Kulturrat warnt in Gewaltspiele-Debatte vor “wahltaktischem Schnellschuss”

Heise berichtet über “Kulturrat warnt in Gewaltspiele-Debatte vor “wahltaktischem Schnellschuss”.

Der Deutsche Kulturrat sieht in dem Beschluss der Innenministerkonferenz für ein Verbot von “Killerspielen” noch vor den Bundestagswahlen in diesem Jahr einen Griff in die “Mottenkiste der Verbotsdebatten”. Erst im vergangenen Jahr sei das Jugendschutzrecht novelliert worden. Demnach dürften Kindern und Jugendlichen “Killerspiele” schon jetzt nicht zugänglich gemacht werden, schreibt der Spitzenverband der Bundeskulturverbände in einer Mitteilung. Wenn nun ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot solcher Spiele gefordert werde, gehe es darum, Erwachsene vor ihnen zu “schützen”. “Damit wird elementar die Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit berührt”, meint der Kulturrat. Vor diesem Hintergrund warnt er vor einem “wahltaktischen Schnellschuss”.

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4 Kommentare

  1. christian
    Erstellt am 8. Juni 2009 um 18:39 | Permanent-Link

    Tja, nachdem man bemerkt hat dass die Schützen so eine starke Lobby haben versucht mal wohl es an einer Stelle die mehr erfolg verspricht… Dass hier nicht nach Fakten geschaut wird , ist klar wenn man sich die Kommentare mancher Innenminister anhört.. Leider sieht auch diese Gruppe Ammoklauf Winnenden diese “Killerspiele” als gefahr und fordert dessen Verbot.Nachdem man wohl ersteres wegen der Lobby nicht durchsetzen kann, versucht man zumindert den Wunsch “keine Killerspiele mehr” zu erfüllen. Leider sind es die Familien der Opfer die diese Gruppe betreiben, was es recht schwer machen dürfte die von diesen Thema “Amokauslöser Killerspiele” wieder runterzubringen

  2. Flori
    Erstellt am 8. Juni 2009 um 19:26 | Permanent-Link

    Die Unterschriftenliste gegen “Killer”spiele vom Aktionsbündnis Winnenden liegt sogar bei meinem Lieblingsbuchhändler aus. Der Besitzer kandidierte bei der Kommunalwahl mit großem Erfolg auf der Alternativen Liste (Grüne!), auch mit meinen 3 Stimmen.

    Um so näher man an Winnenden heranrückt, um so stärker wird wohl das Verlangen nach einer Lösung des Problems, was ich gut verstehen kann. Allerdings ist das Problem finde ich nicht so einfach zu lösen, indem man nur “Killer”spiele verbietet. Solange man nicht jeden Menschen 100% kontrolliert, besteht wohl immer ein gewisses Restrisiko, dass jemand total durchknallt und dann so etwas tut.

    Die Frage ist jetzt, wie stark man diese Kontrolle durchführen möchte. Es mag ja sein, dass ein Verbot der Spiele ein kleines Stück (unmessbare) Sicherheit bringt. Aber zu welchem Preis? Sollte es der Gesellschaft das Wert sein? Autos verbieten würde einen sehr viel größeren Sicherheitsgewinn bringen, doch darüber denkt man auch nicht wirklich nach. (Zum Glück!)

    Ich finde, wenn eine Sache einen Sicherheitsgewinn bietet, der so verschwindend gering ist, dass man es nichtmal messen kann, dann sollte man deshalb niemanden in seiner freien Entfaltung einschränken. Also auch keine Killerspiele verbieten.

    Ich weiß, dass das den Opferfamilien nicht hilft, und denke aber auch: Ein Verbot der Spiele würde auch nicht helfen. Ich habe auch einige schwierige Stunden durchleben müssen (zum Glück mit Happy End), aber ich bin mir ganz sicher: Ein Verbot von solchen Spielen ist das allerletzte was jetzt, nachdem es geschehen ist, hilft.

    Viel lieber möchte ich einen Schulpsychologen, den es meines Wissens (bin erst vor einem Jahr aus der Schule) zumindest in meinem Bildungszentrum in Winnenden nicht gab. Und zwar an allen Schulen, bundesweit. Dort muss man ansetzen. Wenn in Schulen ein besseres Klima herrscht, lässt sich die Zahl von Durchknallenden sicher besser reduzieren als mit Spiele(!)verboten.

    Just my $.02

  3. Atrocity
    Erstellt am 9. Juni 2009 um 09:29 | Permanent-Link

    Bei allem Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer finde ich doch das diese etwas vorsichtiger sein sollten mit ihren verqueren Forderungen. Wütende, trauernde, verzweifelte Menschen sind nicht gerade bekannt dafür das sie sinnvolle und gut überlegte Vorschläge machen.
    Fordern können die Angehörigen natürlich viel, aber man sollte Ihre Forderungen gut hinterfragen und sich überlegen ob diese überhaupt Sinn machen.
    Ein Verbot von Schusswaffen wird genauso wenig etwas ändern wie ein Verbot von “Killerspielen”. Keins von beidem wird etwas an der Verzweiflung und den Problemen von potentiellen Amokläufern ändern können.
    Verbote führen nur zu mehr verzweifelten und frustrierten Menschen. Und damit zu potentiell mehr Amokläufern.
    Töten kann man übrigens auch mit illegalen Schusswaffen (die für einen Schüler bei weitem nicht so schwer zu beschaffen sind wie die Öffentlichkeit glaubt!) oder mit Messern, Baseballschlägern, selber gebastelten Schleudern oder oder oder …

  4. Andi Meyer
    Erstellt am 9. Juni 2009 um 11:33 | Permanent-Link

    Sogenannte Killergames und Paintball sollen verboten werden. Da muss man doch jetzt auch an das grösste Gewaltspiel ran, und die Bundeswehr abschaffen.

2 Trackbacks

  1. [...] nicht zugänglich gemacht werden, schreibt der Spitzenverband der Bundeskulturverbände in einer Mitteilung. Wenn nun ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot solcher Spiele gefordert werde, gehe es darum, [...]

  2. Von Jahresrückblick 2009 : netzpolitik.org am 22. Dezember 2009 um 13:31

    [...] Kulturrat warnt in Gewaltspiele-Debatte vor “wahltaktischem Schnellschuss”. [...]

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