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Dienstag, 20. Mai 2008

New York Times plädiert für Netzneutralität

Die New York Times hat ein starkes Editorial zur Netzneutralitäts-Debatte: Democracy and the Web. Das Fazit kann man auch auf Deutschland übertragen und man sollte in vielen Netzpolitik-Debatten die Politik genau daran erinnern:

Cable and telecommunications companies are fighting net neutrality with lobbyists and campaign contributions, but these special interests should not be allowed to set Internet policy. It is the job of Congress to protect the Internet’s democratic form.

Frei ins deutsche übersetzt:

Kabel- und Telekommunikationsunternehmen bekämpfen die Netzneutralität mit Lobbyisten und PR-Kampagnen. Aber diese Partikularinteressen sollten nicht befugt sein, Internetregeln zu schaffen. Es ist die Aufgabe der Politik, die demokratische Form des Internets zu schützen.

5 Kommentare

  1. Frank am 22.05.2008 um 10:05 (Antworten)

    Wobei die New York Times als Contentanbieter zumindest in ihrer Meinung nicht neutral sein kann. Ich bin zwar auch für Netzneutralität. Das Grundproblem aber bleibt: Irgendjemand muss den Traffic bezahlen. Die Telekom bietet über ihr schnelles DSL-Netz ein Produkt an, das dem Kabelfernsehen sehr nahe kommt. Wer dieses Produkt ordert, zahlt dafür mehr an die Telekom. Wenn nun ein TV-Sender auf die Idee kommt, sein Programm hochauflösend zu streamen, dafür nichts zahlt und eine Menge Datenverkehr verursacht, kostet dies natürlich Geld. Am Ende wird dies bezahlt werden müssen. Es könnten also die Flatrates für alle teurer werden oder es werden wieder einzelne Kunden gekündigt. In der Vergangenheit haben wir dies bei “fleissigen” Filesharern ja bereits erlebt.

  2. erlehmann am 22.05.2008 um 12:31 (Antworten)

    Das Grundproblem aber bleibt: Irgendjemand muss den Traffic bezahlen.

    Der Traffic wird bereits bezahlt: Du zahlst deinem Provider Geld, oder ? Google tut das auch. Und unter den ISPs gibt es Peering-Abkommen.

  3. Frank am 22.05.2008 um 18:42 (Antworten)

    @erlehmann:

    Wenn ich mir Deine Argumentation zu eigen mache, dann hätten bestimmte Provider keinerlei Grund, “Heavy User” rauszuwerfen. Hierin liegt eben das Problem. Flatrates funktionieren nur so lange wie sie nicht überstrapaziert werden. Wenn ich zum Chinesen zum “eat as you can” gehe und fresse 15 Teller, wird mich der Chinese auch nicht mehr als Gast haben wollen, obwohl ich bezahlt habe. Und wenn sich der Traffic im Internet plötzlich vervielfacht, werden die Provider von irgendjemanden ihre Investitionen wieder haben wollen.

  4. erlehmann am 23.05.2008 um 14:21 (Antworten)

    @Frank: Die Werbung sagt: Unlimitierter Traffic, ergo: Wenn User aufgrund ihres Downloadverhaltens rausgeworfen werden, ist das Betrug.

    Wenn der Chinese das Risiko nicht eingehen will, dass du 15 Teller futterst, muss er das Angebot halt umgestalten: Dann steht da “Bis zu X Teller”. Die Möglichkeit zum Volumentarif gibt es immer.

  5. Frank am 23.05.2008 um 19:22 (Antworten)

    Betrug muss das nicht unbedingt sein, wenn der Provider einen rauswirft. Wenn er die vereinbarten Kündigungsfristen einhält, kann er Dir natürlich genauso kündigen wie Du ihm. Hat neulich beispielsweise Congstar getan bei Leuten, die die Handy-Flat aus Sicht des Anbieters wohl etwas zu intensiv genutzt haben.

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