China sperrt populäre Webseiten

Kurz vor dem 20. Geburtstag des Tiananmen-Massakers wird in China wieder die Netzzensur angezogen und einige populäre Webseiten sind nun gesperrt. Mit dabei sind Twitter (Herdict-Bericht) und laut Reuters mindestens noch Windows Live (Hotmail & Co) sowie Flickr: China blocks Twitter service ahead of anniversary.

Laut Mashable sind auch WordPress.com, Youtube und Blogger.com betroffen: China Blocks Twitter (And Almost Everything Else). Wikipedia ist laut Berichten auf Twitter ebenfalls gesperrt. Scheint die ganze Palette an populären Webseiten zu sein.

Die verwenden dazu eine ähnliche Zensur-Infrastruktur, wie sie unsere Bundesregierung mit Zensursula vor hat.

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9 Kommentare

  1. ferdinand
    Erstellt am 2. Juni 2009 um 15:14 | Permanent-Link

    Sind denn die Sperren dort ebenso leicht zu umgehen (wie das “zensursula-stopp”, sollte es – was nicht zu hoffen ist – implementiert werden)?

    • Erstellt am 2. Juni 2009 um 15:36 | Permanent-Link

      Ich nehme doch mal an die Sperre zu umgehen ist verboten. Mit Freiheitsentzug von nicht unter 15 Jahren oder sowas.

  2. krokodoc
    Erstellt am 2. Juni 2009 um 16:23 | Permanent-Link

    Ja, die Sperren sind sehr leicht zu umgehen. Z.B. damit: https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/2864

    Über Strafen ist mir nichts bekannt, rein vom Gefühl würde ich sagen, das interessiert niemanden wirklich. Wenn man selbst publiziert so ist das aber sicher anders.

    Interessant übrigens, dass es eine Art Live-Zensur gibt. Surft man beispielsweise Pornoseiten an, die zu irgendwelchen Free-Pictures-Galerien verlinken, so funktioniert die ursprüngliche Seite nach ein paar Klicks nicht mehr. Dauert dann 10-15 Minuten und sie geht wieder.
    Manchmal sind die Zensuren auch regional arg unterschiedlich. Zuletzt hatte in Peking z.B. Wikipdia immer funktioniert. In einem Bergdorf kurz vor der vietnamesischen Grenze widerum nicht.

  3. Erstellt am 2. Juni 2009 um 16:38 | Permanent-Link

    Naja, China und die Zensursula-Pläne kann man nicht wirklich vergleichen. Hier ein Artikel aus “The Atlantic” wo die chinesische Infrastruktur und ihre Auswirkungen auf das Verhalten der Nutzer gut beschrieben sind. Da liegen meiner Meinung nach Welten dazwischen:

    http://bit.ly/15K1zK

  4. markus
    Erstellt am 2. Juni 2009 um 17:08 | Permanent-Link

    @4: Die Chinesen haben auch mal klein angefangen. Und wenn man sich einige Forderungen in der Zensursula-Debatte gnauer anschaut, führt das im zweiten Schritt zu ähnlichen Konsequenzen. Natürlich ohne den sozialen Druck von (medien geschätzten) 30000 “Cyberpolizisten”

  5. Erstellt am 2. Juni 2009 um 17:24 | Permanent-Link

    @5: Dass es klein anfängt, möchte ich auch nicht in Abrede stellen. Wenn man aber immer gleich mit den Schlimmsten argumentiert, verschiesst man sein Pulver zu schnell.

  6. Erstellt am 4. Juni 2009 um 21:05 | Permanent-Link

    Leider nicht sehr gut recherchiert, was #zensursula und China angeht. Der goldene Schild arbeitet in China mit weit mehr mechanismen als nur DNS Sperren:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Projekt_Goldener_Schild

  7. Erstellt am 6. Juni 2009 um 21:16 | Permanent-Link

    Und ich hatte mich schon gewundert, bis ich @143 gelesen hab :D China verwendet DNS-Filter? Unfassbar blöde^^ Aber ist ja wohl doch nicht so dumm, hätte ich auch nicht erwartet.

    TOR sollte das Problem lösen, oder?^^ Das Internet kann man einfach nicht komplett zensieren. Aber ein Großteil der Bevölkerung wird das nicht viel helfen…

  8. Erstellt am 27. Juli 2009 um 11:49 | Permanent-Link

    Mal eine Angabe aus erster Hand
    ich bin gerade in China und kann sagen:

    Twitter ist zu und youtube geht auch nicht.
    Auch Blogger ist nicht verfuegbar.

    Wikiepedia, wordpress.com und Windows Live gehen allerdings ohne Probleme.

    Ich hoffe ich konnte helfen
    Sebastian

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  5. [...] nicht mehr geben würde? Wer diese Frage beantwortet haben will, muss, berichten von Netzpolitik.org zufolge, wohl einfach nur nach China [...]

  6. [...] China sperrt populäre Webseiten @ Netzpolitik [...]

  7. [...] anderen Gebieten sind China und Deutschland auch einer Meinung. Während China Twitter sperrt, hält auch der Pop- und Internet-Star der SPD Dr. Dieter Wiefelspütz Twitter für eine Gefahr [...]

  8. Von Der virtuelle Mauerfall « Zukunftswerkstatt 2009 am 26. Oktober 2009 um 12:52

    [...] Seit anfang Juni sperrt das Great Firewall Projekt weitere Webseiten, wie zum Beispiel Twitter, Facebook usw. Zum 60 Jahre Nationalfeiertag am 01.10 werden auch viele Twitter APIs gesperrt. Das macht ein einfaches Zwitschern viel schwieriger als früher. Ich konnte zu dieser Zeit in China nur mit dem Programm Tor in das freie Netz gehen. [...]

  9. Von Jahresrückblick 2009 : netzpolitik.org am 22. Dezember 2009 um 14:52

    [...] Kurz vor dem 20. Geburtstag des Tiananmen-Massakers wird in China wieder die Netzzensur angezogen un… [...]

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