Filesharing gegen Musik-Zensur

Mal ein anderes Argument für Musik in Filesharing-Netzwerken: Im Iran wird seit der Islamischen Revolution 1979 ein großer Teil der “westlichen” Musik genauso wie Gesang von Frauen streng reglementiert. So sind für Frauen- und Rockbands Auftritte in der Öffentlichkeit verboten und ein legaler Vertrieb ist oft nicht möglich. Das Internet und Musik in Tauschbörsen helfen hier Musikern und Labels, die staatliche Zensur zu umgehen. Ich fühle mich an Stones-Platten in der DDR erinnert.

Ein interessantes Audio-Interview mit zwei iranischen Sängerinnen über Musik und Zensur im Iran gibt es auf freie-radios.net (MP3). Vom selben Thema handelt auch der Dokumentarfilm Sounds of Silence – Underground Music in Tehran, der zu einem ähnlichen Fazit kommt:

Featuring interviews with a host of musicians working in various genres, this documentary shows the incredible frustrations and obstacles that Iranian musicians must contend with, as well as the different ways in which they strive to get their music heard. The artists are increasingly turning to the Internet in order to disseminate their work and engage their audiences. From the alternative-rock band O-Hum to rapper Soroush to trance group Atma, musicians are finding that websites with downloadable songs and videos afford them the exposure that Ershad’s censorship denies them.

[via ZIP-FM]

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Digitalkultur, Menschenrechte, Musik im Netz, Zensur und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Andre Meister, Netzpolitik.org.

5 Kommentare

  1. torrentfreak
    Erstellt am 4. Juni 2009 um 00:39 | Permanent-Link

    Kann jemand ein Torrent von dem Film finden?

  2. Erstellt am 4. Juni 2009 um 09:05 | Permanent-Link

    Naja, das ist sicher ein Argument für den Export “westlicher” Musik auf allen möglichen Ebenen (es gibt auch ziemlich beeindruckende Geschichten davon, wie Leute Hollywoodfilme ins Taliban-Afghanistan geschmuggelt haben … die Leute WOLLEN das haben).

    Der kontroverse Punkt ist doch erst wieder, ob und wie sehr man damit Copyright-Verstöße tolerieren soll …

  3. Dave
    Erstellt am 4. Juni 2009 um 14:48 | Permanent-Link

    Einerseits schreibt netzpolitik.org gegen den Liberalismus und geiselt jeden neuen Gesetzesentwurf, jede Kooperation zwischen Politik und Wirtschaft, etc.
    und andererseits genießt es geradezu die Schwächung des Staates im Bezug auf mangelnde Gesetze was File Sharing und Raubkopieren im Internet angeht.

    Entweder man ist FÜR Liberalismus oder GEGEN ihn aber beides geht nicht.

  4. markus
    Erstellt am 4. Juni 2009 um 15:08 | Permanent-Link

    Wann schreiben wir denn gegen den Liberalismus? Das wäre mir neu.

  5. NX
    Erstellt am 5. Juni 2009 um 03:35 | Permanent-Link

    @dave stimmt, ganz vergessen, dass die welt nur schwarz-weiß ist und mensch keine gesunde kritik auch an den eigenen vorstellungen/ideologien äußern sollte

    ich kann durchaus etwas gut finden, aber gewisse strukturen dabei kritisieren oder ablehnen!

2 Trackbacks

  1. Von links for 2009-06-04 | Nerdcore am 5. Juni 2009 um 08:13

    [...] Filesharing gegen Musik-Zensur : netzpolitik.org (tags: P2P Censorship) [...]

  2. Von And Whatnot #15 « am 5. Juni 2009 um 21:30

    [...] Filesharing gegen Musik-Zensur [...]

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