Sehenden Auges in den Überwachungsstaat

Kai Biermann schreibt anlässlich der Abstimmung über das BKA-Gesetz auf Zeit-Online: Sehenden Auges in den Überwachungsstaat.

Wir sind selbst verantwortlich. Wir alle, die es sehenden Auges haben geschehen lassen. Wir alle, die wir politisch interessiert sind, Nachrichten verfolgen, auf allen möglichen Wegen kommunizieren und diese doch nur nutzen, um zu meckern. Statt etwas zu tun. Demokratie ist die Herrschaft aller, daher sind auch alle schuld, wenn etwas schief geht. Ein komplizierter Weg der politischen Teilhabe, der es dem Einzelnen leicht macht, sich wegzuducken. Der aber auch enorme Möglichkeiten der Einflussnahme birgt. Warum sie nicht nutzen? [....]

Politikmüdigkeit? Vielleicht braucht es nur ein paar neue Begriffe für die altmodisch klingende Teilhabe. Hier wäre einer: Letztlich geht es darum, das System zu hacken, auszuprobieren, was mit ihm möglich ist, was es noch alles kann, wie es besser werden könnte. Also: Hack die Politik!

Für den kommenden 25. Communication Congress wurde leider ein Vortrags-Vorschlag von mir und Falk Lüke mit dem Titel “Hacking Politics” abgelehnt. Dort wollten wir einen Einblick geben, wie das politische System funktioniert und wie man sich am Besten und effektivsten dort einbringen kann.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Datenschutz, Deutschland, Digital Rights und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

14 Kommentare

  1. Sven
    Erstellt am 12. November 2008 um 15:54 | Permanent-Link

    “…“Hacking Politics” …wollten wir einen Einblick geben, wie das politische System funktioniert und wie man sich am Besten und effektivsten dort einbringen kann…”

    Und den geplanten Vortrag vllt. hier publizieren? Als “Handbuch” zum Downloaden und breittreten…?

    • markus
      Erstellt am 12. November 2008 um 15:57 | Permanent-Link

      Vielleicht mach ich dazu mal einen Podcast mit Falk. Ein Handbuch schaffe ich zeitlich nicht.

  2. User
    Erstellt am 12. November 2008 um 15:55 | Permanent-Link

    Mich würde mal interessieren, mit welcher Begründung das Thema abgelehnt wurde? Falsches Publikum?

    • markus
      Erstellt am 12. November 2008 um 15:57 | Permanent-Link

      Als Grund hab ich nur “wenige slots und zuviel einreichungen” genannt bekommen.

  3. Kilian
    Erstellt am 12. November 2008 um 17:21 | Permanent-Link

    Hast du nicht letztes Jahr einen thematisch ähnlichen Vortrag gehalten?

  4. Darillian
    Erstellt am 12. November 2008 um 17:31 | Permanent-Link

    Köstlich, bei der Debatte kam ja sogar “Schorsch Orwell” zur Sprache ;)

    • Darillian
      Erstellt am 12. November 2008 um 17:32 | Permanent-Link

      Oops, sorry, falscher Blogeintrag…
      Eine Editierfunktion wäre nett ;)

  5. mulder
    Erstellt am 12. November 2008 um 18:33 | Permanent-Link

    Was, das ist ja ein Skandal. Los demonstrieren wir für Markus Vortrag!

  6. uh
    Erstellt am 12. November 2008 um 20:22 | Permanent-Link

    Ja, ich bin mal gespannt, was dieses Jahr so an Vorträgen kommt. Wenn ich höre, was mittlerweile so alles abgelehnt wurde, muss es sich ja bei den angenommenen Sachen um richtige Hammer handeln…

  7. Erstellt am 12. November 2008 um 21:44 | Permanent-Link

    Lieber Markus, in Österreich wirst du, bzw dein Blog, zumindest im staatlichen Fernsehen genannt

    http://futurezone.orf.at/stories/1500104/

    siehe letzten Absatz…

    LG Aaron

  8. Erstellt am 12. November 2008 um 22:04 | Permanent-Link

    Es gibt aber den Plan, euren Vortrag – wie meinen abgelehnten – am 29. in der c-base zu machen.

    Dann sehen wir uns da!

  9. Gregor M.
    Erstellt am 12. November 2008 um 22:29 | Permanent-Link
  10. Arne
    Erstellt am 12. November 2008 um 22:56 | Permanent-Link

    Es gibt auch staatlich bezahlte Professoren, die unterrichten und forschen, wie man Democracy hackt, also wie man am besten seine Politiker besticht etc. Und da wird das nicht in dem Motto des CCC gesehen, sondern nein: Dort wird das gelehrt, damit man das ausnutzt! Ich bekomm da einfach nur das kotzen.

  11. Ebeling
    Erstellt am 12. November 2008 um 23:43 | Permanent-Link

    Es ist erschreckend zu sehen, wie sich unser Staat zu einem Überwachungsstaat wandelt.
    Überwacht werden natürlich nur bestimmte Personen oder Dinge. Herr Schäuble käme natürlich nicht auf die Idee, dass auch Konzerne vorsorglich überwacht werden könnten, die Märkte unter sich aufteilen (Beispiel: Autoglas)

2 Trackbacks

  1. Von Hack die Politik? | lerex am 17. November 2008 um 20:27

    [...] via Netzpolitik [...]

  2. Von Rechtsstaat Deutschland | matthiaskandel.de am 1. Dezember 2008 um 23:19

    [...] einem freiheitlichen Staat gehen darf, um Gefahrenpotentiale auszuschalten und gleichzeitig keinen Präventivstaat entstehen zu [...]

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