massgeblich an der Spaltung der deutschen Gesellschaft beiteilgt. Geradezu unerträglich war das Jahr 2005 als mit der Angst der Deutschen vor Krieg auf Stimmenfang ging und die deutsche Kriegsbeteiligung verschwieg. Doch der gewissenhafte Spitzenbeamte im Kanzleramt, der es genau wusste ist der heutige SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier. Einen womöglich notwendigen Krieg zu führen oder Einschneidungen ins Sozialsystem vorzunehmen ist die eine Sache. Dennoch muss ich als Bürger noch lange nicht hinnehmen, das Verantwortliche einsame Entscheidungen über meinen Kopf treffen, weil sie mir die ‘notwendige’ Kompetenz absprechen.
    Egal wie die Wahl morgen ausgeht. Es wird uns Genossen wieder als ‘Wahlsieg’ und ‘Regierungsauftrag’ verkauft und die faulen Kompromisse werden weiter gehen, weil die zahlenmässig größte Partei ‘die Nicht-Wähler’ weder im Bundestag noch in den Landtagen vertreten sein wird.

  12. Erstellt am 26. September 2009 um 13:54 | Permanent-Link

    Die ‘alte’ Tante SPD hat es eben wie immer ‘versemmelt’ sich der neuen ‘Download’- Gesellschaft zu öffnen.

    Stattdessen: Endlose, nichtssagende und zeitfressende Diskussionen ohne Ergebnisse auf allen Versammlungen…..

    Jeder hört sich gerne reden, auch wenn er nichts zu sagen hat.

4 Trackbacks

  1. Von Geekblog am 24. September 2009 um 04:45

    SPD – No we can’t…

    Sehr spannender und aufschlussreicher Artikel eines SPD-Wahlkampf-Insiders über seine Erlebnisse und Gedanken während seiner Zeit im Willy-Brand-Haus: No we can’t. (via Netzpolitik.org)

    Die zwei Passagen zum Thema Zensursula finde ich besonders i…

  2. Von Blog of Ingo Jürgensmann am 24. September 2009 um 08:50

    Insider berichtet: Der Internetwahlkampf der SPD…

    Auch wenn das einige vielleicht bei Netzpolitik.org gelesen haben, will ich trotzdem an dieser Stelle nochmal auf den Artikel
    bei freitag.de hinweisen, in dem ein Insider aus der SPD-Wahlkampfzentrale, häufig aus irgendwelchen
    Gründen als “Nordkurve…

  3. Von Piratenwähler, Teil II | keine experimente am 24. September 2009 um 10:27

    [...] bewerten als die übrigen Wähler (SPD-Wähler hier ausgeschlossen). Ob dies am vermeintlich gescheiterten Internetwahlkampf der SPD liegt oder an der Zustimmung zum sogenannten Zugangserschwerungsgesetz, wäre eine [...]

  4. Von Jahresrückblick 2009 : netzpolitik.org am 22. Dezember 2009 um 14:59

    [...] Wie die SPD den Wahlkampf im Netz verspielte. [...]

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