Tauss verzichtet auf Bundestagskandidatur

dpa tickert, dass Jörg Tauss auf eine erneute Bundestagskandidatur verzichtet. Das ist schade, weil der SPD ein profilierter Netzpolitiker verloren geht (Gibt es da eigentlich noch jemanden?). Und schade ist es auch, dass Tauss über seine eigene Dämlichkeit gestolpert ist, in der Hoffnung, einen Kinderpornoring eigenhändig medienwirksam hoch zu nehmen.

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17 Kommentare

  1. Florob
    Erstellt am 26. März 2009 um 15:21 | Permanent-Link

    “einen eigenen Kinderpornoring medienwirksam hochzunehmen”
    Einein EIGENEN hab ich irgendwas verpasst?

  2. wetter
    Erstellt am 26. März 2009 um 15:32 | Permanent-Link

    Ich find nachwievor, dass er nicht dämlich gehandelt hat – einzige Dämlichkeit war es vielleicht seine Absicht nicht notariell zu hinterlegen. Aber das is ne Formalia, wegen der man nicht geht.

    Die Kritik, dass ein Abgeordneter so nicht handeln dürfe ist viel hinterfragenswerter.

  3. Pjotr
    Erstellt am 26. März 2009 um 16:10 | Permanent-Link

    Sein Gehen ist imho gar nicht schade, keiner hat der Anti-Zensur Bewegung mehr geschadet als er und welche Gründe er für sein Tun hatte, bleibt für mich rätselhaft, wenn ihm Schäuble das Zeug auf ner Faschingsparty untergeschoben hätte, wärs mir lieber gewesen.

  4. Erstellt am 26. März 2009 um 16:31 | Permanent-Link

    Bleibt jetzt eigentlich noch irgendwas, wofür es sich lohnen würde, die SPD zu wählen?

    • Erstellt am 26. März 2009 um 17:43 | Permanent-Link

      @jens: (a) die anderen parteien, (b) die generelle, momentane parteienkonstellation deutschlands und (c) das nachwievor bestehende, föderale problem des bundesrates.

  5. no
    Erstellt am 26. März 2009 um 16:36 | Permanent-Link

    Der letzte Nebensatz müsste wohl heißen: einen Kinderpornoring eigenhändig (oder so) medienwirksam hochzunehmen. Sonst ist das, wie Florob auch schon bemerkt hat, missverständlich bzw. falsch.

  6. Matt
    Erstellt am 26. März 2009 um 16:46 | Permanent-Link

    @Jens: Es hat sich noch nie gelohnt die SPD zu wählen.

    Und wer 2009 erneut SPD oder Union wählt, handelt in meinen Augen unverantwortlich.

  7. Erstellt am 26. März 2009 um 18:45 | Permanent-Link

    Unabhängig davon ob das Vorgehen von Hr. Tauss geschickt war oder was ansonsten dahintersteckt stellt sich mir eigentlich eine andere Frage: Wenn die Unterlagen seit langem unbeachtet weggeschlossen waren, wer hat dann der Polizei den Tipp gegeben und vor allen Dingen in welcher Absicht?

  8. Erstellt am 26. März 2009 um 23:49 | Permanent-Link

    Ich denke, entweder ist Jörg Tauss pädophil oder auch nur zu dumm und naiv. Beides ist schlimm genug -noch dazu wenn es einen Politiker betrifft, der mit seiner Stellung Vorbild sein sollte.

  9. Erstellt am 27. März 2009 um 09:18 | Permanent-Link

    Also an einem der letzten Annalist – Posting sieht man eigentlich, dass das BKA nicht mehr als unabhängige Instanz in Betracht gezogen werden darf.
    Was an Herrn Tauss besonders bitter ist, abgesehen von seiner möglichen Dämlichkeit, die ich ihm aber eigentlich nicht abnehme, dass Frau von-der-leyen gemäß Aussage Herrn Tauss regelmäßig auf Treffen Kinderpornos und Vergewaltigungsszenen zeigt um Presse,Industrievertreter und Politiker zu beeinflussen, dies nicht dementiert wird. Und keinen interessierts …

  10. Erstellt am 27. März 2009 um 10:28 | Permanent-Link

    Jörg Tauss hat bei der Konferenz der Ortsvereinsvorsitzenden seines Kreisverbandes eine Erklärung zu seinem Verzicht auf eine erneute Kandidatur abgegeben.

    Das Manuskript seiner Rede downloaden.

  11. Erstellt am 27. März 2009 um 14:24 | Permanent-Link

    @markus: So sehr ich dich und dein Wirken sonst schätze: Ich finde es bedenklich, mit welch geringer kritischer Distanz du dich zu den gegenüber Herrn Tauss erhobenen Vorwürfen äusserst. Seine Darstellung der Vorgänge unhinterfragt zu übernehmen ist IMO ebenso fahrlässig wie die Vorverurteilung seiner Person und das Ausblenden offener Fragen und berechtigter Zweifel. Fakt ist doch, dass keiner von uns weiß, ob an den Anschuldigungen was dran ist.

    Eines bleibt leider auch klar: Ob er nun schuldig ist oder tatsächlich so unglaublich dämlich war, ohne jede Absicherung auf eigene Faust zu ermitteln, der Bewegung für eine freie Informationsgesellschaft hat er fahrlässig geschadet. DAS ist schade.

  12. markus
    Erstellt am 27. März 2009 um 14:39 | Permanent-Link

    @ Jan: Ich nehme die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist. Und bis dahin glaube ich der Darstellung der Vorgänge und halte die für realistisch. Bleibt noch die Ermittlung ohne Absicherung auf eigene Faust, da hab ich mich in einem Halbsatz zu geäussert.

  13. Martin G.
    Erstellt am 27. März 2009 um 22:41 | Permanent-Link

    Ich habe Jörg Tauss vor einigen Jahren getroffen und für ein universitäres Projekt interviewt. Ich habe ihn als Politiker kennen gelernt, der sich ernsthaft und leidenschaftlich mit Fragen beschäftigt, die ihm wichtig sind, auch wenn es sich um „Nischenthemen“ handelt, mit denen eigentlich kein Blumentopf zu gewinnen ist. Alles andere als ein Populist, sondern ein Experte, der über lange Jahre an einem Thema dranbleibt. Genau die Art von Politikern also, die man sich wünscht, aber so selten findet. Als SPD-Mitglied bin ich einigermaßen verzweifelt, wie die eigenen Leute mit einem solchen Mann umgehen, auch wenn er in diesem Fall sicherlich naiv gehandelt hat. Offensichtlich gilt Fachkompetenz nichts und öffentliche Wirkung alles.
    Ich finde, den Machern und uns Nutzern von netzpolitik.org stünde es gut zu Gesicht, sich für Jörg Tauss einzusetzen. Wie weiß ich auch nicht genau. Aber mit Tauss geht uns ein profilierter und einflussreicher Verbündeter verloren, von denen es nicht allzu viele gibt. In einem Youtube-Video auf seiner Website kündigt Tauss an, er wolle sich weiter für Bürgerrechte im Netz engagieren. Dabei sollten wir ihn unterstützen, vielleicht indem ihm zu gegebener Zeit auf netzpolitik.org Gelegenheit gegeben wird sich zu äußern (Interview o.ä.).

  14. Erstellt am 28. März 2009 um 15:35 | Permanent-Link

    @markus: Das mit der Unschuldsvermutung finde ich auch extrem wichtig. Vielleicht sollte mal jemand die Damen und Herren Parteikollegen von Hr. Tauss daran erinnern das diese Bestandteil unseres Grundgesetzes ist!

    Die Vorbildfunktion unserer Politiker in Deutschland wird leider scheinbar von kaum einem noch wahr genommen. Da muss man sich nicht wundern das viele, insbesondere junge Menschen, unsere Politiker nicht mehr ernst nehmen.

  15. Eigentlich Strukturversagen der spd als Grund für die Person Taus
    Erstellt am 29. März 2009 um 09:40 | Permanent-Link

    Die spd ist eine Partei der Doppelmoral.
    Auf der einen Seite setzt die spd auf eine Gesellschaftsstruktur, die Charakter wie Taus zuläßt, ohne sich mit Negativen auseinanderzusetzen. Bis Katastrophen stattfinden wie jetzt um Taus. Auf der anderen Seite, um Sündenopfer zu haben, um vom eigenen spd-Struktur-Versagen abzulenken, und um die Gesellschaft weiter zu zerrütten. Leittragende dabei sind vor allem die Kinder.

  16. Stefan
    Erstellt am 8. Mai 2009 um 01:51 | Permanent-Link

    Interessante Info zu Tauss:Der Vorsitzende des perlamentarischen Ausschusses der Tauss’ Immunität aufgehoben hat ist Innenminister Schäubles Schwiegersohn..
    Ob SPD -zensur -Schäuble wohl dahinter steckt? Tauss den Medien zum Fraß hingeworfen hat, weil dieser doch der einzige war, der sich gegen Internet Zensur in Deutschland stark gemacht hat…

Ein Trackback

  1. Von Ein Gespenst geht um « hep-cat.de am 26. März 2009 um 22:39

    [...] der Durchführung eigener Recherchen, die zuletzt Jörg Tauss Kopf und Kragen gekostet haben. Der profilierte Netzpolitiker Tauss hat heute seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur für den Bundestag bekannt gegeben: [...]

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