Internet-Zensur in Deutschland gestoppt?

Nach Berichten von Focus.de scheint die Bundesregierung die Arbeitsgruppe im Familienministerium mit den Providern ergebnislos aufgelöst zu haben: Der Traum von der Internetsperrung. Vielleicht war man auch genervt, dass nach jeder Sitzung die Protokolle an die Öffentlichkeit kamen. Nun hat sich auch das Bundesjustizministerium eingeschaltet, was bisher immer von den CDU-geführten Gesprächen ausgeschlossen war. Das BMJ will das Vorhaben nun rechtlich prüfen lassen. Die Schnellpläne mit einer gewünschten AGB-Änderung könnten aber vom Tisch sein. Gesetzliche Veränderungen wird es vor der Bundestagwahl wohl nicht mehr geben.

Unklar ist noch, welchen Erfolg die Strategie der CDU-Minister haben wird, die von der Leyen und Schäuble einzeln bei den Chefs von Providern anrufen zu lassen, wie mir zu Ohren kam. Vodafone / Arcor ist ja bisher der einzige Provider, der sich für Internetzensur-Infrastrukturen ausgesprochen hat.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland, Digital Rights, Zensur und getagged , , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

4 Kommentare

  1. Erstellt am 4. März 2009 um 19:59 | Permanent-Link

    Schön, dass sie eingesehen haben, dass es vielleicht auch noch andere Lösungen gibt!

    • Olli
      Erstellt am 4. März 2009 um 20:17 | Permanent-Link

      Die haben es nicht eingesehen, die möchte nur nicht das noch mehr Peinlichkeiten an die Öffendlichkeit gelangen. Ich bin gespannt was passiert, sollte es zu einer (und das wünsche ich wirklich keinem) CDU/FDP-Regierung kommen.

  2. akroim
    Erstellt am 5. März 2009 um 09:54 | Permanent-Link
  3. Markus
    Erstellt am 5. März 2009 um 15:21 | Permanent-Link

    Glaubt ihr wirklich, dass die Sache vom Tisch ist?

Ein Trackback

  1. Von Compyblog am 5. März 2009 um 17:44

    eigenartige Koinzidenz…

    Jörg Tauss, Medienpolitiker der SPD, Zensurgegner und so ziemlich der einzige SPD-Abgeordnete, dem ich zutraue, die Netzgemeinde angemessen im Bundestag zu vertreten, hat heute seine Büros in Berlin und in seinem Wahlkreis durchsuchen lassen müssen….

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.