Wikipedia: 518.166 x Lutz Heilmann

Die Öffentlichkeitskampgne von Lutz Heilmann war ein voller Erfolg. Knapp ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl dürfte er jetzt einer der prominentesten Bundestagsabgeordneten von der Linkspartei sein. Keine schlechte PR-Strategie für einen Hinterbänkler.

Ich war gestern leicht verwundert, dass mehr als 1700 Menschen über Google auf der Suche nach Lutz Heilmann auf diesem Artikel landeten. Das erklärte auch die teilweise komischen Kommentare. Viel interessanter ist aber die Statistik, wie oft seine Wikipedia-Seite angeklickt wurde. 518.166 Besucher interessierten sich am Samstag und Sonntag für seine Biographie. Wenn das mal nicht ein Erfolg ist!

Seit eben funktioniert auch Wikipedia.de wieder und der Wikimedia e.V. hat erfreulich viele Spenden bekommen, die jetzt sinnvoller genutzt werden können als für einen Rechtsstreit.

Update: Hier ist die Anordnung des Landgericht Lübeck, was die von Heilmann beanstandeten Passagen enthält.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland, Digital Rights, Digitalkultur, Zensur und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

5 Kommentare

  1. tim
    Erstellt am 17. November 2008 um 13:51 | Permanent-Link

    Ob es sich um eine erfolgreiche Öffentlichkeitskampagne handelt ist fraglich. Schließlich hat er sich mit der Aktion vor der Netzöffentlichkeit blamiert und für negative Publicity seiner Person gesorgt. Zudem handelt es sich bei den umstrittenen Fakten um seine Vergangenheit als Stasi Mitarbeiter. Damit sind in der Öffentlichkeit die beiden Diskursstränge “Linkspartei” und “Stasi-Vergangenheit/SED Erbe” miteinander verknüpft. Das ist aus meiner Sicht eher kontraproduktiv.

  2. jlow
    Erstellt am 17. November 2008 um 14:12 | Permanent-Link

    Na ja, aber das ist ja trotz den »Ich hab das so nicht gewollt«-Beteuerungen immer noch irgendwie Negativ-PR, oder? Wird den jetzt noch irgendwer wählen wollen? Ich nicht.

  3. Andre
    Erstellt am 17. November 2008 um 15:22 | Permanent-Link

    Man könnte bei der Gelegenheit mal das Abmahnwesen insgesamt zurechtstutzen. Jede Abmahnung ist gegen normale Bürger ist eine zuviel.

  4. Erstellt am 17. November 2008 um 19:45 | Permanent-Link

    TRACKBACK: Freuen kann sich ebenfalls Lutz Heilmann über die Zugriffszahlen auf “seinen” Wikipedia-Text. 518.166 Besucher interessierten sich alleine am Samstag und Sonntag für seine Biographie. Stellenweise hat er es damit unter die Top 3 der internationalen Abrufe geschafft. Netzpolitik.org zieht das Fazit: Die Öffentlichkeitskampgne von Lutz Heilmann war ein voller Erfolg.

  5. Norbert Specht
    Erstellt am 18. November 2008 um 19:47 | Permanent-Link

    Bei der Lektüre der Begründung Heilmanns für seinen Rückzieher sträuben sich mir die Nackenhaare. Geradezu gönnerhaft hört sich an was er da von sich gibt. Zu guter Letzt erklärt er ab sofort mit Wikipedia zusammen zu arbeiten. Da dreht sich mir der Magen ähnlich um wie bei dem Gedanken, dass ausgerechnet ein von Gravenreuth sich gegen die Zensur im Internet ausspricht. Die PDS sollte sich gut überlegen einen solchen Menschen auf die Liste zu setzen.

3 Trackbacks

  1. Von Koloradokäfer am 17. November 2008 um 15:02

    Tittel des Eintrags…

    Da versucht mal wieder jemand gegen Wikipedia zu klagen, weil seine Biografie dort nicht sehr rosig aussieht….

  2. Von Hai-fai.de : Polzifer's kleiner Blog am 17. November 2008 um 16:02

    Traurig ist gar kein Ausdruck……

    …wenn ich eben quasi frisch von Tour uebers Wochenende zu Hause aufwache und einem Nerdkumpel nen Wikipedialink zum Thema “symmetrische Signalfuehrung” schicken mag, aber das Wikipedia mal eben AUSGESCHALTET ist. Also vielmehr der Link von http://www.Wiki...

  3. Von Sokrates Träume » Heilman versus Wikipedia am 18. November 2008 um 21:54

    [...] kann auf Heilmanns Versuch auch zynisch reagieren wie netzpolitik.org Hier vermutet man hinter der Geschichte eine gelungene PR-Aktion: „Knapp ein Jahr vor der [...]

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