Spanien schickt drei Millionen anonyme Prepaid-Nutzer ins Mobilfunk-Nirvana

The Register berichtet über das Vorgehen der spanischen Regierung gegen anonyme Nutzer von Prepaid-Handies. Drei bis vier Millionen Mobilfunkkunden, die ihr Gerät nicht personalisiert gemeldet hatten, sollen davon betroffen sein:

As of this morning, anyone who didn’t toe the line will, when they try to make a call, be met with a recorded message telling them their number’s up. Incoming calls are blocked too, although the phones will still be able to access the 112 emergency number.

Die Regelung wurde in Reaktion auf den Terroranschlag von 11. März 2004 eingeführt. Weil derart viele Handynutzer die Aufforderung zur Registrierung nicht befolgt haben, können Betroffene diese noch sechs Monate lang nachholen. Nach diesem Zeitraum sind Nummer und Guthaben definitiv verloren. Letzteres soll sich laut El País übrigens auf gut 25 Millionen Euro belaufen.

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8 Kommentare

  1. anonym
    Erstellt am 9. November 2009 um 17:31 | Permanent-Link

    Alle sind verdächtig! Die DDR ist doch eigentlich seit rund zwanzig Jahren tot. Daß der Westen nicht so demokratisch und freiheitlich ist, wie er sich immer gegeben hat, durfte jeder schon früher erahnen. Es gab da jede Menge Denkhilfen, eine hieß z. B. Echolon.

  2. Steffen B.
    Erstellt am 9. November 2009 um 17:46 | Permanent-Link

    Da habe ich jetzt irgendwie ein gespaltenes Verhältnis dazu… Eigentlich bin ich ja für die Möglichkeit eines anonymen Zuganges bin, aber wenn ich dann sehe, dass auf meinen Namen (mit einigen Rechtschreibfehlern) an die Adresse meiner Eltern ein Mobilfunkvertrag bei o2 (immerhin nur PrePaid) abgeschlossen wurde und ich bei o2 keine (einfache) Möglichkeit sehe, diesen abdrehen zu lassen…

  3. Thaniell
    Erstellt am 9. November 2009 um 19:20 | Permanent-Link

    @Steffen B.: Tja da wollte wohl jemand einen anonymen Zugang trotz der deutschen Registrierregelung und er hat halt dann mal deinen Namen benutzt ;) Hätte er sich erlaubt einen anonymen zulegen können, wär er evtl. gar nicht auf diese Idee gekommen…

  4. rick
    Erstellt am 9. November 2009 um 19:46 | Permanent-Link

    lustig, is mir mal in ägypten passiert. erst konnte ich keine sms mehr schreiben, dann nicht mehr anrufen & am ende nicht mehr angerufen werden (3 strikes).

    das problem konnte ich sehr ägyptisch lösen: am telefon(!) gab ich einen etwas abgewandelten namen und eine spontan ausgedachte passnummer an.

    ich bin dort übrigens intaliener.

    funktioniert bis heute.

  5. Area511
    Erstellt am 10. November 2009 um 06:31 | Permanent-Link

    Freies Europa !!!

    Blos gut, dass ich im freien China lebe, hier gibt es so eine Zwangsregistrierung nicht.

  6. Andragon
    Erstellt am 10. November 2009 um 11:08 | Permanent-Link

    Naja da fehlen aber auch ein paar grundlegende Infos:

    1. Die Regelung trat vor 2 Jahren!! in Kraft und es gab eine 2 jährige Übergangsfrist …

    2. Spanien war mit das einzige Land, wo anonyme Nutzung möglich war und diese wurde auch seziell dazu benutzt die Bomben zu zünden.

    2 Jahre wurde nicht reagiert, also kann man nun wirklich den Firmen keine Vorwürfe machen, das sie gemäß Gesetz nun abschalten mussten.

  7. entoi
    Erstellt am 10. November 2009 um 11:49 | Permanent-Link

    und wieso konnte man auch in D und anderen Ländern vorher ohne Ausweis Prepaid kaufen? Und verhindert die Registrierung die Funktionalität im Ausland anonym gekaufter Karten? Und Wie steht es mit FLohmärkten, SIM-Tauschbörsen (Foebud zb.), Diebstahl etc.pp?
    Machen wir uns nichts vor: die Bombenzündung ist ein vorgeschobenes Argument. Durch diese Maßnahme wird keine Bombenzündung verhindert werden, aber man kann (gerade in Verbindung mit Vorratsdatenspeicherung) wunderbar rekonstruieren, wer tatsächlich mit wem in Kontakt ist.
    Summa summarum: weniger privacy ohne tatsächliche Steigerung security.
    Ein schlechter Tausch.

  8. Erstellt am 22. November 2009 um 17:42 | Permanent-Link

    So richtig kann ich die Argumentationsweise auch nicht verstehen. Wenn ich im Fachhandel ein Prepaidhandy mit Karte kaufe, werde ich nach Namen und Anschrift gefragt.

    Wie rick schon beschrieben ist da ganz schnell was anderes ausgedacht, den Personalausweis muss man nicht vorzeigen, es reicht ein “Bibliotheksausweis” oder Ähnliches.

    Die kriminelle Energie würde ich natürlich nie jemanden zutrauen, aber fälschen kann man so einen Ausweis natürlich nur sehr schwer… ;)

    Vielleicht ist es ja aber auch nur ein Konjunkturpaket, denn wenn 25 Mio mal eben verschwunden sind…

2 Trackbacks

  1. [...] netzpolitik.org [...]

  2. Von Jahresrückblick 2009 : netzpolitik.org am 22. Dezember 2009 um 16:11

    [...] Spanien schickt drei Millionen anonyme Prepaid-Nutzer ins Mobilfunk-Nirvana. [...]

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