Digitales Vergessen: David Weinberger interviewt Viktor Mayer-Schönberger

“Das Internet vergisst nicht”: Eine Binsenweisheit, von der man zumindest hoffen sollte, dass sie jedes Kind kennt. Viktor Mayer-Schönberger erkennt darin Vor- und Nachteile – und argumentiert für ein “vergessendes Web”:

Author and Professor of Public Policy Viktor Mayer-Schönberger believes that digital memory is a little too perfect. Every word you post on the web, every picture, every video, tweet, and email is set in stone, archived, permanently findable. Like the proverbial elephant, the digital world doesn’t forget.

There are incredible benefits to this. And there might be consequences as well, ranging from invasion of privacy, to the impairment of human memory.

In Folge 133 des Berkman Radio spricht Viktor Mayer-Schönberger mit David Weinberger darüber, “wie wir unseren Maschinen helfen könnten zu lernen, wie man vergisst”.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Digitalkultur, Informationstechnologie, Podcast. Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Simon Columbus, Netzpolitik.org.

5 Kommentare

  1. Detlef Borchers
    Erstellt am 21. Oktober 2009 um 10:06 | Permanent-Link

    Gibt es eigentlich eine Quelle, wer diesen schwachsinnigen Satz geprägt hat? Bitte kein Manifest o.Ä.. Das Internet “vergisst” ständig, hat immer schon “vergessen”, weil Löschungen Alltag sind und wer jetzt mit Wayback Machine etc. argumentiert, hat vielleicht noch nie richtig gesucht. –Detlef

    • Erstellt am 21. Oktober 2009 um 15:50 | Permanent-Link

      Ich habe diesen Ausdruck immer so verstanden, dass man nach der Veröffentlichung seiner Daten/Bilder/.. im Internet keinen Einfluss mehr darauf hat, was mit ihnen geschieht oder ob sie weiterhin im Netz bereitgestellt werden.

      Also eine andere Sichtweise.

  2. Erstellt am 21. Oktober 2009 um 11:50 | Permanent-Link

    Sehe das ähnlich wie Detlef Borchers. Nach meiner Erfahrung sinkt im Internet sogar die Halbwertszeit von Informationen. Zum einen, was die auffindbaren Daten angeht, zum anderen, was die wahrnehmbaren Daten angeht. Das Netz fördert eine Kultur der totalen Gegenwart.

  3. Erstellt am 22. Oktober 2009 um 11:49 | Permanent-Link

    Danke an Detlef Borchers für den Hinweis – zum Beispiel habe ich gerade vorher nach einer alten Statusmeldung von mir bei Facebook gesucht – und festgestellt, dass sie älter als das dort (sichtbare) Gedächtnis des Netzes war. Das Netz kann also durchaus vergessen, mal mehr, mal weniger, und manche Erinnerungen sind zwar vorhanden, aber nicht wirklich perfekt erhalten (vgl. archive.org). Erinnert mich alles an die Speicherfunktionen des menschlichen Gehirns.

  4. alien scope
    Erstellt am 1. November 2009 um 10:17 | Permanent-Link

    Als gigantisches Abbild des menschlichen ‘Geistesapparats’ werden im Netz die Informationen bestehen, die in Gegenwart oder Zukunft von Nutzen sind, überflüssige werden vergehen. Die erst heute deutlicher zu beobachtende Informationsevolution durch den Mensch mithilfe von ihm geschaffener Kommunikationstechnologien trennt, wiederum durch natürliche Selektion, Wesentliches von Unwesentlichem und führt vielleicht überhaupt erst im digitalen Ausleseprozess zur trennschärferen Definition der menschlichen Kategorie ‘Wissen’.

Ein Trackback

  1. [...] entblättert, hängt auch davon ab, inwiefern man das Netz für vergesslich erachtet oder nicht: Netzpolitik hat neulich auf ein Interview des “Internet-Philosophen” David Weinberger verwiesen, in dem er [...]

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