Dorothee Bär: Netzsperren beschränken, halt, nein, doch nicht.

Gestern haben wir über den Vorschlag von Dorothea Bär (CSU/MdB) berichtet, die Netzzensur-Infrastruktur auch “im Kampf gegen Islamisten einzusetzen. Johannes Boie hat im Schaltzentrale-Blog eine interessante Zusatzinformation ausgegraben. Dorothea Bär hatte in einem Interview mit ihm vor drei Monaten explizit die Netzsperren nur für Kinderpornographie gewünscht:

“Daher sind der Konsum, die Produktion und der Vertrieb von kinderpornographischem Material im Internet die einzigen Tatbestände, bei denen eine Sperrung vorgenommen werden darf.”

Und so fragt sich Boie natürlich:

Natürlich frage ich nicht nur mich alleine – sondern meine geschätzten Leser ebenso wie Frau Bär persönlich:

1. Wie würden Sie die Glaubwürdigkeit einer Politikerin einschätzen, deren Meinung zu einer grundsätzlichen, viel diskutierten Frage sich innerhalb von drei Monaten um 180 Grad dreht?
2. Könnten Sie mir erklären, welches Ihrer Statements nun stimmt – und was Ihren Sinneswandel bewirkt hat?
3. Würden Sie mir zustimmen, wenn ich Ihr erstes Statement in Anbetracht ihres Sinneswandels von einer windelweichen Aussage spreche, die alleine dazu diente, vor der Bundestagswahl die digitale Generation der Erstwähler nicht zu verschrecken?

Eine schriftliche Anfrage an Frau Bär ist raus. Man könnte sie das auch nochmal zusätzlich auf Abgeordnetenwatch fragen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland, Digital Rights, Zensur und getagged , , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

5 Kommentare

  1. Erstellt am 10. November 2009 um 14:52 | Permanent-Link

    Ich habe nicht den Eindruck als ob Frau Bär überhaupt annähernd begreift was sie da sagt. Das ist doch inhaltsleeres Politikgeblubber für ihr bildzeitungslesendes Klientel. Schlimm, dass so jemand ein Volk vertritt…

  2. 20 Jahre Mauerfall
    Erstellt am 10. November 2009 um 15:07 | Permanent-Link

    Also von der Bär gibt es einige ganz hübsche Bilder. Im Dirndl und so, da hätte ich nix gegen, mal zusammen zu jodeln.
    Was sie sagt, ist doch zweitrangig.

    Wenn ich da an die verbiesterte Haderthauer denke, da wird mir ganz schlecht.

  3. Tharben
    Erstellt am 10. November 2009 um 15:11 | Permanent-Link

    Gegenfrage: Wie kann man denn überhaupt jemanden aus CDU/CSU/FDP ernst nehmen? Die Neocons, die Marktradikalen und die religiösen Fundamentalisten widersprechen sich ständig. Schaut euch doch nur deren Parteiorgane, die Springer-Blätter, besonders die Bildzeitung, an. (Lesetipp, wers noch nicht kennt: bildblog.de)

    Deswegen meine Vorschläge
    - nicht zu ernst nehmen
    - wenns nötig ist mit ein, zwei Fakten entkräften
    - für gute Bildung kämpfen
    - Problem gelöst (wenn dann noch Redefreiheit besteht natürlich nur, siehe ACTA)

  4. Sebastian
    Erstellt am 10. November 2009 um 15:50 | Permanent-Link

    Wo bleibt Moritz denn? Der ist doch sonst sofort zur Stelle, wenn es um die verlorene Ehre der CxU geht…

  5. Moritz
    Erstellt am 11. November 2009 um 10:07 | Permanent-Link

    @4 Hier! Aber nicht mehr lange. Ist mir zu intolerant hier ;-)

3 Trackbacks

  1. Von Mal wieder Netzzensur @ zschach.net::blog am 10. November 2009 um 16:57

    [...] 2009-10-10: Dem und dem ist eigentlich erstmal nichts hinzuzufügen.  Mal schauen, was Frau Bär antwortet… To be [...]

  2. [...] darauf zugegriffen werden kann. Teilweise rücken Politiker selbst schnell mit zusätzlichen Forderungen an. Es reicht aber schon, wie sich hier zeigt, ein begieriger Staatsanwalt. Wirklicher Schutz von [...]

  3. Von Wachstum hui, Terror pfui « Curus Blog am 11. November 2009 um 12:16

    [...] die Forderung in puncto Netzsperren noch um eine Absurdität zu bereichern: Wie sich herausstellt, hat Frau Bär von der Jungen Union mit der forcierten Ausweitung zudem ihr Geschwätz von gestern [...]

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