Google Earth sperren wegen Terrorgefahr?

Heise meldet:

Ein Jurist aus der Millionenstadt Mumbai, die Ende November von einer radikal-islamistischen Terrorgruppe angegriffen worden war, hat das höchste Gericht der Stadt aufgefordert, umgehend den Zugriff auf Geoinformationsseiten wie Google Earth und Wikimapia zu sperren. Der Anwalt startete beim Bombay High Court eine sogenannte Public Interest Litigation (PIL), ein Gerichtsverfahren, das Bürgern des Landes die Möglichkeit bietet, staatliche Stellen zu verklagen. Der Jurist wirft der Regierung vor, gegen nationale Sicherheitsvorschriften zu verstoßen, weil über die fraglichen Websites detaillierte Informationen zu möglichen Anschlagszielen abrufbar seien.

Dazu ein treffender Kommentar vom Sicherheitsexperten Bruce Schneier:

Of course the terrorists used Google Earth. They also used boats, and ate at restaurants. Don’t even get me started about the fact that they breathed air and drank water. (…) Yes, the bad guys use it: bank robbers use cars to get away, drug smugglers use radios to communicate, child pornographers use e-mail. But the good guys use it, too, and the good uses far outweigh the bad uses.

So eine Sperrung wäre in diesem Fall ohnehin wirkungslos gewesen, weil die Angreifer ja vorher die Ziele auch vor Ort genau auskundschaftet hatten.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Informationstechnologie, Zensur und getagged , , , , , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Ralf Bendrath, Netzpolitik.org.

6 Kommentare

  1. Erstellt am 9. Dezember 2008 um 19:47 | Permanent-Link

    Man sollte gleich jegliche art von Papierkarten verbieten. Diese kann der Amok-Terrorist nämlich mit Buntstiften bemalen, zusammen falten und handlich in der Hosentasche unterbringen.

  2. Benni
    Erstellt am 9. Dezember 2008 um 22:05 | Permanent-Link

    Dem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen!

  3. Erstellt am 9. Dezember 2008 um 23:09 | Permanent-Link

    Ich bin ja echt mal gespannt, wann der erste Vollidiot auf die Idee kommt Openstreetmap.org zu blockieren. Vermutlich lediglich eine Frage der Zeit.

  4. Karl-Heinz
    Erstellt am 10. Dezember 2008 um 10:24 | Permanent-Link

    “Of course the terrorists used Google Earth. They also used boats, and ate at restaurants. Don’t even get me started about the fact that they breathed air and drank water. (…) Yes, the bad guys use it: bank robbers use cars to get away, drug smugglers use radios to communicate, child pornographers use e-mail. But the good guys use it, too, and the good uses far outweigh the bad uses.”

    Das ist so richtig!!! Sollen wir das Leben stoppen um die Terrorgefähr zu blockieren?! Ich hoffe, dass Google Earth nicht gesperrt wird.

  5. Erstellt am 21. Oktober 2009 um 15:55 | Permanent-Link

    Dann kann man ja auch gleich die Navigationssysteme mit verbieten…

  6. Erstellt am 11. August 2010 um 18:41 | Permanent-Link

    Ich bin aus genannten Gründen absolut gegen Google Earth.
    Navis gibt es nicht umsonst.
    Niemand der Gutes im Sinn hat braucht Google Earth!

Ein Trackback

  1. Von links for 2008-12-09 am 10. Dezember 2008 um 09:26

    [...] Google Earth sperren wegen Terrorgefahr? [...]

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