Vodafone führt “privilegierten” Zugang zu seinem 3G-Netz ein

Vodafone hat angekündigt, in Spanien zukünftig diskriminierend in den Datenverkehr in seinem 3G-Netz einzugreifen. Der Traffic von Kunden, die bereit sind, eine zusätzliche Gebühr zu zahlen, soll in Fällen von Netzwerk-Überlastung (Congestion) bevorzugt behandelt werden, schreibt La Quadrature du Net:

This means that instead of equally sharing the network capacity between all users, Vodafone will discriminate against the subscribers who do not pay the extra fee, and deliberately slow them down. Such a business model based on organizing a scarcity of resource instead of investing in more infrastructure is in total contradiction with the nature of Internet as we know it.

Ohne gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität werden solche als “Privileg” verkauften Diskriminierungen in Zukunft weiter zunehmen, gerade im Mobilfunk-Bereich, wo die Kapazität beschränkter ist als in den Kabelnetzen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Digital Rights, EU, Freie Netze und getagged , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Simon Columbus, Netzpolitik.org.

13 Kommentare

  1. Simon
    Erstellt am 19. November 2009 um 16:42 | Permanent-Link

    Das gibts doch schon lange ;)

    DSL1000, DSL2000, DSL6000, DSL50000

    Wer mehr zahlt bekommt mehr.

    Oder ist die Neuerung die Drosselung für alle Kunden die NICHT mehr zahlen wollen und für die Kunden die mehr zahlen bleibt alles so wie es ist/war?

  2. boRp
    Erstellt am 19. November 2009 um 17:30 | Permanent-Link

    Die einzige Lösung: Keine Verträge mehr bei Unternehmen machen, die unser Netz nicht neutral wollen… Und Freunde auch dazu überreden. Waren Vodafone es nicht auch, die Skype blockieren? Auf O2 gehts bei mir (noch?)

  3. Erstellt am 19. November 2009 um 18:12 | Permanent-Link

    Es ist deren gutes Recht, Kunden die mehr bezahlen auch besseren Sevice anzubieten, ich sehe da kein Problem.

  4. Erstellt am 19. November 2009 um 18:17 | Permanent-Link

    Addendum, was wir brauchen, ist eine Regelung, die den freien und nicht diskriminerenden Marktplatz Internet bewahrt, aber auch den Providern es ermöglicht, in diesem Rahmen ihr Geschäftsmodel zu betreiben (so fern es den Konkurenzfähig ist).

    Da ich nach in dubio pro libertate lebe, denke ich das es wichtiger ist das Internet als uneingeschränkten Raum zu behalten, auch wenn es gegen die Provider geht.
    Ich denke aber auch, die Provoider haben das volle Recht, Leuten die mehr Geld zahlen besseren Service zukommen zu lassen.

  5. Erstellt am 19. November 2009 um 18:31 | Permanent-Link

    Wenn ein Provider die Bandbreite X als flat anbietet dann muss er mir die auch voll zur Verfügung stellen.

    Dann nochmal extra geld zu verlangen damit man die bereits bezahlte bandbreite auch nutzen kann ist ja wohl erstmal nichts anderes als zusätzliche Abzocke. Die provider sollen sich an die verträge mit ihren Kunden halten zumindest soweit wie möglich. Das ist zumindest meine Vorstellung von funktionierender marktwirtschaft.

  6. Erstellt am 19. November 2009 um 19:21 | Permanent-Link

    Endlich: Die Premium-Flatrate. Noch flatratiger als Flatrate.

  7. Simon
    Erstellt am 19. November 2009 um 19:34 | Permanent-Link

    @ 3/Jaquento:
    Mehr Service wäre toll. Da würde ich auch mehr bezahlen.

    Aber wenn Providern einige Kunden bevorzugt behandeln wollen heisst das für mich nichts anderes als das deren Kapazitäten am Limit sind, bzw. die zu viel überbelegt haben.

    Wenn genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen würden, wäre so eine bevorzugte Behandlung nicht nötig.

    Und wenn beim DSL “bis zu 50.000″ nicht möglich ist muss eben “bis zu 25.000″ reichen, auch wenn die Kunden dann weniger zahlen. (Ich weiss, das geht gar nicht, da würden die Provider ja nicht mehr genug verdienen).

  8. Gerd
    Erstellt am 19. November 2009 um 21:23 | Permanent-Link

    Die Rede ist doch nicht von mehr Leistung für mehr Geld, sondern von einer künstlichen Verknappung. Somit hat es den Charakter einer Erpressung (zumindest dort, wo man nicht auf Wettbewerber ausweichen kann): volle Leistung nur für mehr Geld.

  9. Max
    Erstellt am 20. November 2009 um 09:40 | Permanent-Link

    Es handelt sich dabei doch bei genauer Betrachtung um den Versuch einer verdeckten Preiserhöhung. “Normal” und “Premium” statt “Lockangebot” und “Normal”: hier liegt der Etikettenschwindel. Spricht sich das erst mal bei den Nutzern herum (Konkurrenz belebt das Geschäft), wird der Preis sinken. Hier ist wie immer der Kunde gefragt: nur was er kauft, kann dauerhaft am Markt existieren.
    Nur: wenn statt dessen allen voraus die iPhone-Junkies signalisieren, dass für Telefonie und Datenübertragung jeder noch so unverschämte Preis gezahlt wird – wer mag es den Providern verübeln die Kuh so richtig schön zu melken :D

  10. Erstellt am 20. November 2009 um 12:24 | Permanent-Link

    Ich habe Jeremie von LQ das auch schon geschrieben: Das hat mit NN im klassischen Sinne nichts zu tun, es geht schlicht nur um bessere Leistung für mehr Geld. Es könnte sogar positiv sein, wenn auf diesem Wege andere und viel eingriffsintensivere Optionen des Bandbreitenmanagements vermieden werden können, etwa das Blockieren von Bittorrent oder Skype im 3G-Netz.

    Das war wirklich nicht die schlaueste Aktion von LQ, deren Arbeit ich sonst sehr schätze.

  11. kkaddi
    Erstellt am 21. November 2009 um 06:58 | Permanent-Link

    Das ist ja der absolute Hammer. unfafaßbar was Vodafon da vor haben. So geht einfachen nicht sich in den Datenverkehr ihr Kunden.
    Da kann ich froh sein das nicht bei Vodafon bin. Dank Netzpolitik wrid man über solche Themen der Berichen immer gut Infomiert, was so um geschehen tut.
    Ich werde mich auch weiter hin schlau machen, und mich so auf den neusten Stand bringen zu lassen und die Artikel genau und grundlich durch zu Lesen.

  12. Max
    Erstellt am 21. November 2009 um 15:14 | Permanent-Link

    Was genau ist mit “Diskriminierung” denn gemeint? Dass demjenigen, der mehr für seinen Anschluss bezahlt, ein höherer Teil der Netzwerk-Kapazitäten zur Nutzung bereitgestellt wird? Netzneutralität heißt, dass die Datenströme keiner Filterung unterliegen aber nicht, in welchem Umfang sie fließen.

  13. TeleTim
    Erstellt am 23. November 2009 um 11:33 | Permanent-Link

    Ganz armseliger Artikel! Grenzt ja schon an Rufmord.

    Hörensagen?

    Wo sind die Primärquellen? Ich lese hier Gerüchte als Fakten!

    Vodafone Spanien hat NICHTS dergleichen angekündigt!

2 Trackbacks

  1. Von Die Netzneutralität wackelt… am 19. November 2009 um 21:41

    [...] Hier die Info der Schande. [...]

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