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Virtuelle Bibliothek mit DRM

von markus um 14:34 am 10.1.2008|

Das Deutschlandradio Kultur hat in seiner Sendung “Elektronische Welten” über die “Virtuelle Bibliothekwww.onleihe.de berichtet

Die Public Library im New Yorker Stadtteil Brooklyn hat 2005 als weltweit erste öffentliche Bibliothek damit begonnen, Medien als Download über das Internet zu verleihen. Seit einem halben Jahr gibt es das Angebot auch in Deutschland. Unter www.onleihe.de bieten die ersten zehn Stadtbibliotheken Teile ihres Bestands auch online an.

Allerdings werden die Medien mit DRM-Schutz versehen und sind laut FAQ auch nur mit Windows nutzbar. Das ist schade, denn so werden viele Nutzer ausgeschlossen. Man kann jetzt darüber diskutieren, ob es nicht besser ist, dass wenigstens einige Zugang zu einem solchen Service erhalten. Aber gleichzeitig sollte man sich auch mal den öffentlichen Auftrag der Bibliotheken anschauen. Und dazu gehört für mich ein diskriminierungsfreier Zugang für alle. Der ist mit Windows-DRM nicht gewährleistet.

Kommentare

13 Kommentare zu “Virtuelle Bibliothek mit DRM”

  1. Trac3R
    Jan 10th, 2008 @ 14:58

    Viel schlimmer finde ich, dass das Angebot so nur für die Nutzbar ist, die nachgewiesener Maßen nicht gern lesen. Das kann man immer wieder von neuem feststellen, wenn einem von-Windows-nach-$foo-Umsteiger freundlich hinweist auf RTFM.

  2. Torsten
    Jan 10th, 2008 @ 15:06

    Das tollste bei der Onleihe war ja, dass die Ware nur einmal verliehen werden darf. Sprich: Hat die Bibliothek das E-Book schon an jemanden verliehen, konnte es kein anderer ausleihen - bis der erste es “zurückgegeben” hatte.

    Ich weiß nicht, ob das noch so ist - aber es war bemerkenswert.

  3. tanjeff
    Jan 10th, 2008 @ 16:23

    Zitat aus den FAQ:
    “In Zusammenarbeit mit der Münchner Stadtbibliothek und der Firma Adobe arbeiten wir intensiv daran, dass E-Books und E-Paper in Zukunft auch von Linux-Nutzern uneingeschränkt genutzt werden können.”

    Hat denen schon jemand gesagt, dass es unter Linux Software gibt, die PDF anzeigen kann? Selbst den Adobe Acrobat Reader gibt es unter Linux. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wo das Problem liegt.

  4. ich
    Jan 10th, 2008 @ 17:00

    @tanjeff

    pdf funktioniert unter Linux, aber nicht DRM

  5. Online Bibliothek auf DRM « NEU
    Jan 10th, 2008 @ 17:02
  6. Gewagt? - Ein Experiment « Egomania // Weblog von C.R.
    Jan 10th, 2008 @ 17:43

    [...] man also annehmen kann, dass sie auch von dem Einen und der Anderen gelesen werden), zu setzen, die allerdings offensichtlich rein gar nix mit den jeweiligen Inhalten der aktuellen Posts zu tun haben, wieviele [...]

  7. Kapo
    Jan 10th, 2008 @ 18:10

    Tja, entweder braucht man DRM für Linux, oder…
    http://gedankenkonstrukt.de/?action=show;id=45

    Das dürfte aber bei den meisten geschützen e-books nicht klappen.

  8. erlehmann
    Jan 10th, 2008 @ 20:43

    @4: doch natürlich. kpdf hat in den einstellungen sogar die option “DRM-einschränkungen beachten”. also, wenn jemand das feature unbedingt will …

  9. ;)
    Jan 10th, 2008 @ 22:21

    Zum Glück haben wir ja die GPLv3 und Freie Software wird nicht von DRM inzifiert werden. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Defective By Design Kampagne.

  10. fgdfg
    Jan 10th, 2008 @ 22:32

    hmmm, ist das deutschlandradio nicht eine der öffentlich-rechtlichen anstalten, die auf freie formate setzen (ich erinner’ mich an ogg vorbis)?

  11. tanjeff
    Jan 11th, 2008 @ 8:17

    @4: Na, dann ist die Lösung doch naheliegend: man verzichte auf das (ohnehin nutzlose) DRM.

  12. erlehmann
    Jan 11th, 2008 @ 9:54

    @11: nein, nein, die kpdf-lösung (siehe kommentar 8) ist viel besser - “natürlich unterstützt kpdf DRM”.

  13. Martina
    Jan 14th, 2008 @ 18:37

    „Der ausgeliehene Titel wird automatisch nach der Ausleihfrist zurückgegeben.“ So steht es in der FAQ. Der – tatsächlich unbestreitbare – Vorteil: Es fallen keine Mahngebühren an, weil man ja nicht vergessen kann, den Artikel zurück zu geben. Nur: Alles, was grundsätzlich erst einmal automatisch stattfindet, stößt bei mir nicht eben auf Gegenliebe. Wie das ganze Prozedere funktioniert, wird ebenso wenig dargelegt, wie einem die Möglichkeit gegeben wird, selbst zu entscheiden, ob man in der Lage ist, einen Termin einzuhalten oder nicht.

    Ein weitere Geschichte, die mir nicht gefällt ist: Will man die Online-Leihe nutzen, muss man sich einen Mitgliedsausweis in den örtlichen Bibliotheken besorgen. Und zwar, in dem man persönlich die entsprechenden Büchereien heimsucht. In meinem Fall wäre das ein Weg von mindestens 100 km. Schade, dass es da kein Online-Angebot gibt, muss ich sagen. Bei meinem Glück kann man diese Fahrt wahrscheinlich einmal im Jahr wiederholen. Na ja, vielleicht wird das ja noch …

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