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Sonntag, 20. Januar 2008

Werde Wahlbeobachter!

Letzte Woche haben wir schon darauf hingewiesen: am nächsten Sonntag ist in Hessen Landtagswahl - in acht Orten wird mit Wahlcomputern gewählt. Es gibt beim Einsatz von Wahlcomputern viele Probleme, dagegen gibt es bei dem bisherigen Verfahren, der Papierwahl, kaum Probleme. Um zu zeigen, dass eine Wahl mit Wahlcomputer problematisch ist und nicht transparent sein kann, ist es hilfreich, Wahlbeobachtungen durchzuführen und zu dokumentieren.

Ausserdem ist es lustig, die Leute vor Ort ein wenig aufzuklären und zu erleben, wie die Vorstellungen so sind. Links von vergangenen Wahlbeobachtungen gern in die Kommentare!

Mehr Infos und der Versuch einer Koordination gibt es im Wiki des CCCB.

Dort gibt es auch ein “How to Wahlbeobachtung” - aber natürlich kann man auch einfach so hingehen und sich die Wahl anschauen, so wie bei jeder demokratischen Wahl. Man findet dort auch viele weiterführende Infos zum Thema. Zu empfehlen ist auch unser Netzpolitik-Podcast mit Andreas Bogk. Obwohl vom Juli 2006, liefert das Gespräch mit Andreas Bogk viele Fakten zum Thema Wahlcomputer und gibt einen guten Überblick.

Im Wiki sind auch die üblichen Argumente für und gegen Wahlcomputer zusammengefasst. (Die Kosten steigen, der Personalaufwand sinkt nicht. Haltbar ist nur das Argument, dass die Wahl dann um 18 Uhr ein Ergebnis liefert. Aber dies ist nicht stark genug gegenüber der Nachteile, zB die mangelnde Transparenz. Auch eine flächendeckende Manipulation wäre mit Hilfe von Wahlcomputern bedeutend leichter durchzuführen als bei einer Papierwahl).

Allgemein gilt: Wer über die Computer informiert ist und immer noch für den Einsatz von Wahlcomputern ist, arbeitet aktiv gegen die Demokratie. Es wissen immer noch zu wenig Leute, dass in Deutschland Wahlcomputer bereits an vielen Orten eingesetzt werden. Eigentlich verstehen auch nicht-Techies schnell, wo das Problem liegt. Also, auch wenn Ihr nicht aus Hessen seid: redet mit Euren Leuten darüber und sorgt so dafür, dass ein breiteres Bewusstsein entsteht.

Allgemeine Infos gibts auch im Eintrag “Wahlcomputer” im Berliner Wiki, oder hier bei netzpolitik.org.

14 Kommentare

  1. erlehmann am 20.01.2008 um 19:01 (Antworten)

    Wer über die Computer informiert ist und immer noch für den Einsatz von Wahlcomputern ist, arbeitet aktiv gegen die Demokratie.

    Genau so einen Satz möchte ich auf der Seite Drei großer deutscher Tageszeitungen lesen. Danke.

  2. bernadette am 20.01.2008 um 19:55 (Antworten)

    afair ist er aus dem Netzpolitik-Podcast und somit von Andreas Bogk.

  3. Silentblog am 21.01.2008 um 07:27

    [...] statt. Für Roland Koch sieht es dort derzeit ja etwas schlecht aus. Wie bei Netzpolitik zu lesen ist, werden an 8 Orten Wahlcomputer für die Wahl eingesetzt. Das diese Wahlcomputer nicht unumstritten [...]

  4. Benni am 21.01.2008 um 08:37 (Antworten)

    Nur zur Erinnerung: In Niedersachsen wird dieses Wochenende auch gewählt. Allerdings wüsste ich jetzt nicht, dass da nun auch wieder (nach den letzten Kommunalwahlen) Wahlcomputer zum Einsatz kommen sollten. Das niedersächsische Landeswahlgesetz lässt es auf jeden Fall explizit zu.

  5. Lernziel am 21.01.2008 um 09:18

    [...] netzpolitik.org - Werde Wahlbeobachter! Tags für diesen Artikel: hessen, nedap, politik, wahlbeobachter, [...]

  6. Knuddel am 21.01.2008 um 09:40 (Antworten)

    Bei Wahlrecht.de gibt es einige Wahlbeobachtungen und die letzten Prüfberichte mit der Bedienungsanleitung mit Photos der Siegel.

  7. Hanno Zulla am 21.01.2008 um 13:10 (Antworten)

    Mein Vorschlag ist, dass möglichst viele Nerds Wahlhelfer werden. Es kann nicht schaden, wenn dort Leute sitzen, die das Konzept Wahlcomputer kompetent bewerten und kritisieren können.

  8. bernadette am 21.01.2008 um 16:25 (Antworten)

    @ hanno: ja, der ccc ruft ja immer wieder dazu auf. ZB in München könnte man sich aktuell als Wahlhelfer bewerben. Wie so oft gibt hier auch etwas Geld dafür.

    Das Problem, dass Du hier anspricht, ist, dass die Gemeinden immer wieder argumentieren, dass sie Wahlcomputer brauchen, weil sich niemand mehr als Wahlhelfer meldet. Da die Wahlcomputer einen ganz anderen Personalaufwand benötigen und vergangene Wahlbeobachtungen gezeigt haben, dass auch am Wahltag nicht besonders viele Helfer eingespart werden, ist eigentlich auch dieses Argument hinfällig (zb Vogelsdorf-Fredersdorf: 7 Wahlhelfer pro Lokal bei Papierwahl, 6 bei computerwahl).

    Trotzdem sollte jeder Bürger abundzu mal bei einer Wahl als Wahlhelfer dabei sein!

  9. [...] Aufruf zur Wahlbeobachtung auf netzpolitik.org an diesem Sonntag in Hessen kann ich mich nur anschließen! Um zu zeigen, dass eine Wahl mit [...]

  10. erlehmann am 21.01.2008 um 19:17 (Antworten)

    @8: Oh danke, das war mir so gar nicht in den Sinn gekommen. Mal schauen, wie das so wird …

  11. Links vom 22.1.2008 | NIGHTLINE am 22.01.2008 um 13:37

    [...] Hessen! Werdet Wahlbeobachter! [...]

  12. [...] berichtet über unsere Suche nach Wahlbeobachtern in Hessen und hat Mathias Schindler zu seinen Erfahrungen bei einer Testwahl in Hessen und der [...]

  13. schreibblog.eu am 22.01.2008 um 21:40

    [...] Wahlcomputer zum Einsatz kommen. Deshalb gibt es vom Chaos Computer Club (CCC) die Initiative Wahlbeobachter werden! Der CCC geht nicht nur juristisch gegen die Anwendung von Wahlcomputern vor - eine einstweilige [...]

  14. Wahlbeobachtung verboten | MellowBox am 27.01.2008 um 16:33

    [...] aus Lampertheim findet sich in der sogenannten Blogosphäre. Ich habe mir den Spaß gegönnt, Wahlbeobachter in Hessen zu spielen. Das ist ein total lockerer Job, denn schließlich leben wir in einer Demokratie, in der [...]

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